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Google Chrome Version 69 – Kritik am neuen Anmeldeprozess

Bist du ein Nutzer von Google Chrome, so bist du mit der umfangreichen Synchronisierung nach einer Anmeldung des Dienstes bestens bekannt. Einmal vorgenommene Einstellungen sind auf allen Geräten, welche mit dem selben Google Account angemeldet sind, abrufbar. Bisher war dieser Browser-Login getrennt vom Login in den diversen Google Angeboten (Gmail, Photos usw.). Mit der neuen Version des Chrome Browsers hat sich das allerdings geändert.

Hast du dich bisher über einen anderen Browser bei einem Google Dienst angemeldet (zum Beispiel GMail) wurde dieser Dienst nach Eingabe deines Passwortes auf dem genutzten Browser aufgerufen. In der neuen Chrome Version 69 funktioniert diese getrennte Nutzung zwischen Dienst und Browser nicht mehr, wird aber von Google nicht explizit erwähnt. Via Twitter hat sich Google Mitarbeiterin Adrienne Porter Felt zu Wort gemeldet: Die Änderung im Anmeldeprozess wurde bewußt vorgenommen, da zum Beispiel Nutzer, welche sich einen Rechner teilten meist nur eine Abmeldung des Google Dienstes vorgenommen haben, jedoch immer noch bei Google Chrome eingeloggt waren und somit die anderen Nutzer auf die Daten zugreifen konnten. Sichtbar ist die noch bestehende Chrome Anmeldung jetzt auch durch das kleine Profilbild.

Das kleine Profilbild zeigt nun deine Anmeldung bei Google Chrome.
Es kann zwischen mehreren Nutzern hin- und hergewechselt, oder der Gastmodus genutzt werden.

In der Praxis heißt das nun: Wenn du dich auf einem anderen Browser als Google Chrome bei einem Google Dienst anmeldest, erfolgt zuerst eine automatische Weiterleitung zum Chrome Browser. Es ist also nicht mehr möglich, einen Google Dienst ohne Anmeldung bei Google Chrome beziehungsweise Weitergabe deiner Daten zu nutzen.

Eine weitere Neuerung des Chrome Browsers Version 69 ist das Bemerken eines Logouts. Meldest du dich nun innerhalb des Chrome Browsers bei einem Google Dienst ab, so wird die automatische Browser-Synchronisierung pausiert. Daten wie Lesezeichen, Passwörter und Verlauf werden dann nicht mehr mit deinem Konto synchronisiert, bleiben jedoch auf dem Gerät gespeichert, auf dem die Abmeldung erfolgt ist.

Nach dem Klick auf den Abmelden-Button erscheint eine Maske mit oben beschriebenem Pausieren der Synchronisation sowie den Buttons “Weiter” für eine Weiternutzung ohne Synchronisaton und “Anmelden” für eine erneute Anmeldung mit Synchronisation.

Nach einer Abmeldung des Google Dienstes wird die Synchronisation pausiert.

Momentan ist es noch möglich, den neuen Anmeldeprozess per Flag zu deaktivieren. Dazu gibst du in die Adressleiste von Chrome den Befehl

  • chrome://flags/#account-consistency

ein. Beim ersten Eintrag in der Liste “Identity consistency between browser and cookie jar” klickst du auf das kleine Kästchen mit dem Pfeil und setzt du es von Default (Standard) es auf Disabled (verhindert). Danach startest du Chrome neu.

Momentan kann der Anmelde-Prozess noch via Flag unterbunden werden.
Du setzt den Regler auf Disabled.

Google wird ja gerne als Datenkrake bezeichnet. Ein Titel, welcher durch die “neue und automatische” Anmeldung im Google Chrome Browser nochmal verstärkt wird. Wer also einen Google Dienst ohne Google Chrome nutzen möchte hat nun Pech gehabt, da Google trotzdem alle Daten an sich zieht. Hier bleibt nur eine Ausweichlösung in der man komplett auf Google verzichtet, oder die Nutzung des Inkognito-Modus mit einer immer neuen Anmeldung bei jedem Dienst.

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