Start Magazin Die neuen Laucher, Teil 2: Next Launcher 3D

Die neuen Laucher, Teil 2: Next Launcher 3D

Sie verspüren Langeweile, weil es an Ihrem Handy optisch nichts mehr zu verbessern gibt? Dann bietet der Next Launcher 3D vielleicht etwas, von dem Sie bisher nicht wussten, dass es Ihnen fehlt.

Der neue 3D-Launcher [1] bieten neben erweiterten Funktionen auch sehr viel fürs Auge. Mit "endlosen Überraschungen" wirbt das Dev-Team, das auch den bewährten und erfolgreichen Go Launcher EX [2] geschmiedet hat. Zum letzten Jahreswechsel hat die neue Homescreen-Oberfläche das Betastadium hinter sich gelassen und im Play Store einen fehlerfreien Start hingelegt. Seit März gibt es auch eine kostenlose Trial-Variante, die sich 36 Stunden lang ausgiebig testen lässt

Mit vereinzelten 3-D-Effekten können auch zahlreiche andere Launcher aufwarten. Ein Wechsel der Seiten – zum Beispiel in Form eines sich drehenden Würfels – ist nicht neu. Der Nachfolger des Go Launcher EX hat aber ein Facelifting erfahren, das nicht nur für eine außergewöhnliche 3D-Optik in vielen weiteren Details sorgt, sondern in dem auch viele neue Ideen eingebaut wurden.

Wie jeder Launcher bedarf auch der Next Launcher 3D einer gewissen Umgewöhnungszeit, die aber nicht nur durch optische Schmankerl versüßt wird, sondern auch für nette Überraschungen sorgt. Einzigartig ist sicherlich, dass die Dockleiste nicht nur in 3D-Optik horizontal verschiebbar ist, sondern auch vertikal dreht.

Abbildung 1: Die 3D-Darstellung spielt besonders in der Dock-Leiste eine zentrale Rolle: Alle Einstellungen sind hier erreichbar.
Abbildung 1: Die 3D-Darstellung spielt besonders in der Dock-Leiste eine zentrale Rolle: Alle Einstellungen sind hier erreichbar.

Die Startseiten

Die Standard-Oberflächen der Hersteller bieten kaum Flexibilitätbei der Platzgestaltung der Home-Screens. Widgets beanspruchen oft eine ganze Seite. Trotz zunehmend größeren Displays mit immer höherer Auflösung verschenkt man viel Platz, wenn Icons, Ordner und Widgets nur sehr grob platziert werden können. Der Next Launcher sprengt diese Grenzen: Mit dem Next Launcher lassen sich Elemente auch unabhängig vom gewählten Raster gruppieren (zusätzlich zur üblichen Möglichkeit, Zeilen und Reihen zu vermehren). Wahlweise kann dabei ein Fadenkreuz eingeblendet werden, um die Position an benachbarten Elementen auszurichten. Wird der Platz trotzdem knapp oder möchte man einfach nur freier gestalten, dürfen Icons und Widgets sich sogar überlappen. Natürlich lassen sich auch viele Widgets in der Größe verändern, die diese Möglichkeit standardmäßig nicht beinhalten.

Abbildung 2: Platzierung von App-Icons an einer freien Stelle im Beautiful-Widget und Betonung durch Schrägstellung.
Abbildung 2: Platzierung von App-Icons an einer freien Stelle im Beautiful-Widget und Betonung durch Schrägstellung.

Die Dockingleiste

Bei alternativen Launchern blockiert keine festgenagelte Dockleiste mehr wertvollen Platz auf den Startseiten. Diese können Sie natürlich auch beim Next Launcher auf drei scrollbare Seiten erweitern, dichter belegen und sogar mit Ordnern und kleinen Widgets bestücken. Neben der bekannten Anordnung der Apps auf dieser Leiste zeigt diese nach einem Wisch nach oben eine Übersicht aller aktuellen Home-Screen-Seiten in Karussell-Form an. Diese Ansicht lässt sich anpassen, die Seiten können erweitert, gelöscht oder verschoben werden.

Abbildung 3: Das Karussell ist eine von drei Varianten der Startseiten-Übersicht. Seiten können verschoben, ergänzt oder gelöscht werden.
Abbildung 3: Das Karussell ist eine von drei Varianten der Startseiten-Übersicht. Seiten können verschoben, ergänzt oder gelöscht werden.

Widgets, Wallpaper und mehr

Nach einem weiteren Dreh der Dockingleiste stehen vier Register zur Verfügung, die das Hinzufügen von Apps, Widgets, Hintergründen und Systemeinstellungen erlauben. Je nach Auswahl des Registers blendet der Next Launcher 3D darüber die gewünschten Aktivitäten ein. Die Dockleiste ist also beim 3D-Launcher gleichzeitig das Tor zu allen System- und Launcherfunktionen.

Abbildung 4: Die Dockleiste führt je nach Drehrichtung zu allen Menüs des Launcher und des Systems.
Abbildung 4: Die Dockleiste führt je nach Drehrichtung zu allen Menüs des Launcher und des Systems.

Wählen Sie das Widget-Register, dann können Sie neben den schon vorhandenen Systemwidgets auch 3D-Widgets des Next Launcher hinzufügen. Zwar ist das Angebot noch recht gering, aber bereits der konfigurierbare Toggle-Switch macht Lust auf mehr. Da auch dieser vertikal drehbar ist und damit zwei Funktionsebenen anbietet, stehen Ihnen insgesamt neun Geräte-Einstellungen direkt zur Verfügung. Android-4-Geräte bieten viele dieser Schalter in der Benachrichtigungsleiste integriert an. Aber oft fehlt genau eine bestimmte Funktion, zum Beispiel der Flugmodus, für den Sie mit dem Switch des Next Launcher sich nicht mehr durch das Menü hangeln müssen oder die Taschenlampenfunktion. Ingesamt 20 Funktionen bietet der Next Launcher 3D zur Auswahl.

Abbildung 5: Der Launcher mit animierten Widgets für Schnellstartfunktionen, Kalender und Uhr.
Abbildung 5: Der Launcher mit animierten Widgets für Schnellstartfunktionen, Kalender und Uhr.

Auch der dem Launcher-Design angepasste Kalender setzt die 3D-Animationen konsequent fort. Zwar lässt die Monatsansicht – wie zumeist leider üblich – keine lesbaren Termine erkennen, aber in der Wochen-Ansicht kann man gut durch die Agenda scrollen.

Das App-Menü

Üblicherweise erfolgt das Hinzufügen und das Management der App-Icons einheitlich im App Drawer. Der Next Launcher hat diese Funktionen getrennt, was etwas Eingewöhnung bedarf. Nach dem Dreh der Dockingleiste fügen Sie App-Icons einer Startseite mittels Mehrfachauswahl hinzu, auf Wunsch auch gleich in Ordnern. Möchten Sie nachträglich einen Ordner ergänzen, wird Ihnen bei der App-Auswahl durch ein grünes Symbol signalisiert, welche Anwendungen sich schon in diesem befinden. Doppelbelegungen werden dadurch vermieden und die Auswahl wird übersichtlicher.

Die Funktion, um Ordner direkt zu erstellen, indem Icons auf dem Startscreen übereinander geschoben werden, bietet der Next Launcher 3D hingegen nicht an. Das hängt damit zusammen, dass sich Icons und Widgets überlappen können. Zwei aufeinander geschobene Icons bleiben also zwei aufeinander geschobene Icons.

Die Bearbeitung der installierten Apps im Drawer geschieht über das bekannte 6-Punkte-Icon in der Dockingleiste. Deinstallierbare Apps werden durch ein rotes Löschsymbol gekennzeichnet. Weitere Funktionen sind auf den ersten Blick nicht ersichtlich und erschließen sich erst über das Einstellungsmenü Ihres Androiden. In der linken unteren Ecke erscheint dann ein animierter Symbolkreis, der auch einen Enstellungsbutton enthält, um zum Beispiel die Laufrichtung in vertikaler oder horizontaler Richtung einzustellen oder die Zeilen- und Reihenanzahl zu verändern. Auch nicht genutzte Apps lassen sich hier ausblenden.

Icon-Gestaltung

Halten Sie den Finger auf einem Icon gedrückt, erscheint ein Kreis mit sechs Bearbeitungsicons. Obwohl sich das Go-Team um selbsterklärende Symbole bemüht hat, fanden wir einige der Funktionen nur mit herumprobieren heraus. Eines der Symbole erweitert den Kreis zum Beispiel auf acht Icons. Hier können Sie unter anderem das Icon umbennen, ein anderes anderes Symbol auswählen oder es in jedem beliebigen Winkel drehen. Natürlich stellt sich hier die Frage "(Wozu) braucht man das?". Die Antwort überlassen wir Ihnen. Eine sinnvolle Anwendung besteht zum Beispiel darin, wichtige Apps aus der Reihe tanzen zu lassen, indem man diese schrägstellt.

Abbildung 6: Icons können auf vielfältige und ungewöhnliche Weise designt werden.
Abbildung 6: Icons können auf vielfältige und ungewöhnliche Weise designt werden.

Themes

Wollen Sie sich derartige Fummeleien im Detail ersparen, empfehlen wir einen Klick auf das nun hoffentlich gewohnte Drehdock: Unter dem Eintrag benutzerdefiniert finden Sie hier einen IconRedakteur. Bevorzugen Sie den schrägen Stil, können Sie hier alle Icons bliebig drehen. Sinnvoller erscheint uns hingegen, den Symbolen einen der attraktiven Hintergründe zu verpassen, um sie zum Beispiel von einem unruhigen Wallpaper hervorzuheben oder einfach dem persönlichen Geschmack anzupassen. Nach unserem Eindruck macht hier das next-typische Layout durchaus Sinn, um eine Vorschau der Icondarstellung zu ermöglichen. Über das benachbarte "Themen"-Register laden Sie fertige Styles aus dem Play Store. Die meisten davon sind gratis es gibt aber auch viele kostenpflichtige.

Abbildung 7: Im Themen-Bereich gestalten Sie das Layout der Startseiten-Symbole.
Abbildung 7: Im Themen-Bereich gestalten Sie das Layout der Startseiten-Symbole.

Fazit

Im Next-Launcher wurden mit viel Liebe zum Detail nicht nur optische Hingucker verbaut, sondern die Entwickler haben auch einige brauchbare Innovationen umgesetzt. Bestimmte 3D-Effekte, die nur bei der Konfiguration des Launcher eine Rolle spielen, erscheinen zwar manchmal etwas unnötig, übertrieben und bisweilen auch umständlich zu erreichen, machen aber oft einfach Spaß. Besonders bei selten genutzten Einstellungen wird die persönliche Bereitschaft sich auf neues einzustellen, schon mal etwas strapaziert; eine "Gratwanderung zwischen Form und Funktion", die Spaß am Design und Experiment voraussetzt und leider nicht billig ist. Ob Ihnen die Funktionen und Effekte 12,47 Euro wert sind, können Sie mit der kostenlosen Trial-Version selbst herausfinden

Kommentiere den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here