Start Magazin Im Test: Dual-SIM-Handy Pearl Simvalley SP-60

Im Test: Dual-SIM-Handy Pearl Simvalley SP-60

Zwei SIM-Karten in einem Phone sparen nicht nur beim Reisen den lästigen Wechsel, sondern auch bei Anwendern, die ein Handy privat und eines beruflich nutzen.

Plusminus

+ Dual-SIM-Funktion

+ Günstigster Preis

– Sehr schwache CPU

– Ungenauer Touchscreen

– Kein UMTS

Ein Telefon, das zwei SIM-Karten verwaltet, erleichtert das Leben in vielen Fällen ungemein: Im Ausland etwa nutzen Sie zum Surfen die landeseigene Karte und bleiben mit der anderen trotzdem erreichbar, als Nutzer eines Firmenhandys benötigen Sie nur noch ein Telefon, um auf beiden Anschlüssen erreichbar zu sein.

Der Versandanbieter Pearl Agency offeriert das Dual-SIM-Phone Simvalley SP-60 zum attraktiven Preis von 129 Euro an. Die baugleiche Variante SP-40 ohne GPS-Modul kostet 99 Euro. Wie das Gerät das Verwalten der zwei Karten auf die Reihe bekommt und was es technisch im Vergleich Smartphones der gleichen Preisklasse bietet, zeigt der Test.

Technik

Die technischen Daten des SP-60 entsprechen in etwa denen der Einsteiger-Smartphones LG P 500 Optimus und Sony Ericsson Xperia X8, die Amazon in der Preiskategorie um die 150 Euro anbietet.

Abbildung 1: Pearls Simvalley SP-60 wirkt durchaus schick, hat aber bis auf das Verwalten von zwei SIM-Karten nicht viel zu bieten.
Abbildung 1: Pearls Simvalley SP-60 wirkt durchaus schick, hat aber bis auf das Verwalten von zwei SIM-Karten nicht viel zu bieten.

Allerdings muss das Pearl-Phone mit einer 420-MHz-CPU auskommen, während die genannte Konkurrenz 600 MHz Rechenpower mitbringt. Im Antutu-Benchmark erreicht das SP-60 entsprechend magere 467 Punkte, wogegen der Konkurrent von Sony mit 767 Zählern punktet und der Rivale von LG sogar mit 939. Auch beim Akku kocht das Simvalley-Smartphone mit einem 1100-mAh-Akku eher auf Sparflamme: Sony und LG spendieren ihren Smartphones Energiespeicher mit 1200 respektive 1500 mAh Kapazität.

Ähnlich mager sieht es bei Datentransfers übers mobile Netz aus. Während die beiden Vergleichskandidaten via UMTS/HSDPA eine maximale Transferrate von 7,2 Mbit/s anbieten, begnügt sich das Simvalley SP-60 auf EDGE mit einer theoretisch möglichen maximalen Bandbreite von 473,6 kbit/s. In der Praxis liegt die Transferrate jedoch deutlich niedriger: Ein Test im E-Plus-Netz ergab einen Durchsatz von 179 kbit/s, das entspricht 22 kByte/s.

An Speicher bietet das Pearl-Smartphone 190 MByte verfügbaren Arbeitsspeicher und 271 MByte Speicherplatz für Apps. Möchten Sie das Gerät auch zum Aufbewahren von Multimedia-Dateien nutzen, kommen Sie um den Einsatz einer Micro-SD-Karte (maximal 16 GByte) nicht herum. Diese gehört jedoch nicht zum Lieferumfang. Den Einschub finden Sie an der rechten Gehäuseseite, ein Wechsel im laufenden Betrieb ist möglich.

Das kapazitive Display des SP-60 besitzt eine Diagonale von 3,2 Zoll mit einer Auflösung von 320×480 Pixeln. Die integrierte Kamera erstellt Bilder bis zu 2 Megapixeln, allerdings fehlt ihr sowohl der Autofokus als auch ein LED-Blitz.

Doppelpack

Die Einschübe für die SIM-Karten befinden sich auf der Rückseite unter dem Akku. Der mit A gekennzeichnete rechte Slot repräsentiert die erste Karte, B auf der linken die zweite. Zum Öffnen der Metallabdeckung gilt es, diese zunächst ein Stück zurückzuschieben und danach aufzuklappen (Abbildung 2).

Abbildung 2: Unter dem Akku finden Sie die zwei Einschübe für die SIM-Karten. Der rechte beherbergt Karte 1, der linke Karte 2.
Abbildung 2: Unter dem Akku finden Sie die zwei Einschübe für die SIM-Karten. Der rechte beherbergt Karte 1, der linke Karte 2.

Nach dem Booten erfolgt die Abfrage nach den PINs beider Karten, die das Gerät im Anschluss aktiviert. Entsprechend empfängt das Telefon Gespräche von beiden Karten gleichermaßen. Das Modul für abgehende Gespräche zeigt am unteren Rand zwei Buttons, mit denen Sie festlegen, über welche Karte Sie das Gespräch führen möchten (Abbildung 3).

Abbildung 3: Über welche Karte Sie ausgehende Anrufe führen, wählen Sie mit den Buttons unter dem Ziffernblock.
Abbildung 3: Über welche Karte Sie ausgehende Anrufe führen, wählen Sie mit den Buttons unter dem Ziffernblock.

Die grundlegende Konfiguration der SIMs erreichen Sie in den Einstellungen unter Dual-SIM-Einstellungen. Hier aktivieren oder deaktivieren Sie auf Knopfdruck die Karten und legen die Standard-Karte fest.

Praxistest

Beim Einsatz des SP-60 fällt schnell der unpräzise Touchscreen auf. Manchmal lag der vom Gerät identifizierte Berührungspunkt um einen Zentimeter neben dem tatsächlichen, was dazu führte, dass beispielsweise falsche Menüpunkte aufgerufen wurden. Es fehlt eine Möglichkeit, das Display nachträglich zu kalibrieren. Das Benutzen der Display-Tastatur gerät so zum Glücksspiel.

Um halbwegs flüssig mit dem SP-60 zu arbeiten, empfiehlt es sich, sämtliche Animationen unter Einstellungen | Display zu deaktivieren. Auf Apps, die eine gewisse Grafik-Performance erwarten, sollten sie besser verzichten. Angry Birds stellt das SP-60 nur im Zeitlupentempo dar – Sie können die einzelnen Frames mitzählen. Auch die Kamera ist nicht wirklich brauchbar, egal ob Fotos oder Videos. Außer den selbst aufgenommenen Videos konnten wir in den Tests zudem keine andern Filme abspielen.

Die vorinstallierte Google-Maps-App startet dagegen zügig und zeigt bei WLAN-Verbindung die Karten schnell an. Bei einer EDGE-Verbindung dauert der Kartenaufbau wesentlich länger: Es vergehen zuweilen 30 und mehr Sekunden, bis alle Kacheln einer Karte fertig geladen sind. Ähnliches gilt für den vorinstallierten Webbrowser, der sich selbst beim Laden der schlanken Google-Startseite über 30 Sekunden Zeit lässt. Im WLAN verhält sich der Browser erwartungsgemäß deutlich agiler und stellt schlanke Seiten wie die der Wikipedia in einer ansprechenden Geschwindigkeit dar. Auch die mobile Seite von Facebook und jene des Bilderdiensts Picasaweb erscheinen flüssig.

Ausgezeichnet schlug sich das SP-60 in seiner Paradedisziplin, dem Umgang mit zwei SIM-Karten. Durch die Integration an den relevanten Stellen der Software war es mühelos möglich, die Karten nach den eigenen Wünschen einzurichten und sie zu nutzen. Allerdings verwendet das Telefon nur eine Adressdatenbank für beide Karten. Eine Trennung, beispielsweise zwischen beruflichen und privaten Adressen, klappt nicht.

Fazit

Wer in erster Linie ein günstiges Smartphone sucht und die Dual-Sim-Funktion des Pearl Simvalley SP-60 nur als nettes Feature betrachtet, kauft sich besser ein anderes Smartphone. In der Preisklasse um die 150 Euro tummeln sich zwischenzeitlich einige Markengeräte, die das China-Handy von Pearl in fast jeder Hinsicht locker in den Schatten stellen.

Wer jedoch vor hat, sich das Smartphone genau wegen dieser Funktion zuzulegen, liegt damit goldrichtig. Im Test funktionierte es einwandfrei und ließ eine akkurate Trennung zu, welche Verbindung über welche Karte läuft. Alternativen dazu gibt es für Android zurzeit kaum.

Simvalley SP-60 GPS

Kerndaten
Hersteller Pearl
Formfaktor 3,2-Zoll-Smartphone
Auflösung 320×480 Pixel
Prozessor ARMv5, 420 MHz
Android-Version 2.2
Akku 1100 mAh
Laufzeit 200h (Standby) / 4h (Gespräch)
Gewicht 118g
Preis 130 Euro (SP-60)/100 Euro (SP-40)
Web-Infos
Simvalley SP-60: http://www.pearl.de/a-PX3505-4073.shtml
Simvalley SP-40: http://www.pearl.de/a-PX3500-4073.shtml
Performance
AnTuTu-Benchmark 467 Punkte
Vellamo-Benchmark k.A.
Video-Wiedergabe k.A.
Android-User-Bewertung 2,4 Punkte
 

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