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Im Test: Die Runtastic-App

Ausdauer- und Gelegenheitssportler finden auf Google Play eine beeindruckende Anzahl von GPS-Trackern, mit denen sie ihre Aktivitäten nach allen möglichen Gesichtspunkten analysieren können. Eine der derzeit beliebtesten Apps ist Runtastic.

Verglichen mit den Möglichkeiten, die Android heutzutage bietet, war die Trainingsplanung und das Auswerten der eigenen sportlichen Aktivitäten vor dem Smartphone-Zeitalter eine mühsame Angelegenheit. Stoppuhr, Stift und Zettel erfüllen zwar nach wie vor ihren Zweck, deutlich mehr Spaß macht die Analyse jedoch mit Apps wie Runtastic – egal, ob Sie nun auf dem Rad sitzen, sich die Laufschuhe geschnürt haben oder auf Langlaufskiern unterwegs sind.

Los geht’s!

Für Freizeitsportler bietet Runtastic in der kostenlosen Version [1] schon viele grundlegende Funktionen an, die für eine vernünftige Trainingsplanung und -beobachtung ausreichen. Wir empfehlen daher, sich zunächst die Gratis-Variante herunterzuladen, bevor man für die Pro-Version [2] 4,79 Euro ausgibt. Voraussetzung für die Aufzeichnung ist, dass der Handy-interne GPS-Empfänger aktiviert ist – denn ohne GPS ist die App schlicht nicht zu gebrauchen. Erscheint das GPS-Symbol in der geöffneten App am rechten oberen Bildschirmrand in gelb oder grün, dann kann es los gehen. Ein 5-sekündiger Countdown, der sich auch auf 15- oder 30 Sekunden ausweiten lässt, läuft ab, und schon fällt der Startschuss: Die App beginnt mit der Aufzeichnung.

Abbildung 1: Sind Sie startbereit? Der Countdown läuft!
Abbildung 1: Sind Sie startbereit? Der Countdown läuft!

Abbildung 2: Wie wollen Sie trainieren? Teilen Sie es der App mit.
Abbildung 2: Wie wollen Sie trainieren? Teilen Sie es der App mit.

Wo fange ich an?

Laien könnten sich vom Angebot auf der Runtastic-App schnell überfordert fühlen – doch nicht verzagen, denn hat man die Anwendung einmal den eigenen Vorlieben angepasst, kann nichts mehr schief gehen. Schon die Grundeinstellung der Anwendung reicht völlig aus, um erste Erfahrungen mit dem Tracker zu sammeln. Will man etwas mehr Individualität, lassen sich die auf dem Startbildschirm dargestellten Angaben leicht verändern. Dazu genügt ein Klick auf den Einstellungs-Button in der Mitte des Bildschirms, und schon kann man zwischen Geschwindigkeit, Durchschnittsgeschwindigkeit, aktuellem Pace, Durchschnittspace, verbrannten Kalorien, Aufwärts- und Abwärtshöhenmetern, aktueller Seehöhe und Uhrzeit auswählen. Dauer und Distanz des Training zeigt die App stetsim oberen Bereich des Displays an.

Zwei Versionen

Wie erwähnt gibt es die Runtastic-App in zwei Versionen: Liefert die Gratisversion noch ausreichend Datenmaterial für die Auswertung des kleinen Laufs zwischendurch, werden ambitioniertere Sportler, die ein konkretes Trainingsziel vor Augen oder einen Wettbewerb eingeplant haben, schnell die Pro-Version downloaden wollen. Diese knapp 5 Euro teure Luxusausgabe der App bietet ambitionierteren Sportlern viele interessante Zusatz-Features. Da wäre zunächst der Sprachcoach zu nennen, der einem auf Deutsch in einstellbaren Abständen während des Trainings die aktuellen Trainingsdaten, wie zum Beispiel die Durchschnittsgeschwindigkeit, mitteilt. In den Einstellungen kann man exakt festlegen, welche Informationen man übermittelt bekommen will, auch die Lautstärke lässt sich hier im Vorhinein festlegen, damit man ob des ungewohnten Kommentators nicht erschrickt.

Trainiert man nach Plan und will nicht ständig das Handy aus der Tasche ziehen, um sich zu informieren, ist der Coach ein Muss. Sinnvoll ist zudem die ebenfalls nur in der Pro-Version eingebaute Wetterleiste am unteren Bildschirmrand. Neben einem kleinen Wetter-Icon informiert sie über Sonnenauf- und Untergang und zeigt die aktuelle Temperatur an.

Als zusätzliches Feature stellten die Entwickler vor kurzem Runtastic Earth View vor – mit dieser Funktion lassen sich im Nachhinein direkt aus der App heraus die zurückgelegten Strecken via Google Earth betrachten, so lange man die entsprechende App installiert hat [3]. Um Runtastic Earth View flüssig ablaufen zu lassen, sollten Sie jedoch über einen ausreichend großen Arbeitsspeicher verfügen, denn sonst gerät das Nachfliegen der eigenen Route auf dem Smartphone zu einem Ruckelspiel. Neben weiteren Zusatzfunktionen in der Pro-Version möchten wir noch die Möglichkeit hervorheben, die App mit einem Herzfrequenzmesser zu koppeln. Runtastic hat selbst ein funktionales Modell mit Dongle im Programm [4], welches sich in unserem Kurztest bewährt hat. Zum Redaktionsschluss war es allerdings noch nicht im Runtastic-Webshop zu erwerben. Die Runtastic Pro-App kommuniziert jedoch auch mit vielen anderen Pulsgurten, die mit 5,3 kHz funken, auch unterstützt sie Modelle von Polar und anderen Marken, die via Bluetooth kommunizieren.

Abbildung 3: Mit der Pro-Version der App und dem Puls-Dongle kann man auch die Herzfrequenz messen.
Abbildung 3: Mit der Pro-Version der App und dem Puls-Dongle kann man auch die Herzfrequenz messen.

Abbildung 4: Zwischenzeiten: Welche war die schnellste Runde?
Abbildung 4: Zwischenzeiten: Welche war die schnellste Runde?

Auswertung

Die App wäre kein ernstzunehmender Tracker, wenn man nicht am Ende des Trainings die eigenen Leistungen gemütlich am Desktop analysieren könnte. Hat man den Stop-Button auf der App gedrückt, können sich Läufer über ihre Rundenzeiten freuen und Radfahrer über eine hohe Durchschnittsgeschwindigkeit, am Interessantesten ist jedoch die Kartendarstellung. Mit dieser lässt sich der eigene GPS-Track in der Draufsicht inklusive einer Zwischenzeittabelle betrachten, die man den eigenen Informationswünschen entsprechend anpassen kann. Die Pro-Version zeigt zudem die einzelnen Kilometer mit allen relevanten Daten in Listenform an. So stellen Sie schnell fest, an welcher Stelle der Hungerast seinen Anfang nahm oder wo man beim nächsten Ausritt oder -Lauf noch ein wenig auf die Tube drücken könnte – für Sportler, die ihre Rundenzeiten verbessern wollen, ist das die vielleicht wichtigste Funktion.

Abbildung 5: Auswertung: Wie weit, wie lange, wie schnell?
Abbildung 5: Auswertung: Wie weit, wie lange, wie schnell?

Abbildung 6: Der eigenen Route folgen: Kartenansicht via Google Maps.
Abbildung 6: Der eigenen Route folgen: Kartenansicht via Google Maps.

Abbildung 7: In den Einstellungen kann man den Sprachcoach den eigenen Vorlieben anpassen.
Abbildung 7: In den Einstellungen kann man den Sprachcoach den eigenen Vorlieben anpassen.

Abbildung 8: In der App lassen sich verschiedene Sportarten einstellen, um die Auswertung zu vereinfachen.
Abbildung 8: In der App lassen sich verschiedene Sportarten einstellen, um die Auswertung zu vereinfachen.

Mit anderen treffen

Doch die App ist bei Runtastic nur ein Teil des Ökosystems. Wer mag, kann sich auf der Runtastic-Homepage [5] ein eigenes Profil zusammenstellen und die zurückgelegten Strecken auf übersichtliche Weise archivieren und wieder aufrufen. Zur übersichtlichen Kontrolle des Trainingserfolgs ist das sehr angenehm. In der Community kann man zudem Freundschaften knüpfen, die eigenen Trainingsverläufe mit denen befreundeter Personen vergleichen und auf diese Weise mit der Zeit ein regelrechtes Motivations-Netzwerk aufbauen. Wer mag, wird sogar mit Trainingsplänen [6] des deutschen Lauf-Profis Dieter Baumann und Tipps zur Renn-Vorbereitung versorgt.

Möchte man richtig Gas geben, gibt es zudem ab 19,90 Euro im Monat die Runtastic Gold-Mitgliedschaft [7]. Diese bietet auf der Homepage noch umfangreichere Auswertungsmöglichkeiten. Unter anderem kann man befreundete Sportler während ihres Trainings anfeuern und detailliertere Trainingspläne abrufen. Zudem liefert sie wöchentliche Leistungsberichte zur Trainingskontrolle.

Fazit

Der Runtastic-Kosmos ist für alle Freizeit- aber auch Profisportler eine tolle Möglichkeit, die eigenen sportlichen Tätigkeiten und Fortschritte zu erfassen. Zwar mag der große Umfang der verschiedenen Funktionen auf Neulinge unübersichtlich wirken, Runtastic macht aber nach ein wenig Eingewöhnung sehr viel Spaß. Die App funktioniert dabei in der Regel tadellos, Probleme mit dem GPS-Empfang konnten wir nur ab und zu in Häuserschluchten in der Stadt und neben steileren Felswänden in den Bergen feststellen. Bewegt man sich jedoch ein wenig, wird der GPS-Empfang in der Regel besser. Ein kleines Manko ergibt sich jedoch für Langstrecken-Freunde mit schwachem Smartphone-Akku, die auch mal länger als vier Stunden unterwegs sind: Benutzt man in der Pro-Version der App auch die Herzfrequenz-Messfunktion, so ist die Batterie des Smartphones relativ schnell leer. Man sollte daher alle überflüssigen Stromfresser vor dem Training ausschalten, damit das Handy nicht zwei Kilometer vor dem Ziel den Geist aufgibt. Trotzdem wird Runtastic alle begeistern, die gerne aktiv sind. Die App ist ein idealer Motivator und Trainingspartner für vielerlei sportliche Aktivitäten.

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