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Datenverbraucht mit Firewall einschränken

Datenhungrige Apps führen immer wieder dazu, dass das vom Provider vorgegebene Datenlimit überschritten wird. Dann wird das Internet unerträglich langsam. Doch Sie können etwas dagegen tun.

Sven ist überglücklich, dass er nun auch endlich ein Smartphone hat und zudem noch mit einem sehr günstigen Datentarif. Doch schon am zweiten Tag lässt seine Freude nach, als er von seinem Provider eine SMS bekommt, dass sein Datenvolumen für diesen Monat bereits aufgebraucht sei. Sven surft nun die restlichen 28 Tage statt mit 7,2 Mbit/s mit 64 Kbit/s, das macht nicht wirklich Spaß. So wie Sven geht es vielen Smartphone-Nutzern jeden Monat aufs Neue. Dieser Artikel zeigt, wie Sie Ihren Datenverbrauch kontrollieren und über Firewall-Apps gezielt den Apps Bandbreite zugestehen, die für Sie wichtig sind. So ganz nebenbei hält dadurch auch der Akku wesentlich länger.

Jede App zählt

Viele Nutzer sind sich gar nicht bewusst, dass praktisch jede Apps eine Internetverbindung herstellt, und sei es nur, um zu prüfen, ob ein Update angeboten wird oder um Werbung zu schalten. Und wenn man den Haken bei Automatische Updates zulassen gemacht hat, fangen die Apps auch gleich mit dem Download an. Für den Nutzer ist es mitunter schwer zu begreifen, warum das Datenlimit schon nach so kurzer Zeit aufgebraucht ist. Filme über YouTube, Navigation im Fußgängermodus und weitere Datenhungrige Apps schaffen es, innerhalb von Stunden die 200 MByte-Marke zu knacken. Ab Android 4 können Sie zwar eine Warnschwelle einrichten und den Datenverbrauch ab einem bestimmten Volumen komplett blockieren, auf Apps-Ebene haben Sie aber keine Möglichkeiten. Zahlreiche Apps bieten eine solche Funktion auch ohne Android 4 an, zum Beispiel DroidStats [1], Mobile Counter [2] oder Avast Mobile Security [3]. Avast misst neben dem WLAN und den mobilen Daten auch die mobilen Roaming-Daten.

Abbildung 1: Android zeigt ab Version 4 den Datenverbrauch unter den Einstellungen an.
Abbildung 1: Android zeigt ab Version 4 den Datenverbrauch unter den Einstellungen an.

Abbildung 2: Mobile Counter zählt den Datenverkehr. Das Ergebnis wird auch in verschiedenen Widgets angezeigt.
Abbildung 2: Mobile Counter zählt den Datenverkehr. Das Ergebnis wird auch in verschiedenen Widgets angezeigt.

Abbildung 3: Avast zählt den Datenverbrauch unterteilt nach 3G (Mobil), WiFi (WLAN) und Roaming.
Abbildung 3: Avast zählt den Datenverbrauch unterteilt nach 3G (Mobil), WiFi (WLAN) und Roaming.

Die einfachste Lösung liegt auf der Hand: Um den mobilen Datenfluss zu reduzieren, sollte man größere Datenmengen immer über WLAN beziehen. In der Google-Play-App gibt es im Menü die Möglichkeit, Updates nur im WLAN-Betrieb zu erlauben. Hier sollte man auf jeden Fall die Checkbox markieren.

Zugriff beschränken

Um den Datenverbrauch in den Griff zu bekommen, muss man ihn kontrollieren. Die Auswahl an entsprechenden Apps ist groß, zum Beispiel DroidStats, Mobile Counter oder Avast. Wenn bekannt ist, welche der Apps am meisten Daten verbraucht, besteht logischerweise der nächste Schritt darin, datenhungrige Apps so zu steuern, dass sie – wenn möglich – nur über WLAN eine Datenverbindung bekommen. Das ideale Tool, um den Datenverbrauch zu steuern, ist eine Firewall. Leider kann systembedingt eine Firewall nur bei gerooteten Geräten funktionieren. Wer also für sich bisher keine Notwendigkeit zum Rooten gesehen hat, sollte an dieser Stelle noch einmal überlegen.

Auch das Angebot an Firewall-Apps im Play Store ist groß. Wir empfehlen DroidWall [4], die Root-Firewall [5] oder auch hier Avast [3] als Rundum-Sorglos-Lösung. Generell gibt es zwei Wege, die Firewall einzustellen:

  • Whitelist-Modus: In diesem Modus dürfen nur markierte Apps das Internet benutzen. Prüfen Sie einfach, welche Apps ohne Internet nicht funktionieren und fügen Sie dann die benötigten zur Whitelist hinzu.
  • Blacklist-Modus: Zunächst dürfen alle Apps auf das Internet zugreifen. Dann markieren Sie die Apps, die aus Ihrer Sicht auch ohne Internet auskommen sollten.

In beiden Fällen sollten Sie einen deutlichen Unterschied zwischen den Daten, die über das Mobilfunknetz übertragen werden und dem WLAN- Betrieb machen. So erlauben Sie für wenige Apps den unbeschränkten Zugriff durch Mobilfunk und WLAN, bei vielen den Zugriff ausschließlich über WLAN, und die restlichen dürfen gar keine Internetverbindung mehr aufbauen. Wenn Sie dann später feststellen, dass die eine oder andere App ohne Internetzugriff nicht mehr funktioniert, ändern Sie einfach die Berechtigungen.

Abbildung 4: Die Firewall DroidWall ist ein übersichtliches und zuverlässiges Programm, das den Internetverkehr steuert.
Abbildung 4: Die Firewall DroidWall ist ein übersichtliches und zuverlässiges Programm, das den Internetverkehr steuert.

Abbildung 5: Root Firewall und noch ein paar andere Apps haben ähnliche Eigenschaften wie DroidWall.
Abbildung 5: Root Firewall und noch ein paar andere Apps haben ähnliche Eigenschaften wie DroidWall.

Abbildung 6: Avast schützt nicht nur vor Viren, sondern zählt auch den Datenverbrauch und verfügt über eine Firewall.
Abbildung 6: Avast schützt nicht nur vor Viren, sondern zählt auch den Datenverbrauch und verfügt über eine Firewall.

Den Internetverkehr haben Sie durch die oben genannten Maßnahmen künftig unter Kontrolle. Und das Ganze hat noch mehr Vorteile: So schonen Sie mit weniger Internetzugriffen nicht nur das Datenvolumen sondern auch Ihren Akku, da jetzt nicht mehr alle möglichen Apps im Hintergrund mit irgendwelchen Servern Daten austauschen. Mit einer Whiteliste machen Sie zudem auch Viren und Trojanern schwerer, in Ihr System zu kommen, da nicht mehr jedes Programm eine Verbindung ins Internet aufbauen darf.

Fazit

Wenn Sie Ihr Handy schon gerootet haben, dann lohnt sich die Installation von Avast oder einer alternativen Firewall-App, um den Datenverbrauch zu kontrollieren. Der Vorteil von Avast besteht darin, dass Sie nur eine App installieren müssen, die zudem noch Viren und Malware blockt und einen sehr guten Diebstahlschutz beinhaltet. Auch Sven hat sich dafür entschieden.

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