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Google Music unter Windows und Mac OS X nutzen

Musik unter Android zu kaufen und zu hören, ist mit Google Music ein Kinderspiel. Doch wie nutzt man den Google-Dienst am bequemsten auf dem PC? Unser Artikel zeigt es.

Seit Google Music Ende Jahr in Deutschland an den Start ging, erfreut sich der Dienst vor allem bei Android-Nutzern wachsender Beliebtheit. Google Music bietet für 20.000 eigene Lieder einen kostenlosen Platz in der Cloud, zuzüglich der bei Google Play erworbenen Musik. Besonders Nutzern mehrerer Geräte bringt der Dienst den Vorteil, dass der lästige Abgleich der Musikbibliotheken entfällt – vorausgesetzt man besitzt einen Internetzugang.

Für den Fall dass kein Internet zur Verfügung steht, lassen sich auf Android-Geräten die Titel offline nutzen indem sie lokal gespeichert werden. Eine Wiedergabe der Musik am PC ist offiziell nur über die Webseite music.google.com möglich. Diese Variante funktioniert zwar, ist aber wenig komfortabel: So müssen Sie für jede Aktion (Start/Stop der Wiedergabe, Wahl des nächsten Titels etc.) die Webseite aufrufen. Einen komfortableren Weg zeigt der folgende Artikel, der je einen Google Music-Client für Windows und Mac OS X vorstellt.

Player für Windows

Das Programm Google Music Desktop Player [1] funktioniert unter Windows 7 und 8. Die Programmoberfläche besteht aus der gleichen Weboberfläche wie die klassische Google Music-Webseite, denn diese wird im Programmfenster aufgerufen. Das Zentrale sind jedoch die Zusatzfunktionen.

Abbildung 1: Das ist nicht Google Play, sondern der Anmeldebildschirm des Google Music Desktop Players.
Abbildung 1: Das ist nicht Google Play, sondern der Anmeldebildschirm des Google Music Desktop Players.

Hat man sich mit seinem Google-Konto angemeldet steht die bekannte Oberfläche zur Verfügung. Die Ansicht lässt sich auch hier nach Alben, Titel, Interpret und Genre sortieren, also alles wie gewohnt. Das Wichtigste sieht man jedoch nicht auf Anhieb: Die Musik kann nun mit den Mediatasten, wie sie nahezu jede Tastatur besitzt, gesteuert werden! So muss man nicht mehr die Webseite besuchen, um ein Lied zu pausieren oder den nächsten Titel anzuwählen, was in der Praxis einen enormen Vorteil darstellt. Aufgrund der Vielzahl der möglichen Tastaturen klappt es leider auch nicht mit jedem Modell. Mit den von der Redaktion getesteten Laptops klappte es jedoch auf Anhieb. Unter Windows 7 findet sich in der Taskbar beim Mouseover über das Icon noch eine zweite Steuerungsmöglichkeit mit den Buttons Play/Pause, Previous und Next.

Klickt man auf den Button Options finden sich mehr Funktionen, die man von der Webseite nicht kennt.

Abbildung 2: Das Optionsmenü. Hier lassen sich Themes, last.fm-Integration und Popups für Benachrichtigungen über Titel einstellen.
Abbildung 2: Das Optionsmenü. Hier lassen sich Themes, last.fm-Integration und Popups für Benachrichtigungen über Titel einstellen.

In diesem Menü können Sie zwischen drei Themes (custom.css) wählen. Diese sind eine optische Bereicherung für das Programm. Allerdings sind sie nicht immer logisch gestaltet. So lässt sich oben links in Abbildung 2 erkennen, dass das Suchfenster sich mit dem Namen des Künstlers überschneidet. Diese kleinen optischen Fehler sind je nach Theme mehr oder weniger vorhanden. Auch hat nicht jedes Theme dieselben Funktionen, bei manchen wird das Suchfenster ganz ausgeblendet.

Praktisch ist wiederum die last.fm-Integration. Einmal angemeldet erteilt sie der Anwendung den Zugriff auf das eigene last.fm-Konto, und schon werden sämtliche über den Google Music Desktop Player gehörten Titel gescrobbelt. Und das Beste an diesem Programm? Es ist kostenlos! Ein sehr fairer Preis für einen so nützlichen Player. Überzeugte Nutzer finden im Optionsmenü einen Spendenbutton.

omPlayer für Mac OS X

Dieses Programm ähnelt in vielen Punkten dem Google Music Desktop Player für Windows. Es benutzt auch die Weboberfläche von Google Music und bietet ebenfalls scrobbeln zu last.fm an.

Abbildung 3: Oberfläche des omPlayer. Er wirkt insgesamt aufgeräumter als sein Windows-Pendant.
Abbildung 3: Oberfläche des omPlayer. Er wirkt insgesamt aufgeräumter als sein Windows-Pendant.

Der omPlayer [2] verzichtet komplett auf Themes. Entsprechend gibt es keine unschönen Designfehler. Hier besteht die Möglichkeit die Notifications von Growl zu nutzen. Die Wiedergabe lässt sich entweder mittels der Mediatasten oder über eigens auswählbare Tastaturshortcuts steuern. Zudem ist der omPlayer nicht auf Google Music festgelegt sondern bietet auch Unterstützung für Grooveshark, Pandora und Deezer. Ähnlich wie beim Google Music Desktop Player für Windows findet sich auch hier ein Icon in der Statusleiste. Es ist jedoch weitaus umfangreicher und ermöglicht zusätzlich zur Wiedergabe von Musik auch den Aufruf der Optionen und des Programmfensters.

Abbildung 4: Statusbar-Menü des omPlayer. Hier lässt sich die Musik nicht nur bewerten sondern auch die Art der Wiedergabe einstellen und das Optionsmenü aufrufen.
Abbildung 4: Statusbar-Menü des omPlayer. Hier lässt sich die Musik nicht nur bewerten sondern auch die Art der Wiedergabe einstellen und das Optionsmenü aufrufen.

Der omPlayer ist über den Mac App Store erhältlich und kostet 1,79 Euro. Bedenkt man die Zusatzfunktionen und wie komfortabel die Nutzung von Google Music dadurch wird ist der Preis mehr als angemessen. Laut Entwickler soll in einem der nächsten Updates sogar die Apple Remote Fernbedienung unterstützt werden.

Fazit

Da beide Player auf die Weboberfläche setzen fällt der Umstieg sehr leicht wenn Google Music bisher nur im Browser genutzt wurde. Daraus resultiert jedoch auch das einzige große Manko beider Programme: Die fehlende Möglichkeit Musik offline verfügbar zu machen, wie etwa am Android-Gerät. Sollte Google seine API zugänglich machen wird vielleicht auch das möglich sein. So sind jedoch beide Anwendungen auf eine Internet-Verbindung angewiesen. Schön wäre es auch wenn die Grafikbugs der Themes beim Google Music Desktop Player behoben und mehr Tastaturen mit Mediatasten unterstützt würden. Trotz dieser Kritikpunkte ist festzuhalten, dass beide Programme Google Music um Features wie scrobbeln oder Kontrolle der Wiedergabe per Mediatasten aufbohren. Gerade letzteres ist im Alltag sehr hilfreich. Und das Alles erhalten Sie für wenig oder gar kein Geld!


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