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Im Test: Acer Liquid Z630

Acer, eher bekannt als Notebook-Hersteller, wagt sich auf dem Smartphone-Markt weiter vor und bringt mit dem Acer Liquid Z630 ein sehr interessantes Gerät.

Wie das Akkumonster im Test abschneidet erfahrt ihr hier.

Hardware

Das Besondere am Liquid Z630 ist mit 4000mAh der Akku. Die restliche Ausstattung ist in der Mittelklasse anzusiedeln. So hat es ein 5,5 Zoll IPS-HD-Display mit einer Auflösung von 1280×720 Pixeln, 2GB RAM und 16GB internen Speicher, der per Micro-SD-Karte erweitert werden kann. Angetrieben wird das ganze von einem MediaTek MT6735 Prozessor mit 1,3GHz.

Die Hauptkamera hat 8 MP und für Selfies gibt es ebenfalls 8 MP.

Es werden Verbindungen mit LTE, Bluetooth 4.0 und WLAN unterstützt. Die WLAN-Standards werden im Datenblatt nicht weiter spezifiziert.

Die üblichen Sensoren wie Beschleunigungsmesser, G-, Halleffekt-, Näherungs- und Umgebungslichtsensor sind auch an Bord.

Das Smartphone ist aus Plastik und hat einen metallenen Rand. Die Verarbeitungsqualität ist gut, man merkt aber dennoch den günstigen Preis. Es knarzt aber nichts. Der Akku ist gut wechselbar.

Der geschwungene Metallstreifen an der Seite wirkt verspielt.
Der geschwungene Metallstreifen an der Seite wirkt verspielt.

Eine weitere Besonderheit neben dem Akku ist die Unterstützung von 2 Micro-Simkarten gleichzeitig.
Anders als bei vielen aktuellen Dual-SIM-Geräten hat die Micro-SD-Karte einen eigenen Steckplatz, wodurch man sich nicht zwischen Speicherweiterung oder zweiter SIM entscheiden muss. Es lässt sich zudem frei wählen welche SIM-Karte für Telefonie, SMS oder Datenverbindungen genutzt werden soll.

Optisch gefällt mir die Hörmuschel sehr gut, da sie sich deutlich von den anderen Geräten am Markt abhebt und weniger Angriffsfläche für Schmutz bietet.

Auf der Front befindet sich zudem eine mehrfarbige Benachrichtigungs-LED.

Beim Design der Hörmuschel hebt man sich von der Konkurenz ab.
Beim Design der Hörmuschel hebt man sich von der Konkurenz ab.

Akku

Der Akku steht bei diesem Gerät im Mittelpunkt. Dieser fällt mit seinen 4000mAh deutlich größer aus als bei so manchem Flaggschiff. Und wirklich schafft man damit deutlich längere Laufzeiten. Mein Akkupack ist daher in den letzten Wochen eingestaubt. Das Acer Liquid Z630 schafft so um die 7 Stunden Screen-On-Time. Die meiste Zeit davon lief das Spiel Dies Simpsons: Springfield von EA.

Gegen 7:30 habe ich täglich das Gerät vom Strom abgezogen und musste es erst Abends zwischen 23:00 und 23:30 mit einer Restladung von 10-20% wieder anschließen.

Zum Vergleich musste ich das LG G4 und Moto G 2015 häufig schon Nachmittags gegen 16:00 laden. Beim Oppo Find 7a häufig sogar schon zwischen 14:00 und 15:00.

Übrigens könnt ihr mit diesem Smartphone euren Freunden aushelfen, wenn deren Akku mal wieder leer ist. Einfach die beiden Smartphones per OTG-Kabel verbinden und schon wird das Smartphone eurer Freunde geladen.

Mit dem großen Akku reicht man gut über den Tag. 7h Screen-on-time sind auch bei starker Nutzung gut zu erreichen.
Mit dem großen Akku reicht man gut über den Tag. 7h Screen-on-time sind auch bei starker Nutzung gut zu erreichen.

Display

Beim Wechsel von meinem Oppo Find 7a mit einem 5,5 Zoll 1080p Display zu dem Acer mit gleicher Größe 720p habe ich bei der Schärfe der Darstellungen keinen Unterschied feststellen können.
Dafür ist das Display weniger farbstark und vor allem bei der Helligkeit muss man Abstriche machen.
Bei starker Sonneneinstrahlung ist nahezu gar nichts mehr zu erkennen. Auch direktes Licht durch eine Schreibtischlampe kann das Display schwer ablesbar machen.

Leistung und Software

Bei der Leistung muss man ebenfalls Abstriche machen. Während der Bedienung kommt es kaum zu Bedenksekunden. Auf Spiele, bei denen man schnelle Reaktionszeiten benötigt sollte man aber verzichten. Auch auf einem Flaggschiff läuft das EA Game Springfield nicht ganz flüssig aber auf dem Acer muss man bzgl Laggs hart im nehmen sein.

Für einfaches Surfen, Telefonieren oder Simsen ist die Leistung aber vollkommen ausreichend.
Wer sich eh eher auf solche Tätigkeiten beschränkt kann mit dem Acer sicher auch Akkulaufzeiten von mehreren Tagen erreichen.

Die Werte aus den Benchmarks von Vellamo und AnTuTu bestätigen die Ansiedlung des Gerätes in der Mittelklasse. So werden bei AnTuTu etwa 26000 Punkte erreicht. Welche für eine Positionierung zwischen dem Xiaomi Redmi Note und dem MI 2 reichen. Bei Vellamo erreicht man im Multicore-Test etwa 1300 , beim Browser 2750 und beim Metal-Test ca 960 Punkte.

Android wurde optisch nur wenig modifiziert.
Android wurde optisch nur wenig modifiziert.

Die Software wurde nicht übermäßig modifiziert dafür bringt man aber die schiere Unendlichkeit an Apps mit.
Neben üblicher Bloatware wie Spielen bringt man 12 weitere Apps mit. QuickMode ist zB eine App mit der man einen einzigartigen Desktop erstellen kann. Besonders hübsch sind die Ergebnisse aber nicht und es ist verhältnismäßig schwer zur Standardansicht zurückzukehren. Weiter gibt zwei Dateimanager, zwei Browser, zwei Foto-Applikationen und zwei Navigations-Anwendungen. Auch an die Kinder hat man gedacht. Für diese gibt es mit dem Kids Center einen eigenen Bereich mit eigenen Apps. Von dort ist auch ein Zugriff auf kindgerechte YouTube-Videos möglich.

Mir persönlich fehlten in den Einstellungen allerdings die Möglichkeiten die Benachrichtigungs-LED anzupassen und das Vibrationsfeedback der Navigationstasten abzuschalten.

Am Schnellstartbereich hat Acer mehr Hand angelegt und zusätzliche Funktionen spendiert. (schwebende Apps)
Am Schnellstartbereich hat Acer mehr Hand angelegt und zusätzliche Funktionen spendiert. (schwebende Apps)

Kamera

Mit 8 MP sind beide Kameras eigentlich recht gut ausgestattet. Um schöne Fotos zu schießen bedarf es allerdings einer sehr ruhigen Hand und guten Lichtverhältnissen. Auf den Zoom sollte man sogar ganz verzichten.

Es gibt verschiedene Modi wie Verschönern, HDR und Panorama. Generell bietet die Kamera-App eine recht große Zahl an Einstellungsmöglichkeiten. Auch das Tätigen des Auslösers per Sprache wird unterstützt und funktioniert zufriedenstellend.

Bei guten Lichtverhältnissen können schöne detailreiche Bilder entstehen.
Bei guten Lichtverhältnissen können schöne detailreiche Bilder entstehen.
Bei schlechten Lichtverhältnissen schwächelt die Kamera deutlich.
Bei schlechten Lichtverhältnissen schwächelt die Kamera deutlich.

Audio

Der Lautsprecher ist jetzt nichts besonderes. Man kann damit Musik hören aber ein Genuss ist es eher nicht. Über Kopfhörer macht das ganze aber schon deutlich mehr Spaß. Mit DTS Studio Sound kann man an den Höhen und dem Bass drehen und verschiedene Equalizer Profile wählen. Schaltet man diese Software ab ist der Sound weniger satt aber immer noch angenehmer als über die Lautsprecher.

Beim Telefonieren versteht man seinen Gegenüber gut und dieser einen auch. In dem Punkt gibt es also nichts auszusetzen.

Besonderheit

Acer liefert auch so nette Gimmicks wie schwebende Notizen, Taschenrechner, Kalender und Anrufe mit. Dadurch ist es möglich schnell mal was zu notieren oder zu berechnen ohne die aktuelle Anwendung verlasse zu müssen. Das ist ganz nett für mich aber eher eine Spielerei.

Die schwebenden Notizen kann man jeder Zeit über die Benachrichtigungsleiste aufrufen.
Die schwebenden Notizen kann man jeder Zeit über die Benachrichtigungsleiste aufrufen.

GPS

Ich spiele auch gerne mal Ingress. Vor dem Test kam ich auf ca 10-20 Minuten pro Tag. Dieses Spiel ist auf dem Acer Liquid Z630 nicht spielbar.
Die Leistung des Gerätes ist eigentlich ausreichend aber die wichtigste Funktion, das GPS, ist einfach nicht zu gebrauchen.

Startet man eine App, die einem den Standort anzeigt (egal ob Ingress oder Google Maps), wird sie in der Regel erstmal die korrekte Position anzeigen. Nach wenigen Sekunden fängt die Anzeige aber an zu wandern. Ich schätze auf bis zu 100m Diskrepanz. Die Anzeige kehrt zwar auch wieder zum Ausgangspunkt zurück, aber eigentlich sollte so etwas nicht passieren.

Besonders interessant am GPS ist aber das Verhalten sobald man sich bewegt. Egal ob im Bus, der S-Bahn oder zu Fuß. Die Anzeige bleibt für 1-2 Minuten Ausgangspunkt, macht dann nen Sprung zum aktuellen Standort um dort auch wieder festzuhängen.

Die angesprungen Standorte wurden auch eher selten genau getroffen. Dort kam es zu Abweichungen von mehreren Metern.

Wer also auf funktionierendes GPS angewiesen ist sollte zu einem anderen Gerät greifen.

Fazit

Für einen Preis von 199€ ist das Acer Liquid Z630 ein gutes Gerät, welches einen zuverlässig durch den Tag begleitet. Allerdings ist das schlecht funktionierende GPS in meinen Augen ein KO-Kriterium. Wer aber darauf verzichten oder mit nur ungefähren Standortangaben leben kann findet mit diesem Smartphone einen Begleiter, der nicht täglich geladen werden muss, selbst wenn man mal akkuintensive Anwendungen nutzt.

 

2 Kommentare

  1. Es stimmt, wenn man steht, spinnt die Position z.B. in Google Maps ziemlich herum.

    Navigation mit dem Auto eben aber ohne Probleme und Spinnereien. Position blieb die ganze Zeit am korrekten Ort, und sprang nicht wild herum … (Test mit Google Maps)

  2. Ich hab leider kein eigenes Auto und konnte daher nur bei einer Busfahrt testen wie die Positionen in GMaps aussehen. Bzw einmal beim Leufen zur nächsten S-Bahnstation. Da ich dafür nicht die Navigation an mache sondern wirklich nur die Karte in GMaps anzeigen lasse hatte ich immer diese GPS Effekte.

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