Start Magazin Die Online-Bilddatenbank NeroKwik im Test

Die Online-Bilddatenbank NeroKwik im Test

© Google Play

Nie hat man das Foto griffbereit, das man gerade gerne zeigen möchte. Und die eigene Fotosammlung wird auch immer unübersichtlicher. NeroKwik verspricht Abhilfe und bringt Ordnung in Ihr Foto-Chaos, zeigt aber deutliche technische Schwächen.

Wer gerne Bilder schießt, kennt das Problem: Einige der Fotos liegen auf dem PC Zuhause, wieder andere auf dem Android-Tablet und ein paar hat man auf seinem Smartphone. Wieder andere sind auf diversen Cloud-Speicherdiensten und in Social Networks verteilt. Das Bilder-Chaos wird sehr schnell sehr unübersichtlich.

Nun sind Sie unterwegs, haben nur das Smartphone dabei und möchten eigentlich gerne der Verwandtschaft ein paar Bilder des jüngsten Familienzuwachs zeigen, die Sie mit Ihrer guten Digitalkamera gemacht und dann auf dem heimischen PC abgespeichert haben. Dort sind Ihre Aufnahmen jedoch in diesem Moment unerreichbar, Sie müssen sich mit den Schnappschüssen auf dem Handy begnügen.

NeroKwik für Android

Wenn Sie dem Foto-Chaos entgehen möchten und mehr Wert auf Ihre Aufnahmen und die Präsentation dieser legen, bietet sich die App NeroKwik [1] an. Die App und der damit zusammenhängende Cloud-Dienst vereint die Fotos von mehreren Geräten und Services unter einer Decke. Unter anderem können die Fotos von Cloud-Speicherdiensten und Social Networks eingebunden werden. Sie als Nutzer profitieren davon, weil Sie nun alle Fotos an einem Ort sammeln und somit immer dabei haben.

Abbildung 1: Die Bilddatenbank von NeroKwik sammelt Bilder aus verschiedenen Quellen ein.
Abbildung 1: Die Bilddatenbank von NeroKwik sammelt Bilder aus verschiedenen Quellen ein.

Nach der Installation der kostenlosen App müssen Sie zunächst einen Account einrichten. Sobald Sie NeroKwik starten, greift die App auf ihre Handy-Bilder zu und lädt 1-Megapixel-Thumbnails Ihrer Handy-Fotos in die Fotobibliothek des neu angelegten Nero-Accounts in die Cloud. Die Thumbnails sind klein genug, um den Traffic-Verbrauch und Upload-Zeit zu minierem, jedoch groß genug, um selbst auf einem großen Bildschirm noch ausreichend gut auszusehen.

Für den Zugriff ohne aktive Internetverbidnung oder das Betrachten der Bilder unterwegs, hält NeroKwik jedoch nur die kleinen Thumbnails aus der Übersicht und einmal im Vollbild angezeigte Bilder vor. Jedes groß darzustellende Bild muss daher über die Mobilfunkverbindung nachgeladen werden, bei einer längeren Diashow ist auch mit den von NeroKwik komprimierten Bildern das Datenvolumen schnell ausgeschöpft.

Abbildung 2: Tapestrys sind Fotowände, die Sie mit Freunden und Verwandten teilen können.
Abbildung 2: Tapestrys sind Fotowände, die Sie mit Freunden und Verwandten teilen können.

Alle Thumbnails, die NeroKwik für Sie hochgeladen hat, werden in einer Fotobibliothek dargestellt. Die Fotobibliothek zeigt Ihre Aufnahmen in Form einer Zeitleiste an, dazu wird auf die Metadaten der Fotos zugegriffen. Scrollen Sie durch Ihre Sammlung, zeigt ein Schieber das Datum der aktuell dargestellten Aufnahmen an. Auch große Fotobibliotheken lassen sich so auf einem mobilen Gerät so schnell und einfach durchsuchen.

Bilder, die Sie häufig aufrufen oder mit Lesezeichen markieren, werden von NeroKwik automatisch als besonders große Thumbnails angezeigt. Sie können aber auch Bilder aus Ihrer Bibliothek in der Detailansicht bewerten und NeroKwik sagen, mit vielen Sternchen bewertete Bilder vergrößert darzstellen. So ergibt sich ein locker gerasteter Photostream mit all Ihren Aufnahmen.

Bilder aus sozialen Netzen

Als Bildquelle dienen jedoch nicht nur Handys oder Rechner, NeroKwik lädt auf Wunsch auch Bilder aus Ihren sozialen Netzen in seine Datenbank. Neben Facebook, Google+ und SugarSync sollen in Zukunft weitere soziale Netzwerke und Cloud-Dienste unterstützt werden, als nächstes kommen nach Angaben des Entwicklers Flickr und Instagram hinzu. Beliebte Cloud-Speicher wie Dropbox oder Box fehlen hingegen. Es lässt sich jedoch immer nur ein Account pro Online-Dienst nutzen.

Abbildung 3: NeroKwik lädt auch Bilder von Google+, Facebook und Co. in seine zentrale Bilddatenbank.
Abbildung 3: NeroKwik lädt auch Bilder von Google+, Facebook und Co. in seine zentrale Bilddatenbank.

Fotos aus Ihrer Fotobibliothek lassen sich via E-Mail, SMS, Facebook, Twitter, Google+ etc. teilen. Dazu markieren Sie nach und nach die gewünschten Bilder und erstellen anhand Ihrer Auswahl eine neue Fotowand oder "Tapestry", die Sie dann freigeben können. In der Button-Leiste finden Sie die dazu nötigen Optionen To Tapestry oder Add to New Tapestry, alternativ wird automatisch beim Teilen eine neue Fotowand erstellt. Anschließend versenden oder Posten Sie den Link zu dieser Tapestry.

Apps für Windows und Co.

NeroKwik verfolgt eine Cross-Platform-Strategie, so sind Sie bei der App nicht nur auf Android-Geräte angewiesen. Die App steht neben Android auch für iOS und Windows Phone 8 zur Verfügung. Für den PC gibt es eine Windows-8-Anwendung. Weitere Clients für Windows 7, Windows Vista und Mac OS X sollen später folgen.

Abbildung 5: Über die Premium-Version werden sich mehr als nur zwei Geräte anbinden lassen.
Abbildung 5: Über die Premium-Version werden sich mehr als nur zwei Geräte anbinden lassen.

Derzeit können Sie mit NeroKwik zwei beliebige mobile Geräte miteinander verbinden, um Fotos zu teilen und Ihre Sammlung zu organisieren. Die App soll demnächst jedoch auch als kostenpflichtige Premium-App in verschiedenen Versionen vorgestellt werden. Je nach Abo-Art unterstützt diese dann den Abgleich über weitere mobile Geräte und Computer hinweg. In der teuersten Version der Premium-App sollen sich dann eine unbegrenzte Anzahl an mobilen Geräten und Computern miteinander verbinden können. Nutzer der Premium-Version können dann auch Videoclips teilen.

Bilder in Originalgröße nur gegen Aufpreis

Der Vorteil von NeroKwik ist, dass Sie Ihre Fotos nicht mehr manuell synchronisieren, hochladen, verschieben oder kopieren müssen, um immer und überall all zumindest herunterskalierte Versionen Ihrer Aufnahmen zur Hand zu haben. Die Originale bleiben jedoch weiterhin wild verteilt auf allen Geräten und Online-Speichern. NeroKwik hilft Ihnen nicht dabei, die Quelle des Bilds zu finden.

Mit Einführung der Premium-Versionen soll später jedoch auch eine Backup-Funktion zum NeroKwik-Dienst hinzugefügt werden, die die zum Dienst hochgeladenene Bilder gleich in der Original-Auflösung sichert. Diese Funktion soll jedoch nur für den teuersten aller Abo-Varianten zur Verfügung stehen.

Hoher Akku- und Datenverbrauch

NeroKwik zeichnet aus, dass alle Bilder in einem nett anzusehenden Stream angezeigt werden. Wer wirklich mit mehreren Handy-/Tablet-Kameras arbeitet und auch Bilder zu mehreren Online-Diensten hin sichert, kann von der App profitieren. Dennoch wäre es wahrscheinlich einfacher – und später auch günstiger – von Anfang an ein wenig Ordnung ins eigene Bilder-Chaos zu bringen und alle Aufnahmen bei einem Cloud-Speicher abzulegen.

Abbildung 6: Power-Tutor ermittelt, dass NeroKwik im Standby über 30 Prozent des Stromverbrauchs verursacht.
Abbildung 6: Power-Tutor ermittelt, dass NeroKwik im Standby über 30 Prozent des Stromverbrauchs verursacht.

Abbildung 7: Selbst bei Inaktivität verursacht NeroKwik etwa 50 MByte Traffic pro Stunde.
Abbildung 7: Selbst bei Inaktivität verursacht NeroKwik etwa 50 MByte Traffic pro Stunde.

Kritikwürdig zeigt sich auch der technische Stand der App: Mit Power-Tutor [2] und Bytes Insight [3] konnten wir nachweisen, dass die App selbst nach abgeschlossener Synchronisation und Entfernen aus der App-Liste nach wie vor über das WLAN-Netz jede Minute etwa 750 KByte an Daten verschickt – wohl um zu prüfen, ob es neue Bilder gibt. Dabei verursachte NeroKwik auf dem von uns genutzten Samsung Galaxy S4 Active etwa 15 Prozent des Stromverbrauchs während des Betriebs und bis zu 33 Prozent im Standby.


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