Start Magazin Im Test: Cat Firefly 7,9 HW1

Im Test: Cat Firefly 7,9 HW1

© Cat Sound

Was kann man von einem Tablet für 150 Euro erwarten? Ganz schön viel, meint Cat Sound und bietet ein 7,9-Zoll-Tablet mit tollem Display. Doch die Tücken liegen wie so oft im Detail, wie unser Testbericht zeigt.

Plusminus

+ Verarbeitung

+ Preis

+ Mehrfenstermodus

– Kopfhörer/Audioausgabe

– Akkulaufzeit

Der Formfaktor ist entscheidend, nicht die Größe. Zumindest wenn man Apple glaubt, dann besitzt das 4:3-Format bei den Tablets große Vorteile gegenüber den klassischen Android-Tablets im 16:9-Format. Das sehen auch einige Android-Hersteller so und bescheren uns Tablets im iPad-(mini)-Format. Zu diesen gehört auch das Cat Firefly von Cat Sound.

Der erste Eindruck

Das Cat Firefly macht bereits beim Auspacken einen sehr positiven Eindruck: In der rund 30 x 30 cm großen und 5 cm hohen Verpackung befinden sich fünf massive Kartonschachteln, die sauber beschriftet und verpackt sind. Apple lässt grüßen. Neben dem Tablet und dem USB-Ladegerät liefert Cat Sound ein separates USB-Kabel, einen USB-OTG-Adapter und ein HDMI-Kabel mit. Die optische Crème bilden die schwarzen In-Ear-Kopfhörer in einer speziellen Metalledition mit SuperBass. Leider hält dieser positive Eindruck bei den Kopfhörern nicht lange an: Der rechte und der linke Kanal sind unterschiedlich laut und über den Kopfhörerausgang ist ein deutliches Rauschen zu hören. Die Headphones sind also mehr etwas fürs Auge als für die Ohren.

Abgesehen davon hält der positive Eindruck auch bei der Verarbeitung und den verfügbaren Anschlüssen an. Der blaue Powerbutton hebt sich angenehm vom üblichen schwarzen Einheitsbrei ab. So muss man nicht wie zum Beispiel beim Nexus 7 lange nach der richtigen Ecke suchen. Mit Micro-HDMI, einem MicroSD-Kartenslot und Full-HD-Support steht dem TV-Abend über das Cat-Tablet praktisch nichts im Weg. Auch ans Aufladen via Micro-USB-Buchse hat Cat Sound gedacht. Ein separates Ladegerät ist nicht nötig (und im Basispreis von 149 Euro auch nicht enthalten). Etwas ungewohnt ist einzig, dass sich der USB-Port auch an der Geräteoberseite befindet. Das Tablet zum Laden in ein Dock zu stecken ist somit nicht möglich, weil Sie dann nicht mehr an den Powerbutton und die Lautstärkewippe herankommen.

Solide Software

Der recht gute Eindruck hält auch beim vorinstallierten Android-4.2-System an. Es reagiert recht flott auf Eingaben und auch wenn sich die grafische Oberfläche ab und zu einen Ruckler erlaubt, bietet die verbaute Mali-400-GPU mehr als genügend Power für sämtliche Aufgaben. Die grafische Oberfläche entspricht weitgehend der Open-Source-Version von Android. Als Zugabe gibt es lediglich die zentralen Google-Apps, einen Dateimanager, einen Videoplayer und einen Soundrecorder. Nicht schlau wurden wir aus der zusätzlich vorinstallierten Such-App, die aussieht wie Google Suche, aber keine Google Suche ist, und aus der WiFiDisplay-App, die lediglich ein Frontend für Miracast-Verbindungen ist.

Eine solide Leistung attestieren dem Firefly auch unsere Standard-Benchmarks AnTuTu und Vellamo. Beim AnTuTu-Test bringt es das Cat-Tablet auf rund 20.000 Zähler, beim HTML-5-Benchmark von Vellamo reicht es für 2116 Punkte. Auch aufwendige 3D-Spiele bringen das Tablet dank 2 GByte RAM nicht ins Schwitzen. Dank 16 GByte internem Speicher müssen Sie zudem nicht gleich nach dem Kauf eine MicroSD-Karte einlegen.

Eine Software-Besonderheit des Cat Firefly ist der Mehrfenstermodus, in dem sich bis zu vier Apps den Screen teilen. Sie schalten den Modus in den Android-Einstellungen ein. Anschließend erscheint ein runder Button als Floating Widget am rechten Rand. Über diesen Button wechseln Sie zwischen dem Zweifenster- und dem Vierfenstermodus. Die für den Multiwindow-Modus geeigneten fünf Apps finden Sie durch Herabziehen der Notification Bar.

Abbildung 1: Der Mehrfenstermodus des Cat Firefly ist wirklich praktisch. Einzig den Rechner haben wir vermisst.
Abbildung 1: Der Mehrfenstermodus des Cat Firefly ist wirklich praktisch. Einzig den Rechner haben wir vermisst.

Schwachstellen

Die zwei verbauten Kameras können Sie praktisch vergessen. Klar eignet sich die Frontkamera für einen Videochat, mehr liegt aber nicht drin. Das gilt auch für die 5-Megapixel-Hauptkamera. Allein schon die Blendenöffnung ist für eine 5-Megapixel-Kamera ein Witz. Wie üblich stecken hinter den zwei Aussparungen für den Lautsprecher keine Stereoboxen, sondern lediglich ein Mono-Lautsprecher. Recht enttäuscht waren wir auch von der Akkulaufzeit des Tablets. Das Firefly trennt in der Grundeinstellung die Verbindung zum WiFi, sobald Sie das Tablet ausmachen. Und selbst mit dieser Einstellung hält es kaum zwei Tage durch. Unter Last reicht die Akkulaufzeit für maximal fünf bis sechs Stunden. Verzichtet hat Cat beim Firefly auf ein GPS-Modul, dafür ist Bluetooth mit an Bord.

Qual der Wahl

Das Firefly gibt es in drei Versionen, die sich im Lieferumfang und beim Servicepaket unterscheiden: Bronze, Silber und Gold. Das Bronze-Tablet kostet 149 Euro und enthält nur das Tablet selbst und ein USB-Kabel. Die Silber- und Gold-Pakete sind in puncto Ausstattung identisch, Sie bekommen aber für 199 Euro (Silber) bzw. 259 Euro (Gold) ein umfassendes Servicepaket mit Gratisaustausch von Zubehörartikeln, bis zu 36 Monaten Support und Rabatten auf das komplette Cat-Sound-Sortiment. Wer auf die durchaus interessanten Servicepakete verzichten kann, holt sich am besten die Bronze-Version für 149 Euro von der Cat-Webseite.

Fazit

Das Cat Firefly ist ein typisches Android-Tablet im iPad-mini-Format. Das Tablet trumpft mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis und dem gelungenen Mehrfenstermodus auf, dafür müssen Sie bei einigen Hardwarekomponenten und beim Akku Abstriche in Kauf nehmen. Das Display ist top, die Soundqualität mangelhaft. Das Firefly bietet sich somit in erster Linie als Arbeitspferd zum Lesen, Browsen und E-Mail-Schreiben an, Multimedia-Fans empfehlen wir hingegen ein Tablet im 16:9-Format und mit besserem Audio-Chipsatz.

Cat Firefly 7,9

Kerndaten
Hersteller Cat Sound
Formfaktor 7,9-Zoll-Tablet
Auflösung 1024 x 786 Pixel
Prozessor 1,5 GHz, Quad-Core, Rockchip A9
Speicher 16 GByte, MicroSD-Slot vorhanden
Kamera (Front/Haupt) 1,9 MP / 5 MP
Android-Version Android 4.2.2
Akku 4000 mAh
Laufzeit (Standby/Gespräch) k. A.
Gewicht 310 Gramm
Preis (Internet) ab 149 Euro
Technische Details
http://android-user.de/lp/33707
Performance
AnTuTu-Benchmark 20027 Punkte
Vellamo (HTML5/Metal) 2116/531 Punkte
Android-User-Bewertung 3,4 Punkte
 

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