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Die Musiksammlung überall dabei: Google Play Music

Was iTunes in der iPhone-Welt, ist Google Play auf Android: Der zentrale Marktplatz für Apps, Bücher, Filme ? und seit Kurzem auch Musik. Google Play Music versorgt Sie jedoch nicht nur mit frischen Songs sondern speichert die Musik auch in der Cloud.

Der Plattenladen war gestern. Neue Alben oder einzelne Songs kauft man bequem über den Google Play Store, seit November 2012 auch in Deutschland. Die Rubrik Musik in der Play Store App sowie auf der Website des Stores führen direkt zu den mit Hunderttausenden Songs üppig gefüllten Plattenregalen. Der Musikeinkauf geht so simpel vonstatten wie der Kauf einer App. Einfach auf die Schaltfläche mit dem Kaufpreis drücken und Kreditkarte zur Zahlung auswählen.

Abbildung 1: Der Play Store erfreut Musik-Fans mit einer riesigen Auswahl.
Abbildung 1: Der Play Store erfreut Musik-Fans mit einer riesigen Auswahl.

Kreditkarte? Ja, richtig gelesen. Im Gegensatz zum Kauf von Apps, Büchern und Filmen ist der Kauf von Musik zur Zeit nur per Kreditkarte möglich – die Möglichkeit, über die Mobilfunkrechnung zu zahlen, gibt es bisher nur für o2-Kunden. Wer sich mit klassischen Kreditkarten partout nicht anfreunden möchte, dem empfiehlt sich eine Prepaid-Kreditkarte mit Kostenkontrolle, zum Beispiel die MyWirecard. Einen Artikel zu Prepaid-Karten finden Sie ebenfalls in diesem Heft.

Nicht in der Schweiz

Aktuell – Stand Mitte Mai 2013 – funktioniert Google Play Music nur in Deutschland und in Österreich. In der Schweiz kann man noch keine Songs kaufen.

Im Dutzend billiger

Die Kosten für die Musik im Play Store orientieren sich größtenteils an den auch bei iTunes oder Amazon üblichen Preise. Für einzelne Titel verlangt Google in der Regel zwischen 99 Cent und 1,30 Euro, aktuelle Alben kosten meist zwischen 7 und 9 Euro. Die Alben sind dabei generell deutlich günstiger als die Summe der Einzelsongs. Insbesondere die Preise älterer Alben sind sehr günstig: David Bowies "The Rise and Fall of Ziggy Stardust" etwa geht für 3,49 Euro über die Theke. Im Vergleich zum Kauf der elf einzelnen Titeln des Albums eine Ersparnis von über 10 Euro.

Abbildung 2: Ganze Alben kosten wesentlich weniger als die einzelnen Titel.
Abbildung 2: Ganze Alben kosten wesentlich weniger als die einzelnen Titel.

Die eingekauften Lieder im MP3-Format sind direkt nach Kauf abspielbar und mit dem eigenen Google-Konto verknüpft. Das ist sehr praktisch, denn auf diese Weise stehen die Titel auf jedem Smartphone, Tablet oder PC zur Verfügung, der mit Ihrem Google-Konto verknüpft ist. Zum Abspielen der eigenen Musiksammlung genügt am PC der Web-Browser. Über die Adresse http://play.google.com/music greifen Sie auf die Alben und Songs bequem zu. Und nicht nur das: Google hat in diese Web-Oberfläche auch gleich einen Player integriert. Doppelklick auf einen Song spielt diesen ab. Je nach Internetverbindung kann es beim ersten Lied einen kurzen Moment dauern, da der Song zunächst komplett heruntergeladen wird, bevor die Wiedergabe beginnt. Bei allen weiteren Liedern innerhalb der gewählten Playlist oder des Albums treten keine Verzögerungen mehr auf, denn der Play Store lädt den jeweils nächsten Song bereits im Voraus.

Abbildung 3: Der Music Player von Google Play stellt die eigene Musiksammlung übersichtlich dar.
Abbildung 3: Der Music Player von Google Play stellt die eigene Musiksammlung übersichtlich dar.

Jukebox

Auch Smartphone und Tablet werden zur Jukebox – und zwar mit der Google Play Music App, die Sie im Play Store zum Download finden [1]. Nach ihrer Installation stellt die App einen komfortablen Zugang zur eigenen Musiksammlung bereit. Oben links in der App können Sie wählen, ob Alle Musiktitel angezeigt werden sollen oder nur Nur auf Gerät befindliche, also die lokale Musiksammlung. Mittels horizontalem Wischen wechseln Sie zwischen den Ansichten Playlists, Neueste, Interpreten, Alben, Titel und Genres. Drei Playlists legt die App dabei in der Regel automatisch an: Meine Favoriten mit den am häufigsten abgespielten Tracks, Zuletzt hinzugefügt mit den neuesten Uploads sowie Kostenlos und gekauft mit den über den Play Store erworbenen Titel. Über das Menü und die Auswahl von Neue Playlist können Sie weitere eigene Playlists erstellen.

Abbildung 4: Die Play Music App macht einen aufgeräumten Eindruck. Cover-Abbildungen werden großteils automatisch beigesteuert.
Abbildung 4: Die Play Music App macht einen aufgeräumten Eindruck. Cover-Abbildungen werden großteils automatisch beigesteuert.

Abbildung 5: Die App informiert über die zuletzt zu Play Music hinzugefügten Songs.
Abbildung 5: Die App informiert über die zuletzt zu Play Music hinzugefügten Songs.

Abbildung 6: Clevere Sache: Play Music erzeugt automatisch passende "Schnellmixes" auf Basis der eigenen Sammlung.
Abbildung 6: Clevere Sache: Play Music erzeugt automatisch passende "Schnellmixes" auf Basis der eigenen Sammlung.

Die App enthält einen eigenen Player, um die Musik sofort abzuspielen. Lokal gespeicherte Titel starten sofort, bei Online-Tracks dauert es mitunter wie bei der Web-Seite einen kurzen Moment, ehe die Musik ertönt.

Ihre Freunde hören mit

Sind Sie bei Google+ aktiv und kaufen oft Musik? Dann lassen Sie es Ihre Freunde wissen. Denn bei Google Music gekaufte Musik können Sie via Google+ teilen. Alle Personen in Deutschland, die Sie in Ihren Kreisen haben können dann das gekaufte Album bzw. den gekauften Song einmal komplett gratis anhören.

Songs lokal speichern

Zum Glück bietet Play Music auch die Möglichkeit, die Songs lokal zu speichern. Dazu drücken Sie in der App etwas länger auf ein Album-Cover und wählen Auf Gerät belassen. Ein kleines blaues Icon mit einer Pinnwand-Nadel kennzeichnet die auf diese Art lokal gespeicherte Musik. Leider ist diese Funktion recht lieblos umgesetzt, denn der Speicherort ist nicht frei wählbar. Die auf dem Gerät gespeicherten Titel müssen vielmehr mühsam in der recht kryptischen Verzeichnisstruktur gesucht werden. Und selbst wenn man sie gefunden hat: Die MP3-Dateien sind gänzlich ohne MP3-Tags abgelegt und auch der Dateiname lässt keine Rückschlüsse zu, um welches Lied es sich handelt. Das Feature ist offensichtlich ausschließlich dazu gedacht, mit der Play Music App im Store gekaufte Musik auch offline abzuspielen.

Abbildung 7: Die blaue Pinwand-Nadel signalisiert: Dieser online gekaufte Titel ist auch lokal auf dem Gerät gespeichert.
Abbildung 7: Die blaue Pinwand-Nadel signalisiert: Dieser online gekaufte Titel ist auch lokal auf dem Gerät gespeichert.

Abbildung 8: Auf dem Gerät gespeicherte Titel werden mit wenig aussagekräftigen Namen in einem tief versteckten Verzeichnis abgelegt.
Abbildung 8: Auf dem Gerät gespeicherte Titel werden mit wenig aussagekräftigen Namen in einem tief versteckten Verzeichnis abgelegt.

Backup erstellen

Auch wenn Google Music Ihre Musik in der Wolke speichert, müssen Sie keine Angst haben, dass Sie zum Beispiel bei der Beendigung des Dienstes die Dateien nicht mehr abspielen könnten. Denn im Unterschied zu Apple erlaubt Ihnen Google den kostenlosen Download der gekauften Musik im MP3-Format mit einer Bitrate von 320 KByte. Für den Download öffnen Sie die Google-Music-Webseite [2], melden sich mit Ihrem Google-Account an und klicken dann links auf Kostenlos und gekauft. Sie sehen nun eine Übersicht über Ihre Songs und können einzelne Titel oder mehrere Stücke (mit gedrückter [Strg]-Taste) markieren. Anschließend wählen Sie oben rechts den Eintrag Herunterladen. Jedes Stück lässt sich höchstens zwei Mal herunterladen. Überlegen Sie sich also gut, wo Sie die MP3-Dateien speichern. Über diesen Umweg können Sie die Musik auch aufs Smartphone kopieren, falls Sie einen anderen Player bevorzugen.

Etwas komfortabler lassen sich die Titel am PC speichern. Dazu benutzen Sie den Music Manager, eine Software, die Ihnen der Play Music beim erstmaligen Nutzen zum Download anbietet. Diese Anwendung ermöglicht Ihnen über den Reiter Herunterladen, Ihre Musiksammlung vollständig herunterzuladen oder auch nur die im Store gekauften Titel lokal zu speichern. Dabei ist der Speicherort frei wählbar. Und nach dem Download können Sie die MP3-Dateien natürlich auch an einen gewünschten Speicherort auf Ihrem Android Gerät übertragen. Ein kleiner Umweg zwar, aber im Ergebnis die bessere Lösung, um Ihre Musiksammlung auch offline sinnvoll zu organisieren.

Abbildung 9: Der Music Manager kümmert sich um das Hoch- und Herunterladen der eigenen Musiksammlung.
Abbildung 9: Der Music Manager kümmert sich um das Hoch- und Herunterladen der eigenen Musiksammlung.

Was ist mit meinen existierenden MP3-Dateien?

Der Music Manager ist auch das Werkzeug der Wahl, um Ihre bereits vorhandenen MP3-Songs zu Google Play Music hinzuzufügen. Dazu wählen Sie den Reiter Upload und definieren über Ordner hinzufügen die Verzeichnisse, in denen Sie auf Ihre Musik gespeichert haben. Dabei genügt die Angabe des Hauptverzeichnisses – Unterverzeichnisse werden automatisch berücksichtigt. Der Music Manager geht beim Klick auf Hochladen sofort an seine Arbeit. Dabei prüft er die gefundenen Titel und gleicht sie mit der Google Play Store Datenbank ab. Ist ihm ein Song bekannt, dann wird dieser Titel ohne Upload Ihrer Musiksammlung hinzugefügt. Dieses so genannte Matching funktionierte bei unseren Tests jedoch meist nicht zuverlässig. Der Großteil unserer Musiksammlung wurde nicht automatisch erkannt und deshalb jeder einzelne Titel hochgeladen. Und dieses Hochladen kann je nach Serverauslastung und Internetverbindung ganz schön die Geduld beanspruchen. Immerhin: Wenn Sie zwischendurch den Upload abbrechen, wird er problemlos beim nächsten Start des Music Manager fortgesetzt. Und ist die Sammlung erstmal in der Cloud, zeigt sich der Vorteil des Google Play Music Dienstes: Egal wo, egal wann, egal mit welchem Gerät: Ihre persönliche Musiksammlung ist immer dabei.

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