Start Magazin Die besten Custom-ROM-Firmwares für das Nexus 5

Die besten Custom-ROM-Firmwares für das Nexus 5

Nexus-Geräte sind bei ROM-Entwicklern immer besonders beliebt. Von dieser Regel macht auch das Nexus 5 keine Ausnahme. Wir stellen die aktuell fünf besten alternativen Firmware-Dateien vor.

Mit Custom-ROMs hauchen Sie Ihrem Nexus 5 neues Leben ein und statten das Handy mit vielen neuen Features und Funktionen aus. Einstellungsmöglichkeiten, die mit der Google-Version oder nur durch Rooten nicht möglich waren, werden mit Custom-ROMs zu einem einfachen Fingertip. Wir stellen Ihnen in diesem Artikel einige Nexus-5-ROMs vor, mit denen Sie Ihr Nexus 5 noch besser machen.

Gut zu wissen?

Custom-ROMs lassen sich nicht einfach so mit einem Klick installieren, und das hat seinen Grund: Die Installation eines Custom-ROMs ist ein tiefer Eingriff in das Android-System, denn im Grunde tauschen Sie das vorinstallierte Android-System mit einer modifizierten Version eines unbekannten Entwicklers aus. Um eine Custom-Firmware zu installieren, müssen Sie zunächst ein Custom-Recovery auf das System aufspielen und anschließend das vorinstallierte System überschreiben. Dabei gehen alle Daten verloren.

Flashen, nicht Flaschen

Das Einspielen einer neuen Software auf einem Flash-Speicher nennt man allgemein Flashen. Für alle hier beschriebenen Custom-ROM-Dateien gilt, dass Sie diese via Custom-Recovery über das aktuelle System flashen müssen. Dabei gehen sämtliche Daten verloren.

Zur eigentlichen Installation des ROMs kopieren Sie die ROM-Datei sowie die Google-Apps-Datei (üblicherweise beide im ZIP-Format) auf Ihr Smartphone. Anschließend booten Sie in das Custom-Recovery Ihres Nexus 5. Für diesen Artikel benutzten wir das Team Win Recovery. Zunächst bereiten Sie Ihr Nexus auf das neue System vor. Dazu klicken Sie auf den Menüpunkt "Wipe" und ziehen den blauen Pfeil von links nach rechts. Dadurch bereinigt das Recovery Ihr Gerät von den Daten des bisherigen ROMs. Kehren Sie danach wieder ins Hauptmenü zurück und navigieren Sie zur Install-Kategorie. Im angezeigten Dateibrowser wählen Sie als erste Datei die ROM-Datei aus und fügen durch einen Klick auf Add More Zips die passende Google-Apps-Datei dem Auftrag hinzu. Bestätigen Sie die Installation mit dem Ziehen des Pfeiles von links nach rechts. Sie können den Status des Installationsvorgangs immer beobachten. Wenn die Installation beendet ist, klicken Sie einfach auf Reboot System Now, und Ihr Nexus 5 bootet in das von Ihnen installierte ROM.

Abbildung 1: Im TWRP-Recovery-Dateimanager finden Sie die gewohnte Struktur Ihres Speichers vor.
Abbildung 1: Im TWRP-Recovery-Dateimanager finden Sie die gewohnte Struktur Ihres Speichers vor.

Purity ROM

"Purity" bedeutet im Englischen "Reinheit". Die Entwickler des Purity ROMs [1] haben den Namen nicht ohne Grund gewählt, denn sie legen den Fokus Ihres ROMs klar auf Stabilität und Performance. Dabei verzichten Sie trotzdem nicht auf die elementaren Zusatzfeatures und Modifikationsmöglichkeiten, die ein Custom-ROM mit sich bringt.

Auf den ersten Blick werden Sie nach der Installation des Purity ROMs keine großen Veränderungen wahrnehmen oder neue Einstellungen entdecken. Die verstecken sich allesamt in den normalen Android-Einstellungen unter dem Punkt Purity. Aufgeteilt in sieben Kategorien haben Sie die Optionen des Purity ROMs zentral an einer Stelle. Unter "Statusleiste" tätigen Sie Einstellungen zum Aussehen und Verhalten der Benachrichtigungsleiste. So sorgt ein Häkchen zum Beispiel dafür, dass sich das Gerät bei zweimaligem Tippen auf die Benachrichtigungsleiste in den Ruhezustand versetzt. Im Punkt "Schnelleinstellungen" passen Sie die Kacheln der Schnelleinstellungen nach Ihren Wünschen an. Sie können neue Aktionen hinzufügen, andere verschieben oder die Reihenfolge anpassen. Unter "Bildschirmsperre" können Sie den Unlock-Schieber mit vollkommen neuen Funktionen versehen, oder den Unlock-Bildschirm durchsichtig machen.

Wie Sie sehen, kommt das Purity ROM trotz des auf Stabilität und Geschwindigkeit gelegten Fokus mit Anpassungsmöglichkeiten daher, die im Alltag wirklich nützlich sind. Die Downloadseite für die ROM-Datei mit den bisherigen Builds ist im XDA Thread unter [1] verlinkt, dort ist auch ein Link zu den Google-Apps [8] verfügbar.

Abbildung 2: Die Schaltzentrale des Purity ROMs verfügt über sehr individuelle Icons.
Abbildung 2: Die Schaltzentrale des Purity ROMs verfügt über sehr individuelle Icons.

Abbildung 3: Hier legen Sie zusätzliche Schnellstartverknüpfungen für den Purity Lockscreen an.
Abbildung 3: Hier legen Sie zusätzliche Schnellstartverknüpfungen für den Purity Lockscreen an.

Beergang ROM

Das Beergang ROM ist noch relativ unbekannt, obwohl es einiges zu bieten hat. Die zusätzlichen Features des ROMs sind in den Android-Einstellungen unter der Kategorie Beergang zu finden. In der sogenannten "Beerbar" haben die Entwickler ihre Features untergebracht und diese auf sechs Kategorien unterteilt. Die Beerbar ermöglicht es, den Lockscreen, die Navigationsbar, die Benachrichtigungsleiste, die LED-Leuchte und das Power-Menü anzupassen. In den Lockscreen-Einstellungen legen Sie zum Beispiel die Display-Aus-Animation fest und ob bei Eingabe der richtigen PIN das Gerät ohne Klick auf den Enter-Button entsperrt werden soll. Außer der Beerbar mit den Konfigurationsmöglichkeiten bringt das Beergang ROM noch weitere, von Haus aus bereits aktive Änderungen mit sich: So erscheinen beim Öffnen der Benachrichtigungsleiste automatisch die Schnelleinstellungen, wenn keine Benachrichtigung vorhanden ist. In den Android-Einstellungen können Sie zudem das Dark-UI-Theme aktivieren. Es verwandelt bisherige Verläufe und Grautöne in tiefes Schwarz, das minimalistisch und elegant wirkt. Als wirklich nützlich wird Ihnen als Nutzer des Google Experience Launchers die veränderte Anzahl der Apps pro Seite auffallen. Es passen viel mehr Apps auf eine Seite, sodass das lange Scrollen durch seitenweise Apps erspart bleibt.

Bisher sind im Beergang ROM noch nicht so viele Features wie in anderen ROMs enthalten, die Entwickler arbeiten jedoch stetig daran, das ROM zu verbessern. In zukünftigen Versionen wird sicher noch einiges an Funktionen und Optionen dazukommen. Den aktuellen Link zur ROM-Datei finden Sie im XDA Thread des ROMs unter [3]. Als Google-Apps kommen die gleichen wie beim Purity ROM zum Einsatz. Auch hier ist ein Link [8] zum Thread verfügbar. Beim Beergang ROM ist es zusätzlich nötig, die SuperSU Zip von Chainfire [2] mit zu flashen.

Abbildung 4: Mit dem Beergang ROM passen viel mehr App-Symbole auf eine Seite.
Abbildung 4: Mit dem Beergang ROM passen viel mehr App-Symbole auf eine Seite.

Abbildung 5: Über das kleine Icon in der linken unteren Ecke schließen Sie alle Apps.
Abbildung 5: Über das kleine Icon in der linken unteren Ecke schließen Sie alle Apps.

Dirty Unicorns

Mit dem Dirty Unicorns ROM holen Sie sich das bisher am weitesten entwickelte ROM auf Ihr Nexus 5. Es strotzt nur so vor Features und Einstellungsmöglichkeiten. Wie bei den anderen Firmware-Dateien sind die ROM-eigenen Optionen in die Android-Einstellungen integriert, das Dirty Unicorns ROM bringt aber zusätzlich noch Apps mit, die den Funktionsumfang erweitern. Darunter ist eine simple Taschenlampen-App, ein Terminal Emulator, die Apollo-Musik-App und der aus dem CyanogenMod ROM bekannte DSP-Manager. Mit ihm steuern Sie den Musikgenuss auf Ihrem Nexus 5 bis ins kleinste Detail, können für verschiedene Geräte unterschiedliche Profile anlegen und noch viel mehr. In den Dirty Tweaks steuern Sie die allgemeinen Änderungen. Das Dirty Unicorns ROM erlaubt die normalen, aus anderen ROMs bekannten Änderungen zur Benachrichtigungsleiste, zu den Schnelleinstellungen, der Navigationsleiste, dem Lockscreen etc. Doch hier geht es schon mit außergewöhnlichen Möglichkeiten los. Zum Beispiel können Sie aus einer breiten Auswahl festlegen, welche Animationen verwendet werden sollen. Richtig interessant wird es bei der Kategorie "Verschiedenes". Hier gibt es wirklich viele Features, die eher unbekannt aber wirklich gut sind! Mit ActiveDisplay aktivieren Sie auf Ihrem Nexus 5 einen Entsperrbildschirm, der dem des Moto X nachempfunden ist. Bei Benachrichtigungen weist nicht nur die LED, sondern auch das Display mit zusätzlichen Informationen darauf hin. Die Appbar ist eine Leiste am Displayrand, von der aus Sie immer schnellen Zugriff auf vorher definierte Apps haben. In Gesture Anywhere verknüpfen Sie Ihre eigenen Gesten mit vorher eingestellten Aktionen, die Sie dann von überall aus ausführen können. Auch die vom Paranoid ROM bekannte HALO Blase ist mit an Bord. Für die Poweruser bietet das Dirty Unicorns ROM zudem weitere Optionen wie Informationen zur Partitionierung und im Einstellungspunkt "Leistung" die Möglichkeit zur Modifizierung des Governors, des Schedulers und der Prozessorfrequenz. Alles in allem kommt das Dirty Unicorns ROM mit sehr vielen erweiternden Möglichkeiten daher, die bisher teilweise noch nicht ganz rund laufen. Hier und da hängen die ROM-Einstellungen, oder es funktioniert nicht so, wie gewünscht. Dieses Verhalten ist auf das frühe Stadium der Entwicklung zurückzuführen. Jedoch tut das den umfangreichen Optionen und Möglichkeiten keinen Abbruch, sodass das Dirty Unicorns ROM für Poweruser unsere klare Empfehlung ist. Der Downloadlink zur ROM-Datei sowie zu den passenden Google-Apps ist im XDA Thread des ROMs unter [4] erhältlich.

Abbildung 6: Power-User werden mit dem Dirty Unicorns ROM glücklich.
Abbildung 6: Power-User werden mit dem Dirty Unicorns ROM glücklich.

Abbildung 7: Die Appbar gewährt immer und überall schnellen Zugriff auf Ihre wichtigsten Apps.
Abbildung 7: Die Appbar gewährt immer und überall schnellen Zugriff auf Ihre wichtigsten Apps.

Abbildung 8: Das Dirty Unicorns ROM kommt mit vielen Tweaks und Mods daher.
Abbildung 8: Das Dirty Unicorns ROM kommt mit vielen Tweaks und Mods daher.

Paranoid

Bekannt geworden durch innovative Features wie HALO und UI-Anpassbarkeit für jede App erfreute sich das Paranoid ROM auf bisherigen Nexus-Geräten großer Beliebtheit. Selbstverständlich stellen die Entwickler auch für das neueste Smartphone der Nexus-Reihe ihr ROM zur Verfügung. Bisher gibt es aber nur BETA-Versionen von Paranoid, die jedoch nicht ansatzweise die gewohnte Fülle an Features mit sich bringen. Die Hybrid-Properties zum Tätigen der bekannten UI-Modifikationen fehlen völlig und auch sonst gibt es nicht sonderlich viele Optionen. Dies liegt daran, dass die Developer noch mitten in der Entwicklung stecken. Regelmäßig veröffentlichen sie neue Beta-Builds mit mehr und mehr Features. Es lohnt sich also, immer mal wieder nachzusehen, ob eine neue Version verfügbar ist. Die eigene Downloadseite des ROMs rufen Sie unter [5] auf. Spezielle Paranoid-Google-Apps sind ebenfalls auf der Downloadseite unter [9] verfügbar.

Fazit

Die Firmware zu wechseln, ist mit etwas Know-how und der nötigen Vorsicht keine unlösbare Aufgabe. Als Erfolgserlebnis entdecken Sie je nach ROM komplett neue Möglichkeiten und Features. Dabei sind der Individualisierung dank Android kaum Grenzen gesetzt. Für welches der aufgeführten ROMs Sie sich letztendlich entscheiden, ist eine Geschmacksfrage. Die einen mögen eine Fülle an Einstellungen, andere ziehen ein schnelles und schlankes OS den Funktionen vor. Auf jeden Fall lohnt es sich, einen Blick in die Custom-ROM-Szene zu werfen, um das Nexus 5 noch effizienter zu nutzen.


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