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Googles Chromecast-Stick für den TV im Test

© Amazon

Smartphone und Tablet mausern sich nach und nach zu Entertainment-Maschinen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Handy und Fernsehgerät immer stärker zusammenwachsen. Googles Chromcast macht jeden TV Android-kompatibel, der Teufel steckt aber im Detail.

Viele Android-User werden schon ein Flachbildfernsehgerät im Wohnzimmer stehen haben, aber nicht jeder moderne TV ist auch "smart" genug, um eigene Apps zu nutzen oder Internetseiten anzuzeigen. Mit Googles Chromecast rücken Handy und Tablet näher an das Fernsehgerät. Alles was es dazu braucht, ist ein Fernsehgerät oder Monitor mit einem freien HDMI-Eingang.

Abbildung 1: Die Chromecast-Oberfläche auf dem TV-Bildschirm besitzt keine Bedienelemente.
Abbildung 1: Die Chromecast-Oberfläche auf dem TV-Bildschirm besitzt keine Bedienelemente.

Abbildung 2: Der Chromecast-Stick dient lediglich als Empfänger von Musik- und Videostreams.
Abbildung 2: Der Chromecast-Stick dient lediglich als Empfänger von Musik- und Videostreams.

Der Chromecast-Stick ist ein kompakter WLAN-fähiger Stick, der über HDMI mit Ihrem Fernseher verbunden wird. Zum Betrieb benötigt der Stick Strom, ein Netzteil liegt dem Paket bei. Alternativ lässt sich der Chromestick über einen USB-Port des Fernsehers mit Strom versorgen. Das Einrichten des Sticks gelingt über die Chromecast-App [1] in wenigen Augenblicken.

Nur YouTube und Google Music

Wer nun aber denkt, dass man mit einem Chromecast-Stick Android auf den TV bringt, der liegt falsch. Chromecast dient lediglich Google-Cast-fähigen Apps als Empfänger von Multimediainhalten wie Videos oder Musik, die Bedienung erfolgt komplett mit dem Handy. Das User-Interface auf dem Fernsehgerät ist darum recht rudimentär.

Abbildung 3: Mit der Chromecast-App verwalten Sie den Chromecast-Stick in Ihrem WLAN.
Abbildung 3: Mit der Chromecast-App verwalten Sie den Chromecast-Stick in Ihrem WLAN.

Bisher unterstützten nur YouTube, Play Music und in den USA Pandora, Hulu Plus und Netflix Chromecast. In diesen Apps signalisiert ein Icon in der Kopfzeile, dass sich die Ausgabe zum Chromecast-Stick leiten lässt. Während der Chromestick ein YouTube-Video spielt, können Sie die App weiter bedienen und sogar verlassen – das Video auf dem Fernsehbildschirm läuft trotzdem weiter. Zusätzlich lassen sich mit einer Erweiterung [2] Tabs aus der PC-Version des Chrome-Browsers auf den Chromecast-Fernseher leiten.

Abbildung 4: Das Icon signalisiert, dass die Wiedergabe über den Chromecast-Stick erfolgen kann.
Abbildung 4: Das Icon signalisiert, dass die Wiedergabe über den Chromecast-Stick erfolgen kann.

Abbildung 5: Auch Play Music unterstützt das Streamen von Musik auf den Fernseher.
Abbildung 5: Auch Play Music unterstützt das Streamen von Musik auf den Fernseher.

Anderen Apps aber bleibt der Zugang zu Chromecast bisher verwehrt. Nicht einmal die Galerie-App von Android kann eigene Bilder oder Handyvideos via Chromecast auf den TV beamen. Bekannten Android-Hackern wie Koushik Dutta werden Knüppel zwischen die Beine geworfen: Die von ihm entwickelte AirCast-App konnte zu Beginn beliebige Inhalte an den Chromecast-Stick senden, ein Update der Firmware des Sticks verhindert [3] dies jedoch inzwischen.

Gute Idee, schwach umgesetzt

Es hat einen guten Grund, warum es den Chromecast-Stick im deutschen Play Store [4] noch nicht zu kaufen gibt: Der Stick hat bisher kaum einen praktikablen Nutzen. Nur über Importeure, die den Chromecast-Stick für etwa 50 Euro auf Amazon anbieten [5], kann man ihn momentan ordern.

Wer YouTube liebt und einen möglichst einfachen Weg sucht, das Bild auf den TV zu bringen, oder Fans von Google Music, die Musik auf einen AV-Receiver mit HDMI-Eingang leiten möchten, sind mit dem Chromecast-Stick gut bedient. Doch viele andere wünschenswerte Funktionen fehlen.

Handy-Games auf dem TV spielen? Eigene Videos bequem auf den Fernseher beamen? Videodienste wie Watchever oder Lovefilm auf dem TV-Schirm abspielen? Oder gar gleich das Handydisplay auf den Fernseher spiegeln? All das müsste mit Chromecast möglich sein, ist es aber nicht! Solange das so bleibt, sollten Sie sich das Geld lieber sparen.


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