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Googles Onlinespeicher Google Drive als Dokumentenscanner

Fragt man zehn Android-User nach ihrem liebsten Cloud-Speicherdienst, dann dürfte man wahrscheinlich neun mal Dropbox hören. Mit dem überarbeiten Google Drive macht sich Google nun aber auf den Rückstand aufzuholen. Besonders sticht dabei der integrierte Dokumentenscanner heraus.

Stapeln sich in Ihren Schubladen auch Dokumente, Rechnungen und Visitenkarten, die dringend einmal in digitale Form gebracht werden sollten? Am besten so, dass Sie die Inhalte auch durchsuchen können? Das überarbeitete Google Drive macht dies möglich. Legen Sie dazu einfach Ihre Dokumente auf den Schreibtisch und photographieren sie mit dem Handy ab, um den Rest kümmern sich Google Drive und die gerade neu überarbeitete Android-App.

Googles Cloud-Speicherdienst

Google Drive arbeitet in seiner Grundfunktion auch nicht viel anders wie Dropbox, Box oder andere Cloudspeicher-Anbieter. Bei Drive steht Ihnen allerdings fünf GByte (demnächst bis zu 15 GByte) Speicher kostenlos in Googles Datenwolke zur Verfügung. Gegen einen Aufpreis lässt sich dieser Speicherplatz auch ausweiten. Per Web-Frontend, Desktop-Anwendung für den PC oder iOS- und Android-App befüllen Sie den Online-Speicher mit Ihren Daten.

Abbildung 1: Google Drive Sync gleich die zu Google Drive hochgeladenen Daten zwischen Ihren PCs ab.
Abbildung 1: Google Drive Sync gleich die zu Google Drive hochgeladenen Daten zwischen Ihren PCs ab.

Abbildung 2: Sollten Sie das Sync-Tool nicht installieren können, reicht das Web-Frontend aus.
Abbildung 2: Sollten Sie das Sync-Tool nicht installieren können, reicht das Web-Frontend aus.

Das unter Windows und MacOS-X arbeitende Google Drive Sync [1] gleicht dabei im Hintergrund laufend sämtliche Daten zwischen Ihren Rechnern ab. Nutzen Sie etwa ein Notebook und einen Desktop-Rechner, so synchronisiert der Dienst automatisch alle zu Google Drive hochgeladenen Dateien auch direkt auf den Computern. Über das Web-Frontend unter http://drive.google.com finden Sie auch ohne Drive Sync jederzeit zu Ihren Daten. Aber erst in Zusammenspiel mit einem Androiden erwacht Google Drive richtig zum Leben.

Google Drive für Android runderneuert

Auf den ersten Blick hat sich Google Drive für Android [2] nicht groß verändert. Über die Seitenleiste navigieren Sie zu Ihrer Ablage, den für Sie freigegebenen Daten oder auch zu den von Ihnen markierten Dateien. Der Eintrag Offline führt Sie zu den Dateien, die sie aus Drive heraus auf dem Handy gespeichert haben, so dass Sie auf diese auch ohne eine aktive Internetverbindung zugreifen können.

Abbildung 3: Eine mit einem Wisch vom Displayrand einfahrbare Seitenleiste darf nicht fehlen.
Abbildung 3: Eine mit einem Wisch vom Displayrand einfahrbare Seitenleiste darf nicht fehlen.

Abbildung 4: In der Listenansicht zeigt Ihnen Google Drive die zuletzt bearbeiten Dateien an.
Abbildung 4: In der Listenansicht zeigt Ihnen Google Drive die zuletzt bearbeiten Dateien an.

Eine neue Ansicht finden Sie jedoch in der Datei- und Ordnerliste. Anstatt einfach nur eine simple Liste schalten Sie über das mit den vier kleinen, in einem Quadrat angeordneten, Kacheln zu der aus Google Now oder inzwischen auch Google+ bekannte gekachelten Ansicht. Dort sehen Sie bei Bildern, Office-Dokumenten und PDFs auch direkt eine Dateivorschau.

Abbildung 5: Im Kachel-Modus sehen Sie dagegen eine Vorschau von Bildern und Dokumenten.
Abbildung 5: Im Kachel-Modus sehen Sie dagegen eine Vorschau von Bildern und Dokumenten.

Abbildung 6: In der Detailansicht laden Sie Dateien in den Offline-Speicher des Handys.
Abbildung 6: In der Detailansicht laden Sie Dateien in den Offline-Speicher des Handys.

In der Detailansicht laden Sie einzelne Dateien in den Offline-Speicher des Handys. Für ganze Verzeichnisse ist das jedoch nach wie vor nicht möglich. Dort finden Sie auch die Option Dateien fü Ihre Kontakte freizugeben oder natürlich auch entsprechende Freigaben wieder zu entfernen. Im Gegensatz zum Offline-Speicher lassen sich auch ganze Ordner teilen.

Scannen mit OCR-Texterkennung

Richtig praktisch wird Drive nun für alle, die des öfteren Texte oder Dokumente archivieren möchten. Im Menü finden Sie nun unter dem Punkt Neu hinzufügen den Eintrag Scannen, er startet die Handy-Kamera in abgespeckter Form. Halten Sie die Kamera über Ihr Dokument – in diesem Fall eine Visitenkarte – und drücken Sie ab.

Abbildung 6: In der Detailansicht laden Sie Dateien in den Offline-Speicher des Handys.
Abbildung 6: In der Detailansicht laden Sie Dateien in den Offline-Speicher des Handys.

Google Drive schneidet die Aufnahme nun automatisch zurecht und reduziert – bei nicht-farbigen Inhalten – auch gleich die Farbdarstellung auf Schwarz/Weiß. Über die Menü-Buttons am oberen Rand können Sie jedoch auch nachträglich noch den Zuschnitt und die Farbeinstellungen ändern. Hacken Sie die Aufnahme ab, wird sich umgehend als PDF-Datei zu Google Drive hochgeladenen.

Abbildung 8: Die Kamera-App wird im Scan-Modus in einer abgespeckten Variante gestartet.
Abbildung 8: Die Kamera-App wird im Scan-Modus in einer abgespeckten Variante gestartet.

Abbildung 9: Der einzulesende Bild-Bereich lässt sich nachträglich noch verändern.
Abbildung 9: Der einzulesende Bild-Bereich lässt sich nachträglich noch verändern.

Abbildung 10: Als Ergebnis landet die Visitenkarte passend zugeschnitten auf Ihrem GDrive.
Abbildung 10: Als Ergebnis landet die Visitenkarte passend zugeschnitten auf Ihrem GDrive.

Die Aufnahme liegt dort jedoch nicht nur "nutzlos" herum. Google führt online eine Texterkennung durch. Eine Suche nach "Medialinx" führt somit ohne weiteres Zutun alle Visitenkarte aus dem Verlag der Android User heraus. Die Suche arbeitet nicht nur in der App, auch im Web-Frontend durchstöbert Google Drive Ihre eingescannten Dokumente nach den entsprechenden Schlagwörtern.

Abbildung 11: Die Suchfunktion findet dank Online-OCR Schlagwörter in den eingescannten Dokumenten.
Abbildung 11: Die Suchfunktion findet dank Online-OCR Schlagwörter in den eingescannten Dokumenten.

Abbildung 12: Einen Klick später haben Sie die gesuchte Visitenkarte in der virtuellen Hand.
Abbildung 12: Einen Klick später haben Sie die gesuchte Visitenkarte in der virtuellen Hand.

Google Drive ersetzt jedoch nicht ein vollwertiges OCR-Programm. In den PDFs selber wird nur die Bild-Information abgespeichert. Laden Sie Ihre mit Google Drive eingescannten Dokumente auf den PC herunter, dann sehen Sie nur den abfotografierten Text, dieser lässt sich weder markieren oder kopieren, noch über die Suchfunktion des PDF-Readers durchsuchen. Für die Texterkennung muss das Dokument bei Google Drive online stehen.


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