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Google – Android Nutzer in der EU bekommen Auswahlfeld für Browser

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Google Logo | Android-User.de
(Bildquelle: Google)

Im letzten Jahr verhängte die EU eine Rekordstrafe in Höhe von 4,3 Milliarden Euro gegen Google wegen Missbrauchs der Marktmacht von Android. Nun beugt sich Google dem damaligen Urteil und zieht weitere Konsequenzen: Nutzer bekommen künftig ein Auswahlfeld, welche Suchmaschine sie nutzen möchten.

Google – Android Nutzer in der EU bekommen Auswahlfeld für Browser

In einem Blogeintrag kündigte Google gestern an, dass die Android Nutzer in der EU in Zukunft, wahrscheinlich anhand eines Auswahlbildschirms, gefragt werden, welche Suchmaschine und welchen Webbrowser sie auf ihrem Smartphone verwenden möchten.

Es ist bei Android zwar schon immer möglich, einen alternativen Browser als den vorinstallierten Chrome-Browser zu nutzen, doch Google beugt sich mit dem Auswahlbildschirm der EU-Kommission.

Diese hatte sich daran gestört, dass die Lizenzbedingungen von Google vorsahen, dass Android-Gerätehersteller immer ein ganzes Paket Google-Apps vorinstallieren müssen bevor sie zum Beispiel nur eine einzelne davon nutzen durften.

Im Blog ist auch zu lesen, das Nutzer von Android schon immer die Möglichkeit hatten, zusätzlich und unabhängig von den vorinstallierten Google-Apps weitere Suchmaschinen und Browser zu nutzen. Jeder Android-Nutzer installiert mindestens 50 zusätzliche Apps. Es ist jedoch nicht ersichtlich, welche davon alternative Browser und Suchmaschinen sind. Die EU-Kommission merkt daher an, dass die Mehrheit der Nutzer die vorinstallierten Programme nutzt und somit die Wahlfreiheit eingeschränkt wäre.

Der Auswahlbildschirm wird in naher Zukunft nicht nur Neukäufern eines Android-Smartphones sondern auch Nutzern, die schon ein Android-Smartphone besitzen, angezeigt.

Als erste Reaktion auf die Strafe hat Google im Oktober letzten Jahres sein Lizenzmodell für die Google Apps in Verwendung auf Android-Smartphones geändert. Es gibt nun neue, separate Lizenzen für Google Play, Chrome-Browser und die Google Suche. Nun können die Smartphonehersteller ihre Android-Phones auch ohne Chrome Browser sowie die Google Suche ausliefern, aber trotzdem den Play Store installieren.

Android sowie die Google Apps selbst sind kostenlos. Für Varianten ohne Chrome Browser und Google Suche fallen jedoch in Europa Gebühren (bis zu 40 Dollar pro Gerät) an. Diese verlangt Google von den Geräteherstellern. Google sagt dazu: Der Chrome Browser und die Suchmaschine tragen dazu bei, die Entwicklungskosten für das Betriebssystem zu finanzieren.

Google unterteilt dabei in drei Kategorien:

  • Hersteller können wie gehabt alle Google Apps und Google Play (für die nun Lizenzgebühren anfallen) samt Chrome und Google-Suche (für diese beiden Anwendungen verlangt Google keine Lizenzgebühren) vorinstallieren
  • Hersteller können Google Chrome und Google-Suche weglassen – und dafür alternative Apps aufspielen – aber die anderen Google-Apps und Google Play gegen Lizenzgebühren nutzen
  • Hersteller können ein Android-Gerät komplett ohne Google-Apps und Google Play Store verkaufen und müssen dafür dann auch keine Lizenzgebühren bezahlen. Ein Android-Gerät ohne Zugang zu Google Play dürfte aber für die meisten uninteressant sein.