Start Magazin Im Test: Archos 70 mit Android 2.2.1

Im Test: Archos 70 mit Android 2.2.1

© archos.com

Der französische Multimediaspezialist Archos bietet seit rund einem Jahr Android-Tablets an. Die Geräte sind auf Multimedia spezialisiert und recht günstig. Gespart wird am 3G-Modul.

Plusminus

+ Guter Medienplayer

+ HDMI-Ausgang

+ 720p-Wiedergabe

+ Flache Bauweise

– Kein Google Market vorinstalliert

– Langsamer Browser

– Kein 3G-Support

Das 7-Zoll-Gerät von Archos gehört zu den günstigsten Android-Tablets, wenn man von Direktimporten und Noname-Produkten aus China einmal absieht. Für rund 200 Euro bekommen Sie mit dem Archos 70 ein schön flaches Android-Tablet mit 8 GByte internem Speicher und Micro-SD-Slot. Einen GPS-Empfänger oder ein 3G-Modul besitzt das Archos 70 nicht, es ist aber möglich, ein Bluetooth-fähiges Modul oder einen entsprechenden GPS-Empfänger mit dem Tablet zu koppeln.

Neben der Standardvariante mit 8 GByte Flash-Speicher bietet Archos das Tablet auch als Festplattenversion mit 250 GByte Speicher an. Diese Variante wiegt knapp 100g mehr und kostet aktuell (Stand August 2011) rund 250 Euro in diversen Internetshops.

Die Stärken

Als einziges der getesteten 7-Zoll-Tablets spielt das Archos 70 Videos in 720p ab. Allerdings gilt dies nur für Filme auf der lokalen Platte. Bei YouTube-Videos ist der Browser bei 480p überfordert, die vorinstallierte YouTube-App spielt HQ-Videos hingegen ab.

Dank Mini-HDMI-Buchse lassen sich die Inhalte zudem auch auf einem passenden Fernseher wiedergeben. Berücksichtigt man das ansprechende Design, die solide Bauweise mit einem Spritzguss-Gemisch aus Kunststoff und Metall sowie das sehr flache Gehäuse, dann bietet das Archos 70 zum aktuellen Internetpreis von rund 200 Euro für die 8-GByte-Version ein fast unschlagbares Preisleistungsverhältnis.. Ebenfalls positiv: der Micro-SD-Kartenslot ist von Außen frei erreichbar, ein Kartenwechsel ist somit im laufenden Betrieb jederzeit möglich.

Abbildung 1: Der Musikplayer von Archos unterstützt mehr Formate als das Google-Original und sieht auch besser aus.
Abbildung 1: Der Musikplayer von Archos unterstützt mehr Formate als das Google-Original und sieht auch besser aus.

Der von Archos mitgelieferte Audioplayer hebt sich positiv vom Standard-Froyo-Player ab, auch die Steuerung durch die Menü- Rück- und Home-Taste über dem Touchscreen selbst, hat Archos sehr gut gelöst, bevor es überhaupt Android 3.0 gab. Über eine vorinstallierte App lässt sich ein zusätzliches Android-Smartphone zudem als Fernsteuerung für das 7-Zoll-Tablet benutzen, zum Beispiel für den gemeinsamen Dia- oder Video-Abend.

Mit seinen knapp 40 000 Apps gehört der Archos-Market Appslib im Vergleich zu anderen Tablets ohne Google Market zu den besseren Lösungen. Zwar finden sich in Appslib ein paar Bezahlanwendungen, für die man mehr hinblättern muss als im Google Market. Im Gegenzug funktioniert die Installation von Gratisanwendungen komplett ohne Login. Der offizielle Google Market lässt sich zudem nachinstallieren (siehe nächster Abschnitt).

Abbildung 2: Der von Archos genutzte Market Appslib enthält knapp 40000 Anwendungen. Bezahlen kann man per Paypal.
Abbildung 2: Der von Archos genutzte Market Appslib enthält knapp 40000 Anwendungen. Bezahlen kann man per Paypal.

Die Schwachstellen

Als Archos seine Internet Tablets auf den Markt brachte, gab es noch keine auf Tablets spezialisierte Android-Version. Die Tablets haben deshalb den Segen von Google nicht bekommen (bzw. Archos hatte ihn nicht beantragt). So fehlt dem Archos 70 unter anderem Support für den Google Market und sämtliche Google-Apps, wie GMail, Google+ oder Google Maps. Um dennoch an Apps zu kommen, müssen Sie beim Archos-Tablet den hauseigenen Market AppsLib benutzen oder über http://code.google.com/p/archos-apps-installer/ die App gAppsInstaller installieren. Sie verschafft dem Gerät Zugang zum Google Market und den Synchronisationsdiensten von Google. In den Tests hat die Installation der Market-App problemlos funktioniert, auch GMail und die YouTube-App bereiteten danach keinerlei Probleme.

Eine weitere Schwachstelle ist der im Tablet verbaute Akku. Archos macht dazu keine Angaben, aber die Leistung dürfte leicht unter der Konkurrenz (4000 mAh) liegen, da das Archos nach rund sechs bis sieben Stunden Videoplayback an die Steckdose muss. Unbedingt nachbessern sollten die Franzosen das Powermanagement im Standby. Hier benötigt das Archos 70 zu viel Strom, sodass es nach spätestens zwei Tagen unbedingt an die Steckdose muss. In der Grundeinstellung ist die ARM-CPU zudem auf 800 MHz getaktet. Benötigen Sie für einen HD-Film mehr Power, finden Sie unter den Einstellungen in Geräteinfo / Energieverwaltung eine Option Turbogang, die den Prozessor auf 1 GHz hochtaktet. Alternativ gibt es hier auch die Möglichkeit, die CPU auf 300 MHz herunterzutakten, um auf eine möglichst lange Akkuzeit zu kommen.

Abbildung 3: Obwohl Archos in den offiziellen Datenblättern immer von einem 1-GHz-Prozessor schreibt, arbeitet das Tablet im voreingestellten Optimal-Modus nur mit 800 MHz.
Abbildung 3: Obwohl Archos in den offiziellen Datenblättern immer von einem 1-GHz-Prozessor schreibt, arbeitet das Tablet im voreingestellten Optimal-Modus nur mit 800 MHz.

Ein weiteres Manko besteht im Ladegerät des Archos-Tablets. Es verfügt über keinen Micro-USB-Stecker, sondern einen Adapter, der praktisch ebensogut auch in die Buchse für den Kopfhöreranschluss passt. Unterwegs sind Sie somit zwingend auf das Ladegerät angewiesen und können das Tablet nicht einfach schnell mal an die USB-Buchse eines Rechners anschließen.

Bei der Performance zeigen sich durchmischte Ergebnisse. So kommt das Archos-Tablet beim AnTuTu-Benchmark im Turbomodus zwar auf realtiv gute 2649 Punkte, beim Vellamo-Benchmark für das Web-Verhalten schafft das Tablet jedoch nur 327 Punkte. Wir mussten zudem zwei der 12 Tests deaktivieren, damit der Vellamo-Benchmark durchlief.

Fazit

Das Archos 70 ist in erster Linie ein tragbarer Medienplayer. Die Funktion eines Audio- und Videoplayers übernimmt das Tablet sehr gut. Dass auf dem Gerät Android installiert ist, bringt zwar so manche nützliche zusätzliche App, doch echte Freude kommt beim Browsen im Netz nicht auf. Suchen Sie ein Tablet zum Browsen, Mailen und Spielen, dann sind Sie mit dem Galaxy Tab oder dem HTC Flyer besser bedient, müssen dafür allerdings auch etwas tiefer in die Tasche greifen.

Archos 70 Internet Tablet

Kerndaten
Hersteller Archos
Formfaktor 7-Zoll-Tablet
Auflösung 800×480 Pixel
Prozessor ARMv8, 1 GHz
Android-Version 2.2.1
Akku k. A.
Laufzeit (Standby/Video) k.A. / 7 h
Preis (Internet) 200 Euro (8-GB-Version), 250 Euro (250-GB-Version)
Web-Infos
Produktseite http://www.archos.com/products/ta/archos_70it
Technische Daten http://www.archos.com/products/ta/archos_70it/specs.html?country=de&lang=de
Archos Market http://appslib.com/
Performance
AnTuTu-Benchmark 2649 Punkte
Vellamo-Benchmark 327 Punkte
Video-Wiedergabe 720p
Android-User-Bewertung 3,3 Punkte
 

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