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Die absoluten Muss-Anwendungen

Holen Sie mit den hier vorgestellten Tools mehr aus Ihrem Android-Gerät heraus. Das beste an den Werkzeugen: sie sind gratis!

Der Android Market bietet eine bunte Auswahl an Anwendungen für nahezu jeden Geschmack und Bedarf. Brauchen Sie also eine Anwendung für die Verwaltung Ihrer Fotos oder eines entfernten Servers, werden Sie in der großen Sammlung des Market mit Sicherheit schnell fündig. Es gibt aber auch einige praktische Anwendungen für allgemeine Aufgaben, die Sie auf Ihrem Android-Gerät unabhängig von Ihren besonderen Bedürfnissen auf jeden Fall installieren sollten.

Mit diesen kleinen Helfern verwalten Sie mit Leichtigkeit Ihre Dateien, nehmen Sie Einstellungen vor, um zum Beispiel die Akkulaufzeit zu verbessern, überwachen und verwalten laufende Prozesse und vieles mehr. In diesem Artikel stelle ich ein paar schlaue Anwendungen vor, die Ihnen helfen, das Beste aus Ihrem Android-Gerät herauszuholen. Und das Tollste dabei: all die in diesem Artikel vorgestellten Anwendungen sind frei verfügbar. Sie können also die Funktionalität Ihres Gerätes verbessern, ohne dabei einen müden Cent auszugeben.

Erhöhen Sie die Akkulaufzeit mit Quick Settings

Obwohl die neuesten Android-Geräte auf dem Markt mit deutlich verbesserten Akkulaufzeiten aufwarten, ist die traurige Wahrheit, dass selbst wenn Sie Ihr Haus mit vollständig aufgeladenem Akku verlassen, die Ladung nicht unbedingt für den ganzen Tag reicht. Deshalb darf ein Hilfsprogramm, dass mehr Leben aus dem Akku Ihres Gerätes herausholt, in Ihrem Arsenal nicht fehlen. Und Sie können dabei gar nichts falsch machen, wenn Sie die App Quick Settings [1] installieren. Dieses raffinierte kleine Tool reiht alle wichtigen Einstellungsmöglichkeiten in einem Bildschirm auf und macht dadurch das Ein- und Ausschalten von entsprechenden Optionen, sowie die Anpassung von grundlegenden Parametern sehr einfach.

Abbildung 1: Mit der App Quick Settings erreichen Sie neben den wichtigsten Einstellungen auch die Taschenlampe.
Abbildung 1: Mit der App Quick Settings erreichen Sie neben den wichtigsten Einstellungen auch die Taschenlampe.

Standardmäßig sehen Sie auf dem Hauptbildschirm von Quick Settings unter anderem gleich die drei wichtigsten Funktionen, die einen maßgebenden Einfluss auf die Akkulaufzeit ausüben: Bluetooth, GPS und WiFi. Diese Funktionen schalten Sie ganz einfach durch Berührung der Schaltfläche EIN/Aus ein und aus. Außerdem können Sie von hier aus auch die 3G-Datenverbindung aktivieren oder deaktivieren, die Helligkeit und Lautstärke, sowie die Art und Weise der Anrufmeldung einstellen. Die Anwendung Quick Settings verfügt auch über eine Taschenlampenfunktion mit einer schlauen Lösung: ist die Funktion aktiviert, schalten Sie die Taschenlampe mit dem Kippen des Gerätes ein. Mit diesem einfachen Trick sparen Sie viel Energie. Möchten Sie den Hauptbildschirm der Anwendung anpassen, drücken Sie die Gerätetaste für das Menü und berühren die Schaltfläche Anpassen (Abbildung 2).

Abbildung 2: Die Einstellungen von Quick Settings bieten viel Spielraum.
Abbildung 2: Die Einstellungen von Quick Settings bieten viel Spielraum.

Die aktivierten Elemente ordnen Sie dann einfach durch Ziehen um. In dem Bereich Versteckte Einstellungen sehen Sie eine lange Liste der nicht aktivierten Einstellungsmöglichkeiten, unter anderem Entsperrungsmuster, WiFi-Hotspot, Master-Lautstärke und andere. Möchten Sie ein Element von hier doch in dem Hauptbildschirm sehen, ziehen Sie dieses einfach in den Bereich Sichtbare Einstellungen hinauf. Wechseln Sie dann wieder zum Hauptbildschirm zurück und unter Einstellungen (Gerätetaste Menü und die Schaltfläche Einstellungen) finden Sie noch weitere Optionen, mit denen Sie das Verhalten von Quick Settings individuell gestalten können. Hier aktivieren Sie unter anderem das haptische Feedback und geben die Art der Taschenlampe an. Verfügt Ihr Android-Gerät über eine eingebaute LED-Taschenlampe, benutzen Sie diese statt des Displays.

Quicker

Neben Quick Settings bietet der Autor Sergej Shafarenka auch eine Bezahl-App mit dem Namen Quicker an. Die bringt ein etwas moderneres Design mit und bietet einige Zusatzfunktionen. Quicker kostet 99 Cent.

Datenvolumen zügeln mit NetCounter

Trotz Flatrates gibt es bei vielen (wenn nicht bei allen) Mobilfunkanbietern Beschränkungen für die Zugangsgeschwindigkeit, wenn Sie ein bestimmtes Limit im Monat überschreiten. Es lohnt sich also, Ihre Netzwerknutzung im Auge zu behalten, auch wenn Ihr Provider Ihnen eine "Flatrate" versprochen hat. So können Sie auch hohe Roaming-Gebühren vermeiden, wenn Sie im Ausland unterwegs sind. NetCounter [2] ist eine quelloffene Anwendung, die Ihnen hilft, Ihre Datenvolumennutzung sehr einfach zu überprüfen (Abbildung 3).

Abbildung 3: NetCounter App zählt den Datenverkehr über WLAN und das 3G-Modem.
Abbildung 3: NetCounter App zählt den Datenverkehr über WLAN und das 3G-Modem.

NetCounter überwacht sowohl die WiFi- als auch die 3G-Schnittstelle und zeigt den Datenverbrauch für beide getrennt in vier Kategorien unterteilt an: Gesamt, Monat, 7 Tage und Heute. So verschaffen Sie sich einen schnellen Überblick über das verbrauchte Datenvolumen in verschiedenen Zeiträumen. Mit NetCounter können Sie auch die gesammelten Daten auf eine SD-Karte in Form einer CSV-Datei exportieren. Diese Funktion erreichen Sie über das Kontextmenü unter Einstellungen | Import/Export | Exportiere nach .csv. Obwohl die Anwendung NetCounter nicht mit Funktionen überladen ist, erledigt sie ihre eigentliche Aufgabe tadellos.

Aufzeichnungen mit OI Notizblock

Brauchen Sie eine anständige Notizanwendung, ist der OI Notizblock (OI Notepad [3]) eine gute Wahl. Auf den ersten Blick sieht OI Notizblock zwar ziemlich einfach aus, er bietet trotzdem einige sehr nützliche Funktionen (Abbildung 4).

Abbildung 4: Die App "OI Notizblock" sieht zwar sehr simpel aus, bietet aber viele Funktionen.
Abbildung 4: Die App "OI Notizblock" sieht zwar sehr simpel aus, bietet aber viele Funktionen.

Wenn Sie den einzelnen Notizen Stichworte zuweisen, erscheinen diese dann unter Alle Notizen in einer Liste. Mit der Auswahl eines Stichwortes gelangen Sie gleich zu den entsprechenden Notizen. Mit der Funktion Suche suchen Sie auch den Inhalt Ihrer Notizen durch und die Treffer erscheinen bereits nach dem Eintippen einiger Buchstaben. Auch die geräteweite Suche können Sie (unter der Lupe) so einstellen, dass die Notizen von OI Notizblock dabei mit einbezogen werden.

Sie können Ihre Notizen auch nach verschiedenen Kriterien, wie zum Beispiel nach Datum oder alphabetisch sortieren. Zum Ändern der Sortierordnung drücken Sie die Gerätetaste Menü und wählen Sie dann die Schaltflächen Einstellungen | Sortierung. Ebenfalls unter Einstellungen aktivieren Sie die Option Links automatisch erstellen, damit die Telefonnummern, E-Mail- und Webadressen in Ihren Notizen zu anwählbaren Verknüpfungen umgewandelt werden.

Die mit OI Notizblock erstellten Notizen lassen sich direkt aus der Anwendung heraus versenden. Am besten speichern Sie alle Ihre Notizen auf der SD-Karte. Standardmäßig werden die Notizen auf der SD-Karte in unverschlüsselten Textdateien gespeichert, so können Sie diese auch mit anderen Programmen einfach ansehen und bearbeiten. Möchten Sie aber Ihre sensiblen Daten eher verschlüsselt auf der SD-Karte in Ihrem Android-Gerät aufbewahren, installieren Sie die Erweiterung "OI Safe" nach. Für OI Notizblock stehen noch weitere Erweiterungen zur Verfügung: mit OI Voice Notes zum Beispiel erstellen Sie Aufnahmen von Sprachnotizen und mit OI Convert CSV exportieren Sie Ihre Notizen in das CSV-Format.

Themes für OI Notizblock

Im Android Market gibt es zahlreiche Themes, über die sich das doch recht spartanische Aussehen von OI Notizblock etwas verschönern lässt. Darunter befinden sich klassische Notizzettel-Ansichten, ein Schultafel-Look und viele Muster mit Blumen. Einige der Themes sind gratis, die meisten kosten jedoch zwischen 50 Cent und einem Euro.


Dateiverwaltung mit File Expert

Möchten Sie die Dateien und Ordner auf Ihrem Android-Gerät verwalten, ist die Anwendung File Expert [4] bei weitem das beste Werkzeug für diese Aufgabe. Es unterstützt so ziemlich alle üblichen Operationen für Dateien und Verzeichnisse: Kopieren, Ausschneiden, Einfügen, Umbenennen und Löschen. Es unterstützt auch Stapelvorgänge, so können Sie die unterstützten Aktionen gleichzeitig für mehrere Dateien und Verzeichnisse durchführen (Abbildung 5).

Abbildung 5: Der Android-Dateimanager "File Expert" zeigt den Inhalt der SD-Karte.
Abbildung 5: Der Android-Dateimanager "File Expert" zeigt den Inhalt der SD-Karte.

File Expert verfügt über eine Suchfunktion, Sie finden Ihre Dateien also ziemlich einfach damit. Der Search-Dialog unterstützt zudem auch Reguläre Ausdrücke für erweiterte Suchanfragen. Aber das ist erst der Anfang. Wenn Sie eine Datei lange berühren, erscheint ein Kontextmenü mit allen verfügbaren Befehlen. Sie können von hier aus eine oder mehrere Dateien in ein ZIP-Archiv packen, zu den Lesezeichen hinzufügen, mit einer bestimmten Anwendung öffnen, versenden oder mithilfe der Sharing-Funktionen von Android mit anderen Benutzern teilen. File Expert verfügt ebenfalls über einen eingebauten Bildbetrachter, womit Sie alle Bilder im entsprechenden Verzeichnis als Galerie ansehen können (Abbildung 6). File Expert unterstützt auch die Installation von APK-Paketen: tippen Sie kurz auf eine Datei mit der Endung .apk, erscheint gleich der Installationsdialog von Android.

Abbildung 6: Über den integrierten Bildbetrachter von File Expert lassen sich Fotos auch teilen.
Abbildung 6: Über den integrierten Bildbetrachter von File Expert lassen sich Fotos auch teilen.

Wenn Sie einen Ordner länger berühren, erscheinen noch weitere nützliche Befehle. Mit dem Befehl Network Share zum Beispiel geben Sie das gesamte Verzeichnis sofort im Netzwerk für andere Benutzer über das HTTP- oder das FTP-Protokoll frei. Daraufhin erscheint ein Dialog mit den Informationen über IP-Adresse und Zugangsdaten (Abbildung 7). Anschließend können Sie auf das verteilte Verzeichnis mit einem Browser oder FTP-Klienten zugreifen. Sie können aber nicht nur einen einzelnen Ordner für die gemeinsame Nutzung freigeben, sondern die Sharing-Funktion grundsätzlich aktivieren oder deaktivieren. Tippen Sie dazu auf die Schaltfläche Share und wählen Sie die entsprechende Option aus.

Abbildung 7: File Expert ermöglicht die gemeinsame Nutzung von Verzeichnissen über das Web oder FTP.
Abbildung 7: File Expert ermöglicht die gemeinsame Nutzung von Verzeichnissen über das Web oder FTP.

Mit File Expert können Sie auch Netzwerkverbindungen einrichten und so Ihre Dateien und Ordner auf Ihrem Heimserver oder auf einem entfernten Rechner verwalten. Der Anschluss an ein freigegebenes Netzwerk könnte nicht einfacher sein. Wechseln Sie dazu in File Expert einfach in den Bereich Network und tippen Sie auf die Schaltfläche New, füllen Sie die erforderlichen Felder aus, zum Schluss tippen Sie auf Okay. Für den Zugriff wählen Sie das Symbol des entsprechenden Netzwerks an.

Abbildung 8: Mit File Expert können Sie auch Anwendungen installieren und archivieren.
Abbildung 8: Mit File Expert können Sie auch Anwendungen installieren und archivieren.

Außer Dateien und Ordnern können Sie mit File Expert auch Ihre Anwendungen verwalten. Wechseln Sie zum Reiter App, dann sehen Sie eine Liste der Anwendungen, die auf Ihrem Gerät installiert sind (Abbildung 8). Berühren Sie einen der Einträge etwas länger, erscheint ein Dialog mit entsprechenden Befehlen. Von hier aus können Sie die Anwendung unter anderem abschalten (unter Details), von Ihrem Gerät löschen (deinstallieren) oder eben die Installationsdatei archivieren. Wenn Sie mehrere Anwendungen markieren, benutzen Sie die Schaltflächen im unteren Bereich zum gleichen Zweck. Die archivierten APK-Dateien landen auf der SD-Karte im Verzeichnis backup_apps.

Ein Blick hinter die Kulissen mit OSMonitor

Wollen Sie einen neugierigen Blick in das Innenleben Ihres Android-Systems werfen, brauchen Sie OSMonitor [5]. Obwohl diese Anwendung ziemlich eindeutig in die Kategorie für Computerfreaks fällt, finden Sie sie ganz bestimmt nützlich, auch wenn Sie sich nicht unbedingt zu den Android-Gurus zählen. OSMonitor zeigt auf Wunsch auch die CPU-Auslastung, Speicherauslastung und den Akkustatus im Benachrichtigungsbereich von Android an (Statuszeile ganz oben). Drücken Sie dazu die Menü-Taste und tippen Sie auf die Schaltfläche Options. Aktivieren Sie hier die Kontrollkästchen für Show Notification Icon und Show CPU Usage. Auch wenn das App-Fenster von OSMonitor nicht geöffnet ist, sehen Sie von nun an das Symbol mit dem CPU-Auslastungsdiagramm in der Notification Area.

Abbildung 9: Mit OSMonitor sehen und steuern Sie die laufenden Prozesse.
Abbildung 9: Mit OSMonitor sehen und steuern Sie die laufenden Prozesse.

Mit OSMonitor selbst überwachen Sie drei grundlegende Aspekte des Systems: laufende Prozesse, Netzwerk-Schnittstellen und -Anschlüsse und den allgemeinen System-Status. Unter dem Process-Abschnitt sehen Sie eine vollständige Liste von allen laufenden Prozessen in Ihrem System samt CPU-Auslastung. Berühren Sie den kleinen Pfeil neben einem Prozess, erhalten Sie ausführliche Informationen dazu, wie zum Beispiel Speicherverbrauch und aktueller Status. Aufgrund dieser Informationen erkennen Sie schnell ressourcenintensive Prozesse und Anwendungen. Berühren Sie einen Prozess länger, erscheinen die Befehle, mit denen Sie den entsprechenden Prozess zwangsmäßig stoppen oder seine Log-Datei in Echtzeit ansehen können. Beide Funktionen sind sehr hilfreich, wenn Sie fehlerhaft laufende Anwendungen und Prozesse überprüfen und entfernen wollen, gehen Sie aber mit dem Task-Killer äußerst vorsichtig um.

Abbildung 10: OSMonitor zeigt Ihnen, wo sich der Server befindet, der sich hinter einer Webseite bzw. IP-Adresse verbirgt.
Abbildung 10: OSMonitor zeigt Ihnen, wo sich der Server befindet, der sich hinter einer Webseite bzw. IP-Adresse verbirgt.

Abbildung 11: Mit OSMonitor optimieren Sie auch die CPU-Taktfrequenzen.
Abbildung 11: Mit OSMonitor optimieren Sie auch die CPU-Taktfrequenzen.

Unter dem Abschnitt Connection sehen Sie die Liste aller eingehenden und ausgehenden Netzwerkverbindungen. Tippen Sie auf eine Verbindung in der Liste, startet eine WHOIS-Abfrage und die erhaltenen Informationen erscheinen in einem separaten Fenster (Abbildung 10). Zu gutem Schluss bietet der Abschnitt Misc einen umfassenden Überblick über das System und zeigt unter anderem die aktuelle Prozessortaktung und die Skalierung an. Der Clou ist, dass Sie die Einstellungen direkt von hier aus anpassen können, um entweder eine bessere Leistung zu erreichen, oder eher die Akkulaufzeit zu erhöhen. Wissen Sie aber nicht genau, was Sie tun, lassen Sie lieber die Standardeinstellungen unberührt. Ebenfalls im Misc-Abschnitt sehen Sie einen detaillierten Überblick über den Akkustatus, einschließlich Ladungszustand, Kapazität, Spannung, Temperatur und – ganz wichtig – den Abnutzungszustand (Abbildung 11). Dieser Abschnitt enthält außerdem noch eine detaillierte Übersicht über die Speicherplatzbelegung sowohl des internen Speichers als auch der SD-Karte, so können Sie diese beiden im Auge behalten.

Fazit

Ein Android-Gerät ist ein kleiner Computer und Sie brauchen die entsprechende Software dazu, damit er reibungslos funktioniert und Sie ihn wirklich sinnvoll nutzen können. In diesem Artikel stellte ich lediglich eine Handvoll Anwendungen vor, die Ihnen dabei helfen, diese beiden Aufgaben zu meistern. Probieren Sie diese Apps erst einmal aus, bin ich davon überzeugt, Sie halten diese dann auch für ziemlich nützlich.

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