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Dual-SIM-Smartphone Simvalley SPX-5 UMTS

© pearl.de

Das vom Discounter Pearl vertriebene Android-Smartphone SPX-5 UMTS bietet als einer der wenigen Geräte eine Dual-SIM-Unterstützung. Mit einem 5,2-Zoll-Display positioniert es sich im Formfaktor zwischen Tablet und Mobiltelefon.

Plusminus

+ Dual-SIM-Support

+ Günstiger Preis

– Schwache CPU

– Verarbeitung und Display

– Gewicht

– Keine Kopfhörer

Android-Smartphones mit Dual-SIM-Support sind recht dünn gesäht. Nicht so beim Technik-Discounter Pearl. Mit dem SPX-5 UMTS [1] bietet Pearl für rund 230 Euro ein Riesen-Smartphone mit 5,2-Zoll-Display an. Für Sparfüchse gibt es das SPX-5 auch ohne UMTS-Support (mit langsamer Datenverbindung über GPRS und EDGE) für 170 Euro.

Ausgepackt

Wie bei Pearl respektive Simvalley üblich kommt das Smartphone in einer recht unspektakulären Verpackung, dessen Inhalt sich neben dem Gerät auf ein Ladekabel und eine Kurzbeschreibung beschränkt. Das Gerät selbst wirkt auf den ersten Blick befremdlich: Für ein Tablet zu klein, für ein Smartphone zu groß. Dieser Eindruck verdichtet sich noch, sobald man das Gerät in die Hand nimmt. Trotz seiner runden Formen wirkt es alleine schon wegen der Dimensionen und seines nicht unerheblichen Gewichts von über 200 Gramm eher unhandlich. Da sich der Vergleich mit dem Galaxy Note aufdrängt: zwischen den zwei Geräten liegen hinsichtlich Qualität und Benutzbarkeit Welten, das zeigt sich allerdings auch beim Preis.

Auf der rechten Seite befindet sich eine relativ große Abdeckung, unter der sich die Kontakte für eine Tastatur-Dockingstation [2] befinden, die Pearl gesondert zum Preis von 24,90 Euro anbietet. Etwas ungewöhnlich erscheint auch der gleich doppelt vorhandene Home-Button: Eine mechanische Version liegt an der unteren Gehäusekante, ein Touch-Sensor residiert links darüber unterhalb des Displays. Für Verwirrung sorgt zunächst die sogenannte Android-Taste links über der Lautstärkewippe. Betätigt man sie, erscheint in der Status-Bar ein kleines Schloss mit einem Pfeil drumherum – welchen Zweck sie erfüllt, erklärt aber weder das Handbuch noch eine anderweitige Hilfe. Erst eine Recherche in einschlägigen Foren ergab, dass die Taste das automatische Drehen des Displays beim Neigen des Geräts (de-)aktiviert.

Wie üblich befindet sich an der oberen Gehäuseseite der An/Aus-Schalter, links daneben die Entriegelung für den Rückdeckel. Nimmt man die Schale ab, kommen scharfe Kanten zum Vorschein – eine unsaubere Verarbeitung. Über dem Akku befinden sich Einschübe für eine MicroSD-Karte und zwei SIM-Karten (Abbildung 1). Anders als beim Vorgänger [3] sind diese übereinander statt nebeneinander platziert. Karte 1 stecken Sie in den oberen Schacht, Karte 2 in den unteren.

Abbildung 1: Oberhalb des Akkus befinden sich die beiden Einschübe für die SIM-Karten.
Abbildung 1: Oberhalb des Akkus befinden sich die beiden Einschübe für die SIM-Karten.

Paarlauf

Nach dem Anschalten erfolgt zunächst die Abfrage beider PIN-Nummern, nach deren Eingabe ein blaues und ein rotes Verbindungs-Icon Aufschluss über deren Konnektivität geben. Welche Karte welchen Dienst übernehmen soll legen Sie unter Einstellungen | SIM-Verwaltung fest.

Abbildung 2: Simvalley ergänzt die Einstellung von Android um die SIM-Verwaltung, in der Sie unter anderem einstellen, welche Karte für welchen Dienst zuständig zeichnet.
Abbildung 2: Simvalley ergänzt die Einstellung von Android um die SIM-Verwaltung, in der Sie unter anderem einstellen, welche Karte für welchen Dienst zuständig zeichnet.

So können Sie beispielsweise über Karte 1 zu telefonieren und über Karte 2 im Web surfen. Entscheiden Sie sich bei Sprachanruf für Immer nachfragen, erscheint vor jedem ausgehenden Anruf ein Abfragedialog, in dem Sie den Anbieter auswählen. Wie schon beim Vorgänger funktionierte der Betrieb mit den beiden SIM-Karten im Test völlig problemlos und gab keinerlei Anlass zur Kritik.

Innere Werte

Auch wenn Pearl auf seiner Webseite wie üblich mit Superlativen wirbt, liest sich das Datenblatt des SPX-5 UMTS eher unspektakulär. Ein 650-MHz-CPU sorgt für den Vortrieb. Ihr steht eine 300-MHz-GPU zur Seite, welche den grafischen Part übernimmt. 512 MByte Arbeitsspeicher sind zwar nicht üppig, aber für die meisten Fälle ausreichend. Anders sieht es hier beim internen NAND-Speicher (256 MByte) aus: Für den Anwender bleiben rund 160 MByte verfügbar, definitiv zu wenig. Je nach Größe reichen bereits wenige Apps aus, um den Platz zu belegen. Eine MicroSD-Karte gehört deshalb zwingend ins Gerät.

Erwartungsgemäß fielen die Benchmarks ebenfalls unspektakulär aus. Während das SPX-5 bei Antutu noch auf vergleichsweise respektable 1635 Zähler kommt, erreicht es bei Vellamo lediglich 236 Punkte und gehört damit zu den schwächsten jemals in der Redaktion getesteten Geräte.

Umso überraschter waren wir, dass das Smartphone gerade beim Browsen eine wirklich gute Figur abgab, dessen Performance Vellamo eigentlich misst. Sämtliche Referenzseiten lud das Gerät in akzeptablen Zeiten von 15 bis 20 Sekunden. Auf sehr skriptlastigen und umfangreichen Seiten wie etwa Bild.de zeigte das SPX-5 UMTS beim Navigieren und Zoomen mit deutlichen Rucklern dann aber doch an, dass seine Kapazitätsgrenzen erreicht waren, auch bei 3D-Spielen ist das Smartphone schnell überfordert.

Ebenfalls erfreulich fiel der Akku-Leistungstest Antutu Tester [4] aus, bei dem das Phone auf beachtliche 878 Punkte kommt. Das ist für ein Smartphone ein außerordentlich guter Wert, den sonst lediglich Tablets mit deutlich stärkeren Energiespeichern toppen. Das SPX-5 UMTS liegt damit gleichauf mit dem Motorola Xoom und deutlich besser als beispielsweise das HTC Incredible S. Seltsamerweise gibt Pearl die Laufzeiten mit bescheidenen 200h (Standby) und 4h (Gespräch) an. Mit dem verbauten 2500-mAh-Akku müsste da deutlich mehr drin liegen.

Im Multimedia-Bereich wartet das Phone auf der Rückseite mit einer 8-MPixel-Kamera auf, der ein LED-Blitz zur Seite stehen soll. Der erweist sich allerdings im Vergleich zu anderen Smartphones als erbärmliche Funzel, die nicht einmal ausreicht, um Objekte aus nächster Nähe halbwegs vernünftig auszuleuchten. Mit der passenden App funktionieren Sie die LED aber immerhin zur Taschenlampe um. Zum Videochatten spendierte der Hersteller dem SPX-5 UMTS in der Front eine zusätzliche kleine Kamera, deren Auflösung er allerdings nicht angibt.

An der vorinstallierten Android-Version 2.3.5 gibt es nichts auszusetzen, abgesehen davon, dass sich außer der Software zum Steuern der zwei SIM-Karten praktisch keine zusätzlichen Apps auf dem Smartphone befinden. Da es aber die Google-Tools und damit auch den Market enthält, installieren Sie die gewünschten Apps problemlos darüber nach.

Angesichts der Bildschirmgröße von 5,2 Zoll dürfte die Auflösung durchaus etwas mehr als 480 x 800 Bildpunkte betragen, auch die Blickwinkelstabilität ist höchstens Mittelmaß. Vor allem über die Längsachse nach vorne gekippt reichen bereits wenige Grad Abweichung aus, um das Bild erheblich abzudunkeln.

Fazit

Das Haupt-Kaufargument für das Pearl Simvalley SPX-5 UMTS ist klar der Dual-SIM-Support. Im Test verwaltete das Smartphone die zwei Karten völlig problemlos. Die restlichen Leistungsmerkmale des Smartphones fallen allenfalls in die Kategorie Mittelklasse – hier finden Sie zum gleichen Preis auch qualitativ hochwertigere Alternativen, wenn auch mit kleinerem Display.

Pearl Simvalley SPX-5 UMTS

Hersteller Simvalley Mobile
Formfaktor 5,2-Zoll-Smartphone
Auflösung 480×800 Pixel
Prozessor 650 MHz CPU, 300 MHz GPU
Android-Version 2.3.5
Akku 2500 mAh
Laufzeit (Standby/Gespräch) 200h / 4h
Gewicht 208 g
Preis (Pearl) 230 Euro
Technische Details und Preisvergleich
http://www.android-user.de/lp/5025
Performance
Antutu-Benchmark 1635 Punkte
Vellamo-Benchmark 236 Punkte
Android-User-Bewertung 3,5 Punkte

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