Start Magazin Im Test: Huawei Ascend G615 alias Honor 2 U9508

Im Test: Huawei Ascend G615 alias Honor 2 U9508

© Huawei

Quad-Core-Smartphones sind inzwischen das Maß aller Dinge. Kann Huawei mit dem knapp 300 Euro teuren Ascend G615 überzeugen und wie schlägt sich der Honor-Nachfolger gegenüber dem Nexus 4?

Plusminus

+ Brillantes Display

+ Quad Core-Prozessor

+ MicroSD-Kartenschacht

– Noch kein Jelly Bean (Stand: Februar 2013)

– Kleine Ruckler bei der Bedienung

Huawei-Geräte brachten bisher hauptsächlich eins mit: Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Da sind 300 Euro für ein Smartphone des chinesischen Herstellers schon eine respektable Summe. Angesichts der Tatsache, dass das Nexus 4 in der günstigsten Version zum gleichen Preis zu haben ist, mussten wir die Messlatte an das Ascend G615 recht hoch anlegen.

Quad-Core-Power für 299 Euro

Huawei ist längst kein "Smartphone-Exot" mehr. Die Chinesen können speziell im Low Budget-Bereich punkten, wie die Verkaufserfolge beim Ideos X3 und Ascend Y200 zeigen. Doch auch das rund 200 Euro teure Single Core-Smartphone Huawei Honor konnte in unserem Test in Ausgabe 08/2012 begeistern.

Das Ascend G615 schickt Huawei nun als Nachfolger für das Honor ins Rennen. Es wird deshalb auch unter der Bezeichnung Honor 2 und der Gerätenummer U9508 geführt. Sein Alleinstellungsmerkmal ist der Huawei-eigene 1,4 GHz schnelle K3V2 Quad-Core-Prozessor. Im Antutu-Benchmark lieferte er Ergebnisse jenseits der 15.000 Zähler-Marke. In der oberen Smartphone-Liga spielt auch das 1280×720 Pixel messende LCD-Display mit, das über eine helle, brillante Darstellung verfügt und mit respektablen 330 Pixel-per-Inch (ppi) auflöst.

Auch die weitere Ausstattung lässt sich sehen: 1GByte RAM, 8GByte ROM und darüber hinaus ein MicroSD-Schacht für Speicherkarten bis 32 GByte. Der erweiterbare Speicher ist eine Eigenschaft, die dem Nexus 4 fehlt und dort immer wieder bemängelt wird. Im Gegensatz zu Google will Huawei niemanden zwingen, Daten in der Cloud abzulegen, von unserer Seite gibt es dafür ein dickes Plus. Huawei verbaut im Ascend G615 eine 8 Megapixel-Hauptkamera, die zwar ohne Bildstabilisator auskommen muss, aber trotzdem schöne Schnappschüsse liefert und Videos in 1080p Full HD-Qualität aufnehmen kann. Darüber hinaus verfügt sie über Bildoptimierung via HDR, für Videochats ist eine kleine 1,3 Megapixel-Frontkamera eingebaut. Um alle Funktionen mit ausreichend Strom zu versorgen, verbaut Huawei einen 2150mAh-Akku, der für bis zu 360 Stunden Standby und 11 Stunden Gesprächsdauer sorgt. Das Smartphone kann zudem nicht nur GPS-, sondern auch GLONASS-Daten verarbeiten.

Einziger Wermutstropfen ist die Tatsache, dass Huawei unser Testgerät noch mit Android 4.0.4 auslieferte. Laut Hersteller soll jedoch noch im März 2013 ein Update auf Android 4.1 Jelly Bean folgen.

Ausgebremst

Trotz der hervorragenden Benchmark-Ergebnisse hatten wir das Gefühl, dass die von Huawei auf dem Gerät installierte Benutzeroberfläche den Prozessor ein wenig ausbremst. Zwar gehen Wechsel zwischen verschiedenen Screens recht schnell vonstatten, trotzdem gibt es hie und da kleine Ruckler. An die butterweiche und knackige Bedienung des Nexus 4 oder des Nexus 7 kommt das Huawei nicht heran. Das dürfte jedoch in erster Linie daran hängen, dass noch Android 4.0 vorinstalliert ist und das G615 somit (noch) nicht von den Performance-Verbesserungen durch Project Butter profitiert.

In Sachen Gehäusegestaltung und Design macht Huawei keine Experimente. Das Ascend G615 ist zwar gut verarbeitet, löst aber keinen echten "Wow"-Effekt aus. Es spricht zwar nichts gegen leichtgewichtige Akkudeckel, das an einen Blister erinnernde Plastikteil zeigt jedoch unschöne Wölbungen an den Lautsprecherschlitzen und macht keinen sehr wertigen Eindruck. Die Vorderseite des Gerätes hat uns deutlich besser gefallen, hier schützt ein robust wirkender Metallrahmen das Display vor Kratzern.

Abbildung 1: Unser Testgerät verfügte noch nicht über Android 4.0.4 Ice Cream Sandwich.
Abbildung 1: Unser Testgerät verfügte noch nicht über Android 4.0.4 Ice Cream Sandwich.

Abbildung 2: Schöne App-Mischung: Huawei hat auch Google Chrome vorinstalliert.
Abbildung 2: Schöne App-Mischung: Huawei hat auch Google Chrome vorinstalliert.

App-Auswahl

Neben den Google-Apps und Google Chrome hat Huawei einige praktische Apps wie beispielsweise Security Guard beigefügt, mit dem sich Dateien verschlüsseln lassen und ein Passwort zum Geräteschutz eingegeben werden kann. Ein Dateimanager und Notizblock ist ebenfalls mit an Bord, dazu kommt eine stufenweise verstellbare Taschenlampe, ein Diktiergerät und eine Wetteruhr von Accuweather. Insgesamt ist das App-Angebot gut, die Zusätze sind sinnvoll.

Abbildung 3: Mit Security Guard hat man Zugriff auf eine vielseitige Verschlüsselungs-App.
Abbildung 3: Mit Security Guard hat man Zugriff auf eine vielseitige Verschlüsselungs-App.

Abbildung 4: Bitte sprechen: Das Ascend G615 hat auch ein Diktiergerät an Bord.
Abbildung 4: Bitte sprechen: Das Ascend G615 hat auch ein Diktiergerät an Bord.

Fazit

Das Huawei Ascend G615 gehört aktuell zu den schnellsten Android-Smartphones. Trotzdem bleibt von der Performance ein etwas durchwachsener Eindruck, mit einem Nexus 4 lässt es sich in Sachen flüssiger Bedienung nicht vergleichen. Wir empfehlen das Huawei Ascend G615 allen, die nach einem leistungsstarken Quad Core-Smartphone mit erweiterbarem Speicher suchen. Mit dem Jelly Bean-Update könnte das Ascend G615 aber zu einem echten Nexus-4-Konkurrenten werden.

Huawei Ascend G615

Kerndaten
Hersteller Huawei
Formfaktor 4,5-Zoll-Smartphone
Auflösung 1280×720
Prozessor 1,4 GHz, Quad-Core
Android-Version Android 4.0.4, Update auf 4.1 im März
Akku  2150 mAh
Laufzeit Standby/Gespräch 360h/11h
Gewicht 149g
Preis (Internet) 299 Euro
Technische Details und Preisvergleich
  http://www.android-user.de/lp/14936/
Performance
AnTuTu-Benchmark 15347 Punkte
Vellamo (HTML5/Metal) 1564/457 Punkte
Android-User-Bewertung 4,2 Punkte
 

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