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Huawei – Smartphone Produktion wird runtergefahren, mögliche Szenarien

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Huawei befindet sich seit über einem Jahr auf der US-Handelsblacklist, was bedeutet, dass man keine Geschäfte mehr mit US Unternehmen machen darf. Bisher waren eingeschränkte Geschäfte durch eine immerfortlaufende Verlängerung einer Ausnahmelizenz möglich. Doch auch diese Option ist nicht mehr vorhanden, so dass ein chinesischer Analyst nun mögliche Szenarien ins Auge gefasst hat.

Huawei – Worst Case Szenario – Ausstieg aus dem Mobilfunkmarkt

In einem Beitrag auf cntechpost geht der rennomierte Analyst Ming-Chi Kuo mögliche Szenarien für Huawei durch.

Das beste Szenario wäre, dass der Marktanteil von Huawei sinkt, das schlechteste Szenario wäre, dass Huawei den Mobilfunkmarkt verlässt und Apple, Oppo, Vivo und Xiaomi ihren Marktanteil dadurch voraussichtlich erhöhen.

Momentan belegt Huawei weltweit den 2. Platz bei der Anzahl der verkauften Smartphones (davon jedoch über 70% in China). Nur gegen Samsung musste sich die Firma bisher noch geschlagen geben.

Die Wettbewerbsfähigkeit und der Marktanteil von Huawei auf dem Mobiltelefonmarkt werden sich negativ auswirken, unabhängig davon, ob nach dem 15. September Teile für Mobiltelefone erhältlich sind.

Huawei kann, nach dem bisherigen Stand, ab dem 15. September keine Kirin-Chips mehr für seine Smartphones herstellen, da dann das Handelsembargo in Kraft tritt, dass es Unternehmen verbietet, US-Technologie für Produkte zu verwenden, die für Huawei bestimmt sind. Auch wenn Huawei die Chips in Taiwan produziert benötigt man dafür US-Software sowie Maschinen von US-Unternehmen.

Chiphersteller MediaTek teilte jedoch mit, dass das Unternehmen sich gemäß den Vorschriften bei den USA beworben habe, um Huawei nach dem 15. September weiter zu beliefern.

Die Analyse von Kuo besagt weiterhin, dass Huawei im besten Fall Marktanteile verlieren beziehungsweise sich auf den heimischen Markt zurückziehen wird. In China kann man zwar durch den US-Bann auch keine High-End Geräte mehr anbieten (beziehungsweise ohne Chips gar keine Geräte mehr), da auch hier die Chips fehlen, aber Huawei könnte sich auf den Aufbau der eigenen Chip-Produktion konzentrieren und in einigen Jahren ein Comeback, unabhängig von den USA, starten.

Ein Ausstieg von Huawei aus dem kompletten Smartphonemarkt wiederum zieht negative Folgen für alle Nutzer sowie die gesamte Branche mit sich. Huawei selbst hat sehr hohe Anforderungen an die Komponenten seiner Phones (Kamera/Speicher). Dadurch sind diese ziemlich teuer. Steigt Huawei aus dem Markt aus verlieren Zulieferer an Einnahmen.

Fehlende Einnahmen lösen wiederum Sparmaßnahmen aus (es wird nichts Neues mehr entwickelt). Zieht sich Huawei also als Treiber aus dem Markt zurück haben andere Premium-Hersteller keinen Grund mehr zu Huawei-Premium-Technologien aufzuschließen.

Huawei bekommt durch das US-Handels­em­bargo einen Dämpfer nach dem anderen, zuerst durch die fehlende Google-Lizenz und jetzt hängt die Zukunft der Chip­sätze in der Luft. 

Bisher sieht es mit den Zahlen von Huawei jedoch noch gut aus. In der ersten Hälfte des Jahres 2020 erzielte Huawei ein Betriebsergebnis von 450,7 Milliarden Yuan (65,6 Milliarden US-Dollar). Dies ist ein Anstieg von 13,67 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Im gleichen Zeitraum beträgt der Nettogewinn 43,1 Milliarden Yuan (6,2 Milliarden USD), was einer Steigerung von 23,49 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dies bedeutet, dass Huawei während des gesamten ersten Halbjahres 2020 jeden Tag rund 35 Millionen Dollar Gewinn erwirtschaftet hat.

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