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Im Test: Asus Eee Pad Slider SL101

© asus.com

Der Slider von Asus ist Tablet und Netbook in einem. Die Tastatur versteckt sich dabei unter dem Bildschirm und lässt sich bei Bedarf einfach nur hochklappen. So erhalten Sie im Handumdrehen ein Netbook zum arbeiten ? ohne zusätzliche Dockingstation oder Stütze.

Plusminus

+ Scharfes Display

+ integrierte Tastatur

+ vollwertiger USB-Anschluss

+ Performance

+ Preis

– Keine 3G-Version

– Position der Lautsprecher

– Gewicht

Der Asus Eee Pad Slider SL101 ist bereits seit längerer Zeit auf dem deutschen Markt erhältlich und gehört zur großen Eee-Pad-Familie von Asus, deren wohl bekanntestes Mitglied das Transformer-Tablet ist. Die Entwicklung geht rasant voran, es gibt mittlerweile sogar Modelle mit Quad-Core Prozessoren zum gleichen Preis. So stellt sich die Frage, welche Vorteile der Slider zu bieten hat.

Der Slider ist in erster Linie ein ausgezeichnetes Android-Tablet mit kapazitivem Touchscreen, das Sie zusätzlich noch über die integrierte Tastatur bedienen können. Sie brauchen also keine extra Dockingstation zu bestellen, um bequem Texte zu verfassen. Ein weiterer Vorteil der Hardware-Tastatur: Es steht Ihnen die gesamte Bildschirmfläche von 10,1 Zoll zur Verfügung, nicht wie bei einer Software-Tastatur üblich nur die Hälfte. Der Slider SL101 verfügt zudem über einen vollwertigen USB-Anschluss, an dem Sie ohne Zusatzkabel externe Festplatten anschließen und Ihre bereits bestehende Mediensammlungen abspielen können.

Die Hardware

Das 10,1-Zoll-Display des Sliders hat eine Auflösung von 1280 x 800 Pixeln, unterstützt den Multi-Touch-Betrieb mit 10 Fingern und besteht aus kratzfestem Gorilla-Glas. Der interne Speicher (/sdcard) beträgt 32 GByte und lässt sich mit einer MicroSD-Karte (/Removable/MicroSD) um weitere 32 GByte erweitern. Letztere ist im Lieferumfang nicht enthalten, es empfiehlt sich eine gleich mitzubestellen.

Das Tablet verfügt über einen Tegra-2-Prozessor von Nvidia (1 GHz, Dual-Core) und 1 GByte Arbeitsspeicher (RAM). Die 5-Megapixel-Kamera auf der Rückseite sorgt für erstaunlich gute Fotoaufnahmen, die Qualität der Videoaufnahmen ist aber eher schwach. Die 1,2-Megapixel-Frontkamera ist sehr gut geeignet für Videotelefonie (etwa über Skype), oder funktioniert gegebenenfalls als Schminkspiegel. Alle Anschlüsse befinden sich im unteren Tastaturgehäuse: ein Anschluss für das USB-Netzkabel, eine multifunktionale 3,5 mm Buchse für Lautsprecher/Kopfhörer oder Headset (mit Mikrofon), der Kartenleser für MicroSD-Karten und ein Micro-HDMI-Ausgang. Zum Lieferumfang gehört lediglich ein USB-Kabel mit proprietärem Stecker und das Ladegerät.

Abbildung 1: Das Asus Eee Pad Slider eignet sich als vollwertiger Arbeitsplatz mit Anbindung an das heimische oder Office-Netzwerk per WLAN.
Abbildung 1: Das Asus Eee Pad Slider eignet sich als vollwertiger Arbeitsplatz mit Anbindung an das heimische oder Office-Netzwerk per WLAN.

Durch den hybriden Aufbau entschieden sich die Designer von Asus, auch die integrierten Lautsprecher in das Tastaturgehäuse zu verlegen. Die Perforierungen an beiden Seiten der Display-Klappe täuschen jedoch: einen Lautsprecher gibt es nur unter der rechten Perforierung, von Stereo-Qualität keine Spur! Bei zugeklapptem Zustand ist die Sound-Ausgangsleistung zudem zu schwach. Dafür entfaltet sich aber die Sound-Qualität der eingebauten SRS-Sound-Technologie über extern angeschlossene Lautsprecher oder Kopfhörer umso besser, hier gibt es nichts zu bemängeln.

Bedienkomfort und Performance

Das Gehäuse des Slider besteht zum größten Teil aus Kunststoff, an den Seiten des Touchscreens und am unteren Teil des Tastaturgehäuses gibt es eine Metallverstärkung, die für ausreichende Stabilität sorgt. Die untere Seite ist gummibeschichtet. So fühlt sich das Tablet in der Hand sehr gut an. Mit rund 960g wiegt es zwar deutlich mehr als die üblichen 10-Zoll-Tablets, dafür funktionieren beim SL101 WLAN- und GPS-Empfänger tadellos. Eine Version mit integriertem UMTS-Modem bietet Asus beim Slider nicht. Der USB-Anschluss eignet sich aber für einen 3G-Stick, sofern das vorinstallierte Android-System die passenden Treiber mitbringt.

Die QWERTZ-Tastatur lässt sich nach etwas Übung bequem bedienen. Die Entfernung zum Bildschirm ist relativ klein, sodass man quasi beim Tippen auch Wischgesten anwenden und den Bildschirm berühren kann. Das Keyboard bietet ein paar tabletspezifische Sondertasten, dafür haben wir eine Delete-Taste vermisst. Es gibt keine Handauflage und dadurch auch kein Touchpad. Uns hat das nicht weiter gestört, da man bei Android eigentlich vollständig auf einen Mauszeiger verzichten kann.

Die von Asus versprochene Akku-Laufzeit von 8 Stunden bei hoher Belastung (WLAN, Spiele und HD-Videowiedergabe) können wir bestätigen: genau nach acht Stunden Laufzeit sank die Akkuladung unter den kritischen Grenzwert von 4 Prozent.

Abbildung 2: Nach acht Stunden aktiver Nutzung war der Akku unseres Testgeräts bis auf wenige Prozent leer.
Abbildung 2: Nach acht Stunden aktiver Nutzung war der Akku unseres Testgeräts bis auf wenige Prozent leer.

Abbildung 3: Mit Android 4.0 kommt der Dual-Core-Prozessor des Slider SL101 fast an die Performance von Tegra-3-Geräten heran.
Abbildung 3: Mit Android 4.0 kommt der Dual-Core-Prozessor des Slider SL101 fast an die Performance von Tegra-3-Geräten heran.

Software

Asus bringt einige sehr nützliche vorinstallierte Anwendungen mit, darunter einen übersichtlichen Dateimanager, eine App für das Anwendungs-Backup, einen AppLocker mit Passwort, einen E-Book-Reader, den Netzwerk-Medienspieler MyNet, die Notizanwendung SuperNote und das Büroprogramm Polaris Office, womit Sie Ihre MS-Office-Dokumente lesen und bearbeiten können.

Über die Asus-Schnelleinstellungen schalten Sie WLAN, GPS, Bluetooth und die Synchronisierung bequem ein und aus. Außerdem erhalten Sie nach einer Registrierung Zugriff auf den Asus-Cloud-Dienst. Hier können Sie über 12 Monate hinweg gratis beliebig viele Daten speichern. Anschließend müssen Sie für den Dienst allerdings bezahlen, wenn Sie ihn weiter benutzen möchten.

Abbildung 4: Die Build-Nummer enthält den Regio-Code (SKU), der mit dem Update auf Android 4.0 offiziell von DE auf WW geändert wird.
Abbildung 4: Die Build-Nummer enthält den Regio-Code (SKU), der mit dem Update auf Android 4.0 offiziell von DE auf WW geändert wird.

Update auf Android 4.0 ICS

Der Asus Eee Pad Slider SL101 wird aktuell (Stand: Ende Mai 2012) noch mit Android 3.2 ausgeliefert, das Update auf Android 4.0.3 erscheint bei Geräten mit dem Regio-Code WW (WeltWeit) aber bereits bei der ersten Nutzung auf dem Bildschirm und lässt sich problemlos über WLAN einspielen.

Den Regio-Code (SKU) entnehmen Sie der Build-Nummer Ihrer Android-Version. Sie finden ihn unter dem Menüpunkt Über das Tablet in den Einstellungen. Wenn sie den Zusatz DE enthält, dann müssen Sie zuerst über eine spezielle Update-Datei für Deutschland den Regio-Code offiziell auf WW ändern, anschließend erfolgen die weiteren Updates automatisch Over the Air (OTA). Steht bei Ihnen nicht DE, sondern WW, dann erhielten Sie bereits das Update. Sollte das nicht der Fall sein und unter Android-Version immer noch der Eintrag 3.2.1 statt 4.0.3 stehen, dann können Sie das Update auch manuell vornehmen.

Wählen Sie dazu auf der Support-Seite von Asus [1] den Abschnitt Download, dann im darauffolgenden Dialog der Reihe nach als Produkt (Eee Family), die Serie (Eee Pad) und das Modell (Eee Pad Transformer TF101) aus, schließlich drücken Sie auf Suchen. Im erscheinenden Dialog geben Sie als Betriebssystem Android an und drücken auf Suche. Unter dem Menüpunkt Firmware finden Sie etwas weiter unten den Eintrag Version V9.2.1.21(DE Special) erreichen. Dabei handelt es sich um eine Firmware-Version, die für die Modelle TF101 und SL101 identisch ist (Abbildung 5).

Abbildung 5: Der Regio-Code (SKU) des Slider wird mit dem Update auf Android 4.0.3 offiziell von DE auf WW geändert.
Abbildung 5: Der Regio-Code (SKU) des Slider wird mit dem Update auf Android 4.0.3 offiziell von DE auf WW geändert.

Laden Sie die Spezial-Datei für DE namens DE_epaduser9_2_1_21UpdateLauncher.zip von der Support-Seite von Asus herunter und entpacken Sie diese Archivdatei (einmal). Auf diesem Weg erhalten Sie eine weitere Zip-Datei mit dem Namen DE_epad-user-9.2.1.21.zip, die Sie nicht weiter entpacken dürfen, sondern auf den Namen EP101_SDUPDATE.zip umbenennen. Speichern Sie diese Datei im Wurzelverzeichnis einer MicroSD-Card ab. Achten Sie darauf, dass Sie dabei nicht den internen Speicher /sdcard/ des Tablets, sondern den entfernbaren /Removable/MicroSD/ verwenden (ohne Unterverzeichnis).

Als nächster Schritt sollten Sie all Ihre persönliche Dateien (Bilder, Videos, Dokumente, Spielstände etc.) auf einem entfernbaren Datenträger (MicroSD-Karte oder USB-Stick, eventuell in Ihrem Cloud-Account) sichern und das Tablet auf die Werkseinstellungen zurücksetzen. Dieser Schritt ist nicht zwingend notwendig, aber die Erfahrung zeigt, dass es so am wenigsten Probleme gibt.

Neustart zum Update

Stecken Sie die MicroSD-Karte mit der Datei EP101_SDUPDATE.zip im Wurzelverzeichnis in den passenden Slot und schalten Sie das Gerät durch langes Drücken am seitlichen Ein-/Ausschaltknopf (links) aus. Ist das Gerät aus, drücken Sie zum Einschalten den Wippschalter Ton-leiser und den Ein-/Ausschaltknopf gleichzeitig und lange. Warten Sie einige Sekunden, bis das Boot-Menü erscheint, dann lassen Sie beide Tasten los und drücken schnell die Ton-Lauter-Taste des Wippschalters. Erscheint der kleine grüne Roboter mit einem rotierenden Kristall vor dem Bauch, dann können Sie sich zurücklehnen, Sie haben es (halb) geschafft und müssen lediglich einen oder zwei Neustarts abwarten.

Danach haben Sie Android 4.0.3 Ice Cream Sandwich auf Ihrem Asus Eee Pad Slider SL101. Wenn Sie aber genauer hinsehen, ist seitdem ein neues Update für den Transformer erschienen (Version V9.2.1.24 WW), und das aus gutem Grund: Die vorherige Version (V9.2.1.21 WW) führte bei vielen Nutzern zu automatischen Neustarts. Bevor Sie also Ihren Androiden wieder mit den gewünschten Apps einrichten, laden Sie die aktuelle Datei WW_epaduser9_2_1_24UpdateLauncher.zip von der gleichen Stelle wie vorher [1] herunter und wiederholen die ganze Update-Prozedur: einmal entpacken, umbenennen auf EP101_SDUPDATE.zip, auf MicroSD speichern, ausschalten, wieder einschalten (mit EIN/AUS und Ton-leiser, dann schnell auf Ton-lauter), abwarten. Zum Schluss können Sie Ihr Google-Konto – nun mehr in einer grunderneuerten und moderneren Umgebung – wieder einrichten und die gewünschten Grundeinstellungen durchführen. Weitere Updates erfolgen dann automatisch über OTA.

Das Update lohnt sich!

Das Update auf Version V9.2.1.21 WW (2012/05/21) führte auf unserem Testgerät laut Benchmarktests von AnTuTu-Benchmark und Vellamo tatsächlich zu einem leichten Rückfall an Performance-Daten. Diese Verminderung der Leistung war aber bei der alltäglichen Verwendung in den vier Tagen für den Benutzer nicht relevant spürbar. Durch das Erscheinen der Version V9.2.1.24 WW (2012/05/25) wurden die Performance-Daten vom Slider SL101 im Vergleich zu Android 3.2.1 um ein Drittel sogar erhöht, und laut Vellamo steht damit der Slider SL101 leicht hinter dem Transformer Prime, was eigentlich eine enorme Leistungsverbesserung durch das Update bedeutet (Abbildung 3).

Fazit

Der Eee Pad Slider von Asus ist zwar nicht das mächtigste Android-Tablet, seine Leistung und Performance sind aber sehr überzeugend. Der hochwertige Touchscreen und die integrierte Tastatur machen sogar den Einsatz als Arbeitsgerät möglich. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt durchaus und die Leistung wird mit dem Update auf Android 4.0 noch weiter erhöht. Als einziger handfester Kritikpunkt bleibt die schwache Leistung des integrierten Lautsprechers.

Asus Eee Pad Slider SL101

Kerndaten
Hersteller Asus
Formfaktor 10,1-Zoll-Tablet
Auflösung 1280 x 800 Pixel
Prozessor 1 GHz, Dual Core, nVidia Tegra 2
Android Version 3.2, Update auf 4.0.3 möglich
Akku 3700 mAh
Laufzeit (bei Belastung) 8h
Gewicht 960g
Preis (Internet) 400 Euro
Technische Daten und Preisvergleich
http://www.android-user.de/lp/7367
Performance
AnTuTu-Benchmark 4931 Punkte (mit ICS: 5217 Punkte)
Vellamo-Benchmark 938 Punkte (mit ICS: 1333 Punkte)
Android-User Bewertung 4,4
 

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