Start Magazin Im Test: CMX Clanga 097-2016 mit Giant-Pixel-Display

Im Test: CMX Clanga 097-2016 mit Giant-Pixel-Display

© cmx.at

Android-Tablets mit iPad-4-Display sind stark im Trend. Wir haben uns das Clanga 097 der österreichischen Hardwareschmiede CMX genauer angeschaut.

Plusminus

+ Display

+ Mini-HDMI-Ausgang

– Kein Bluetooth

– Viele Ruckler

Die gute Meldung vorweg: Das Clanga 097 von cmx ist kein schlechtes Tablet und durch den Kauf bei einem deutschen, österreichischen oder schweizer Händler ersparen Sie sich manches Problem, das bei einem Direktimport aus China doch entstehen kann. Damit sind wir aber auch bereits bei der schlechten Meldung: es handelt sich beim Tablet nur um ein frisch gestrichenes Noname-Tablet, das in diversen Online-Shops unter dem Namen Onda V972 auch günstiger zu haben ist und zudem mit kleinen Performance-Problemen zu kämpfen hat.

In der Packung

Cmx liefert das Clanga 097 in einer schlichten Karton-Box mit einem praktischen kleinen Netzteil und einem USB-OTG-Kabel. Dieses dient auch dazu, um darüber ein externes 3G-Modem anzuschließen, falls Sie das Tablet unterwegs mit Internetverbindung nutzen möchten. Das Tablet selbst ist recht schön verarbeitet, angenehm leicht und sieht mit der Rückseite aus gebürstetem Alu auch schick aus. Halten Sie es im Querformat, dann finden Sie auf der rechten Seite den externen Lautsprecher (dazu weiter unten mehr), den MicroUSB-Anschluss für die Datenübertragung und zum aufladen, einen MicroSD-Kartenslot, Mini-HDMI-Ausgang und den 3,5mm-Klinkenanschluss für Kopfhörer. Auf der linken Seite gibt es lediglich zwei Buttons: Den Einschaltknopf und einen Home-Button. Es fehlt dem Tablet also eine Lautstärkewippe. Diese Funktion haben die Entwickler in die Firmware eingebaut. Den Home-Button benötigen Sie deshalb, weil viele Apps im Vollbildmodus die für Android 4 typische Menüleiste mit Home, Zurück und Multitasking-Menü nicht mehr anzeigen. Den einzigen Weg zurück bietet dann der Home-Button an. Diese Anordnung ist etwas gewöhnungsbedürftig.

Bei der verbauten CPU handelt es sich um einen aus vier Cortex-A7-Kernen bestehenden Prozessor von Allwinner (A31) mit einer maximalen Taktrate von 1,2. Das 9,7 Zoll große Display löst mit 2048×1536 Pixeln auf. Es ist ohne Zweifel das Highlight des Tablets. 16 GByte fest verbauter Speicher sorgen für genügend Platz, von den 2 GByte RAM und von Android 4.1 mit Project Butter ist leider im Betrieb nichts zu spüren. Das Tablet reagiert auf Eingaben träge und ruckelt auch mal beim Wischen durch die Apps.

Die Software

Positiv hervorheben müssen wir das Software-Angebot des Clanga 097. Sie erhalten neben den Standard-Apps von Google bzw. Android zahlreiche weitere Apps vorinstalliert. Dazu gehören neben einem Videoplayer, einem Dateimanager und einem E-Book-Reader auch Facebook, Twitter, der Adobe Reader und der Flash-Player sowie die zwei Spiele Angry Birds Rio und Fruit Ninja.

Auch Google Play ist an Board, Sie erhalten also theoretisch jede Android-App. In der Praxis kommen jedoch viele Apps (darunter auch zahlreiche Spiele) nicht mit der hohen Auflösung des Tablets zurecht. Als Workaround empfielt es sich hier, die entsprechende App auf ein anderes Tablet oder ein Smartphone herunterzuladen, die APK-Datei auf das Clanga-Tablet zu kopieren und dann an Google Play vorbei zu installieren. Die Installation aus Quellen unbekannter Herkunft ist dazu bereits markiert. Eine wirklich gute Lösung stellt das aber nicht dar, zumal die Installation unbekannter APK-Dateien stets auch ein Sicherheitsrisiko mit sich bringt.

Abbildung 1: Die App-Auswahl des Clanga-Tablets ist von Haus aus recht gut.
Abbildung 1: Die App-Auswahl des Clanga-Tablets ist von Haus aus recht gut.

Abbildung 2: Im Stand-by-Modus verbraucht das Tablet praktisch keinen Strom.
Abbildung 2: Im Stand-by-Modus verbraucht das Tablet praktisch keinen Strom.

Während sich das Android-System wie erwähnt recht träge verhält laufen Spiele hingegen absolut flüssig. Das liegt an der Grafikeinheit SGX544MP von PowerVR. Sie sorgt auch dafür, dass die Benchmark-Ergebnisse mit rund 10600 Punkten beim AnTuTu-Test und mit 1017-Zählern beim HTML5-Benchmark von Vellamo nicht allzu schlecht ausfallen.

Auch mit Multimedia-Dateien kommt das Clanga 079 recht gut klar, bei den FullHD-Videos fehlt dem Tablet aber die GPU-Unterstützung und es kommt zu massiven Ruckler und einem enormen Akku-Verbrauch (der 8000 mAh-Akku hält sonst rund vier bis sechs Stunden im Dauerbetrieb durch). Zudem ist auch der Lautsprecher unten rechts nicht der beste und sorgt für einen recht monotonen Klang. Da man das Tablet beim Videoschauen in der Regel im Querformat hält, bedeckt man dabei die Mini-Boxen, sodass vom Klang nicht mehr viel übrig bleibt. Für den Filmgenuss können wir das Tablet deshalb nicht empfehlen. Die Tonqualität über die Kopfhörer-Buchse stimmt hingegen.

Abbildung 3: Das System ruckelt zwar, aber die meisten Spiele laufen sehr flüssig.
Abbildung 3: Das System ruckelt zwar, aber die meisten Spiele laufen sehr flüssig.

Abbildung 4: Der vorinstallierte Videoplayer spielt Video bis 720p ruckelfrei ab.
Abbildung 4: Der vorinstallierte Videoplayer spielt Video bis 720p ruckelfrei ab.

Designed in Vienna?

Mit dem Aufdruck "Designed in Vienna – Made in China" auf der Box des CMX Clanga 097 wissen wohl nicht nur Apple-Fans etwas anzufangen. Doch während Apple in der Regel seine Produkte tatsächlich selbst enwirft, handelt es sich beim Clanga 097 nur um ein gewöhnliches China-Tablet, das es für diverse OEMs fertig ab Stange gibt. Sie finden das Tablet mit einer leicht veränderten Software auch unter der Bezeichnung Onda V972. CMX hat also zur Hard- und Software nicht wirklich etwas beigetragen, mal abgesehen davon, dass beim Booten des Tablets ein CMX-Logo erscheint. Das ist insofern bedauerlich, weil es an der Firmware doch noch recht viel auszusetzen gibt und inzwischen bereits Custom-ROMs auf dem Markt sind, die die Allwinner-Quad-Core-Plattform doch deutlich besser ausnutzen. Für einen schnellen Einstieg suchen Sie am besten nach den Begriffen "Kasty ROM Onda V972".

Fazit

Mit dem Clanga 097 bringt cmx zwar ein hochauflösendes Android-Tablet zu einem guten Preis auf den Markt, die Software ist jedoch alles andere als ausgereift. Wer sich mit Rooten und Custom-ROMs auskennt, findet im Internet recht gute alternative Firmware-Versionen, mit denen sich das System auch tatsächlich wie Android 4.1 anfühlt. Da zudem auch Archos eigene Tablets auf der Allwinner-A31-Plattform anbietet, dürfte es sich nur um eine Frage der Zeit handeln, bis wirklich gute Custom-ROMs verfügbar sind. In der aktuellen Form können wir das Tablet aber höchstens zum Spielen und für das Lesen von PDF-Dateien empfehlen.

CMX Clanga 079-2016

Kerndaten
Hersteller CMX/Onda
Formfaktor 9,7-Zoll-Tablet
Auflösung 2048 x 1536 Pixel
Prozessor Allwinner A31, Quad-Core, 1,2 GHz
Android-Version 4.1.1
Akku 8000 mAh
Laufzeit (gemischt) 10 h
Gewicht 650g
Preis (Internet) 250 Euro
Technische Details und Preisvergleich
http://www.android-user.de/lp/15670
Performance
AnTuTu-Benchmark 10821 Punkte
Vellamo (HTML5/Metal) 1017/214 Punkte
Android-User-Bewertung 2,9 Punkte
 

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