Start Magazin Im Test: CAT-Phones B10 und B25

Im Test: CAT-Phones B10 und B25

Caterpillar ist einer der bekanntesten Hersteller von Baumaschinen weltweit ? und steigt nun mit zwei massiven Telefon-Geräten auch in den Smartphone-Markt ein. Wir haben den beiden CAT-Phones genauer unter die Haube gesehen.

Plusminus

+ Unverwüstliches Gehäuse

+ IP67-Zertifizierung

– Gewicht

– Formfaktor

– Betriebssystem

Einige Anwender benötigen für ihren Arbeitsplatz oder bei Freizeit-Aktivitäten viel dringender ein Mobiltelefon mit robustem Äußeren als eine hochauflösende Kamera, Touchscreen-Display oder die Verknüpfung mit dem eigenen E-Mail-Postfach. So äußert sich Frank Reimann, seines Zeichens COO von 20:20mobile, dem CAT-Vermarkter in Deutschland, zu den beiden CAT-Phones. Hält unser Test, was Reimann verspricht?

Dickbrüstige Boliden

Das robuste Äußere ist es letztendlich, was die CAT-Phones von der Konkurrenz abhebt. So sind beide Geräte nach IP67 zertifiziert – das bedeutet maximaler Staubschutz und Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen. Durch eine massive Gummierung sind beide Geräte auch gegen Stöße geschützt. Im folgenden werden wir uns hauptsächlich mit dem CAT B10 beschäftigen – denn nur hier haben wir es mit einem waschechten Androiden mit 2.3.5 Gingerbread als Betriebssystem zu tun. Das B25 ist ein klassisches Feature- oder Tastenhandy (siehe Kasten).

Abbildung 1: Google- und CAT-Apps: Das B10 bietet solide Hausmannskost.
Abbildung 1: Google- und CAT-Apps: Das B10 bietet solide Hausmannskost.

Abbildung 2: Kartenspiel: In das B10 und das B25 kann man zwei SIM-Karten einsetzen.
Abbildung 2: Kartenspiel: In das B10 und das B25 kann man zwei SIM-Karten einsetzen.

Für den ruppigen Berufsalltag

Mit knapp über 200 Gramm ist das Dual-SIM-fähige B10 kein Leichtgewicht, schafft jedoch sofort Vertrauen. Mit seinem massiven Gehäuse steht und fällt der Einsatzbereich des rund 350 Euro teuren Geräts, denn was im Inneren verbaut ist, reißt Android-Enthusiasten nicht vom Hocker. Neben Android 2.3.5 Gingerbread tut hier ein Single Core-Prozessor von Qualcomm mit 800 MHz seinen Dienst – damit lassen sich Basis-Anwendungen zwar gut bedienen, auf State-of-the-Art-Funktionen muss man allerdings verzichten. Das mit robustem Asahi-Glas ausgestattete 3,2 Zoll große TFT-Display sollte für den Einsatz im Alltag ausreichen, bei 480×320 Pixeln darf man aber kein Multimedia-Wunder erwarten. Wer die am Gehäuse angebrachten Knöpfe und Schalter bedienen will, sollte darüber hinaus über gut trainierte Finger verfügen, denn die wassergeschützte Lautsprecherwippe und der Einschaltknopf sind nur zäh zu bedienen. Der USB- und der 3,5mm Klinkenanschluss sind mit massiven Gummi-Abdeckklappen versehen, die das Eindringen von Wasser verhindern.

Hervorzuheben sind die Display-Tasten des Geräts. Das B10 verfügt sowohl über die klassischen kapazitiven Android-Tasten Menü, Suche und Zurück, dazu kommen jedoch noch drei physische Tasten: Ein gelber Home-Button in der Mitte, eine grüne Telefon-Taste links sowie ein roter Auflege-Button rechts. Den Versuch, das Display mit nassen Fingern zu bedienen – was im Alltag auf dem Bau oder in der freien Natur durchaus vorkommen kann – mussten wir jedoch schnell aufgeben. Im Gegensatz zu Sonys Xperia active ist das beim B10 vergebliche Liebesmüh. Auch die Standby-Zeit von rund 120 Stunden im Dual-SIM Einsatz versetzt das B10 nicht in die Krone der Smartphone-Schöpfung, für den Berufsalltag sollte es jedoch reichen.

Vernünftiges Zubehör

Der Lieferumfang des CAT B10 umfasst eine 2 GByte große SD-Karte, die durch bis zu 32GByte große Modelle ausgetauscht werden kann. Für Musikfans werden Ohrhörer beigelegt, die über einen ausgewogenen Klang und eine Pause-Taste verfügen, aber verglichen mit Motorola- oder Samsung-Modellen keinen sehr wertigen Eindruck machen. Als Outdoor-Dreingabe gibt es einen kleinen Karabiner mit micro-Kompass und einem Schraubenschlüssel, mit dem sich die Rückklappe des B10 öffnen lässt. Um dem robustem Image noch das i-Tüpfelchen aufzusetzen, legt CAT sogar einen kleinen Beutel mit Ersatzteilen bei – gut gemacht!

CAT-Apps

CAT verpasst dem B10 eine ausgewogene, wenn auch unspektakuläre App-Diät. So hat man dank Zertifizierung Zugriff auf den gesamten Google-Fuhrpark wie Google Play, YouTube, die Google-Suche, Google Maps und Mail, dazu kommt eine Kalender-App und ein UKW-Radio mit automatischer Sendersuche. Hervorzuheben sind einige Widgets, die direkt auf CAT-Homepages verlinken. Zunächst wäre da die Mutter-Homepage CatCom zu nennen, zudem kann man auf CatUsed, CatRental und PartStore nach Maschinen und Maschinenteilen suchen. Hat man ein Problem mit seinem B10, so lohnt ein Klick auf CatPhones – hier bekommt man nach Eigenauskunft zeitnah Unterstützung bei Problemen. Die Kamera des B10 bietet währenddessen solide Schnappschuss-Qualität, auch die dazugehörige App hat uns in der Bedienung ganz gut gefallen. Für eine lange Bilder-Pirsch reicht die 5 Megapixel-Linse hingegen nicht ganz aus.

Abbildung 3: Das Keyboard auf dem B10 ist wie die Kamera-App funktional, wenn auch kein Überflieger.
Abbildung 3: Das Keyboard auf dem B10 ist wie die Kamera-App funktional, wenn auch kein Überflieger.

Abbildung 4: Good Morning CAT! Das UKW-Radio auf dem B10 sucht sich die Stationen selbst.
Abbildung 4: Good Morning CAT! Das UKW-Radio auf dem B10 sucht sich die Stationen selbst.

CAT B25

Das CAT B25 ist ein klassisches Handy, in der Fachsprache auch Feature Phone genannt – und damit kein Smartphone. Trotzdem wollen wir es hier erwähnen, denn optisch lehnt es sich stark an den großen Bruder an und stellt die Abrundung des CAT-Sortiments nach unten dar. Das Gerät hat keinen Touchscreen, ist aber ähnlich robust ausgeführt wie das B10, auch über eine IP67-Zertifizierung können sich potentielle Käufer freuen.

Wie man am massiven Gehäuse merkt, ist auch das kleine CAT hart im Nehmen, zudem verfügt das über die GSM-Bänder 850, 900, 1800 und 1900 funkende Gerät über eine Taschenlampe, auch ein UKW-Radio und ein MP3-Player sind mit an Bord. Wie der große Bruder kann auch das B25 mit zwei SIM-Kartenschächten und Bluetooth-Konnektivität aufwarten.

Der 2-Zöller hat einen 1300mAh leistenden Akku, der ihm zu 165 Stunden Standby- und 4,5 Stunden Gesprächszeit verhilft. Ideal ist es also als robustes Zweit- oder Firmen-Telefon, das einen in allen Lebenslagen zur Seite steht und über wenig aufwändige und eventuell störanfällige Bauteile verfügt. Der empfohlene Verkaufspreis des 163 Gramm schweren Mini-Caterpillars liegt bei 149 Euro, bei Amazon ist es bereits für 115 Euro zu haben.

Fazit

Die Zielgruppe der beiden CAT-Phones ist scharf umrissen: Caterpillar-Fans und Grobmotoriker. Im Outdooreinsatz abseits der Baustelle werden die CATs von der Konkurrenz in Form von Sonys Xperia Go oder Motorolas Defy+ um Längen geschlagen – die kleineren Kollegen wissen in Packmaß und Rechenleistung zu überzeugen. Ein gut zwei Zentimeter dickes Gerät mit über 200 Gramm Gewicht schleppt heute kein ambitionierter Sportler mehr mit sich herum, auch die Hoffnung, das B10 würde durch ein Software-Update oder einen schnelleren Prozessor in absehbarer Zeit attraktiver werden, hat sich auf unsere Nachfrage hin zerstreut. Damit geht von unsere Seite ein klarer Kauftipp nur an Bauarbeiter und Caterpillar-Fans, die ein Auge auf das martialische Äußere geworfen haben.

CAT B10 Smartphone

Kerndaten
Hersteller CAT
Formfaktor 3,2-Zoll-Smartphone
Auflösung 480×320 Pixel
Prozessor Qualcomm, 800 MHz, Single-Core
Android-Version 2.3.5
Akku 2000 mAh
Laufzeit (Standby/Gespräch) 120h/8,5h
Gewicht 201g
Preis (Internet) 350 Euro
Technische Details und Preisvergleich
  http://www.android-user.de/lp/9709
Performance
AnTuTu-Benchmark 1655 Punkte
Vellamo-Benchmark 360 Punkte
Android-User-Bewertung 3,1 Punkte
 


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