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Google will Nexus-Strategie ändern

Google will seine Hardware-Strategie grundlegend überarbeiten – künftig sollen 5 Mobilgeräte-Hersteller an der Fertigung der Android-Flaggschiffe beteiligt sein. Der Grund: Mountain View will sich im Kampf um Marktanteile besser rüsten, daneben sollen Netzanbieter weniger Einfluss auf die Android-Geräte erhalten.

Google will mehrere Mobilgerätehersteller an der Fertigung der Android-Flaggschiffe beteiligen und die Geräte anschließend direkt vermarkten. Anders als in der Vergangenheit, als Google mit nur einem Nexus-Hersteller kooperierte, will es sich nun im Kampf um Marktanteile breiter aufstellen. Anstatt Mobilfunkbetreibern und Netzanbietern wie bisher eine große Mitgestaltungsmacht zu bieten, will Google selbstbestimmter agieren und mehr Einfluss auf Apps und Telefon-Funktionen haben.

Daneben will Google auf diese Weise viele Hersteller beruhigen, die die Aneignung von Motorola durch Mountain View äußerst kritisch beäugten, sah man doch die eigenen Felle davonschwimmen. Mit Hilfe des neuen Android-Vermarktungsmodells wäre Google in der Lage, Motorola zwar auch als Nexus-Hersteller einzuführen, die anderen Unternehmen aber dabei nicht zu vergraulen.

Fünf Nexus-Hersteller

Viele Hersteller beschwerten sich in der Vergangenheit, da Ihnen der Zutritt zu den neuesten Android-Releases verwehrt blieb – Google legte sich stets nur auf einen Nexus-Präsentator fest. Nun will Google mit ganzen fünf Nexus-Herstellern in Verhandlungen treten. Zudem will das Unternehmen die Geräte in den USA, Europa und Asien direkt über seine Webseite und einige Händler vertreiben. Wie nicht anders zu vermuten, werden die neuen Geräte mit der nächsten Android Version 5.0 Jelly Bean laufen. Die Veröffentlichung des ICS-Nachfolgers steht höchstwahrscheinlich Ende Juni an – dann findet die Google I/O Konferenz in San Francisco statt.

Eine Vertrauensperson teilte mit, dass die Nexus-Armada bis Thanksgiving (22. November 2012) einsatzbereit sein soll. Google hofft, dass die Nexus-Offensive auch die Tablet-Verkäufe ankurbelt, denn bis jetzt scheiterten alle Versuche, dem iPad-Erfolg ein Android-Äquivalent entgegenzusetzen.

Geringerer Einfluss von Mobilfunkanbietern

Die neuen Nexus-Geräte sollen unlocked, das heißt ohne Bindung an einen Mobilfunkanbieter, angeboten werden. Was in den USA noch recht ungewöhnlich ist, ist in Europa und anderswo schon gang und gäbe. Der Schritt bedeutet speziell für den US-Markt, dass Anbieter wie Verizon keine Apps mehr blockieren können. Der US-Provider sperrt derzeit beispielsweise den Zugriff auf Google Wallet. Weiterer Vorteil: Die oft von den Carriern verzögerten Firmware-Updates können auf diese Weise zügiger über die Bühne gehen, da langwierige Anpassungsverfahren umgangen werden. Im Gegensatz zu Apples iOS ist die Android-Welt zunehmend stark fragmentiert, was die Update-Praxis schwierig und unübersichtlich macht. Kooperiert Google im Falle der Nexus-Geräte mit gleich mehreren Herstellern, wäre das einer etwas kundenfreundlicheren Update-Politik Tür und Tor öffnen, auch App-Entwickler könnten erleichtert aufatmen, hätten sie doch dann zwar immer noch mit einer überwältigenden Gerätevielfalt zu tun, deren Betriebssysteme sich jedoch zunehmend gleichen.

Googles derzeitige Android-Partnerschaften belaufen sich übrigens auf Asus, HTC, Motorola, Samsung und Sony. Jedes der Unternehmen wird etwa ein Dutzend Mitarbeiter nach Mountain View schicken dürfen, die an der Ausgestaltung der neuen Android-Strategie mitwirken. Seien wird also gespannt, was 2012 noch in petto hat.

Quelle: wsj.com

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