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Im Test: Asus Fonepad Note 6

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© Asus

Ein 6-Zoll-Smartphone mit Intel-Prozessor, Smart-Pen und Full-HD-Display für unter 350 Euro: Asus liefert mit dem Fonepad Note 6 ein Gerät zum außergewöhnlich günstigen Preis. Was kann das Low-Budget-Fonepad?

Plusminus

+ Preis

+ Android-Experience

+ Display

– Klangqualität

– Ruckler

– Gehäuseverarbeitung

Ein Internetpreis von 320 Euro ist für einen 6-Zöller mit Stylus, Intel-Atom-Dual-Core-SoC und Full-HD-Display eine klare Ansage. Entsprechend gespannt packten wir das Asus Fonepad Note 6 aus – und waren zunächst ein wenig enttäuscht.

Preiswertes Zeichenbrett

Denn im Vergleich zum Acer Liquid S2 – dem ebenfalls in diesem Heft vorgestellten 6-Zöller in der 600-Euro-Klasse – fasst sich das Fonepad tatsächlich billig an. Zwar fällt es für einen Androiden dieser Größe mit 210 Gramm leicht aus, das Gehäuse wirkt jedoch etwas lieblos verarbeitet. Auf der Metalleinfassung des Displays zeigten sich kleine Bläschen und das Gerät gibt schon bei leichter Verwindung Knarzgeräusche von sich. Kurzum: Einen grundsoliden Eindruck wie das Acer Liquid S2 hinterlässt das Acer Fonepad Note 6 nicht gerade.

Was sein Full-HD-Display angeht, waren wir hingegen positiv überrascht. Die 1080 x 1920 Pixel zaubern eine satte Farbpalette auf den Bildschirm, allein das Hintergrundbild hätte Asus geschickter wählen können – denn es erweckt den Anschein, als verfüge das Gerät über eine unscharfe Darstellung. Mit der vorinstallierten App "Splendid" (oder in den Einstellungen) lässt sich dies jedoch im Handumdrehen ändern, denn damit kann man Kontrastierung und Schärfe nach Lust und Laune anpassen. Herrscht draußen graues Regenwetter, kann auf diese Weise wenigstens auf dem Bildschirm für gute Stimmung und farbliche Abwechslung gesorgt werden!

Boombox

Die zwei prominent an der Ober- und Unterkante des Displays angebrachten Lautsprecher, die durch Asus‘ hauseigenes SonicMaster-Soundsystem beschallt werden, klingen bei basslastigeren Musikstücken leider etwas blechern. Auch die Sprachqualität und -klarheit bei Telefongesprächen lässt ein wenig zu wünschen übrig. Die mitgelieferten In-Ear-Ohrhörer sind zudem nicht sehr hochwertig verarbeitet und hinterlassen auch klanglich einen eher zwiespältigen Eindruck. Rüstet man mit eigenen Ohrhörern auf, kann dieser kleine Mangel jedoch auf recht unkomplizierte Weise behoben werden.

Die verbaute Hauptkamera mit 8 Megapixel Auflösung muss ohne Blitz auskommen und geht im besten Fall als Schnappschussknipse durch. Man merkt eben doch: Asus muss bei der Ausstattung hie und da sparen, um das Preisniveau niedrig halten zu können. Trotzdem sollte man im Hinterkopf behalten, dass sich das Gerät in der 6-Zoll-Klasse mit fast doppelt so teuren Konkurrenzmodellen messen muss. Und das tut es durchaus erfolgreich.

Abbildung 1: Mit der App "Splendid" lassen sich Farben und Darstellungsatmosphäre auf dem Fonepad nach Lust und Laune verändern und anpassen.
Abbildung 1: Mit der App "Splendid" lassen sich Farben und Darstellungsatmosphäre auf dem Fonepad nach Lust und Laune verändern und anpassen.

Zeichenbrett

Das Fonepad hätte nicht den Zusatz "Note" im Namen, wenn nicht auch ein Smart-Pen zum Lieferumfang gehören würde. Entfernt man den Stift aus dem Gehäuse, öffnet sich automatisch die Notiz-App SuperNote. Mit dieser lassen sich Notizen oder Zeichnungen auf verschiedenerlei linierten Hintergründen anlegen, kurze Memos verfassen und sogar ein Tagebuch mit eingefügten Bildern und Fotos führen.

Die weitere App-Auswahl auf dem Fonepad Note 6 weiß ebenfalls zu gefallen. So hat Asus beispielsweise Amazons Kindle-App vorinstalliert, die Zugriff auf den gesamten Online-Content des Internet-Verkaufshauses gewährt. Daneben finden sich der App Locker, der beliebige Apps vor dem Zugriff Dritter schützen kann, und der Audio Wizard, mit dem sich einzelne Soundparameter für Musik, Filme, Spiele oder eigene Audioaufnahmen mit nur einer Berührung vorkonfigurieren lassen. Manko: Nutzer haben keine Möglichkeit, den Equalizer nach eigenem Gutdünken einzurichten; die App liefert ausschließlich vorkonfigurierte Einstellungen aus der Konserve.

Für Eltern, die den Zugriff ihres Nachwuchses auf das Fonepad Note 6 kontrollieren wollen, hat Asus zudem eine passwortgeschützte Kindersicherungs-App auf dem Gerät installiert. Mit ihrer Hilfe kann man tages- und minutengenaue Sperrzeiten für das Fonepad einrichten. Mit Polaris Office 4.0 hat das Fonepad Note 6 eine leistungstarke Office Suite mit an Bord, die in Zusammenarbeit mit dem großen Bildschirm auch die Bearbeitung aufwändiger Tabellen zum Kinderspiel macht. Die Apps Flipboard und Zinio machen dem Fonepad-Besitzer die verschiedensten Online-Magazine und Blogs schmackhaft – hier ist wirklich für jeden etwas dabei!

Gut hat uns auch die im vierteiligen Launcher integrierte Sortierung in Alles, Heruntergeladen und Häufig gefallen, die bessere Übersicht in das eigene App-Sammelsurium bringt und von Beginn an einen schnelleren Zugriff ermöglicht. Die Android-Experience fällt insgesamt recht positiv aus und dürfte Fans von Vanilla-Android auf Nexus-Geräten gut gefallen. Asus hat Android 4.2.2 "Jelly Bean" mit Bedacht an Intels SoC-Architektur angepasst, die Bedienoberfläche wirkt nicht zu überladen und ist benutzerfreundlich gestaltet.

Abbildung 2: Entnimmt man den Stylus, öffnet sich automatisch die Notiz-App SuperNote.
Abbildung 2: Entnimmt man den Stylus, öffnet sich automatisch die Notiz-App SuperNote.

Mittelmaß

In Sachen Leistungsfähigkeit erreicht das Fonepad Note 6 gehobenes Mittelmaß. Im AnTuTu-Benchmark punktet es mit einem Wert von 20.049, bei Vellamo sieht es mit 1970 (HTML5) respektive 730 Zählern (Metal) ähnlich aus. In der Praxis stören lediglich Ruckler bei aufwändigeren Spielen, ganz so flüssig wie bei der Qualcomm-Konkurrenz läuft es mit Intels Atom Z2580 System-on-a-Chip jedenfalls nicht. Allerdings konnten wir im Rahmen des Tests auch keine Totalverweigerung feststellen, wie sie bei Motorolas RAZR I, dem ersten offiziellen Intel-Androiden, hin und wieder bei einzelnen Apps aufgetreten war.

Allerdings sollte nicht vergessen werden, dass im letzten Jahr das HTC One, Sonys Xperia Z und die beiden Samsung-Boliden Galaxy S4 und Note 3 die Performance-Messlatte ordentlich hoch gelegt haben. Das Fonepad Note 6 ist also alles andere als ein langsames Smartphone, was durch die verbauten 2 Gigabyte RAM eindrucksvoll unterstrichen wird. Asus bietet das Gerät übrigens mit wahlweise 16 oder 32 GByte Flashspeicher an, die mit microSD-Karten um bis zu 64 GByte erweitert werden können.

Abbildung 3: Weggesperrt: Mit dem App Locker lassen sich einzelne Anwendungen vor neugierigen Blicken schützen.
Abbildung 3: Weggesperrt: Mit dem App Locker lassen sich einzelne Anwendungen vor neugierigen Blicken schützen.

Abbildung 4: Auf Nummer sicher: Mit der Kindersicherungs-App kann man den Zugriff auf das Fonepad Note 6 steuern.
Abbildung 4: Auf Nummer sicher: Mit der Kindersicherungs-App kann man den Zugriff auf das Fonepad Note 6 steuern.

Abbildung 5: Mit Polaris Office 4.0 installiert Asus eine komplette Office Suite.
Abbildung 5: Mit Polaris Office 4.0 installiert Asus eine komplette Office Suite.

Fazit:

Das Asus Fonepad Note 6 hat zum Preis von wenig mehr als 300 Euro eine Menge toller Features und Funktionen an Bord: Full-HD-Display, Stylus, tolle Software und ein hübsch angepasstes Android 4.2.2 "Jelly Bean". Sparfüchse sollten sich von den Nachteilen, die hauptsächlich kosmetischer Natur sind, nicht abschrecken lassen, denn Asus liefert mit dem Fonepad Note 6 ein durchaus gelungenes Smartphone ab!

Asus Fonepad Note 6

Kerndaten
Hersteller Asus
Formfaktor 6-Zoll-Smartphone
Auflösung 1920 x 1080 Pixel
Prozessor 2 GHz, Dual-Core, Intel Atom Z2580 (SoC)
Speicher 16/32 GByte
Kamera (Front/Haupt) 1,2 MP / 8 MP
Android-Version Android 4.2.2
Akku 3200 mAh
Laufzeit (Standby/Gespräch) 480 h/ 23 h
Gewicht 210 Gramm
Preis (Internet) 320 Euro
Technische Details
  http://android-user.de/lp/32630
Performance
AnTuTu-Benchmark 20049 Punkte
Vellamo (HTML5/Metal) 1970/730 Punkte
Android-User-Bewertung 4,0 Punkte