Start Apps Finger weg vom Emoze E-Mail Client: 5 Gründe, warum Sie diese App...

Finger weg vom Emoze E-Mail Client: 5 Gründe, warum Sie diese App nicht nutzen sollten

Auf der Suche nach neuen tollen Apps sind wir heute auf Emoze gestoßen. Das E-Mail-Programm wird im Play Store mit durchschnittlich vier Sternen bewertet und es wirbt unter anderem mit „Secure Push Mail“. Wir haben die App angetestet und danach schnell wieder gelöscht. Hier lesen Sie, warum!
Emoze ist kein unbekannter E-Mail-Client. Unter Symbian galt die App lange als bester E-Mail-Client für Push-Nachrichten. Aber 2013 sollte es eigentlich kein Thema mehr sein, ob ein Provider Push unterstützt, praktisch alle größeren E-Mail-Anbieter tun das. Wir fragten uns deshalb, was Emoze so besonders gut macht und haben die App installiert. Dabei sind wir auf folgende fünf Punkte gestoßen, die wir Ihnen nicht vorenthalten möchten:

1. Emoze liest mit. Nach dem Start der E-Mail-App und dem Setup unseres Gmail-Accounts erhielten wir von Google einen Warnhinweis, dass jemand von einem bislang unbekannten Standort versucht hat, sich mit unserem GMail-Account zu verbinden. Da sich aktuell kein Mitarbeiter von Android User in Tel Aviv aufhält, können das nur die Server von Emoze sein, die sich laut whois auch in Israel befinden. Folglich zeigt die Emoze-App nicht direkt die Mails von GMail an, sondern lädt diese von den Emoze-Servern nach. Das bedeutet, dass die Firma hinter Emoze den kompletten Mailverkehr mitlesen kann, auch wenn sie das nach eigenen Angaben nicht tut. Es erklärt zudem auch die Kommentare bei Google Play, dass Emoze manchmal recht langsam oder gar nicht arbeitet. Dann sind wohl die Emoze-Server überlastet.





Kurz nach dem Setup unsere Gmail-Accounts erhielten wir diesen Hinweis von Google.

 

2. Die App braucht viel zu viele Berechtigungen. Ein guter E-Mail-Client benötigt viele Rechte, das stimmt. Dazu gehören unter anderem das Lesen der Kontakte, Anlegen von Terminen (um über E-Mail ein Meeting zu vereinbaren), Abfragen der vorhandenen Konten und auch einfache Dinge wie Vibrationsalarm steuern oder Synchronisationseinstellungen lesen. Aber wozu muss eine E-Mail-App SMS-Nachrichten verschicken können, wozu SMS und MMS lesen, den genauen Standort abfragen und Simulierte Standortquellen für Testzwecke, Verknüpfungen installieren, Zugriff auf das Mikrofon und die Kamera? Das sind alles Funktionen, die eigentlich eine E-Mail-App nicht benötigt.





Ganz schön viele Berechtigungen für eine E-Mail-App, wie wir finden. Die Liste ist nach unten nicht komplett.

 

3. Emoze ist gratis. Emoze zeigt keine Werbung an und die Android-App ist gratis. Das ist kein Grund, einer App zu misstrauen. Dennoch sollte man sich bei jeder App die Frage stellen, wie die Entwickler das nötige Kleingeld sammeln, um täglich frische Brötchen kaufen zu können. Ohne Emoze hier irgendetwas unterstellen zu wollen: allein aus Freude am Programmieren schreibt man keine Apps mit Exchange-Support, Kalender-Synchronisation, Facebook-Integration etc. Das benötigt recht viele Ressourcen. Mag sein, dass man die E-Mail-App auch an Mobilfunkprovider etc. verkaufen kann, aber die Privacy Policy der Firma lässt hier auch andere Schlüsse zu:

„In order to provide you with The Service or other services you have requested, Emoze may sometimes, if necessary, share your Personal and Traffic Data with carriers, partners, service providers, and / or agents; for example with a distributor of Emoze Software and / or the Service, and / or a third party banking organization, and / or other providers of payment services.“

Emoze lebt also ziemlich sicher davon, irgendwelche Daten an Dritte zu verkaufen. Welche Daten das wohl sind?

4. Wer steckt hinter Emoze? Die Webseite des Entwicklers verfügt über kein wirkliches Impressum. Es findet sich darauf lediglich ein Hinweis, dass die Firma aus Israel stammt. Mit etwas googlen lassen sich noch ein paar weitere Infos sammeln, Transparenz sieht aber anders aus.

5. Emoze ist auch eine Security-App. Emoze ist nicht nur ein E-Mail-Client sondern kann auf Wunsch auch das Handy sperren oder beim Wechseln der SIM-Karte eine Benachrichtigung schicken und das Handy orten. Sprich: Emoze weiß, wer Sie sind, wo Sie sind, mit wem Sie E-Mails tauschen, SMS schreiben und wann Sie ihren nächsten Termin beim Frisör haben. Das allein sollte Grund genug sein, um die App nicht zu installieren oder falls installiert, so schnell wie möglich zu löschen.

Die App zu testen, hatten wir nach all diesen Aspekten keine Lust mehr. Selbst wenn Emoze der beste E-Mail-Client für Android wäre: wir würden die App niemandem zur Installation empfehlen. Deshalb gibt es an dieser Stelle auch keinen Button zum Download.

Kommentiere den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here