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Die Cloud-Alternative Copy unter Android

© Google Play

Sie möchten möglichst einfach auf PC und Handy mit denselben Daten arbeiten und auch große Dateien unkompliziert teilen? Dann brauchen Sie einen Cloudspeicher. Wir schauen uns die Dropbox-Alternative Copy.com genauer an.

Cloudspeicherdienste wie Dropbox oder Google Drive sind trotz der Abhörskandale rund um die amerikanische NSA oder den britischen GCHQ sehr beliebt. Neben den beiden Platzhirschen buhlen noch jede Menge Alternativen um die Gunst der Kunden. Wir gehen in diesem Beitrag auf den Dienst Copy [1] des amerikanischen Netzwerkspezialisten Barracuda Networks [2] näher ein.

Während Dropbox seine Fans mit Clients für alle gängigen Betriebssysteme versorgt, enttäuscht an dieser Stelle besonders Google seine User. Google Drive bietet zwar Clients für Android, iOS, Mac OS X und Microsoft Windows – Linux aber wird nach wie vor außen vor gelassen, auch wenn Google schon lange ein entsprechendes Client-Programm angekündigt hat. Copy dagegen gehört in die Kategorie der Alleskönner, Clients gibt es für die drei großen PC-Betriebssysteme wie auch für mobile Geräte unter iOS, Android und Windows Phone.

Mit 20 GByte Speicherplatz starten

Mit seinem kostenlosen Speicherangebot von 15 GByte übertrifft Copy die 2 GByte der Dropbox-Konkurrenz deutlich. Google bietet zwar ebenfalls 15 GByte Speicherplatz zum Nulltarif, doch der kostenlose Speicher von Copy lässt sich dank der Promo-Aktion auf der Basis von "User werben User" auch leicht noch ausbauen. Wer sich über einen Referrer-Link [3] einladen lässt, bekommt – wie auch der Einladende – 5 GByte geschenkt. Auf diese Weise startet man bei Copy üblicherweise mit 20 GByte Online-Speicherplatz.

Fair Storage

Das Volumen von Daten, die Sie mit anderen Usern nutzen, wird über die Accounts hinweg verteilt. Nutzen Sie zum Beispiel einen 5 GByte großen Ordner mit fünf Kollegen, wird das Datenvolumen der einzelnen Accounts jeweils mit nur einem GByte belastet. Copy nennt dieses Prinzip "Fair Storage".

Im Gegensatz zu Dropbox baut Copy mit Barracuda Networks als Betreiber auf seine eigene IT-Installation auf. Die in den Cloudspeicher geladenen Dienste befinden sich nicht wie bei Dropbox im S3-Speicher der Amazon Web Services, sondern in eigenen Rechenzentren von Barracuda. Die Kommunikation zwischen Client und Server erfolgt nach dem SSL-Verfahren kodiert, und auch später liegen die Daten verschlüsselt im Speicher des Cloudanbieters. Das Erzeugen eigener Schlüssel ist jedoch nicht möglich. Somit hat Copy Zugriff auf die User-Daten – der hauseigenen Privacy Policy [4] zufolge nutzt Copy diesen Zugriff etwa, um mehrfach gespeicherte Daten zu deduplizieren.

Der Copy-Agent auf dem PC-Desktop

Der Windows-Client wird dem User direkt nach der Registrierung zum Herunterladen angeboten. Nach dem Download führen Sie das Setup aus und geben abschließend Ihre Zugangsdaten für den Dienst ein. Einmal gestartet, läuft Copy im Hintergrund, ein kleines Icon im Benachrichtigungsfeld zeigt Ihnen an, dass das Programm aktiv ist.

Der Copy-Client unterscheidet sich in seinen Grundfunktionen nicht groß von den Desktop-Apps der Cloudspeicher-Konkurrenz. In der Standardeinstellung werden alle im Ordner Copy gespeicherten Daten im Hintergrund zum Onlinespeicher hochgeladen. Den Ort dieses Ordners können Sie in den Einstellungen frei wählen.

Abbildung 1: Der Copy-Client für den PC steht Dropbox und Co. in nichts nach.
Abbildung 1: Der Copy-Client für den PC steht Dropbox und Co. in nichts nach.

In den Einstellungen lassen sich Unterordner und Dateien im Copy-Ordner von der Synchronisation ausschließen oder auch aus dem Copy-Verzeichnis gelöschte Dateien wiederherstellen. Details wie ein Bandbreitenlimit oder Proxy-Einstellungen finden Sie natürlich ebenfalls in den Settings.

Zusätzliche Ordner – außerhalb des Copy-Ordners – lassen sich jedoch nicht direkt in die Synchronisierung einbeziehen. Unter Linux und Mac OS X folgt der Copy-Client jedoch Symlinks, sodass Sie etwa mit ln -s ~/Beispiel ~/Copy/ weitere Ordner aus Ihrem Dateisystem zu Copy synchronisieren lassen können, ohne die Daten doppelt vorhalten zu müssen.

Abbildung 2: Copy integriert sich in das Kontextmenü vom Windows-Explorer.
Abbildung 2: Copy integriert sich in das Kontextmenü vom Windows-Explorer.

Copy löst die Integration der Historie in den Windows-Explorer deutlich besser als Dropbox. Der Dienst fügt mit Copy Actions einen eigenen Menüpunkt in das Kontextmenü des Dateimanagers ein. Damit lässt sich zum Beispiel ein Freigabelink erzeugen und versenden.

Abbildung 3: Die Änderungshistorie zeigt Ihnen die verschiedenen Dateistände per Vorschau an.
Abbildung 3: Die Änderungshistorie zeigt Ihnen die verschiedenen Dateistände per Vorschau an.

Bei Dateien listet Copy auch die Änderungshistorie auf. Tippen Sie auf einen der älteren Dateistände, zeigt Ihnen Copy diesen (bei Bildern und PDFs) an und stellt ihn auf Wunsch auch direkt wieder her. Per History rufen Sie diese "Zeitreisenansicht" direkt auf.

Wie bei Dropbox kann auch Copy den Synchronisationsstatus der Dateien und Ordner in Ihrem Copy-Verzeichnis mit einem kleinen Symbol kennzeichnen. So sehen Sie auf einen Blick, welche Dateien bereits korrekt in den Cloudspeicher geladen wurden und woran Copy gerade arbeitet.

Das Copy-Web-Frontend

Das Web-Frontend unter http://copy.com bietet alles, was Sie von einem Cloudspeicher erwarten. Das Layout der Webseite ist "responsiv", je nach Breite Ihres Browserfensters werden zusätzliche Spalten ein- und ausgeblendet, das erleichtert die Navigation.

Abbildung 4: Im Browser haben Sie Zugriff auf die Versionshistorie Ihrer Uploads.
Abbildung 4: Im Browser haben Sie Zugriff auf die Versionshistorie Ihrer Uploads.

Abbildung 5: Über das Web-Frontend kontrollieren Sie Ordner- und Dateifreigaben.
Abbildung 5: Über das Web-Frontend kontrollieren Sie Ordner- und Dateifreigaben.

Auch die Versionshistorie einer Datei ist immer im Blick. Ein Klick in der Detailansicht auf File Activity genügt, und schon kommen Sie zu den letzten Änderungen der Datei, bei Bildern sogar mit einer Vorschau. Ältere Stände einzelner Dateien lassen sich auch hier wieder direkt herunterladen.

Copy unterwegs auf dem Handy

Wie jede ordentliche Cloudspeicherlösung bietet auch Copy Apps für Handys und Tablets an. Die Copy-App gibt es für iOS, Windows Phone und natürlich für Android [5]. Wir gehen auf die zuletzt genannte näher ein.

Wie gewohnt, geben Sie in der App Ihre Login-Daten ein. Die Copy-App zeigt Ihnen danach umgehend Ihre bereits online gespeicherten Daten. Genauso wie Dropbox, aber ganz im Gegensatz zu ownCloud, managt Copy nur Ihre Onlinedaten. Um Dateien aufs Handy zu bannen, müssen Sie sie gezielt herunterladen.

Abbildung 6: Copy zeigt Ihnen auch auf dem Handy alle Cloudspeicherdateien an.
Abbildung 6: Copy zeigt Ihnen auch auf dem Handy alle Cloudspeicherdateien an.

Abbildung 7: Per Dateimanager oder Galerie-App laden Sie Daten zu Copy hoch.
Abbildung 7: Per Dateimanager oder Galerie-App laden Sie Daten zu Copy hoch.

Über den Plus-Button legen Sie neue Dateien oder Ordner auf dem Copy-Speicher an. Der Upload-Button führt Sie zu Galerie und Dateimanager, über den Sie beliebige Dateien vom Handy zum Cloudspeicher hochladen können. Per Online-Sync landen die Uploads umgehend auf dem PC.

Möchten Sie Ihre Handybilder automatisch sichern lassen, dann aktivieren Sie in den Preferences die Option Enable PhotoCopy und am besten auch den Punkt WiFi Only. Dies schont Ihr Datenvolumen, da Bilder dann nur per WLAN gesichert werden.

Abbildung 8: Auf Wunsch sichert Copy Ihre Handyfotos automatisch ins Netz.
Abbildung 8: Auf Wunsch sichert Copy Ihre Handyfotos automatisch ins Netz.

Abbildung 9: Anders als bei Dropbox sehen Sie die Dateihistorie auch in der App.
Abbildung 9: Anders als bei Dropbox sehen Sie die Dateihistorie auch in der App.

Von Bildern und PDFs zeigt Ihnen die Copy-App automatisch Vorschauen an. Bei anderen Formaten – selbst bei einfachen TXT-Dateien – müssen Sie mit einem drögen "No Preview Available" vorlieb nehmen. Hier wäre es begrüßenswert, wenn Copy gängige Dateiformate wie Microsoft-Office oder LibreOffice direkt in der App anzeigen könnte.

Fazit

Copy ist nicht der erste Cloudspeicherdienst auf dem Markt, darum war es leicht für den Anbieter, sich das beste der Konkurrenz herauszusuchen und zu kopieren. Alles in allem hat man dabei gute Arbeit geleistet, der Dienst arbeitete im Alltag schnell und erwies sich als zuverlässig. Besonders die Plattformunabhängigkeit über alle Systeme hinweg zeigte sich als Vorteil. Auch der Desktop-Client machte eine gute Figur. In einigen Punkten – etwa in der Anzeige der Dateihistorie – übertrifft Copy sogar den Marktführer Dropbox.

Ob fremd-gehostete Onlinespeicher im Zeitalter der massiven Onlinespitzelei noch angebracht sind, steht auf einem anderen Blatt. Sie sollten daher nur die Daten auf Ihrem Cloudspeicher sichern, die Ihre Privatsphäre nicht kompromittieren. Für TrueCrypt-Container ist Copy ebenso gut geeignet wie Dropbox, da der Dienst mit inkremenentellen Uploads arbeitet. Bei einer kleinen Änderung der Daten im Container lädt Copy nur die geänderten Bestandteile hoch.


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