14. September 2021
StartMagazinIm Test: Asus Transformer Pad Infinity TF700T

Im Test: Asus Transformer Pad Infinity TF700T

Asus hat seinem Erfolgsmodell Transformer Prime sehr schnell ein Update spendiert. Das Infinity sieht praktisch identisch aus, hat aber ein Full-HD-Display und eine deutlich schnellere CPU.

Plusminus

+ Sehr helles Display

+ Keyboard-Dock für Vieltipper

+ Nur wenig angepasstes Android

– Spiegelndes Bildschirm

– Kurze Akkulaufzeit

– Nur ein Lautsprecher

Mit dem Infinity bringt Asus eines der ersten Android-Tablets mit Full-HD-Auflösung auf den Markt, nur das Acer Iconia Tab A700 spielt noch in der selben Liga. Mit 1920 x 1200 Pixeln ergibt sich bei einer Diagonalen von 10,1 Zoll (25,7 cm) eine Pixeldichte von stolzen 224 ppi. Nur zum Vergleich: Das Vorgängermodell Transformer Prime kommt mit einer Auflösung von 1280 x 800 gerade einmal auf 149 ppi.

Nachgelegt

Das Asus Eee Pad Transformer Infinity basiert auf dem im Dezember 2011 vorgestellten Asus Eee Pad Transformer Prime (Testbericht in Android User 04/2012). In großen Teilen ist das Gehäuse und auch die Hardware identisch. Beide Tablets nutzen Nvidias Tegra-3-Plattform, im neuen Infinity ist die CPU allerdings mit 1,6 GHz leicht höher getaktet als im älteren Prime.

Zudem stecken im Infinity 64 GByte Flash-Speicher und die Front-Kamera löst mit 2 MPixel etwas höher auf (Rückseitig ist eine 8 MPixel-Kamera verbaut). Im Vellamo-HTML5-Benchmark erzielt das Infinity jedoch aufgrund seiner hohen Auflösung niedrigere Werte als das Prime mit seiner langsameren CPU. Im Metal-Benchmark – der sich auf die reine Hardwareleistung konzentriert – liegt das Infinity jedoch wie zu erwarten deutlich vorn.

Abbildung 1: Der hochauflösende Touchscreen zehrt an der Leistung der GPU.
Abbildung 1: Der hochauflösende Touchscreen zehrt an der Leistung der GPU.

Wichtig zu sagen ist auch, dass Asus die Antennenleistung des Infinity überarbeitet hat. Zahlreiche User hatten beim Prime darüber geklagt dass die WLAN- und GPS-Leistung des Tablets unterdurchschnittlich ist. Asus hatte die Probleme damals anerkannt und GPS von der Liste der Features entfernt. Grund für die Empfangsprobleme ist wohl die zu große Dämpfung der Signale durch das massive Gehäuse aus Aluminium. Um Käufern dennoch den Empfang von GPS-Signalen zu ermöglichen versandte Asus bis Ende August kostenlos ein externes GPS-Dongle, das die Empfangleistung verbesserte. Beim Infinity sind diese Problem trotz des weiterhin sehr massiven Gehäuses gelöst, den rückseitige Deckel ziert nun am oberen Rand eine Blende aus Kunststoff.

Abbildung 2: Sichern Sie ihre Apps und deren Daten mit dem vorinstallierten Backup-Tool.
Abbildung 2: Sichern Sie ihre Apps und deren Daten mit dem vorinstallierten Backup-Tool.

Abbildung 3: Apps mit sensiblen Daten sichern Sie mit dem App Locker vor unbefugten Zugriff.
Abbildung 3: Apps mit sensiblen Daten sichern Sie mit dem App Locker vor unbefugten Zugriff.

Abbildung 4: Zeichnungen, Unterlagen oder handschriftliche Notizen organisieren Sie mit Supernote.
Abbildung 4: Zeichnungen, Unterlagen oder handschriftliche Notizen organisieren Sie mit Supernote.

Auch die mitgelieferte Software kann sich sehen lassen. Asus legt hier nicht nutzlose Apps mit auf das Tablet, sondern Anwendungen, die durchaus einen Mehrwert bieten. Mit der Anwendungssicherung legen Sie Backups ihrer installierten Apps inklusive deren Daten an, der App Locker sperrt den unbefugten Zugriff auf gesicherte Apps, mit dem Dateimanager organisieren Sie Ihre Daten. Der virtuelle Notizblock Supernote ist praktisch, allerdings besitzt der Touchscreen des Infinitys keine Handballenerkennung. Handschriftliche Eingaben mit einem geeigneten Griffel werden dadurch erschwert.

Mit Jelly Bean

Das Transformer Pad Infinity TF700T hat Anfang Oktober ein Update auf Android 4.1 alias "Jelly Bean" bekommen. Damit arbeitet das Tablet in zahlreichen Bereichen deutlich flüssiger. Android User empfiehlt, das Update auf Android 4.1 einzuspielen, falls noch nicht geschehen.

Knackscharf

Die wohl größte Änderung gegenüber dem Prime-Modell betrifft das Display des Transformer Infinitys, hier hat Asus mit einem WUXGA-Panel (1920×1200 Pixel) erstmals einen Touchscreen in einem Androiden verbaut, der in die Nähe der Auflösung eines iPad 3 kommt. Es ist äußerst scharf, zeigt knackig leuchtende und intensive Farben, kommt aber dennoch nicht ganz an die Qualität von Apples Tablet heran.

Abbildung 5: Der IPS+ Modus lässt das Display des Infinity besonders hell leuchten.
Abbildung 5: Der IPS+ Modus lässt das Display des Infinity besonders hell leuchten.

Bei direkten Einstrahlung von Sonnenlicht spiegelt es allerdings stark, was sich besonders bei Filmen mit dunklen Passagen bemerkbar macht. In Situationen in denen Sie hellem Licht nicht ausweichen können, bietet das Tablet einen Super IPS+ getauften Modus. Über das Panel aktiviert, dreht er die Hintergrundbeleuchtung auf Kosten der Akkulaufzeit nochmals deutlich hoch, so dass man auch ohne große Probleme im Freien arbeiten kann. Spiegelungen lassen sich allerdings nicht vollständig vermeiden.

Kurzstreckenläufer

Kritik muss sich Asus an der Wahl des Akkus gefallen lassen. Im Transformer Infinity wurde lediglich ein Stromspeicher mit 25Wh verbaut (Apple iPad 3: 42,5 Wh oder Samsung Galaxy Note 10.1: 31,5 Wh) was dazu führt, dass die Laufzeit nicht überzeugen kann. Ist die Hintergrundbeleuchtung vollständig hochgedreht (inklusive Super IPS+), schaltet das Infinity bereits nach etwa 3,5 Stunden Websurfen ab.

Koppeln Sie das Tablet an das optionale Dock mit integriertem Zusatzakku an, dann stehen Ihnen weitere 19.5Wh zur Verfügung, was die Laufzeit auf etwas fünfeinhalb Stunden erhöht. Aufgrund der extremen Helligkeit der Displaybeleuchtung sollte sich im Alltag bei mäßiger Helligkeit allerdings eine deutlich bessere Laufzeit ergeben. Ohne Akku-Dock konnten wir bei mäßiger Helligkeit etwa acht Stunden im Internet surfen.

Angedockt

Wer viel mit dem Tablet arbeiten möchte und auch plant längere Texte zu schreiben, dem bietet das optionale Dock diverse Vorteile. Auf die zusätzliche Akkulaufzeit von etwa vier bis fünf Stunden durch den integrierten Akku sind wir ja bereits eingegangen. Durchaus praktisch sind der im Dock integrierte SD-Kartenleser und der USB-Anschluss. Über ihn schließen Sie zum Beispiel USB-Speichersticks oder externen Festplatten an das Tablet an.

Abbildung 6: Die Inhalte der am Dock angeschlossenen externen Datenträgern erscheinen im Dateimanager.
Abbildung 6: Die Inhalte der am Dock angeschlossenen externen Datenträgern erscheinen im Dateimanager.

Auf der Tastatur des Docks lässt sich zwar deutlich besser tippen als auf einer virtuellen Bildschirmtastatur, doch die Tasten des Keyboards haben nur wenig Hub, sind sehr klein und liegen eng beieinander. Asus kann man keinen Vorwurf machen, die Größe der Tasten ist der kompakten Bauform des Tablets geschuldet. Bevor Sie aber planen eine längere Arbeit auf einem Transformer Prime oder Infinity zu verfassen, sollten Sie sich das Keyboard genauer ansehen.

Besitzer eines älteren Transformer Prime, die ein Upgrade auf das neuere Modell erwägen, können das alte Keyboard-Dock behalten. Das Infinit passt ohne Probleme in das Dock des Primes. Das Infinity ist jedoch inkompatibel zum Dock des Mittelklasse-Tablets Transformer Pad TF300.

Fazit

Das Transformer Infinity ist mit Sicherheit eines der besten Android-Tablets für Android-Arbeiter auf dem Markt. Es markiert allerdings auch die Obergrenze der Preis-Skala. Für ihr Geld bekommen Sie ein leistungsfähiges Tablet mit viel Speicherplatz, ein herausragendes Display zum entspannten Lesen langer und klein gedruckter Texte und optional ein Keyboard-Dock, das zum Tippen längerer Texte einlädt.

Allerdings hat das Infinity durchaus Schwächen. Die kurze Akkulaufzeit konnte uns nicht überzeugen und auch die Stabilität des Docks ist nicht überragend. Jede Erschüttern des Tisches oder auch ein Fingerzeig auf das eingedockte Tablet bringen das Display zum wackeln und nachfedern. Eine stabilere Verbindung zwischen Dock und Tablet wären wünschenswert.

Eee Pad Transformer Infinity TF700T

Kerndaten
Hersteller Asus
Formfaktor 10,1-Zoll-Tablet
Auflösung 1920×1200 Pixel
Prozessor 1,6 GHz, Quad-Core, Nvidia Tegra 3
Android-Version 4.1.1 (seit Oktober 2012)
Akku 25Wh (Intern) / 19,5Wh (Dock)
Laufzeit Video 9,5h / 14h (mit Dock)
Gewicht 598g / 1135g (mit Dock)
Preis (Internet) 589 Euro / 699 Euro (mit Dock)
Technische Details und Preisvergleich
  https://www.android-user.de/lp/10637
Performance
AnTuTu-Benchmark 12664 Punkte
Vellamo (HTML5/Metal) 1157/421 Punkte
Android-User-Bewertung 4,2 Punkte
 

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