Start Magazin Im Test: HTC Flyer mit Android 2.3 und Stift

Im Test: HTC Flyer mit Android 2.3 und Stift

© htc.com

Stift und Finger sind eigentlich zwei Eingabegeräte, die sich gegenseitig ausschließen. Das muss nicht sein, hat sich HTC gesagt und sein 7-Zoll Android-Tablet mit Stift-Support ausgestattet.

Auf den ersten Blick ist das "Flyer" getaufte Tablet von HTC ein ganz gewöhnliches Internet Tablet mit Android an Bord. Den feinen Unterschied merkt man erst, wenn man sich die vier Sensortasten des "Flyer" anschaut. Hier findet sich ganz zu rechts kein Such- oder Zurück-Button, wie bei anderen Geräten sondern ein Symbol mit Stift, das es in sich hat.

Die Grundlagen

Aktuell liefert HTC das Flyer-Tablet weiterhin mit Android 2.3.3 aus, das Gerät bekam zudem Anfang August ein Update auf Android 2.3.4. Geplant war jedoch bei der Produktvorstellung Android 3.0, das sich allerdings erst ab Version 3.2 für Tablets eignet. Das Flyer soll deshalb die Tage ein Update auf "Honeycomb" bekommen. Bis zum Ablauf der Leihfrist Mitte August war dies jedoch noch nicht veröffentlicht bzw. in Deutschland noch nicht erhältlich. Der Testbericht bezieht sich deshalb auf die Android-Version 2.3.4 mit HTC Sense 1.0 für Tablets. Das Update bringt unter anderem Video-Support für den Google-Talk-Chat und eine leicht verbesserte Performance und Akkulaufzeit.

Zum Lieferumfang gehören neben dem Tablet, Ladegerät und einem separaten USB-Datenkabel auch ein schickes weiße Hülle in Lederimitation und der Stift. Das Etui macht einen hochwertigen Eindruck und das Flyer wird damit zum echten Hingucker.

Als grafische Oberfläche setzt HTC auf den hauseigenen Launcher HTC Sense in der Version 2.1 für Tablets. Die Anpassung an Tablets ist HTC dabei gut gelungen. Das Flyer bringt zudem eine reihe vorinstallierter Apps mit, dazu gehören neben der für HTC obligaten Wetter-App sowie den HTC-eigenen Apps HTC Hub und HTC Likes auch ein E-Book Reader, eine Navigationssoftware, ein Aktien-Tool und ein Friend Stream genannter Social Hub.

Abbildung 1: Zusätzlich zu den üblichen Benachrichtigungen zeigt das Menü des HTC Flyers auch eine Liste von Anwendungen und die wichtigsten Einstellungen an.
Abbildung 1: Zusätzlich zu den üblichen Benachrichtigungen zeigt das Menü des HTC Flyers auch eine Liste von Anwendungen und die wichtigsten Einstellungen an.

Seine Rechenpower bekommt das Flyer von einem 1,5 GHz schnellen Prozessor und 1 GByte RAM. Das Tablet erreicht 823 Punkte beim Vellamo-Webbenchmark und liegt damit auf dem Niveau des HTC Sensation mit Dualcore-Prozessor. Auch die Grafikengine bietet genug Leistung für praktisch alle Spiele. Beim Systembenchmark von AnTuTu (Version 2.0.3) bringt es der 7-Zöller auf 3580 Punkte. Enttäuscht wären wir vom Flyer hingegen bei der Videowiedergabe: Hier ist bei 480p Schluss. Videos in 720p spielt das Tablet zwar noch ab, aber mit deutlichem Ruckeln.

Das gewisse Etwas

Auch wenn sich aktuelle Tablets mit dem Finger in den meisten Fällen sehr gut bedienen lassen, gibt es Aufgaben, für die sich ein Stift besser eignet. Dazu gehört zum Beispiel das Zeichnen und Skizzieren sowie handschriftliches Schreiben. Für diese Aufgaben und noch einige weitere Anwendungsfälle besitzt das HTC Flyer einen speziellen Touchscreen, der zwischen Stift- und Fingereingabe unterscheiden kann.

Zur Aktivierung des Stifts muss man mit dem Stift kurz einmal auf die zusätzliche Stifttaste drücken. Danach erscheint am unteren rechten Rand ein Menü, über das sich die zahlreichen Funktionen des zusätzlichen Eingabegerätes nutzen lassen. Beim allerersten Start erscheint dazu ein Assistent, der die ersten Schritte vorbildlich erklärt. Der von HTC mitgelieferte Notizblock synchronisiert sich zudem auf Wunsch automatisch mit Evernote, sodass man seine Notizsammlung stets mit dabei hat.

Abbildung 2: Der von HTC mitgelieferte Notizblock synchronisiert sich wunschweise mit Evernote. Die Optik ist gut gemacht, das Handling lässt sich noch verbessern.
Abbildung 2: Der von HTC mitgelieferte Notizblock synchronisiert sich wunschweise mit Evernote. Die Optik ist gut gemacht, das Handling lässt sich noch verbessern.

Während der Stift in den Tests bei den handschriftlichen Notizen in den meisten Fällen nicht voll zu überzeugen wusste (leicht verzögerte Darstellung, zu wenig feines Schriftbild), eignet er sich hervorragend, um zum Beispiel Anmerkungen in E-Books oder PDF-Dateien anzubringen. Im Menü befindet sich zudem eine Option, um den "Kritzelmodus" für sämtliche Apps einzuschalten. Das Tablet erstellt dann automatisch einen Schreenshot, sobald der Stift das Display berührt. Diesen kann man dann nach belieben beschriften oder bemalen. Es gibt jedoch ein paar Ausnahme-Apps. Bei diesen erscheint dann ein Hinweis: "Sie können hier nicht kritzeln". Auch für einfache Zeichnungen lässt sich das Werkzeug gut benutzen. Von den Möglichkeiten eines Zeichentablets ist das HTC Flyer jedoch weit entfernt.

Vor- und Nachteile

Am meisten gestört hat uns beim HTC Flyer das mitgelieferte proprietäre USB-Kabel bzw. Ladegerät. Der Stecker lässt sich nur mit dem HTC Flyer nutzen, keinen anderen HTC-Geräten. Immerhin passt aber ein handelsübliches Micro-USB-Kabel in die Buchse, sodass man zum Beispiel im Urlaub nicht unbedingt auf das separate HTC-Kabel angewiesen ist.

Sehr gut gelöst hat HTC den eigenen Launcher für Tablets. HTC Sense kommt auf dem 7-Zoll-Gerät richtig gut zur Geltung und wir vermissten Honeycomb nur bei sehr wenigen Anwendungen, etwa Youtube. Der Launcher erlaubt zudem aus dem Sperr-Bildschirm heraus direkten Zugriff auf die vier wichtigsten Apps.

Abbildung 3: Diese vier Apps lassen sich direkt vom Lock-Screen aus starten.
Abbildung 3: Diese vier Apps lassen sich direkt vom Lock-Screen aus starten.

Ebenfalls nicht ganz zufrieden waren wir in den Tests mit der Hardware. Das Flyer-Tablet ist zwar gut verarbeitet, aber es liegt nicht besonders gut in der Hand und neigt zudem dazu, aus der Hand zu gleiten. Das bereitet vor allem beim Schreiben mit dem Stift Probleme. Zudem zeigt das Display jeden Fingerabdruck an, was in Zusammenarbeit mit dem Stift dazu führt, dass man die Notizen direkt am Bildschirm ablesen kann, ohne dazu das Gerät einschalten zu müssen.

Das Flyer bringt in der 3G-Version zwar einen SIM-Kartenslot mit, diese lässt sich aber nur für Datenverbindungen und SMS-Meldungen nutzen, telefonieren kann man mit dem Flyer nicht.

An anderen Stellen hebt sich das Flyer jedoch positiv von der Konkurrenz ab: So bringt es zum Beispiel soft beleuchtete Buttons für die Android-Tasten und das Stift-Symbol mit, die im Hoch- und Querformat funktionieren und weder bei Tageslicht noch bei Nacht negativ auffallen.

Plusminus

+ Innovativer Stift

+ Helles Display

+ HTC Sense Oberfläche

+ Update auf Android 3.2

– Stiftbedienung nicht perfekt

– Kein 720p-Support

– Relativ teuer

– Proprietäres USB-Kabel

Fazit

Das HTC Flyer ist zurzeit das mit Abstand teuerste 7-Zoll-Tablet. Den hohen Preis müssen Sie in erster Linie für den zusätzlichen Stift beziehungsweise die integrierte Technologie bezahlen, die Leistung des Tablets rechtfertigt ihn nicht. Dennoch gehört das Flyer mit dem Galaxy Tab zusammen zu den besten 7-Zoll-Geräten. Probieren Sie deshalb die Stiftfunktion vor dem Kauf ausgiebig aus. Sagt Sie ihnen zu, ist das Flyer-Tablet von HTC seinen hohen Preis klar wert.

HTC Flyer

Kerndaten
Hersteller HTC
Formfaktor 7-Zoll-Tablet
Auflösung 1024×600 Pixel
Prozessor ARMv7, 1,5 GHz (Single-Core)
Android-Version 2.3 (Update auf 3.2 geplant)
Akku 4000 mAh
Laufzeit (Standby/Video) 320 h (3G), 480 h (WiFi) / 8 h
Gewicht 420g
Preis (Internet) 470 Euro (WiFi 16 GB) / 500 Euro (WiFi 32 GB) / 550 Euro (3G 32 GB)
Web-Infos
Produktseite http://www.htc.com/www/tablets/htc-flyer/
Technische Daten http://www.htc.com/www/tablets/htc-flyer/#specs
Performance
AnTuTu-Benchmark 3580 Punkte
Vellamo-Benchmark 823 Punkte
Video-Wiedergabe 480p
Android-User-Bewertung 4,2 Punkte
 

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