Start Magazin Im Test: Ainol novo 7 Venus

Im Test: Ainol novo 7 Venus

© ainol-novo.com

Das Nexus 7 ist für Google und Asus zu einer Erfolgsstory geworden. Inzwischen wollen auch unbekannte Marken wie Ainol von diesem Erfolg etwas abhaben. Finden sich Gründe, die für den Kauf von deutlich günstigeren Konkurrenzprodukten sprechen?

Plusminus

+ Günstiger Preis

+ MicroSD-Kartenslot

– Billig wirkendes Gehäuse

– Ruckler trotz Android 4.1.1

– Schwache UI-Implementierung

Das Nexus 7 ist nach wie vor das Maß aller Dinge für alle, die an den Kauf eines 7-Zoll-Tablets denken. Vielen Firmen ist diese Tatsache nicht entgangen und einige bemühen sich redlich, dem Preis-Leistungsverhältnis des 199 Euro teuren Nexus 7 etwas entgegenzusetzen. Im Falle des Ainol novo 7 Venus scheint das auf den ersten Blick gelungen – doch lesen Sie selbst, zu welchem Fazit wir gekommen sind.

Nexus 7-Optik

Das novo 7 Venus hält mit seinen Avancen nicht lange hinter dem Berg: Es will aussehen wie ein Nexus. Nach dem Auspacken dachten wir zunächst, wir hielten ein weiß getünchtes Nexus 7 in den Händen. Ein Griff zum Meterstab zeigt jedoch, dass das Ainol novo 7 Venus mit 186,2×126,9×10,8mm (LxBxH) und 320 Gramm ein wenig breiter und kürzer als das Nexus 7 ist, das über Abmessungen von 198,5x120x10,45mm verfügt. Die Bildschirmdiagonale (178mm) der beiden Geräte gleicht sich jedoch fast auf den Millimeter.

Bei genauerer Betrachtung wird deutlich, dass dem Ainol novo 7 Venus die Annäherung an das Nexus 7 nur bedingt gelingt. Die Rückseite aus Hartplastik liegt nicht sehr rutschfest in der Hand, zudem macht die sehr weiche Displayoberfläche keinen sehr wertigen Eindruck. Auf dem Display-Glas unseres Testgeräts fanden sich bereits deutlich sichtbare Kratzer, unser Nexus 7-Redaktionstablet zeigt hingegen auch nach wochenlanger Benutzung keine nennenswerte Macke. Im Gegensatz zum Nexus 7 finden sich am Ainol-Gehäuse allerdings ein HDMI-Ausgang, ein MicroUSB-Anschluß und eine proprietäre Ladebuchse, dazu gibt es einen MicroSD-Kartenslot und eine 3,5mm-Klinke für Ohrhörer. Der Hersteller verbaut am Gehäuse die übliche Lautsprecherwippe und den Power-Button, darüber hinaus gibt es einen physischen Home-Button als Dreingabe.

Preisleistung

In Ainols Online-Store kostet der 7-Zöller mit knapp 150 Dollar (112 Euro) nur wenig mehr als die Hälfte des Nexus 7. In Deutschland wird er allerdings bei Amazon noch nicht gelistet. Beim derzeitigen Exklusiv-Vermarkter androidfiguren.de, von dem wir auch das Testmuster erhalten haben, liegt er bei etwas mehr als 162 Euro. Das sind nur 37 Euro weniger als die günstigste N7-Variante.

Punkten will Ainol mit dem vorinstallierten Android 4.1.1 Jelly Bean, dass sich auf den ersten Blick jedoch anfühlt wie 4.0 Ice Cream Sandwich – von Googles Project Butter, dass bei 4.1.1 in der Regel für eine butterweiche Eingabe sorgt, ist nicht viel zu bemerken. Zwar reagiert das Tablet zügig auf Wischgesten, muss sich jedoch im direkten Vergleich mit der samtweichen Bedienung unseres Nexus 7 klar geschlagen geben. Geradezu ärgerlich sind die massiven Ruckler, die sich beim Hin- und Herwechseln zwischen Apps zeigten. Irritiert hat uns auch die Darstellung der Benutzeroberfläche. Die Taskleiste fällt für einen 7-Zöller viel zu schmal und die Symbole zu klein aus, sie sind mit großen Fingern nur schwer zu treffen. Beim Versuch, auf der GMail-App Bilder an eine Email anzuhängen, sind wir aufgrund der winzigen Icons fast verzweifelt. Gut klappt hingegen die Video-Wiedergabe. Hier gibt es nichts zu monieren.

Hardware und Apps

Auf den ersten Blick kann das Tablet mit einer attraktiven Hardware punkten: Quad Core-Prozessor mit 1,5 GHz und einem GByte RAM, dazu 16 GByte interner Speicher, der via microSD-Karte erweitert werden kann. Auch das IPS-Display mit 1280×800 Pixeln verfügt über eine helle und scharfe Darstellung. Die Klangqualität des Ainol konnte hingegen nur schwer überzeugen. Im Vergleich zu einem Nexus 7 klingen die eingebauten Lautsprecher blechern, auch der Sound über die Kopfhörer kann kaum als besonders ausgewogen bezeichnet werden.

Ainol hat auf dem novo 7 Venus den Play Store installiert, der Zugriff auf Googles App-Auswahl ist somit gesichert. Die weitere App-Auswahl ist zwar klein, für die meisten Anwendungsbereiche ist jedoch etwas dabei. So findet sich neben einem Standard-Browser auch der ES Datei Explorer und der ES Task-Manager, auch an einen Kalender, eine einfache Kamera-App und den MX-Videoplayer hat Ainol gedacht.

Abbildung 1: Willkommen bei Ainol: Der Startscreen lädt zum Verweilen ein.
Abbildung 1: Willkommen bei Ainol: Der Startscreen lädt zum Verweilen ein.

Abbildung 2: Kurz und bündig: Die App-Auswahl auf dem novo 7 Venus ist nicht riesig, aber ausreichend.
Abbildung 2: Kurz und bündig: Die App-Auswahl auf dem novo 7 Venus ist nicht riesig, aber ausreichend.

Abbildung 3: Neben Googles Komplettangebot gibt es eine funktionale, übersichtliche Kalender-App.
Abbildung 3: Neben Googles Komplettangebot gibt es eine funktionale, übersichtliche Kalender-App.

Abbildung 4: Butter an Bord: Trotz Googles Project Butter ruckelte das Tablet bei anspruchsvolleren Aufgaben.
Abbildung 4: Butter an Bord: Trotz Googles Project Butter ruckelte das Tablet bei anspruchsvolleren Aufgaben.

Fazit

Neben dem günstigeren Preis gibt es ein paar Argumente, die für das Ainol-Tablet sprechen. Der interne Speicher lässt sich erweitern und das Ainol novo7 besitzt einen HDMI-Ausgang. Bei der Verarbeitungsqualität und der Abstimmung von Hard- auf Software müssen Sie jedoch deutliche Abstriche gegenüber dem Nexus 7 in Kauf nehmen. Suchen Sie also lediglich ein 7-Zoll-Tablet, dann ist das Nexus 7 die bessere Wahl.

Ainol novo 7 Venus

Kerndaten
Hersteller Ainol
Formfaktor 7-Zoll-Tablet
Auflösung 1280×800
Prozessor 1,5 GHz, Quad-Core
Android-Version 4.1.1 Jelly Bean
Akku 4000 mAh
Laufzeit 7,5 h
Gewicht 320 g
Preis (Internet) 160 Euro
Technische Details und Preisvergleich
  http://www.android-user.de/lp/15026/
Performance
AnTuTu-Benchmark 6328 Punkte
Vellamo (HTML5/Metal) 946/248 Punkte
Android-User-Bewertung 2,8 Punkte
 

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