Start Magazin Im Test: 10-Zoll-Tablet Archos 101 G9

Im Test: 10-Zoll-Tablet Archos 101 G9

© archos.com

Beim Kauf eines Android-Tablets stehen Sie in der Regel vor der Wahl, ein Gerät mit oder ohne 3G-Funktionalität zu kaufen. Bei den neuesten Internet Tablets von Archos gibt es dieses Problem nicht.

Plusminus

+ Günstiger Preis

+ Modularer Aufbau

+ Schnelle Datenverbindung

– Verarbeitung

– Knappe Akkulaufzeit

Archos behebt mit seinen neuen Internet Tablets einen wichtigen Kritikpunkt des Vorgängers [1]: Dank dem auf Tablets optimierten Android 3.2 und vollem Zugriff auf den Android-Market sind die Zeiten von Appslib definitiv vorbei. Das Internet Tablet 101 G9 bietet somit die volle Google Experience. Zudem benötigen Sie für die neuen Tablets kein spezielles Ladegerät mehr, sondern nutzen den Mini-USB-Anschluss. Das Ladegerät sollten Sie aber trotzdem zur Hand haben, da das Aufladen via USB-Buchse am PC je nach Ausgangsleistung des Anschlusses nicht funktioniert.

Die Stärken

Wie von Archos gewohnt spielt das Internet Tablet 101 G9 praktisch sämtliche Multimedia-Dateien, die Sie ihm füttern, ohne zu meckern ab – und das bis zu einer Auflösung von 1080p mit 30 Frames pro Sekunde. Über die integrierte Sharing-Funktion greifen Sie zudem auch auf Ressourcen im Netz zu oder teilen die Inhalte des Tablets mit Ihrem lokalen Netzwerk. Hier sieht die Konkurrenz gegenüber Archos alt aus.

Abbildung 1: Archos hat seinen eigenen Videoplayer erfolgreich auf Android 3.0 portiert.
Abbildung 1: Archos hat seinen eigenen Videoplayer erfolgreich auf Android 3.0 portiert.

Auch die Lösung mit dem Surf-Stick hat Archos sehr vorbildlich gelöst. Android erkennt den für 50 Euro separat erhältlichen Stick (Alcatel X 220 mit 7,2 MBit/s) problemlos und zeigt beim Anschließen gleich die PIN-Abfrage an. Die Surf-Geschwindigkeit lag in den Test via Vodafone-Netzwerk gefühlt auf dem gleichen Level wie über WLAN, nachdem wir anfänglich mit einer SIM-Karte von Base massive Geschwindigkeitsprobleme hatten. Auch das Surfen via Vodafone-Proxy klappte auf Anhieb, und das Tablet wählte den passenden Access Point automatisch richtig. In der Aussparung für den Stick befindet sich ein Aufkleber, der empfiehlt, den Dongle für den optimalen Empfang etwas herauszuziehen. In den Tests war dies nicht nötig, der Empfang war auch so hervorragend. Aus purer Neugierde probierten wir auch einen anderen UMTS-Stick aus, diesen erkannte das Android-System allerdings nicht. Die recht aktive Archos-Community wird hier aber mit Sicherheit entsprechende Lösungen bereithalten.

Abbildung 2: Stick anstecken, PIN eingeben, surfen. Einfacher geht es wirklich nicht.
Abbildung 2: Stick anstecken, PIN eingeben, surfen. Einfacher geht es wirklich nicht.

Sehr zufrieden waren wir auch mit den Benchmark-Resultaten des Archos-Tablets: Im Vellamo-Test verpasste das Gerät nur knapp die Marke von 1000 Punkten und liegt damit noch leicht vor dem Galaxy Tab von Samsung oder dem Asus Transformer. Auch beim AnTuTu System Benchmark erreichte das Tablet gute 4665 Punkte.

Die von Archos bereits zur IFA angekündigten Turbo-Versionen mit einer 1,2 GHz oder 1,5 GHz schnellen CPU und die Version mit 250 GByte Festplatte lassen noch etwas auf sich warten und erscheinen erst Anfang 2012. Sie dürften für noch bessere Benchmark-Resultate sorgen.

Abbildung 3: Mit knapp 1000 Punkten beim Vellamo-Benchmark hält das Archos Internet Tablet 101 G9 aktuell den Rekord bei den 10-Zoll-Tablets.
Abbildung 3: Mit knapp 1000 Punkten beim Vellamo-Benchmark hält das Archos Internet Tablet 101 G9 aktuell den Rekord bei den 10-Zoll-Tablets.

Die Schwächen

Den richtigen Wow-Effekt trübte aber bereits das erste Hand-Anlegen ans Tablet. Es sieht weder besonders toll aus, noch fühlt es sich wirklich hochwertig an. So wies das Gehäuse unseres Testmusters auf der Linken Seite einen Spalt von rund 1 mm auf und die Archos eigene Spritzguss-Mischung zeigte an zahlreichen Stellen scharfe und nicht sauber verarbeitete Kanten. Der Einschalt-Knopf machte zudem den Eindruck, als wolle er sich jeden Moment verabschieden. Es ist zwar kein pures Plastik, was Sie bei den Archos-Tablets in den Händen halten, aber es wirkt einfach billig und das Tablet knarscht auch ein wenig, wenn Sie es mit einer Hand halten. Das ist Schade.

Auch Software-seitig gibt es nicht nur Sonnenschein. Für diesen Artikel benutzten wir die Firmware-Version 3.2.61 basierend auf Android 3.2.1 vom 21. Oktober. Archos liefert für das G9 bereits ein erstes Firmware-Update aus, das zahlreiche Kinderkrankheiten behebt und zudem auch den neuen Android Market in Version 3.1.7 enthält. Ganz zufrieden waren wir mit dem System aber dennoch nicht. So traten in den Tests traten immer wieder mal kleinere Hänger auf. Wer Archos jedoch kennt, weiß, dass die Franzosen relativ häufig Updates herausbringen, sodass diese kleinen Probleme vermutlich ziemlich bald der Vergangenheit angehören dürften.

Nicht allzuviel Freude dürfte Ihnen auch die Akkulaufzeit des Tablets bescheren. Im Standby-Modus kommt Archos nicht an die Laufzeiten der Konkurrenz heran, was vermutlich mit der verbauten Dualcore-CPU zusammenhängt. Lassen Sie das Tablet also einfach so herumliegen, dann ist spätestens nach zwei Tagen der Akku leer. Bei anderen Tablets kommen Sie spielend auf mehrere Tage im Standby.

Fazit

Die Internet Tablets von Archos muss man mögen. Sie bieten gegenüber der Konkurrenz von Haus aus einen deutlich besseren Multimedia-Support, lassen aber bei der Verarbeitung an zahlreichen Stellen zu wünschen übrig. Das ist der Preis, den Sie für das aktuell günstigste 10-Zoll-Tablet mit Honeycomb bezahlen müssen.

Die Idee und Umsetzung mit dem 3G-Dongle finden wir sehr gut, das Internet zum Mitnehmen war noch nie so einfach und das Upgrade auf die 3G-Version ist jederzeit möglich. Wären die Materialien für das Tablet einen Tick sorgfältiger gewählt, dann würden wir für das Tablet auch gerne 50 Euro mehr bezahlen. So bleibt das Internet Tablet 101 G9 nur eine günstige Alternative zu anderen 10-Zoll-Tablets und kein wirkliches Will-ich-haben-Tablet.

Archos 101 G9

Kerndaten
Hersteller Archos
Formfaktor 10-Zoll-Tablet
Auflösung 1280×800 Pixel
Prozessor Cortex A9, 1 GHz, Dualcore
Android-Version 3.2
Akku k.A.
Laufzeit (Browsen/Video) 10 h / 7 h
Gewicht 650g
Preis (Internet) 280 Euro
Web-Infos
Sämtliche Details und Preisvergleich http://www.android-user.de/lp/1998
Performance
AnTuTu-Benchmark 4665 Punkte
Vellamo-Benchmark 985 Punkte
Video-Wiedergabe 1080p
Android-User-Bewertung 4,0 Punkte
 

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