Start Magazin HTC One X+ im Test

HTC One X+ im Test

© (C) HTC

Sie suchen ein neues Android-Handy? Es soll das schnellste Handy, mit dem besten Display und dem größten Speicher sein? Stellen Sie Ihre Suche ein, das HTC One X+ passt exakt in Ihr Profil, doch lohnt sich der hohe Preis?

Plusminus

+ Leistung satt

+ Helles Display

+ Lange Akkulaufzeit

+ Gute Kamera

+ Viel interner Speicher

– Sehr hoher Preis

Schon das ursprüngliche HTC One X hatte uns bei seinem Start in Deutschland vor nur wenigen Monaten sehr gut gefallen. Mit seinem hellen und brillanten 4,7-Zoll-Display, einem schnellen NVidia-Tegra-3-Chipsatz mit 1,5-GHz-Quad-Core-CPU und einem großzügig dimensionierten internem Speicherplatz von 32 GByte, sicherte sich das One X eine Top-Platzierung unter allen bisher von uns getesteten Android-Smartphones.

Leistung satt

Das HTC One X+ ist nun eine Weiterentwicklung des One X – Autobauer würden das neue Gerät als Facelift mit neuem Motor bezeichnen. Unter der Haube hat HTC dem One X+ ein komplett neues Herz verpasst. Statt wie bisher einen mit 1,5 GHz getakteten Tegra 3 zu verbauen, schlägt im Facelift nun ein Tegra 3+ mit 1,7 GHz. Und auch der GPU wurden ein paar MHz mehr spendiert, sie tickt nun mit 520 anstatt 416 MHz.

Abbildung 1: Das HTC One X+ steckt alle bisherigen Android-Smartphones in die Tasche.
Abbildung 1: Das HTC One X+ steckt alle bisherigen Android-Smartphones in die Tasche.

Das Ergebnis sind Top-Platzierungen in allen gängigen Benchmarks (AnTuTu: 13312, Vellamo HTML5: 1824, Vellamo METAL: 524) und eine Oberfläche die wirklich nirgends auch nur einen Hauch eines Rucklers zeigen würde. Wenn man zarte Kritik an der Hardware des One X+ üben möchte, dann am Arbeitsspeicher des Handys, andere Hersteller verbauen mittlerweile mehr als nur ein GByte RAM in ihren Top-Modellen.

Abbildung 2: Auch ohne den Energiesparmodus übersteht das One X+ zwei Arbeitstage.
Abbildung 2: Auch ohne den Energiesparmodus übersteht das One X+ zwei Arbeitstage.

Damit der neuen Power nicht zu schnell der Saft ausgeht, hat HTC auch am Akku des Smartphones gearbeitet. Anstatt 1800 mAh ist dieser nun Ganze 2100 mAh stark, was nach Angaben der Herstellers eine Akkulaufzeit jenseits der zwei Tage ermöglichen sollte. In unserem Test erwiesen sich die Behauptungen HTCs als korrekt, im Alltag musste unser Testgerät erst nach mehr als 48 Stunden wieder ans Netz, obwohl wir es nicht gerade geschont hatten.

Verkapselt

Wie alle Handys aus der One-Reihe HTCs steckt auch das One X+ in einem Unibody-Gehäuse. Der Rahmen des Handys ist aus Polycarbonat gefertigt, was dem Handy viel Stabilität aber auch ein leichtes Gewicht beschert. Trotz seiner sehr großen Abmaße von 134,36 x 69,9 x 8,9 mm wiegt es nur 135 Gramm. Der Rücken des One X+ ist jetzt mit einer leichten Gummierung beschichtet, welche das Handy zum einen schön griffig macht, zum anderen ihm aber auch einen sehr hochwertigen Eindruck verpasst.

Der Nachteil am Unibody-Design des One X+ ist allerdings, dass HTC gerade einmal eine kleine Schublade für die SIM-Karte in das Case schnitzen wollte. Sie können daher weder den Akku tauschen, noch nachträglich den Speicher mit einer micro-SD-Karte aufrüsten. Zumindest der zweite Punkt lässt sich allerdings in Anbetracht des mit 32 bzw. 64 GByte sehr großzügig dimensionierten internem Speichers verkraften.

Schnelle Kamera

Auf der Rückseite finden Sie wie bisher die 8 Megapixel Kamera mit Autofokus, LED-Blitzlicht und BSI-Sensor (für bessere Aufnahmen in schwachem Licht). Videoaufzeichnungen mit der Rückkamera sind mit Full-HD bei 1080p möglich. Neu hingegen ist die verbesserte Frontkamera mit 1,6 Megapixeln, Weitwinkel-Objektiv und 720p für Videoaufnahmen. HTC denkt bei dieser verbesserten Kamera an Teens, die gerne Gruppenphotos machen oder auch an User, die bei Video-Chats ein gutes Bild übertragen möchten

Abbildung 3: Die Kamera-App besitzt zahlreiche Effekte zum Verfremden der Aufnahmen.
Abbildung 3: Die Kamera-App besitzt zahlreiche Effekte zum Verfremden der Aufnahmen.

Der dedizierte HTC ImageChip optimiert die geschossenen Bilder und verpasst den Aufnahmen auf Wunsch einen Weichzeichner, der z.B. Hautunebenheiten aus dem Bild herausrechnet. Video-Chats, Selbstporträts oder Gruppenphotos sollen so in deutlich bessere Qualität möglich.

Abbildung 4: Suchen Sie sich die beste von bis zu 20 Aufnahmen eines Motivs heraus.
Abbildung 4: Suchen Sie sich die beste von bis zu 20 Aufnahmen eines Motivs heraus.

Nicht neu, aber nach wie vor ziemlich einzigartig, ist die Schnellschussfunktion (Kontinuierliche Aufnahme) der HTC-Kamera. Sie schießt so lange Bilder in extrem schneller Abfolge, wie sie auf dem Auslöser bleiben (In der Standardeinstellung 20 Photos). Anschließend suchen Sie sich das bequem das beste Bild heraus aus einer Galerie heraus und löschen die anderen nicht so gelungenen Bilder.

Jelly Bean und HTC Sense 4+

Wie es sich für ein Top-Modell gehört, kommt das HTC One X+ mit der (fast) aktuellen Android-Version 4.1 zu Ihnen. Android 4.2 wurde zwar schon von Google als Nachfolger präsentiert, doch bis die ersten Handys oder Tablets von Drittherstellers mit dem überarbeiteten Jelly Bean auf den Markt kommen, dauert es noch ein bisschen.

Abbildung 5: HTC behält auch beim HTC One X+ das gewohnte Look&Feel von Sense bei.
Abbildung 5: HTC behält auch beim HTC One X+ das gewohnte Look&Feel von Sense bei.

Abbildung 6: Auf dem One X+ läuft trotz Android "Jelly Bean" 4.1 nach wie vor Adobe Flash.
Abbildung 6: Auf dem One X+ läuft trotz Android "Jelly Bean" 4.1 nach wie vor Adobe Flash.

Auf unserem Testgerät läuft Android 4.1.1 zusammen mit HTCs eigener Oberfläche Sense 4+. Vom Schick der aktuellen Android-Ausgabe sehen Sie daher nicht viel, HTC-Fans werden sich allerdings über die gewohnte Umgebung ohne großartige optische Änderungen freuen.

HTC sagt, dass Sense ordentlich abgespeckt wurde und weniger auf die Leistung drückt, was sich durchaus objektiv nachvollziehen lässt. Das Handy läuft so weich wie eine frisch geölte Nähmaschine. Ob das allerdings an Sense, an Jelly Beans "Project Butter" oder an der extrem schnellen CPU liegt, lässt sich schwer nachvollziehen.

Fazit

Das HTC One X+ ist ohne Zweifel eines der besten Android-Smartphones auf dem Markt. CPU und GPU sind extrem schnell, der Speicher ist riesig, das 1280×720 Pixel starke 4,7-Zoll-Display hell und knackscharf, die Ausstattung (bis auf LTE) komplett. Bei fast 650 Euro für das 64-GByte-Modell ist das aber auch eine Pflicht, da die Konkurrenz Ähnliches – zu einem deutlich günstigeren Preis – zu bieten hat.

HTCs Top-Modell bekommt reichlich Gegenwind von Googles Nexus 4. Dort bekommen Sie ebenfalls ein Handy mit 4,7-Zoll bei 1280×720 Pixeln, einer schnellen Quad-Core-CPU, einen 2100 mAh Akku, eine Kamera mit 8 MPixeln und vieles mehr – für gerade einmal 299 Euro (8 GByte Speicher) bzw. 349 Euro (16 GByte Speicher).

Ob den Käufern eine bessere Kamera und mehr Speicher den saftigen Aufpreis wert ist, wird sich in den nächsten Monaten zeigen. HTC hatte bei der Planung des HTC One X+ ein so günstiges Nexus-Handy mit Sicherheit nicht auf dem Radar. Uns erwartet im Rennen um das erfolgreichste Smartphone ein interessantes Weihnachtsgeschäft.

HTC One X+

Kerndaten
Hersteller HTC
Formfaktor 4,7-Zoll-Smartphone
Auflösung 1280×720
Prozessor 1,7 GHz , Quad Core , Tegra 3+
Android-Version 4.1.1
Akku  2100 mAh
Gewicht 135 g
Preis (Internet) 699 Euro (64 GByte)
Technische Details und Preisvergleich
  http://www.android-user.de/lp/12197/
Performance
AnTuTu-Benchmark 13312 Punkte
Vellamo (HTML5/Metal) 1824/524 Punkte
Android-User-Bewertung 4,8 Punkte
 

Kommentiere den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here