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GPS Navigation & Maps: Offline-Navi für wenig Geld

© Google Play

Navi-Apps für Android? Gibt es genug, und Google Maps bringt Sie sogar kostenlos ans Ziel. Doch keine der Alternativen kann dem Newcomer GPS Navigation & Maps derzeit beim Preis-Leistungs-Verhältnis das Wasser reichen.

Das Angebot an Navigations-Apps im Play Store ist in den letzten Jahren stetig gewachsen. Schon seit mehreren Jahren ist die Firma Skobbler mit ForeverMap mit von der Partie. Sie hat ihre App im Sommer komplett überarbeitet und bei dieser Gelegenheit auch umbenannt. Heraus kam eine Anwendung namens GPS Navigation & Maps [1], die sowohl in einer Light- [2] als auch als Bezahlversion [3] zum Abruf bereitsteht.

Der kleine Unterschied

Die kostenfreie Variante der auf dem Kartenmaterial von OpenStreetMap [4] basierenden Anwendung unterscheidet sich von der Kaufversion im Wesentlichen darin, dass sie erstens keine Offlinenavigation mitbringt und zweitens die Navigationsfunktion nur 14 Tage zur Verfügung steht.

Abbildung 1: GPS Navigation & Maps führt Sie auch ohne Internetverbindung zum Ziel.
Abbildung 1: GPS Navigation & Maps führt Sie auch ohne Internetverbindung zum Ziel.

Hört sich tragisch an, ist es aber nicht. Denn die Vollversion kostet zusammen mit der kompletten Deutschlandkarte gerade einmal einen Euro. Darüber hinaus bietet die App den nachträglichen Kauf zusätzlicher Karten von Städten, Ländern, Kontinenten oder der ganzen Welt an. So schalten Sie beispielsweise für schlanke 4,44 Euro das komplette Kartenmaterial für Europa frei und laden die betreffenden Karten herunter, wenn Sie die entsprechenden Länder bereisen. Das weltumfassende Komplettpaket gibt’s für 7,77 Euro.

Abbildung 2: Das komplette Kartenpaket mit Daten aus aller Welt kostet 7,77 Euro.
Abbildung 2: Das komplette Kartenpaket mit Daten aus aller Welt kostet 7,77 Euro.

Neben den Karten lädt die App übrigens auch die jeweiligen POIs herunter, sadass Sie auch offline stets darüber im Bilde sind, wo sich beispielsweise die nächste Tankstelle befindet. Allerdings beschränkt sich die App auf vergleichsweise wenige Informationen, der Onlinemodus gibt sich deutlich auskunftsfreudiger.

Vorbereitungen

Nach der Installation der (Kauf)-App gilt es zunächst, das gewünschte Kartenmaterial einzurichten. Wechseln Sie dazu mit einem Tipp auf das Icon mit den drei horizontalen Linien in die Funktionsübersicht, und wählen Sie danach aus der Rubrik UPGRADE DATA den Eintrag Meine Karten aus. Wechseln Sie darin in die Auswahl Mehr Karten. Um die in der 1-Euro-Version bereits freigeschaltete Deutschlandkarte herunterzuladen, tippen Sie auf Ein Land kaufen und geben in der Suchmaske Deutschland ein. Ein Tipp auf den kleinen Pfeil rechts neben dem Eintrag startet den etwa 600 MByte großen Download.

Abbildung 3: Über die Seitenleiste und "Meine Karten" laden Sie Offlinekarten aufs Handy.
Abbildung 3: Über die Seitenleiste und "Meine Karten" laden Sie Offlinekarten aufs Handy.

Eingerichtete Offlinekarten erscheinen in der Rubrik Inst. Karten. Nicht mehr benötigte löschen Sie durch einen Tipp auf das Mülleimersymbol. In der Übersicht Meine Karten sehen Sie am unteren Rand den Hinweis Kartenupdates. Tippen Sie darauf, prüft die App, ob es aktualisierte Karten zum Downloaden gibt. Ob Updates bereitstehen, erfahren Sie nach einem Tipp auf Upgrades in der Funktionsübersicht.

Abbildung 4: Das Blitzer-Paket sorgt dafür, dass Sie nicht in Geschwindkeitskontrollen rasen.
Abbildung 4: Das Blitzer-Paket sorgt dafür, dass Sie nicht in Geschwindkeitskontrollen rasen.

Als kleines, aber durchaus sinnvolles Zusatzfeature stellt die App Meldungen des Projekts Blitzer.de [5] gegen ein einmaliges Entgelt von 3,99 Euro zur Verfügung. Dabei handelt es sich in erster Linie um Warnungen vor stationären und mobilen Geschwindigkeitsmessungen. Um diesen Dienst freizuschalten, tippen Sie in der Funktionsübersicht auf Upgrades und darin im Anschluss auf Blitzerwarner. Ein Tipp auf den Eintrag startet den In-App-Kauf.

Einstellungssache

Die Einstellungen der App finden Sie ganz am Ende der Funktionsübersicht in der Rubrik Mehr. Im Abschnitt Allgemein geben Sie generelle Parameter wie das Zeitformat oder die Sprachanpassung vor. Ein Eintrag sticht dabei allerdings heraus: Floating Car Data: Im aktivierten Zustand übermittelt die App in regelmäßigen Abständen Daten zur Verkehrsflussanalyse an Skobbler – laut Hersteller allerdings komplett anonymisiert. Nach Firmenangaben dienen diese Informationen dazu, "die Karte zu verbessern, die Streckenführung zu optimieren und die Verkehrslage abzubilden." Allerdings profitiert der Nutzer bislang noch nicht von diesem Feature, da die App noch keinerlei Stauhinweise oder Umfahrungen anbietet.

Abbildung 5: Unter "Floating Car Data" erlauben Sie die anonyme Übertragung von Verkehrsdaten.
Abbildung 5: Unter "Floating Car Data" erlauben Sie die anonyme Übertragung von Verkehrsdaten.

Im Abschnitt Navigation weiter unten legen Sie Details zur gewünschten Routenführung fest. Sie wählen darin beispielsweise zwischen Primäres Routenprofil, Schnelle Route, Kurze Route oder Effiziente Route. Allerdings spielt diese Auswahl eine eher untergeordnete Rolle, weil die App vor der Navigation diese drei Routenprofile sowieso auf der Karte zur Auswahl stellt.

In der Rubrik Tempowarnung stellen Sie ein, bei welcher Geschwindigkeitsüberschreitung Sie die App inner- und außerorts warnen soll. Der Alarm erfolgt sowohl visuell (die Geschwindigkeitsanzeige erscheint als leuchtend roter Punkt) als auch akustisch mit der Ansage "Achten Sie auf Ihre Geschwindigkeit."

Der erste Start

GPS Navigation & Maps bietet drei verschiedene Modi an, die Sie in der Funktionsübersicht finden. Die Ansicht Karte zeigt den aktuellen Standort oder gewählten Ausschnitt. Tippen Sie länger als eine Sekunde auf die Karte, erscheint ein Banner, welches den Straßennamen mit eventuellen Zusatzinformationen anzeigt. Ein Tipp darauf öffnet einen Dialog, in dem Sie unter anderem zur ausgewählten Adresse navigieren, sich die Route dorthin anzeigen lassen oder sie zu Ihren Favoriten hinzufügen.

Abbildung 6: Aus der Detailansicht zu einem Punkt in der Karte starten Sie die Navigation.
Abbildung 6: Aus der Detailansicht zu einem Punkt in der Karte starten Sie die Navigation.

Die Ansicht Freies Fahren öffnet in der Grundeinstellung die Karte in der 3D-Ansicht. Die Straßennamen zeigt das Display als kleine Kärtchen an und warnt vor Geschwindigkeitsüberschreitungen und fest installierten Blitzern.

Der dritte Modus Navigieren führt Sie zu einer Auswahl, in der Sie zum Beispiel Vorige Orte oder Favoriten aufrufen oder eine neue Adresse suchen. Diese Suche gestaltet die App außerordentlich übersichtlich: Über das Icon oben rechts wählen Sie zunächst das Zielland aus. Im ersten Eingabefeld des Hauptfensters legen Sie den Zielort fest. Bereits während der Eingabe vervollständigt die Software diese zu Vorschlägen. Im zweiten Fenster geben Sie Straße und Hausnummer ein und bestätigen die Auswahl mit Suche. Bleiben letztere frei, navigiert Sie die App zum Ortskern.

Abbildung 7: Alternativ übergeben Sie der App eine Adresse aus Ihren Kontakten als Ziel.
Abbildung 7: Alternativ übergeben Sie der App eine Adresse aus Ihren Kontakten als Ziel.

Übernehmen Sie die Eingabe, berechnet die App die Route und stellt die drei Varianten Effizient, Kurz und Schnell oberhalb der Karte zur Wahl. Daneben sehen Sie sowohl die Entfernung zum Ziel als auch die berechnete Reisedauer. Tippen Sie auf einen der Einträge, zeigt die App die Route auf der Karte als dunkelblaue Linie an und startet nach acht Sekunden automatisch die Navigation.

Suchen und finden

Weitere Suchmöglichkeiten bietet die App in den Einstellungen unter der Rubrik Funktionen. So ermöglicht Ihnen die Umkreissuche, im Radius von fünf Kilometern um den angegebenen Standort nach Orten, Geschäften oder Bankautomaten zu suchen. Über das Drop-down-Menü in der rechten oberen Ecke können Sie den Radius zwischen 2 und 20 Kilometern variieren.

Abbildung 8: Zur Routenberechnung bietet GPS Navigation & Maps jeweils drei Alternativen an.
Abbildung 8: Zur Routenberechnung bietet GPS Navigation & Maps jeweils drei Alternativen an.

Ein sehr nützliches Feature bietet die App unter Listen an. Das Kontakte-Modul öffnet Ihre Kontaktliste und präsentiert alle Einträge, in denen eine Adresse hinterlegt ist. Ein Tipp auf den Pfeil rechts neben dem Eintrag zeigt zuerst die Adresse separat an; bestätigen Sie diese, startet sofort die Navigation dorthin.

Abbildung 9: Über die Kategoriesuche finden Sie schnell den Weg zur nächsten Tankstelle.
Abbildung 9: Über die Kategoriesuche finden Sie schnell den Weg zur nächsten Tankstelle.

Die Kategoriesuche fasst POIs bereits in Rubriken wie Gesundheit oder Verkehr zusammen und sortiert die Ergebnisse in der Tabelle darunter in die passenden Rubriken ein. Tippen Sie oben rechts auf das Icon Karte, zeigt die App die gefundenen POIs auf der Karte an. Ein Fingertipp auf den gewünschten Eintrag öffnet den vormals beschriebenen Auswahldialog, in dem Sie unter anderem die Navigation dorthin starten. Wählen Sie unter den Funktionen die Route aus, erscheint eine Abfrage nach Start- und Zielort.

Im Einsatz

Während GPS Navigation & Maps mit einer Vielzahl an Features glänzt, zeigte sich die App im Praxistest nicht ganz so souverän. Speziell bei längeren Strecken ließ sie sich auf dem Galaxy Nexus mitunter eine Minute Zeit, bevor sie alle drei Routen ermittelt hatte. Positiv fiel die genaue Positionierung auf, die auch während der Fahrt den Standort fast auf den Meter genau anzeigt. Denn nichts ist ärgerlicher, als wenn ein Navi 10 Meter zu spät darauf aufmerksam macht, dass man hätte abbiegen müssen.

Abbildung 10: In den Einstellungen wechseln Sie zum 2D-Modus oder blockieren Streckenabschnitte.
Abbildung 10: In den Einstellungen wechseln Sie zum 2D-Modus oder blockieren Streckenabschnitte.

Eingefleischte Google-Maps-Nutzer müssen allerdings einige Nachteile in Kauf nehmen. So fehlt der App beispielsweise der Spurassistent, der Ihnen beim Ein- und Ausfädeln hilft. Auch Informationen über die aktuelle Verkehrslage bzw. eventuelle Stauumfahrungen fehlen bislang im Repertoire der ansonsten guten App. Was auch fehlt – Google Maps aber ebenfalls nicht bietet – ist die Eingabe von Zwischenzielen.

Sehr zuverlässig funktionieren sowohl die Geschwindigkeits- als auch Blitzerwarnung. Das Melden von Verkehrsereignissen wie Unfälle oder mobile Geschwindigkeitsüberwachungen gerät allerdings zum Fiasko. Befindet sich die App im Freifahrt- oder Navigationsmodus, genügt eigentlich ein Fingertipp auf die Karte, um ein Drop-down-Menü zu öffnen, das unter anderem den Punkt Melden enthält. Nur ist es damit nicht getan. Es erscheint nämlich ein Auswahlmenü, in dem Sie erst einmal angeben müssen, welches Ereignis Sie betrifft. Dieses ist in manchen Einstellungen bis zu vier Ebenen tief verschachtelt – das macht es zumindest während der Fahrt schlicht unbedienbar.

Abbildung 11: Die Dialoge sind zu komplex, um während der Fahrt Fehler oder Blitzer zu melden.
Abbildung 11: Die Dialoge sind zu komplex, um während der Fahrt Fehler oder Blitzer zu melden.

Ein weiterer Kritikpunkt war für uns, dass sich der Kartenausschnitt während der Navigation oder dem freien Fahren nicht ändern lässt. Versuchen Sie unterwegs, den Ausschnitt per Pinch-to-Zoom zu vergrößern oder zu verkleinern, verlässt die App den Navigationsmodus und schaltet in die Kartenansicht. Ein Tipp auf den nach links gerichteten Pfeil oben links schaltet wieder auf die Ansicht in ihrer vorherigen Größe um.

Abbildung 12: In die Rad- und Fußgängernavigation gelangen Sie nur aus der Routenfunktion.
Abbildung 12: In die Rad- und Fußgängernavigation gelangen Sie nur aus der Routenfunktion.

Lobend zu erwähnen ist, dass die App neben der obligatorischen KFZ-Navigation auch eine fürs Fahrrad und für Fußgänger bereitstellt – spezielle Karten dafür gibt es allerdings nicht. Diese Funktion steht jedoch ausschließlich dann zur Verfügung, wenn Sie zum Ziel via Route aus der Funktionsübersicht navigieren. Warum Skobbler dieses durchaus nützliche Feature nicht auch beispielsweise bei der normalen Navigation anbietet, bleibt unklar.

Fazit

Gerade im Ausland verbietet sich in vielen Fällen der Einsatz von Onlinenavigationshilfen wie beispielsweise Google Maps wegen der hohen Roaminggebühren. Hier punktet GPS Navigation & Maps in vollem Umfang, nicht zuletzt wegen des konkurrenzlosen Preises von gerade einmal 5,50 Euro für die App und alle Europakarten. Zusätzliche Kontinente stellt der Hersteller für 4,50 Euro zum Download bereit.

Auch wenn viele Details, etwa die unbedienbare Blitzermeldung oder die fehlende Eingabe von Zwischenzielen, durchaus Raum für Verbesserungen lassen, bleibt die Software ein absoluter Kauftipp. Wenn sich Skobbler nicht auf seinen Lorbeeren ausruht, sondern die App fleißig weiterentwickelt, könnte sie in absehbarer Zeit den Navi-Markt gewaltig durcheinanderwirbeln.


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