Start Magazin Im Test: HTC Desire C

Im Test: HTC Desire C

© htc.com

Die Ingenieure von HTC haben bei dem Desire C das perfekte Gleichgewicht zwischen Hardware-Leistung und Software-Angebot gefunden. Auf den ersten Blick scheint die Kombination von minimalistischer Hardware und modernstem Betriebssystem eher überraschend, Desire C überzeugt aber in der Praxis und der große Gewinner ist der Einsteiger-Kunde.

Plusminus

+ Gewicht und Größe

+ ICS vorinstalliert

+ Preis/Leistung

– Wenig Speicher

– Langsames Browsen

Wer sein Handy hauptsächlich zur Kontaktpflege, für die Navigation und den Medienkonsum unterwegs nutzt, sowie ab und zu etwas spielen möchte, dem kommt das HTC Desire C gerade passend. Die Anwendungen laufen flüssig und der Akku schafft bei alltäglicher Belastung locker mehr als einen Tag. Die Sprachsuche im Internet und die Sprachbefehle für bestehende Kontakte funktionieren tadellos. Dazu hilft das Smartphone auch, die Kosten im Griff zu haben. Dazu trägt nicht nur der aktuelle Internetpreis von rund 180 Euro bei, sondern Sie können dank Android 4.0 auch ein Limit für die Datennutzung im mobilen Netzwerk einstellen und so vor dem Ablauf des Limits einen Warnhinweis erhalten.

Perfektes Gleichgewicht

HTC Desire C ist kaum größer als ein Kartenblatt, ist nur 12 mm dick und wiegt mit Akku weniger als 100 Gramm. Der kapazitive Touchscreen misst 3,5 Zoll (8,9 cm) in der Diagonalen und hat eine Auflösung von 320 x 480 Pixeln. Das Bild ist scharf genug, das Display spiegelt sich aber bei direkter Sonneneinstrahlung. Der nur 600 MHz getaktete Single-Core Prozessor mit 512 MByte RAM braucht verhältnismäßig wenig Energie, wodurch die Akkulaufzeit mit dem 1250 mAh großen Akku überdurchschnittlich gut ausfällt. Laut Spezifikation ist der interne Speicher 4 GByte groß, beim Testgerät fanden wir unter Einstellungen | Speicher jedoch lediglich 0,94 GByte Gesamtspeicher eingeblendet. Für Telefondaten selbst stehen noch knappe 100 MByte zusätzlicher Speicher bereit.

Abbildung 1: Das Desire C zeigt, dass ein Smartphone-Innenleben nicht langweilig sein muss.
Abbildung 1: Das Desire C zeigt, dass ein Smartphone-Innenleben nicht langweilig sein muss.

Möchten Sie die zahlreichen Funktionen wirklich ausnutzen, die durch das mitgelieferte Android-Betriebssystem 4.0.3 "Ice Cream Sandwich" bereitstehen, dann empfiehlt es sich, gleich auch eine MicroSD-Karte von 16 oder 32 GByte Speicherkapazität zu kaufen. Den Steckplatz dafür finden Sie unter dem Deckel, der sich nur etwas umständlich entfernen lässt. Deshalb ist die MicroSD-Karte weniger für den Datenaustausch zwischen verschiedenen Geräten geeignet, aber unverzichtbar, wenn Sie Musik, Filme, Fotos, Offline-Kartenabschnitte, Video- und Tonaufnahmen speichern wollen. Ebenfalls unter dem Deckel finden Sie den abnehmbaren Akku, darunter den Steckplatz für die SIM-Karte.

Abbildung 2: Android 4.0.3 und HTC Sense 4.0 vom Werk aus an Bord und laufen auf dem 600-MHz-Prozessor sehr flott.
Abbildung 2: Android 4.0.3 und HTC Sense 4.0 vom Werk aus an Bord und laufen auf dem 600-MHz-Prozessor sehr flott.

Abbildung 3: Das Desire C bringt wenig Speicherplatz mit. Um eine MicroSD kommen Sie also nicht herum.
Abbildung 3: Das Desire C bringt wenig Speicherplatz mit. Um eine MicroSD kommen Sie also nicht herum.

Abbildung 4: Über 7 Stunden Akkulaufzeit unter extremer Dauerbelastung. Bei normaler Nutzung kommen Sie auf knapp zwei Tage.
Abbildung 4: Über 7 Stunden Akkulaufzeit unter extremer Dauerbelastung. Bei normaler Nutzung kommen Sie auf knapp zwei Tage.

Schnappschüsse

Die 5-Megapixel-Kamera auf der Geräte-Rückseite verfügt über keinen Autofokus und kein Blitzlicht, ist aber ohne weiteres für relativ gute Schnappschüsse von maximal 2592 x 1728 Pixeln geeignet. Die Voreinstellungen für Bildauflösung und Bildanpassung (Belichtung, Kontrast, Sättigung, Weißabgleich) ändern Sie im Menü. Unmittelbar vor der Aufnahme können Sie dem Bild auch verschiedene Effekte (Graustufen, Sepia, Negativ usw.) zuweisen und die Vorschau dafür gleich am Bildschirm sehen. Außer zahlreichen Zusatzfunktionen, wie Gesichtserkennung, automatische Lächelaufnahme, Breitbild, Geo-Tag, automatische Verbesserung, steht Ihnen auch das automatische Hochladen der Aufnahmen zur Verfügung, wobei Sie lediglich Ihr Facebook- oder Flickr-Konto und die gewünschte Häufigkeit für das Hochladen (sofort, täglich, bei WLAN-Verbindung) angeben sollen. Das Gerät verfügt über keine Frontkamera, es ist also nicht für Videotelefonie geeignet. Die Qualität der Videoaufnahmen ist eher mittelmäßig, auch bei den Fotos kommt das Desire C nicht an die Qualität der Kamera der One-Serie heran.

Anwendungen für Unterwegs

HTC bringt einige sehr nützliche vorinstallierte Anwendungen mit, darunter einen sehr guten Mediaplayer, der die meist verbreiteten Formate abspielt, ein intuitiv bedienbares Foto- und Videoalbum, den direkten Zugang zum Online-Musikdienst 7digital und zum Online-Speicherdienst Dropbox. Natürlich findet sich auch die gesamte Google-Palette samt GMail, Maps und Navigation (mit der Möglichkeit zur Speicherung von Offline-Kartenabschnitten), einen Sprachrekorder, und TuneIn Radio, womit Sie bei bestehendem Netzwerk Radios aus aller Welt frei zuhören können. Dank des eingebauten FM-Empfängers hören Sie lokale Sender auch offline, als Antenne dient in diesem Fall der im Lieferumfang enthaltene Ohrstöpsel. Ist ein Kopfhörer am Gerät angeschlossen, sorgt Beats Audio für das optimale Klangerlebnis – das ist wirklich gut.

Abbildung 5: Die gute App-Auswahl deckt sich mit den restlichen Smartphones von HTC.
Abbildung 5: Die gute App-Auswahl deckt sich mit den restlichen Smartphones von HTC.

Abbildung 6: Auch Beats Audio ist beim Desire C mit dabei.
Abbildung 6: Auch Beats Audio ist beim Desire C mit dabei.

Erwähnenswert unter den Apps ist noch der vorinstallierte Task-Manager, mit dessen Hilfe Sie die laufenden Anwendungen sehr einfach zum Stoppen bringen und dadurch weitere Akkuzeit sparen. Was jedoch fehlt, ist ein Dateimanager, den Sie aber über den Play Store einfach nachinstallieren, eine gute Wahl dafür ist zum Beispiel der ES Datei Explorer, und für noch mehr Mediengenuss der MX Player. Vorinstalliert ist auch das Büroprogramm Polaris Office, womit Sie PDF-Dateien und MS-Office-Dokumente einsehen können. Auch die Bearbeitung von Dokumenten wäre dadurch mindestens theoretisch möglich, aber das kleine Display hat selbstverständlich seine Grenzen. Trotzdem ist es erstaunlich, wie genau sich die Bildschirmtastatur bedienen lässt, hier zeigt sich eine der großen Stärken von HTC Sense.

Fazit

HTC Desire C ist bewusst nicht mit der schnellsten und modernsten Hardware bestückt, dafür kostet es auch nicht viel. Suchen Sie ein Einsteigermodell mit einer aktuellen Android-Version, dann führt aktuell kein Weg am Desire C vorbei. HTC Sense ist definitiv besser als sein Ruf, und alle Firmen, die behaupten, Android 4.0 würde nicht auf Geräten mit 512 MByte RAM arbeiten, sollten sich ein Beispiel am Desire C nehmen.

HTC Desire C

Kerndaten
Hersteller HTC
Formfaktor 3,5-Zoll-Smartphone
Auflösung 320 x 480 Pixel
Prozessor 600 MHz Single Core
Android Version 4.0.3
Akku 1230 mAh
Laufzeit (Stand-By/Gespräch) k. A.
Gewicht 98g
Preis (Internet) ab 180 Euro
Technische Daten und Preisvergleich
  http://www.android-user.de/lp/8199
Performance
AnTuTu-Benchmark 2288 Punkte
Vellamo-Benchmark 643 Punkte
Video-Wiedergabe k. A.
Android-User Bewertung 3,4 Punkte
 

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