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Flugsimulatoren unter Android

Einmal die Welt von oben betrachten und einfach losfliegen? Wer träumt nicht davon? Mit Ihrem Androiden und der richtigen App muss dies nicht bei einem Wunschtraum bleiben.

Unabhängig davon, ob Sie als Hobbyflieger durch die flugunfreundliche kalte Jahreszeit kommen wollen oder Ihre ersten Flugversuche virtuell durchführen möchten: mit den folgenden Flugsimulatoren für Android kommen Sie ganz auf Ihre Kosten

X-Plane 9


X-Plane [1] ist ein äußerst realistischer Flugsimulator, den es schon seit längerem für den PC gibt. Die Grundversion mit neun Flugzeugen und sechs Landschaften erhalten Siekostenlos im Playstore. Möchten Sie zusätzliche Flugzeuge oder Flugregionen, können Sie diese über einen In-App-Kauf einzeln erwerben. Der Preis schwankt je nach Maschine und Location zwischen 68 und 79 Cent. Mit der kostenlosen Version haben Sie allerdings bereits eine breit gefächerte Auswahl zur Verfügung. Sogar ein Hubschrauber und ein Jagdflieger sind mit an Bord. Jede Maschine besitzt wie in der Realität besondere Eigenschaften, die Sie beim Fliegen gesondert berücksichtigen müssen. Ob Sie mit einem Motorsegler wie der Cessna 172 fliegen, selbst hinter dem Steuerknüppel einer Boing 737 sitzen oder sich an die Concorde wagen, Wünsche bleiben sicherlich keine mehr offen.

Nachdem Sie den Simulator gestartet haben, gelangen Sie in die Cockpit-Ansicht (Abbildung 1). Rechts können Sie den Flug anhalten. Links finden Sie die Schiebevorreglung für den Motor (THROT) und rechts die Regelung der Flügelklappen (FLAP). Um losfliegen zu können, deaktivieren Sie die Bremsen (Brake). Gear weist auf die ausgefahrenen Räder hin.

Wie im wahren Leben ist der Flugvorgang bei jeder Maschine etwas unterschiedlich. Wenn Sie sich für ein Flugzeug entscheiden, müssen Sie in der Regel zunächst links unten die Bremsen deaktivieren und den Regler FLAP rechts etwa um ein Drittel nach unten schieben. Dieser steuert die Landeklappen, die beim Start als Auftriebshilfe und bei der Landung zur Verringerung der Geschwindigkeit dienen. Sobald Sie links den Regler für die Drosselklappe (THROT) nach oben ziehen, beginnt der Motor zu laufen und der Flieger rollt die Startbahn entlang. Damit er diese nicht verlässt, lenken Sie unten mit dem Ruder (RUD). Erst wenn das Flugzeug eine ausreichende Geschwindigkeit erreicht hat, lassen Sie es über den Neigungssensors Ihres Gerätes abheben. Die benötigte Geschwindigkeit ist dabei abhängig vom jeweiligen Flugzeug. Desto größer und schwerer Ihr Fluggerät ist, desto länger muss der Start sein um die erforderliche Geschwindigkeit zu erreichen. Besonders schwierig ist der Landeanflug. Sie benötigen einen guten Landeplatz und müssen vorsichtig aufsetzen, damit das Fluggerät nicht zerschellt. Reduzieren Sie vor der Landung mit den Landeklappen die Geschwindigkeit. Kommt es zum Crash, dann wählen Sie ein anderes Flugzeug oder eine neue Location aus.

Abbildung 1: Sicht aus dem Cockpit vor dem Start. Im oberen Menü gelangen Sie zu den verschiedenen Ansichten, den Einstellungen und zur Kontrolle der Fluginstrumente.
Abbildung 1: Sicht aus dem Cockpit vor dem Start. Im oberen Menü gelangen Sie zu den verschiedenen Ansichten, den Einstellungen und zur Kontrolle der Fluginstrumente.

Abbildung 2: Ansicht des Fliegers von hinten. So können Sie kontrollieren, ob alles in Ordnung ist.
Abbildung 2: Ansicht des Fliegers von hinten. So können Sie kontrollieren, ob alles in Ordnung ist.

Entscheiden Sie sich für den Helikopter, ist die Bedienweise vollkommen anders. Zunächst einmal entfällt dass Entlangrollen der Startbahn. Sie können direkt starten, indem Sie die Rotorblätter in Bewegung setzen. Diese steuern Sie links über COLL. Solange der Regler oben steht, drehen sich die Rotorblätter nicht. Das Steuern eines Hubschraubers ist wie in der Realität wesentlich anspruchsvoller als mit einem kleinen Flugzeug. Ausführlichere Informationen wie Sie den Heli ohne Abstürze zum Fliegen bringen, finden Sie auf der Internetseite des Entwicklers.

Abbildung 3: Das Fluggerät, die Location und weitere Besonderheiten wie Gewicht, Zeit, Ausfälle und Wetterbedingungen stellen Sie im Einstellungsmenü ein. Wenn Sie bereit zum Fliegen sind, gelangen Sie über Fly wieder zum Ausgangsbildschirm zurück.
Abbildung 3: Das Fluggerät, die Location und weitere Besonderheiten wie Gewicht, Zeit, Ausfälle und Wetterbedingungen stellen Sie im Einstellungsmenü ein. Wenn Sie bereit zum Fliegen sind, gelangen Sie über Fly wieder zum Ausgangsbildschirm zurück.

Sobald Sie den Bildschirm berühren, öffnet sich oben das Menü. Hier wählen Sie zwischen den verschiedenen Perspektiven und betrachten Ihr Flugzeug von oben oder von der Seite aus. Dadurch kontrollieren Sie zum Beispiel, ob die Flughöhe wirklich ausreicht oder Ihr Flieger nicht auf dem Kopf fliegt. Dies ist sinnvoll, wenn Sie nicht genau wissen, wo Sie sich befinden. Die detaillierten Flugeinstellungen kontrollieren Sie bei den Fluginstrumenten. Die meisten dieser Informationen finden Sie auch in der Cockpit-Ansicht.

Ihr Fluggerät und die gewünschte Region wählen Sie in den Einstellungen. Dahin gelangen Sie im Menü über das Symbol links neben der Pause-Taste. Hier legen Sie zudem die Tageszeit und Wetterbedingungen fest und nehmen auf Wunsch sogar Kontakt zu anderen Fliegern auf. Haben Sie ein zusätzliches Flugzeug erworben, können Sie dieses daraufhin problemlos mit allen Geräten verwenden, die mit Ihrem Playstore-Account angemeldet sind. Im Menü gelangen Sie zum Nutzerhandbuch mit detaillierten Bedienungshinweisen zu den einzelnen Maschinen. Allerdings sind die Anweisungen komplett auf Englisch.

Abbildung 4: Das Fliegen und Landen ist nicht ganz so einfach. Glücklicherweise ist es nur eine Simulation.
Abbildung 4: Das Fliegen und Landen ist nicht ganz so einfach. Glücklicherweise ist es nur eine Simulation.

Haben Sie X-Plane 9 bereits auf dem PC und möchten eine möglichst ungehinderte Sicht, können Sie sich die Anwendung X-Plane 9 Remote [2] auf Ihrem Androiden installieren und dies über WLAN mit dem PC verbinden. Dies zeigt Ihnen das Armaturenbrett auf dem Smartphone oder Tablet an. X-Plane Remote Panel gibt es als kostenlose Testversion oder mit einer vollständigen Anzeige der Fluginstrumente für 2,35 Euro. Damit Sie den Flugsimulator auf dem PC mit Ihrem Androiden verknüpfen können, installieren Sie vorher von der Entwicklerseite ein Plugin auf Ihrem PC.

Abbildung 5: X-Plane Remote Panel mit der Übersicht der Instrumente für den PC. So haben Sie die Informationen griffbereit und mehr Platz auf dem Bildschirm.
Abbildung 5: X-Plane Remote Panel mit der Übersicht der Instrumente für den PC. So haben Sie die Informationen griffbereit und mehr Platz auf dem Bildschirm.

X-Plane überzeugt mit einer schönen Grafik, einer enormen Auswahl an Maschinen und sehr realistischen Flugbedingungen. Sie lernen verschiedene Flugmodelle kennen und genießen während Ihrer Rundflüge eine tolle Aussicht.

F-Sim Space Shuttle


Möchten Sie sich wie ein Astronaut fühlen und das Landen mit einem Raumschiff ausprobieren, empfiehlt sich F-Sim Space Shuttle [3]. Auf den ersten Blick wirkt der Simulator, der immerhin mit 3,59 Euro zu Buche schlägt, sehr simpel. Die Maschine befindet sich bereits im Landeanflug und die Aufgabe darin besteht, sie innerhalb der vorgegebenen Flugbahn sicher zu steuern und behutsam landen zu lassen. Allerdings wurden wir im Test schnell eines Besseren belehrt. Selbst wenn das Raumschiff in der Flugbahn verblieb, kam es noch zu Crashs oder harten Landungen. Zudem gibt es einige Faktoren, die die Landung erschweren, wie wenig Sicht, starker Wind oder eine veränderte Flugbahn, die es zunächst einmal einzuhalten gilt.

Um direkt zu starten, wählen Sie im Startbildschirm Quick Flight aus (Abbildung 6). Alternativ können Sie zuvor ein paar Anpassungen vornehmen. Im Menü | Settings | Controls gelangen Sie zu den verschiedenen Optionen für die Steuerung des Simulators. Das Lenken funktioniert über den Neigungssensor (Tilt) oder über einen eingeblendeten Steuerknüppel. Zudem können Sie hier Autopilot für verschiedene Funktionen ein- und ausschalten. Unter View legen Sie die Ansichten fest, mit denen Sie beim Flug am besten zurechtkommen. Wünschen Sie bei Ihrem Flug besondere Ausfälle, können Sie diese im Untermenü Failures angeben. Unter New Flight können Sie ebenfalls ein paar Voraussetzungen für den Flug selbst festlegen oder sich mit Randomize überraschen lassen.

Aus der Cockpit-Ansicht können Sie während des Fluges die Geschwindigkeit und Flughöhe im Auge behalten und sehen auch, welche Route Sie fliegen müssen. Sobald Sie auf den Bildschirm tippen, öffnet sich oben ein weiteres Menü. Hier können Sie einstellen, aus welcher Perspektive den Orbiter steuern möchten. Die anderen Ansichten empfehlen sich, wenn Sie sich den Flug im Anschluss noch einmal aus einer anderen Perspektive anschauen möchten.

Nicht ohne Grund üben Astronauten Landungen ebenfalls mehrere Male mit einem Simulator, bevor sie wirklich fliegen. Obwohl der F-Sim Space Shuttle keinesfalls die Flugsimulatoren der Astronauten ersetzen kann, ist er dennoch nicht zuletzt aufgrund der gelungenen Grafik realistisch genug, um sich zumindest ein kleines bisschen wie ein echter Astronaut zu fühlen.

Abbildung 6: Startbildschirm des Flugsimulators Space Shuttle. Hier können Sie entweder direkt loslegen oder erst die Einstellungen anpassen.
Abbildung 6: Startbildschirm des Flugsimulators Space Shuttle. Hier können Sie entweder direkt loslegen oder erst die Einstellungen anpassen.

Abbildung 7: Aus der Cockpit-Ansicht können Sie die Flugroute genau sehen und Höhe und Geschwindigkeit überprüfen.
Abbildung 7: Aus der Cockpit-Ansicht können Sie die Flugroute genau sehen und Höhe und Geschwindigkeit überprüfen.

Abbildung 8: Möchten Sie einen längeren Landeanflug, stellen Sie dies unter den Einstellungen New Flight ein (Approach Full).
Abbildung 8: Möchten Sie einen längeren Landeanflug, stellen Sie dies unter den Einstellungen New Flight ein (Approach Full).

Abbildung 9: Außenansicht kurz vor der Landung. Im oberen Menü können Sie zwischen den Ansichten hin und her switchen.
Abbildung 9: Außenansicht kurz vor der Landung. Im oberen Menü können Sie zwischen den Ansichten hin und her switchen.

Helidroid 3D


In der Anwendung Helidroid 3D [4] steuern Sie einen RC-Modellhubschrauber in einem virtuellen Zimmer durch verschiedene Missionen. Sie können den kleinen Heli entweder über einen eingeblendeten Joystick oder den Gyrosensor Ihres Androiden fliegen lassen. In jedem Level müssen Sie unterschiedliche Aufgaben bewältigen. Dafür haben Sie jedoch immer nur eine bestimmte Zeit oder Anzahl von Versuchen zur Verfügung. Gelingt es Ihnen nicht, die Aufgabe mit einer bestimmten Punktzahl zu meistern, müssen Sie diese wiederholen. Erst dann können Sie die nachfolgenden Prüfungen durchlaufen. Über die Pfeiltasten links stellen Sie die Höhe des Hubschrauberflugs ein. Links oben können Sie kontrollieren, wie viel Zeit vergangen ist oder wie viele Versuche Sie noch übrig haben. Haben Sie sich für die Steuerung über den Joystick entschieden, befindet sich dieser rechts. Wenn Sie das Symbol mit der Kamera über dem Joystick auswählen, verändern Sie die Perspektive. So können Sie wählen, ob Sie den Hubschrauber beim Steuern sehen möchten oder lieber aus der Perspektive des Helis fliegen.

Das Spiel ist kostenlos und beinhaltet insgesamt 30 verschiedene Missionen. Obwohl sich der Ort nicht ändert, sind die einzelnen Prüfungen durchaus abwechslungsreich. Unter anderem müssen Sie mit dem Heli Getränkedosen abschießen, diesen auf einem durchfahrenden Modellzug landen lassen oder ihn gemeinsam mit Modellautos durch einen Parcours schicken. Dabei steigt der Schwierigkeitsgrad steil an. Die detailreiche 3D Grafik ist zwar nicht perfekt, sorgt jedoch für langanhaltendes Spielvergnügen.

Abbildung 10: Der Heli hat alle Getränkedosen erwischt - selbst die im Regal.
Abbildung 10: Der Heli hat alle Getränkedosen erwischt – selbst die im Regal.

Abbildung 11: Der Landeanflug auf den vorbeifahrenden Modellzug gestaltet sich nicht ganz einfach.
Abbildung 11: Der Landeanflug auf den vorbeifahrenden Modellzug gestaltet sich nicht ganz einfach.

Abbildung 12: Aus der Sicht des Helis. Mit dem Gyrosensor lässt sich der Hubschrauber auch steuern, allerdings erfordert dies viel Fingerspitzengefühl.
Abbildung 12: Aus der Sicht des Helis. Mit dem Gyrosensor lässt sich der Hubschrauber auch steuern, allerdings erfordert dies viel Fingerspitzengefühl.

Fazit

Alle getesteten Flugsimulatoren konnten aufgrund der realistischen Grafik und der Vielfältigkeit an Aufgaben und Situationen überzeugen. Wer auf der Suche nach einem netten Zeitvertreib ist, ohne sich in die Materie groß hineinzuarbeiten, ist mit Helidroid 3D gut bedient, da dieses mehr ein Spiel als ein Simulator ist. Das Prinzip ist leicht zu verstehen und verspricht schnellen Spielspaß. F-Sim Space Shuttle ist mit 3,59 Euro nicht ganz günstig, dafür ist die Bedienung des Simulators relativ schnell lernbar. Leider sind nur Landeanflüge damit möglich. Am vielseitigsten und realistischsten ist X-Plane. Da sich alle Maschinen anders bedienen lassen, ist der Pilot immer wieder neuen Herausforderungen ausgesetzt und lernt darüber hinaus sehr viel über die Luftfahrt. Doch der Aufwand lohnt sich. Ist man erst einmal oben, kann man einfach über die Gegend fliegen und sich die (virtuelle) Welt von oben betrachten.

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