Start Magazin Die Bluetooth-Uhr i’m Watch – ein Erfahrungsbericht

Die Bluetooth-Uhr i’m Watch – ein Erfahrungsbericht

© imwatch.it

Vor Ewigkeiten bestellt, halten wir nun endlich dieses toll designte und auf Android basierende Uhrwerk in den Händen. Ist es tatsächlich ein Android-System und wie wird es sich im Alltag schlagen?

Die i’m Watch aus Italien [1] ist für viele das Android-Gadget schlechthin. Wer diese technische Meisterleistung seinen Freunden präsentiert und etwas über die Funktionen schwärmt, fällt meistens gleich „Q“ aus James Bond als Stichwort. Ja, diese Uhr würde James Bond bestimmt gefallen.

© imwatch.itAbbildung 1: Die i'm Watch spielt nicht nur Musik.
© imwatch.itAbbildung 1: Die i’m Watch spielt nicht nur Musik.

i’m Droid

Mit einem Einstiegspreis von 299 Euro ist die i’m Watch zwar kein Schnäppchen aber immerhin noch erschwinglich. Technik-Fans interessiert natürlich das Android-System auf Basis von Android 1.6 und so fällt der erste Blick auf den Startbildschirm. Dieser ist hübsch mit Uhr und Wetter gestaltet. Die Ablesbarkeit ist scharf und aus allen Winkeln möglich. Da das interne Android-System auf eine Auflösung von 240*240 Pixeln und auf eine recht schwache IMX233-CPU zugeschnitten werden musste, beschränkt sich das Gadget auf eine kleine aber nützliche Auswahl an Apps für E-Mail, Facebook und Co. Weitere Apps sollen folgen, die für eine Uhr sinnvollsten sind aber dennoch vorhanden.

Wünschenswert wäre eine Sprachsteuerung und Multitouch für den Touchscreen. Abgesehen davon bewegt man sich aber wie von Android gewohnt durch Wischgesten nach rechts oder links über die Oberfläche bewegt. Apps lassen sich durch gedrückt halten wechseln, aber nicht verschieben. Mit sechs Homescreens zu je vier Apps ist das Repertoire aber auch schon erschöpft. Alle Bewegungen finden ohne Verzögerung statt. Die Apps starten schnell, sind gut zu treffen und einzustellen.

Abbildung 2: Der Startbildschirm der i'm Watch bietet drei App-Starter und das Wetter-Widget.
Abbildung 2: Der Startbildschirm der i’m Watch bietet drei App-Starter und das Wetter-Widget.
Abbildung 3: Umfangreiche Funktionen werden in der Statusleiste angezeigt.
Abbildung 3: Umfangreiche Funktionen werden in der Statusleiste angezeigt.

Funktionen

Dem ersten Spaß steht eine Registrierung auf http://www.imwatch.it bevor, um alle Funktionen des i’m Droid genannten Betriebssystems nutzen zu können. Zu den Hauptfunktionen gehört die Freisprecheinrichtung für das Telefon: Nachdem man die Uhr das erste Mal am PC in Betrieb genommen, ein Update auf Softwareversion 0.5.0 getätigt und mit seinem Smartphone über Bluetooth-Tethering gepaart hat, kann es losgehen. Der erste Test offenbarte dann aber auch die erste Enttäuschung: Das Klingeln scheppert leicht und die Sätze des Gesprächspartners sind nur verzögert zu hören. Wie sich herausstellt [2], handelt es sich dabei um einen Bug bei der Ausgangs-Audioleistung über Bluetooth, der sich via Volume+ [3] beheben lässt.

Für die E-Mails und praktisch sämtliche Apps setzt der Hersteller auf den eigenen Cloud-Dienst, der – wie nicht anders zu erwarten – i’m Cloud heißt. Der E-Mail-Dienst kommt nur mit IMAP-Postfächern klar, deshalb muss man auch auf dem Handy einen IMAP-Provider eingestellt werden. Ein im Smartphone eingestellter POP3-Host führte bei unseren Tests zu keinerlei Erfolg. Als Resultat bekommt man die Mails in Kurzform mit Sender und Titel angezeigt, kann diese aber weder öffnen noch beantworten.

Abbildung 4: Bei den E-Mails zeigt die i'm Watch nur den Absender und den Titel an.
Abbildung 4: Bei den E-Mails zeigt die i’m Watch nur den Absender und den Titel an.

Die praktisch gleichen Einschränkungen gelten auch für i’m fb (die Facebook-App) und die Termine. Auch hier spielt die Uhr bei einem Ereignis einen Hinweiston ab und zeigt ein passendes Symbol in der Statusleiste an. Eine direkte Interaktion auf der Uhr ist nicht möglich. Zudem lassen die Nachrichten manchmal etwas auf sich warten. Selbst bei der manuellen Synchronisationen der i’m blieben Facebook-Nachrichten mal leer oder die Mails stammten vom Vortag.

Das Adressbuch ist schnell synchronisiert, enthielt aber teilweise dreifache Einträge und dem Autor bis dato unbekannte Kontakte, die man nicht entfernen kann. Immerhin ist es möglich, eine Favoritenliste zu erstellen, um die Auswahl nach der Synchronisation dann wesentlich einzuschränken. Dennoch hinterlässt die i’m Cloud einen etwas suspekten Eindruck.

Wer ein Picasa Webalbum hat, kann die i’m Watch damit synchronisieren und sich diese in der App i’mages ansehen. Alternativ gibt es eine Gallery, die mit Fotos vom 4 GByte großen internen Flashspeicher gespeist wird. Soll es lieber Musik sein, so ist auch dafür natürlich ein kleiner, aber einfacher Abspieler vorhanden. Datum, Uhrzeit, Lautstärke und Cloud-Updates lassen sich über die Einstellungen individuell anpassen, die Klingeltöne sind aber nicht durch eigene Musik erweiterbar.

Die Smartwatch als Uhr

Im Unterschied zu ähnlichen aber deutlich abgespeckteren Lösungen von Sony (Ericsson) kann man sich bei der i’m Watch eine Uhr dauerhaft anzeigen. Dabei sollte man aber nicht vergessen, vorher das Display zu dimmen, weil der Spaß sonst schnell ein Ende hat. Die Laufzeit des 450-mAh-Akkus beträgt bei ausgeschaltetem Bluetooth und kurzer Beleuchtungszeit des Displays maximal 48 Stunden. Bei intensiverer Nutzung schreit die Uhr nach einem halben Tag nach dem Ladegerät. Hier offenbart sich ein weiterer Nachteil: Aktuell lässt sich die Uhr nur über den USB-Stecker eines Computers laden, da ein Ladegerät fehlt. Da wünscht man sich doch eine bessere Möglichkeit, wie man sie von Samsung oder HTC mittels USB Ladegerät kennt.

Abbildung 5: Die Hauptfunktion der i'm Watch in ihrer schönsten Form.
Abbildung 5: Die Hauptfunktion der i’m Watch in ihrer schönsten Form.

Achtung Kurzschlussgefahr

Vorsicht sollte man walten lassen, wenn es darum geht, die Uhr aufzuladen. Der Klinkenstecker der Uhr sollte immer vor dem USB des Rechners gesteckt werden. Bei Klinke besteht nämlich die Möglichkeit, den Stecker schräg anzusetzen und einen Kurzschluss zu verursachen, was den Netzteil- oder schlimmstenfalls den Festplattentod im Rechner zur Folge hätte. Genauso ist beim Entfernen der Uhr erst der USB Stecker vom Rechner zu trennen. Hier wäre ein üblicher Mini-USB zum Laden und zur Datenübertragung die bessere Wahl. Zudem ist die Uhr nicht wasserdicht, was bereits beim Händewaschen ein Problem ist.

Fazit

Die i’m Watch Ist es zum einen eine super Uhr, die mit technischer Raffinesse, wie Telefonie, E-Mails, News, Musicplayer und sogar Aktienkursen zu überraschen weiß, andererseits wiegen die Mankos der schlechten Sprachqualität und der mangelhaften Synchronisation einzelner Apps doch recht schwer. „Q“ muss hier dringend nachbessern. So stellt sich nach der ersten Freude bei der täglichen Nutzung dann doch ab und zu Ernüchterung ein, auch wenn die Akkulaufzeit deutlich besser als bei anderen Lösungen ausfällt. Die Uhr wird aber aktiv mit Updates versorgt, sodass in vielen Bereichen mit Besserung zu rechnen ist.

Kommentiere den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here