Start Magazin Die Minuum-Tastatur sorgt für mehr Platz auf dem Display

Die Minuum-Tastatur sorgt für mehr Platz auf dem Display

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Sie wollen Ihre Standardtastatur ersetzen? Android macht’s mÃöglich! Hier stellen wir eine Innovation aus dem Play Store vor, die vor allem Platz schafft: Klein, kleiner, Minuum!

Das Keyboard gehört zu dem am häufigsten benutzten Anwendungsbereich eines Smartphones und ist schon allein deshalb eine sehr persönliche Angelegenheit, weil man damit Passwörter eingibt und Mitteilungen verschickt. Die werkseitig mitgelieferten Tastaturlayouts erfüllen ihren Zweck im Allgemeinen schon recht gut. Aber vielleicht würden auch Sie manche Funktion oder das Layout gerne ändern?

Minuum ist anders

Bei kaum einem App-Genre ist die Auswahl so groß wie bei den Keyboards: Jede Tastatur will besser sein als die anderen. Das Minuum Keyboard [1], dessen Name uns an "Minimum" erinnert, geht noch weiter und wirbt damit, am wenigsten Platz zu benötigen. Wenn Sie Wert auf eine schnelle Tastatur legen, die den Screen nicht zur Hälfte ausfüllt, dann ist Minuum die perfekte Wahl. Die App gibt es bereits seit Sommer 2013 im Play Store, aber erst im Dezember erhielt sie Unterstützung für Deutsch.

Leider gibt es keine Trial-Version der App, mit der Sie die Tastatur testen können. Bevor Sie sich zum Kauf entscheiden, sollten Sie deshalb wissen, dass jede Tastatur-App notwendigerweise Ihren Text erkennen kann. Dazu gehören nicht nur vertrauliche Texte, sondern auch Ihre Zugangsnamen und Passwörter! Standardmäßig wird deshalb nach der Installation auch auf diesen Umstand hingewiesen.

Nach der Installation müssen Sie das Keyboard zunächst in den Android-Einstellungen aktivieren. Die genaue Vorgehensweise hängt vom Hersteller ab. Bei Samsung finden Sie den Menüpunkt zum Beispiel unter Sprache und Eingabe. Dort kann auch die Tastatur gleich konfiguriert werden. Minuum versucht, Sie dabei so gut wie möglich zu unterstützen. Für das hierzulande übliche Layout müssen Sie in den Minuum-Settings die Tastatur auf "QWERTZ" festlegen. Die Einstellungen finden Sie neben der Tastatur im Gerätemenü oder auch direkt über die Shift-Taste auf der Tastatur.

Minuum einrichten

Werkseitig hat die App bereits das englische Wörterbuch an Bord. Seit dem Dezember-Update gibt es auch Wörterbücher für Deutsch, Französisch und Italienisch. Sie aktivieren diese mit einem Klick auf die gewünschte Sprache unter Select Language. Die Wörterbücher sind für die automatische Worterkennung unerlässlich, da sie eine zentrale Funktion von Minuum sind. Das Keyboard passt sich Ihrem Vokabular im Laufe der Zeit an.

Standardmäßig wird die Leertaste nicht angezeigt, sondern es ist nur eine Geste dafür aktiviert. Ist Ihnen das zu umständlich, dann markieren Sie die Checkbox Use space bar. Minuum wird dann zwar zu einer zweizeiligen Tastatur und benötigt etwas mehr Platz, das Schreiben ging aber – zumindest bei uns – deutlich flotter von der Hand. Das Einstellungsmenü erlaubt es auch, Einfluss auf die Höhe der Leertastenzeile, die Wortvorschläge und die Zeichentasten zu nehmen. Ihre persönlichen Einstellungen können Sie als Backup sichern und bei Bedarf wieder importieren.

Abbildung 1: In den Einstellungen ändern Sie das Layout und die Wörterbuchsprache.
Abbildung 1: In den Einstellungen ändern Sie das Layout und die Wörterbuchsprache.

Abbildung 2: Die Höhe der Leertaste lässt sich stufenlos verstellen, um möglichst wenig Platz zu verwenden.
Abbildung 2: Die Höhe der Leertaste lässt sich stufenlos verstellen, um möglichst wenig Platz zu verwenden.

Im Einstellungsmenü (dort Tutorial und dann Guide genannt) finden Sie die kurze, aber sehr anschauliche und empfehlenswerte Bedienungsanleitung, falls Sie diese beim ersten Start der App übersprungen haben. Sie ist leider auf Englisch verfasst, aber zu Verständnisproblemen sollte es eigentlich nicht kommen. Sämtliche Hinweise können Sie auf der eingeblendeten Minuum-Tastatur sofort ausprobieren.

Abbildung 3: Der Minuum-Guide erklärt in einer grafisch hervorragenden Darstellung, wie Sie das Keyboard nutzen.
Abbildung 3: Der Minuum-Guide erklärt in einer grafisch hervorragenden Darstellung, wie Sie das Keyboard nutzen.

Ist Minuum praxistauglich?

Nach dem ersten Eindruck könnte man daran zweifeln: Die drei Zeichenreihen einer Standardtastatur sind beim ersten Hinsehen nur noch rudimentär erkennbar, scheinbar aber nicht mehr existent. Erst bei genauerem Hinsehen kann man die leicht versetzten und farbig markierten Reihen wiedererkennen. Die Orientierung fällt jedoch bereits nach einer kurzen Eingewöhnungszeit wesentlich leichter. Lassen Sie sich von der Innovation nicht abschrecken: Wenn Sie Übung im Tippen besitzen, werden Sie mit Minuum schon bald praktisch blind schreiben!

Trifft man mit der Fingerspitze den entscheidenden Buchstaben aus einer Reihe von 25 benachbarten Zeichen? In unseren Tests mit dem Galaxy Note II und dem Nexus 5 klappte das recht gut, obwohl die Tasten nur ca. drei Millimeter breit sind. Um den Konflikt zwischen Tastatur- und Tastengröße zu lösen, hat der Entwickler eine Lupe vorgesehen: Halten Sie den Finger etwas länger auf einem Zeichen, erscheint oberhalb eine vergrößerte Ansicht der benachbarten Zeichen.

Wenn Sie die Lupe ignorieren, weil Sie die Zeitverzögerung scheuen, dann hilft die vorzügliche Worterkennung, wie sie auch bei konkurrierenden Produkten vorzufinden ist. Es kommt also gar nicht so darauf an, ob Sie den einzelnen Buchstaben treffen, die Abfolge ist relevant. In der darüber eingeblendeten Reihe mit den Wortvorschlägen werden im linken Feld die Zeichen dargestellt, die man getroffen hat, und rechts daneben – blau markiert – ein zumeist passender Wortvorschlag. In unserem Beispiel erkennt Minuum bei der fehlerhaften Eingabe von "gastatjr" das Wort "Tastatur" und schreibt es dann auch gleich groß.

Abbildung 4: Hier korrigiert "Minuum" das Wort "gastatjr" und ersetzt es durch "Tastatur".
Abbildung 4: Hier korrigiert "Minuum" das Wort "gastatjr" und ersetzt es durch "Tastatur".

Falls es Ihnen anfangs dennoch einmal zu umständlich wird, mit Minuum zu tippen, und Sie zum gewohnten Layout zurückkehren möchten, ist auch das möglich. Durch Gedrückthalten der Feststelltaste gelangen Sie zu den Einstellungen. Das größere Layout erreichen Sie auch durch einen Doppelklick auf die [123]-Taste oder indem Sie zwei Tasten auf dem Keyboard gedrückt halten. In Situationen ohne Wortvorhersagemöglichkeit (Eingabe einer E-Mail-Adresse oder von Passwörtern) wechselt Minuum automatisch in den Vollmodus.

Abbildung 5: Werkseitig sind die Eingabe- und die Leertaste nur via Gesten erreichbar.
Abbildung 5: Werkseitig sind die Eingabe- und die Leertaste nur via Gesten erreichbar.

Abbildung 6: Das gewohnte Layout einer Standardtastatur, Spracheingabe und Ziffernblock sind nicht weit entfernt.
Abbildung 6: Das gewohnte Layout einer Standardtastatur, Spracheingabe und Ziffernblock sind nicht weit entfernt.

Minuum kann zwar Deutsch, aber die typischen deutschen Sonderzeichen wie "Ä" und "ß" müssen auch hier aus dem "Rolladen" oberhalb von "AOU" gefischt werden. Da sich bei "Minuum" darin die benachbarten Zeichen befinden, muss man quasi noch eine Etage höher scrollen, um sie zu nutzen. Zudem gibt es diese Möglichkeit bisher (aktuelle Version 1.2) nur in der größeren Layout-Variante. Bei der einzeiligen Zeichenleiste sind Sie aktuell auf einen passenden Wortvorschlag angewiesen. Da sich diesbezüglich zahlreiche deutschsprachige Käufer schon an den Entwickler "Whirlscape" gewandt haben, steht dieser Punkt weit oben auf der To-do-Liste des Anbieters.

Abbildung 7: Die Umlaute kann man nur in der Volltastatur aus der obersten Alternativreihe auswählen.
Abbildung 7: Die Umlaute kann man nur in der Volltastatur aus der obersten Alternativreihe auswählen.

Fazit

Das Minuum-Keyboard gehört neben Swype sicherlich zu den innovativsten Tastaturen, die der Google-Markt hergibt. Die Eingewöhnungsphase ist vergleichbar mit der bei Swype und wird durch das einfache Umschalten zu einer vollwertigen Tastatur erleichtert. Wir gehen davon aus, dass die bei Redaktionsschluss noch zu bedauernden Schwächen bei den Umlauten in absehbarer Zeit durch ein Update beseitigt werden. Dann ist die App in jedem Fall eine Empfehlung wert!