Start Magazin Im Test: doubleTwist Player mit komplett neuem Layout für Tablets

Im Test: doubleTwist Player mit komplett neuem Layout für Tablets

© doubleTwist

Wie viel Geld ist für eine App angemessen? Ein, zwei Euro? Zehn Euro? So viel kostet der doubleTwist Player in der Pro-Version. Ist er diesen Preis wert? Wir schauen uns den Luxusplayer und iTunes-Experten genau an!

Trugen vor ein paar Jahren noch viele Leute stolz ihren iPod oder einen anderen MP3-Spieler durch die Gegend, übernimmt inzwischen das Smartphone die Aufgabe der Hosentaschen-Jukebox. Der "dumme" MP3-Player ist fast komplett aus den Regalen der Geschäfte verschwunden – kein Wunder also, dass es im Play Store von Musikplayer-Apps nur so wimmelt.

Mit bis zu 50 Millionen Installationen gehört der doubleTwist Player [1] zu den großen Nummern im Geschäft. In komplett erneuertem Look sucht die App nun neue Fans, die die Möglichkeit zu schätzen wissen, Musik zwischen dem Windows-PC und dem Handy kabellos abgleichen zu können.

doubleTwist Player

Beim Design haben die doubleTwist-Entwickler der neuen Version besonders Tablet-User und Besitzer von Monster-Smartphones im Auge gehabt. doubleTwist sieht nun auch auf großen Displays gut aus und lässt sich besser bedienen. Dazu hat die App eine vom linken Rand aufziehbare Seitenleiste spendiert bekommen, über die Sie zur Alben-, Interpreten- oder Titelauswahl springen können. Auf Tablets im Querformat ist die Seitenleiste immer sichtbar.

Abbildung 1: Auf einem Tablet ist die Seitenleiste von doubleTwist Player permanent sichtbar.
Abbildung 1: Auf einem Tablet ist die Seitenleiste von doubleTwist Player permanent sichtbar.

Abbildung 2: Per Mehrfachauswahl lassen sich gleich mehrere Songs zur Playlist hinzufügen.
Abbildung 2: Per Mehrfachauswahl lassen sich gleich mehrere Songs zur Playlist hinzufügen.

Abbildung 3: Mit seiner ansprechenden Optik macht doubleTwist auf Tablets eine richtig gute Figur.
Abbildung 3: Mit seiner ansprechenden Optik macht doubleTwist auf Tablets eine richtig gute Figur.

In der Albenansicht zeigt doubleTwist die Cover Ihrer auf dem Handy oder Tablet gespeicherten Alben generell mehrspaltig an. Ein Klick auf eines der Cover führt zur Titelansicht, in der Sie die Songs starten können. Im Player blendet doubleTwist das Cover dann großformatig ein. Auf dem Handy ziehen Sie Funktionen wie Start/Stop von unten auf, auf dem Tablet sind Playlist und Kontrollen permanent in einer zweiten Spalte sichtbar.

Lücken bei den Covern

In unserem Test erwies sich jedoch gerade die Anzeige der Albencover als Kritikpunkt. Obwohl sämtliche MP3s auf dem Handy ordentlich mit Bildern der Alben getaggt wurden und zusätzlich eine Bilddatei mit dem Cover des Songs im Verzeichnis des Albums lag, zeigt der doubleTwist Player bei vielen Platten kein Cover an. Andere Player erweisen sich als deutlich zuverlässiger bei der Anzeige von Artwork.

Abbildung 4: Mit einer PC-Anwendung synchronisieren Sie Ihre Musik zwischen Handy und PC.
Abbildung 4: Mit einer PC-Anwendung synchronisieren Sie Ihre Musik zwischen Handy und PC.

Abbildung 5: Oft zeigt doubleTwist keine Cover an, obwohl die MP3s ordentlich getaggt wurden.
Abbildung 5: Oft zeigt doubleTwist keine Cover an, obwohl die MP3s ordentlich getaggt wurden.

Abbildung 6: Die neue Seitenleiste erleichtert die Navigation innerhalb der Anwendung.
Abbildung 6: Die neue Seitenleiste erleichtert die Navigation innerhalb der Anwendung.

Wer nicht auf Albencover verzichten möchte und diese vielleicht bisher nicht sauber organisiert hat, kann per In-App-Kauf auf die Pro-Version der App umsteigen. In dieser Variante sucht doubleTwist Player passendes Artwork selbstständig im Netz. So müssen Sie sich nicht selber um hübsche Cover bemühen – mit 9,99 Euro ist doubleTwist Pro jedoch nicht ganz billig.

10 Euro für die Pro-Version

Zudem bietet die Pro-Version die Möglichkeit, MP3s über die Desktopversion des Players [2] mit AirSync drahtlos auf das Handy zu schieben, Musik per AirPlay/DLNA auf Apple TV (jedoch nicht zu AirPort Express) oder auf DLNA-fähige Fernseher, A/V-Receiver oder Sonos-Netzwerkboxen zu streamen und Podcasts automatisch auf das Handy zu laden. Mit einem Equalizer lässt sich zudem der Sound des Players individuell anpassen.

Abbildung 7: Per In-App-Kauf steigen Sie auf die Pro-Version der App mit allen Funktionen um.
Abbildung 7: Per In-App-Kauf steigen Sie auf die Pro-Version der App mit allen Funktionen um.

Abbildung 8: Die Pro-Version lädt Albencover aus dem Netz und bietet viele weitere Funktionen.
Abbildung 8: Die Pro-Version lädt Albencover aus dem Netz und bietet viele weitere Funktionen.

Benötigen Sie nur die AirSync-Funktion, so können Sie diese separat für "nur" 4,99 Euro kaufen. Die anderen Pro-Funktionen lassen sich jedoch nur komplett im Paket nachrüsten, selbst wenn für Sie persönlich nur die Podcast-Integration von Interesse ist. Schade, denn 10 Euro werden nur die wenigsten Nutzer für einen Audioplayer mit interessanten Features und hübschem Look ausgeben wollen.

Support für FLAC- und OGG-Dateien

Bei der Unterstützung von Sounddateien zeigt sich doubleTwist nicht sonderlich wählerisch. Im Test haben wir dem Player gewöhnliche MP3s in unterschiedlichen Bitraten vorgesetzt, ihn aber auch mit OGG- und verlustfrei komprimierten FLAC-Dateien gefüttert – fast alle Formate spielte der Player zuverlässig ab. Bei einem mit dem Apple Lossless Audio Codec komprimierten Song gab sich doubleTwist jedoch eine Blöße: Diese Datei lud der Player zwar in seine Datenbank, doch Abspielen wollte die App den Song dann nicht mehr, sie blieb stur bei 0 Sekunden stehen.

Abbildung 9: Per Mehrfachauswahl fügen Sie mehrere Songs eines Albums zur Playlist hinzu.
Abbildung 9: Per Mehrfachauswahl fügen Sie mehrere Songs eines Albums zur Playlist hinzu.

Abbildung 10: Albencover zeigt der doubleTwist Music Player hübsch großformatig an.
Abbildung 10: Albencover zeigt der doubleTwist Music Player hübsch großformatig an.

Abbildung 11: Mit der Pro-Version kann man auch Podcasts automatisch auf das Handy laden.
Abbildung 11: Mit der Pro-Version kann man auch Podcasts automatisch auf das Handy laden.

Auch sonst leistet sich doubleTwist eine Reihe von Schwächen, die einem der teuersten Media-Player im Play Store nicht unterlaufen dürften. So lassen sich einzelne Ordner nicht einfach von der Aufnahme in die Musikdatenbank des Players ausnehmen. Stattdessen wandern sämtliche Sounddateien – auch Ihre als Klingeltöne genutzten MP3s – in die Albenliste oder Interpretenauswahl der App. Selbst wenn Sie eine leere Datei .nomedia in den Ordner legen, sodass zum Beispiel der Android Media Player das Verzeichnis ignoriert, hindert das doubleTwist nicht daran, die Stücke zu indexieren.

Fans von elektronischer oder klassischer Musik werden zudem "Gapless Playback" vermissen, also das Springen von Titel zu Titel ohne Pause. Dieses Feature wünschen sich die doubleTwist-Fans schon seit drei Jahren [3], bisher ignorieren die Entwickler jedoch diesen Wunsch der Community.

Fazit

Der doubleTwist Player ist ein guter Player, keine Frage – erst recht in der gerade überarbeiteten Version. Besonders auf Tablets kann er die gute Optik als seine Stärke voll ausspielen. Allerdings muss sich doubleTwist die Frage gefallen lassen, ob die Pro-Version ihre 10 Euro wert ist. Die angebotenen Pro-Features gibt es bei der Konkurrenz oft umsonst, und andere wichtige Funktionen wie das pausenfreie Abspielen von Songs und das Ausklammern von Verzeichnissen aus der Musikdatenbank fehlen.

Besonders KitKat-User sollten aktuell von der App Abstand nehmen. Aufgrund von einigen Änderungen am System läuft doubleTwist auf Androiden mit der brandaktuellen Android-Version nicht rund (Stand Ende Dezember 2013). Den Kommentaren im Play Store entsprechend, arbeiten die doubleTwist-Entwickler jedoch schon an einem Update, das für verbesserte Kompatibilität sorgen soll.

kostenlos|9,99 Euro (Pro-Version)

deutsch|variiert|variiert

★★★★★


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