Start Aktuell Google trotzt Microsoft — Importverbot für Motorola-Smartphones in den USA

Google trotzt Microsoft — Importverbot für Motorola-Smartphones in den USA

Dass Microsoft an Android mehr verdient als mit seinem eigenen Handy-Betriebssystem Windows Phone, ist kein Geheimnis. Dies könnte sich jedoch in Zukunft ändern, da Motorola sich weigert, ein entsprechendes Patent-Abkommen mit Microsoft zu schließen und deshalb in den USA mächtig Ärger bekommt.

Was bisher geschah: Microsoft besitzt ein paar Software-Patente, die für Android-Smartphones zentral sind. Um teure Rechtsstreitigkeiten mit Redmond zu vermeiden, zahlen praktisch sämtliche Hersteller von Android-Smartphones Tantiemen an Microsoft. Bis vor kurzem tat dies auch Motorola. Die Firma weigerte sich aber Ende 2011 den abgelaufenen Vertrag zu verlängern, sodass Microsoft Motorola vor der International Trade Commissio verklagte und vor Gericht im Mai 2012 auch recht bekam. Motorola hatte bis gestern Zeit, die vom Gericht bzw. Microsoft beanstandeten Patentverletzungen zu beheben. Dabei handelt es sich in erster Linie um Patente bezüglich Active Sync und Microsoft Exchange, beides Features, die Android für den Einsatz im Business-Umfeld benötigt.

Nun steht Motorola im Zugzwang und muss entweder doch ein Abkommen mit MS schließen oder die Software der betroffenen 18 Geräte so ändern, dass die Klage von MS nicht mehr greift. Dass die Firma keine weiteren Abgaben an Microsoft machen will, hängt wohl auch mit der Übernahme durch Google zusammen. Google dürfte kaum Interesse daran haben, Microsoft an den Einnahmen mit Android zu beteiligen und so wird es Google wohl auf einen langen Rechtsstreit ankommen lassen bzw. alles tun, um die Geschichte so gut wie möglich zu regeln. Im besten Fall wird dabei Android so geändert, dass sämtliche Funktionen erhalten bleiben, aber keine MS-Patente mehr verletzt. Gelingt das Motorola und Google, könnten auch andere Smartphone- und Tablet-Hersteller auf den Zug aufspringen und ihre Lizenzabkommen mit MS kündigen. Im schlechtesten Fall muss Motorola klein beigeben und wieder Tantiemen an Redmond abliefern. Zu einem Lieferengpass sollte es nicht kommen. Motorola hat noch genügend Smartphones und Tablets in den USA auf Lager.

Quelle: arstechnica.com via omgdroid.com

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