Start Magazin Griffin Helo TC Assault

Griffin Helo TC Assault

© Griffin

Ein ferngesteuerter Hubschrauber mit abeschießbaren Raketen für nur wenig Geld, ein Kindheitstraum wird wahr! Der Helo TC Assault von Griffin lässt sich mit Ihrem Handy steuern, doch hält der Flieger was er verspricht?

Der Berufswunsch Hubschrauberpilot steht im Leben eines jeden kleinen Jungen – und immer öfter auch eines Mädchens – zumindest für eine kurze Zeit auf dem Plan. Die aufregenden Flugmaschinen begeistern durch Ihre komplexe Technik und das besondere Flugverhalten. Auch wenn dann später doch ein anderer Beruf erwählt wird, die Faszination am Hubschrauber bleibt erhalten.

Zum Glück muss das Verlangen nach einem eigenen Heli nicht unerfüllt bleiben. Zahlreiche Hersteller bieten Modellbau-Hubschrauber in verschiedenen Leistungsklassen an. Doch auch ein Mini-Heli ist alles andere als ein billiges und einfaches Vergnügen. Ein auswachsenes Modell mit leistungsfähigen Motor und realisischer Mechanik kostet schnell über tausend Euro, zudem muss die Steuerung des Helis regelrecht erlernt werden, Fehler erfordern schnell teure Reparaturen.

Griffin Helo TC Assault

Seit ein paar Jahren gibt es jedoch Modell-Hubschrauber im Spielzeugsegment. Die Mini-Helis sind dank Koaxialrotor einfacher zu fliegen und dank der vereinfachten Technik auch für relativ wenig zu bekommen. Für die Modelle aus der Helo TC-Reihe von Griffin brauchen Sie nicht einmal mehr eine Verbedienung, ein Smartphone mit iOS oder Android reicht aus.

Für unseren Test haben wir uns ein Griffin Helo TC Assault [1] ausgesucht, im Gegensatz zu seinem Vorgänger kann es auch kleine über eine Feder beschleunigte Raketen abschießen. Das Modell ist im Handel für etwa 60 bis 70 Euro zu bekommen. Nicht gerade günstig, aber deutlich billiger als richtige Modellhubschrauber. Billig ist allerdings auch das Motto des Geräts: Der Helo TC macht einen sehr fragilen Eindruck.

Abbildung 1: Der Hubschraube wird mit einem IR-Modul und einer App mit dem Handy gelenkt.
Abbildung 1: Der Hubschraube wird mit einem IR-Modul und einer App mit dem Handy gelenkt.

Der Helo TC Assault Es wird zusammen mit einer IR-Bedienelement und ein paar Ersatzteilen geliefert. Der IR-Adapter wird über einen Klinkenstecker in die Kopfhörerbuchse des Handys angesteuert und dann über zwei Klammern unter das Handy geklemmt. Am besten funktioniert das mit Handys, die dem Format eines iPhones ähneln, für diese wurde der Adapter ursprünglich entwickelt.

Android-App zum Steuern

Die App [2] zum Steuern des Geräts muss man selber auf seinem Handy installieren. Unter Android 2.x lief die App auf unseren Test-Handys ohne Probleme, auch auf einem Galaxy Nexus mit ICS funktionierte sie. Auf einem HTC ONE S mit Android 4.0 wollte sie jedoch gar nicht erst starten, bislang gab es auch kein Update, das die Problematik behebt.

Helo TC für Android verwandelt Ihren Androiden nun im Zusammenspiel mit dem IR-Adapter in eine Fernbedienung für den kleinen Heli. Schalten Sie den Heli am besten vor dem Start der App über den kleinen Mikroschalter auf der Unterseite des Hubschreibers ein, dann verbindet sich die Anwendung auch automatisch mit dem Hubschrauber.

Abbildung 2: Mit einer richtigen Fernbedienung lässt sich der Heli besser steuern.
Abbildung 2: Mit einer richtigen Fernbedienung lässt sich der Heli besser steuern.

Die ersten Flugmanöver mit dem Helo TC sind recht intuitiv. Auf der linken Seite der Fernbedienung finden Sie einen Schubregler, mit dem Sie die Leistung des Motors und somit den Auftrieb des Hubschraubers reguliere. Der Steuerknüppel dreht den Flieger um die eigene Achse bzw. betätigt den horizontal ausgerichteten Heckrotor und kippt somit den Heli nach vorne bzw. hinten. Dadurch steuern Sie den Heli in einen Vorwärts- bzw. Rückwärtsflug.

Die beiden großen roten Feuer-Tasten schicken die zwei Raketen des Helo TC Assault auf ihre Reise. Wichtig sind auch die beiden Trimm-Tasten am oberen Rand. Sie korrigieren den Antrieb, wenn sich der Helo im Schwebeflug um die eigene Achse drehen sollte. Kunstflieger können zudem auch noch Manöver aufzeichnen und dann später wieder automatisiert abrufen.

Abbildung 3: In den Einstellung können Sie den Experten-Modus aktivieren.
Abbildung 3: In den Einstellung können Sie den Experten-Modus aktivieren.

In den Standardeinstellung ist der maximale Schub begrenzt, so dass der Heli nur wenig vom Boden abhebt. So sollen Schäden am Hubschrauber verhindert werden. Aus eigener Erfahrung können wir sagen, dass diese Einschränkung eine gute Idee ist, auch wenn die Steuerung eigentlich nicht schwer ist, der Heli ist extrem fragil und gerät schnell ausser Kontrolle. Üben Sie daher lieber erst einmal in sicherer Bodennähe, in den Einstellungen lässt sich der volle Schub über den Experten-Modus aktivieren.

Kein Feedback

Auch wenn die Steuerung über einen Touchscreen auf den ersten Blick interessant und vielleicht auch moderner erscheinen mag, eine richtige Fernbedienung mit einem haptischen Feedback fehlt spürbar. Ohne ein zweites Augenpaar lässt sich der Heli mit der App nur schwer steuern, da man nur schwer blind die Kontrollen auf dem Touchscreen trifft. Entweder schaut man auf den Hubschrauber, oder aber auf den Touchscreen, beides zusammen schlässt sich nur schwer unter einen Hut bringen.

Abbildung 4: Ohne ein Auge auf das Handy zu haben ist der Kontroller nicht zu bedienen.
Abbildung 4: Ohne ein Auge auf das Handy zu haben ist der Kontroller nicht zu bedienen.

Das fehlende Feedback führt dann schnell dazu, dass der Heli nicht ausreichend kontrolliert werden kann, ein Absturz lässt sich dann oft nicht mehr verhindern. Um nicht immer auf den Touchscreen der App schauen zu müssen lässt sich die Steuerung in den Einstellungen von Joystick auf Bewegung umstellen. In diesem Modus kontrolliert man den Heli über die Neigung des Handys. Allerdings erfordert diese Art der Steuerung einiges an Feingefühl, viel leichter steuert sich der Helo TC dadurch nicht.

Vorsicht, zerbrechlich!

Unser Test-Heli hielt musste in der Redaktion durch zahlreiche Hände gehen, was schnell die Grenzen der Haltbarkeit des Spielzeugs aufzeigte. Nach diversen Abstürzen ist unser Testgerät zwar noch an einem Stück, das genutzte Plastik ist äußerst zäh, doch unsere Bruchpiloten sorgten dafür, dass an den Rotoren zahlreiche Katschen und Macken zu finden sind und wohl auch irgendwas nicht mehr ganz Rund läuft.

Die Folge dessen ist ein instabiler Schwebeflug; anstatt einfach abzuheben und ruhig in der Luft zu stehen, vollzieht unser Helo TC immer größer werdende Kreise, selbst wenn man die Finger von der Fernbedienung lässt. Viel Spaß macht das Flugverhalten so leider nicht mehr.

Ersatzteile

Helfen könnten hier Ersatzteile, die Griffin zwar auch mitliefert, doch hier spart der Hersteller an den wichtigen Teilen. Ersatz für verloren gegangene Raketen gibt es reichlich, doch Rotorblätter im Ersatzteil-Set sind nur zwei Rotorblätter enthalten. Das sind zu wenig Teile, um unseren Heli wieder flott zu bekommen.

Abbildung 5: Die Ersatzrotoren von Syma passen kaum in die Aufnahme des Helo TC.
Abbildung 5: Die Ersatzrotoren von Syma passen kaum in die Aufnahme des Helo TC.

Zusätzliche Ersatzteile im gibt im Online-Shop des Vertriebs [3], doch dieser liefert nicht nach Europa und im Intgernet liessen sich passende Teile nicht auftreiben. Auf Anfrage verriert uns Griffin, dass die Rotoren der Konkurrenz von Syma [4] auch an den Helo TC passen müssten, allerdings erwies sich diese Aussage als voreilig getroffen. Aufgrund der unterschiedlichen gestaltung der Ösen passen die Ersatzrotoren nur mühsam in die Aufnahmen des Helo TC.

Was bleibt ist ein durchwachsener Eindruck. Der Helo TC macht zweifelsohne Spaße, doch das Spielzeug ist sehr empfindlich und Ersatzteile sind in Deutschland schwer zu bekommen. Unser Tipp: Verzichten Sie besser auf die App und Raketen und greifen stattdessen zur günstigsten Version ohne Raketen, dafür aber mit richtiger Fernbedienung. Sie sparen so Geld und die Steuerung fällt deutlich leichter.

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