Start Magazin Das wasserdichte und ultraschnelle Sony Xperia Z1 im Test

Das wasserdichte und ultraschnelle Sony Xperia Z1 im Test

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© Sony

Da inzwischen selbst die günstigsten Android-Handys flott genug arbeiten, konzentrieren sich die Handyhersteller auf andere Features. Bei Sony stehen Display, Kamera und die Wasserdichtigkeit im Vordergrund. Dies ist beim Xperia Z1 nicht anders, doch auch die Rechenpower überzeugt.

Plusminus

+ Wasser- und staubdicht

+ Akku mit sehr hoher Kapazität

+ Kopfhörerbuchse direkt zugänglich

+ Sehr gutes Display

+ Gute Kamera mit vielen Features

– Größer und schwerer als Vorgänger

– Akku nicht austauschbar

Daran, dass die Handyhersteller ihre Topgeräte nach nur einem Jahr gegen neue Modelle austauschen, haben wir uns inzwischen gewöhnt. Neu dagegen ist, dass sich das Handykarussell inzwischen wie ein Brummkreisel dreht. Sony hatte sein Xperia Z erst im Januar dieses Jahres auf der CES in Las Vegas vorgestellt, wir testeten das Gerät im März 2013, und schon jetzt ist der Nachfolger im Handel: das Xperia Z1.

Alt und neu ähneln sich stark, das Xperia Z1 hat jedoch ein wenig mehr Speck auf den Alu-Rippen. Es ist in allen Dimensionen ein wenig gewachsen und wiegt mit 169 Gramm (Xperia Z: 146g, HTC One: 143g, Galaxy S4: 130g, iPhone 5S: 112g) nun fast schon zu viel, um noch angenehm in der Hand zu liegen. Dafür lässt es sich dank eines abgeschrägten Rahmens aus Polycarbonat rund um das Display jetzt besser greifen.

Großer Akku, moderne Technik

Das größere Platzangebot nutzt Sony, um das Xperia Z1 mit aktueller Technik auszustatten. Die Kapazität des Akkus misst nun 3.050 mAh statt 2.330 mAh. Damit überdauert das Z1 locker einen langen Arbeitstag, bei geringer Nutzung und aktiviertem Stamina-Modus muss es erst nach Tagen wieder ans Netz. Der Akku lässt sich jedoch nach wie vor nicht austauschen.

Abbildung 1: Sonys Xperia-UI ergänzt Android um einige nützliche Funktionen.
Abbildung 1: Sonys Xperia-UI ergänzt Android um einige nützliche Funktionen.

Abbildung 2: Die Änderungen an Androids Oberfläche sind dezent gehalten.
Abbildung 2: Die Änderungen an Androids Oberfläche sind dezent gehalten.

Abbildung 3: Den App-Drawer können Sie ganz nach Ihren Wünschen gestalten.
Abbildung 3: Den App-Drawer können Sie ganz nach Ihren Wünschen gestalten.

Als Grund für den fest verbauten Akku nennt Sony unter anderem die Abdichtung des Handys gegen Eindringen von Staub und Feuchtigkeit. Wie schon mit dem Xperia Z können Sie auch mit dem Z1 baden gehen. Das neue Modell verträgt nach Angaben von Sony sogar ein halbstündiges Bad in 1,5 Metern Wassertiefe. Für das Xperia Z galt noch eine maximale Tiefe von einem Meter.

Ob Sie Ihr Z1 jedoch wirklich mit an den Strand nehmen sollten, steht auf einem anderen Blatt. Damit das Handy wirklich wasserdicht ist, müssen alle Deckel sicher sitzen. Schon ein paar Sandkörner in der Dichtung können genügen, dass säuft das Handy absäuft. Das Meer sollten Sie generell meiden: Ausflüge ins Salzwasser sind verboten.

Im Sony-Forum unter talk.sonymobile.com äußern sich zudem viele Käufer, deren wasserdichte Sony-Handys das Wasserbad doch nicht wie versprochen überlebt haben und bei denen sich Sony bockig zeigt, was die Gewährleistung und Reparatur anbelangt.

Abbildung 4: Die Laufzeit des Xperia Z1 liegt dank des großen Akkus bei mehreren Tagen.
Abbildung 4: Die Laufzeit des Xperia Z1 liegt dank des großen Akkus bei mehreren Tagen.

Apropos Deckel: SIM- und microSD-Karte liegen unter dünnen Deckeln, die für jeden Wechsel aus dem Gehäuse gefummelt werden müssen. Die Kopfhörerbuchse ist jetzt jedoch – anders als beim Vorgänger – intern gekapselt und liegt immer frei. Wer gerne Musik über ein Headset hört, wird diese Änderung zu schätzen wissen. Drahtloses Laden über ein Qi-kompatibles Ladegerät beherrscht jedoch auch das neue Z1 nicht.

Power-Kamera mit 20 MP

Was beim Blick auf die technischen Daten sofort ins Auge fällt, ist die Kamera mit einer stolzen Auflösung von 20,7 Megapixeln. Die Aufnahmen landen in der höchsten Qualitätsstufe im 4:3-Format und mit 5.248 x 3.936 Bildpunkten im Speicher des Handys. Diese Auflösung bietet die Kamera-App jedoch nur dann an, wenn Sie sie bewusst manuell wählen, im von Haus aus aktiven "Überlegene Automatik"-Modus fotografiert das Z1 nur mit 8 Megapixeln.

Abbildung 5: Die sehr gute Kamera des Sony Xperia Z1 kennt diverse Automatik- und Filtermodi.
Abbildung 5: Die sehr gute Kamera des Sony Xperia Z1 kennt diverse Automatik- und Filtermodi.

Abbildung 6: Die volle Auflösung von 20 Megapixeln steht nur im manuellen Modus zur Verfügung.
Abbildung 6: Die volle Auflösung von 20 Megapixeln steht nur im manuellen Modus zur Verfügung.

Ist die Automatik aktiviert, übernimmt die Software alle notwendigen Einstellungen für Sie. Gehen Sie nah an ein Motiv – etwa eine Blume – heran, springt die Kamera automatisch in den Makromodus. Halten Sie das Objektiv über einen Text, optimiert die Kamera die Aufnahme für ein Dokument. Auch bei Porträts, Aufnahmen von Kleinkindern, schlechtem Licht oder sich schnell bewegenden Motiven wie bei der Sportfotografie wählt die Kamera-App automatisch die passende Einstellung.

Aufgrund des großen Bildsensors und der Reduzierung der Aufnahmen auf 8 Megapixel bietet die Kamera im Automatikmodus ein "virtuelles" 3-fach-Zoom (entspricht einem 81-mm-Objektiv bei einer herkömmlichen Kleinbildkamera), ohne dass die Bildqualität durch das Heranzoomen leidet. Bei schlechten Lichtverhältnissen fungiert eine sehr gute Blitz-LED als Hilfslicht, mit dem die Kamera so gut fokussiert, dass uns selbst bei absoluter Dunkelheit im Raum gute Bilder gelangen.

Abbildung 7: Im Timeshift-Modus suchen Sie sich die beste Aufnahme der letzten zwei Sekunden heraus.
Abbildung 7: Im Timeshift-Modus suchen Sie sich die beste Aufnahme der letzten zwei Sekunden heraus.

Des Weiteren bietet die Sony-Kamera zusätzliche Funktionen – von sinnvoll bis absurd. Die "Timeshift-Bildfolge" nimmt Bilder in konstanter Folge auf. Sobald Sie den Auslöser drücken, speichert sie über zwei Sekunden hinweg die nächsten 30 und die letzten 30 Bilder, über einen Bildfächer wählen Sie die beste Aufnahme aus.

Abbildung 8: Info-Eye erkennt Sehenswürdigkeiten im Bild und zeigt Informationen dazu an.
Abbildung 8: Info-Eye erkennt Sehenswürdigkeiten im Bild und zeigt Informationen dazu an.

Abbildung 9: Wie die Bildeffekte die Aufnahme verändern, zeigt die Übersicht in Echtzeit.
Abbildung 9: Wie die Bildeffekte die Aufnahme verändern, zeigt die Übersicht in Echtzeit.

Mit verschiedenen "Bildeffekten" verleihen Sie Ihren Aufnahmen einen künstlerischen Touch, und "Info-Eye" liefert Ihnen per Bilderkennung automatisch Informationen zum Motiv, das Sie gerade aufgenommen haben. Die "AR-Effekte" platzieren virtuelle Dinosaurier, Schmetterlinge oder Partyhüte in die Aufnahme – witzig, aber wohl selten nötig.

Viel CPU-Power, helles Display

Über die Hardwareausstattung des Xperia Z1 gibt es nicht viele Worte zu verlieren: "Top" bringt es auf den Punkt. Die 2,2 GHz schnelle Quadcore-CPU aus der Snapdragon-800-Reihe ist jederzeit Herr der Lage. Zusammen mit 2 GByte RAM und 16 GByte Speicher übertrifft das Z1 die Leistungswerte eines Galaxy S4 (AnTuTu: 24314, Vellamo/HTML5: 2134, Vellamo/METAL: 733) oder eines HTC One (AnTuTu: 18252, Vellamo/HTML5: 2411, Vellamo/METAL: 786) deutlich – aktuell ist das Sony Xperia Z1 das schnellste Android-Handy auf dem Markt.

Abbildung 10: Im AnTuTu-Benchmark überflügelt das Sony Xperia Z1 seine Konkurrenz um Längen.
Abbildung 10: Im AnTuTu-Benchmark überflügelt das Sony Xperia Z1 seine Konkurrenz um Längen.

Abbildung 11: Auch im Vellamo-Test läuft das Z1 vor allen anderen ins Ziel.
Abbildung 11: Auch im Vellamo-Test läuft das Z1 vor allen anderen ins Ziel.

Als Display verwendet Sony im Xperia Z1 wieder einen 5 Zoll großen Full-HD-Touchscreen mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln. Dank Bravia-Engine 2, Triluminos und X-Reality ist das Bild aber nochmals besser als beim Vorgänger. Das Z1 zeigt satte Farben, eine sehr hohe Helligkeit und gute, wenn auch nicht perfekte Blickwinkel. Das Displayglas auf der Front wird wie gehabt mit einer bruchhemmenden Folie geschützt, die sich auch abziehen und gegen eine andere Schutzfolie ersetzen lässt.

Fazit

Sony hat beim Xperia Z1 nichts falsch gemacht. An Rechenpower, Display, Kamera, Software und Verarbeitung lässt sich nichts aussetzen: Besser geht es aktuell nicht. Unverständnis kommt nur auf, wenn man sich gerade eben erst ein brandneues Xperia Z gekauft hat, und nur wenige Monate später gibt es den besseren Nachfolger für fast dasselbe Geld. Warum nicht gleich so?

Störend ist auch der Verzicht auf drahtloses Laden nach dem Qi-Standard – gerade bei einem abgekapselten und wasserdichten Handy wie dem Z1. Wer nicht permanent den Deckel der USB-Buchse aus dem Gehäuse angeln möchte, muss sich das als Zubehör erhältliche Dock kaufen. Dieses lädt das Z1 über die zwei auf der linken Seite freiliegenden Pins.

Sony Xperia Z1

Kerndaten
Hersteller Sony
Formfaktor 5,0-Zoll-Smartphone
Auflösung 1920 x 1080 Pixel
Prozessor 2,2 GHz Quadcore Snapdragon S800
Speicher 16 GByte, microSD vorhanden
Kameras 20,7 MP (hinten), 2,2 MP (vorne)
Android-Version Android 4.2.2
Akku 3050 mAh
Laufzeit (Standby/Gespräch) 880h/14h
Gewicht 169 Gramm
Preis (Internet) 580 Euro
Technische Details und Preisvergleich
  http://android-user.de/lp/23827
Performance
AnTuTu-Benchmark 33949 Punkte
Vellamo (HTML5/Metal) 2915/1140 Punkte
Android-User-Bewertung 4,8 Punkte