Start Aktuell Facebook will weniger Daten sammeln als früher – Reaktion auf den Datenklau...

Facebook will weniger Daten sammeln als früher – Reaktion auf den Datenklau bei den Usern

Facebook (und auch Google) sammelt Daten – das dürfte ja hinlänglich bekannt sein. Wie sollte es sonst sein, dass du immer passende Werbung oder Berichte in deinem Stream findest? Ende März wurde bekannt, dass auch alle Telefon- und SMS-Protokolle der Nutzer auf die Facebook-Server übertragen und dauerhaft gespeichert wurden. Und diese Sammlungen fanden ganz ohne das Wissen der Nutzer statt.

Facebook bietet Nutzern die Möglichkeit, alle über sie gespeicherten Daten als ZIP-Datei herunterzuladen. Diese ZIP-Dateien können mitunter ziemlich groß sein. Einige Nutzer haben tatsächlich einmal einen Download gestartet und stolperten dabei über vollständige Telefon-Protokolle, SMS und MMS. Zwar waren das nur Metadaten, welche jedoch ohne Einverständnis des Nutzers erhoben wurden.

Im gezeigten Tweet wird ersichtlich, welche Daten auf dem Facebook-Server landeten: Anrufdauer, Anrufzeit, Name des Anrufers und andere. Somit weiß Facebook genau, welche Kontakte es dir vorschlagen muss. Das Sammeln der Daten war/ist möglich, da viele Nutzer der Facebook-App den Zugriff auf das Adressbuch geben, um Kontakte zu synchronisieren, Freunde zu finden oder passende Kontaktvorschläge zu bekommen. Diese Freigabe ermöglicht es der App allerdings auf die Nutzerprotokolle zuzugreifen. Das davon reger Gebrauch gemacht wurde kann man sich an drei Fingern abzählen.

Möchtest du selbst einmal nachsehen, welche Daten Facebook von dir hat kannst du das hier im Archiv tun.

Der Datenklau hat unter #deletefacebook hohe Wellen geschlagen, sodass CEO Mark Zuckerberg gezwungen war zu reagieren. Als Sofortmaßnahme will Facebook nun nur noch notwendige Daten sammeln (wobei hier auch wieder die Frage aufkommt: Welche Daten sind notwendig?) und diese auch früher wieder löschen. Das heißt, eine Speicherung soll nur noch für ein Jahr erfolgen. Die Daten würden benötigt, um häufig kontaktierte Personen im Messenger oben in der Kontaktliste zu halten. Auch wurde beteuert, dass keine SMS-Inhalte abgerufen oder gespeichert worden sind.

Über kurz oder lang wird Facebook auch diesen Datenskandal überstehen. Zwar kommen in den USA und Europa kaum noch neue Nutzer hinzu, dafür wird Facebook aber in Indien und Afrika immer wichtiger. Und wer nicht auf Facebook unterwegs ist kommuniziert vielleicht über Instagram und WhatsApp. Diese gehören jedoch ebenfalls zum Facebook-Konzern. Echte Gefahren drohen Facebook nur, wenn durch die Datenskandale der Ruf soweit beschädigt wird, dass Unternehmen nicht mehr mit Facebook werben wollen, oder es werden Gesetze erlassen, welche Facebook hart treffen.

Kommentiere den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here