Start Magazin Das Sonos Wireless HiFi System unter Android im Test

Das Sonos Wireless HiFi System unter Android im Test

© Sonos

Aus dem Netzwerk gestreamte Musik in jeden Raum ohne dass Sie aufwändig Kabel verlegen müssen? Das Mehrraum-Audio-System von Sonos verteilt die Musik kabellos in Ihrem Haus und wird bequem über ein Smartphone oder Android-Tablet gesteuert.

Die gute alte Stereoanlage hat vielerorts ausgedient, neue und smarte Lösungen wie der Google Nexus Q [1] oder das Sonos Wireless Hifi System [2] finden besonders bei denjenigen immer weitere Verbreitung, die ihre Musik schon länger in digitaler Form auf der Festplatte lagern. Mit diesen Lösungen spielen Sie Musik aus dem Internet oder ihrem eigenen LAN überall im Haus ab wo ein WLAN zur Verfügung steht. Gesteuert wird die Wiedergabe über ein PC-Programm oder vom Apple- oder Google-Handy aus. Wir schauen uns die Android-Lösung von Sonos genauer an.

Das Sonos-Universum

Die Sonos-Technik basiert auf einem proprietären Standard, so dass die Sonos-Geräte [3] miteinander kommunizieren können. Neben den Playern "Play:3" und "Play:5" mit integriertem Verstärker und Boxen, bietet Sonos mit dem "Connect:Amp" einen Vollverstärker mit 55 Watt Verstärkerleistung an. Der "Connect" schließlich wird an einen herkömmlichen HiFi-Verstärker angeschlossen, er leitet seinen Sound analog über Cinch-Kabel oder digital (optisch oder koaxial) weiter. Zudem gibt es mit dem "Sub" einen zusätzlichen Subwoofer, der einem alleinstehenden Player besserem Sound beschert. Die kompakte Bridge schließen Sie an ein vorhandenes LAN an, so dass die Player komplett über WLAN angesteuert werden, ohne dass einer mit dem LAN verbunden sein muss.

Die Preise für die Geräte variieren von etwa 270 Euro für einen einfachen Play:3 zum Einstieg, über etwa 370 Euro für den stärkeren Play:5-Player mit fünf integrierten Lautsprechern für Raumklang, bis hin zu knapp 470 Euro für den Vollverstärker Connect:Amp. Der Subwoofer ist mit fast 700 Euro das teuerste Gerät von Sonos.

Zum Einrichten der Sonos-Komponenten benötigen Sie einen Windows- oder Mac-OS-X-Rechner mit der mitgelieferten Sonos-Software [4] oder auch nur ein iOS- bzw. Android-Gerät mit der jeweiligen Sonos-Controller-App. Die PC-Software ist zum Einrichten der Hardware nicht zwingend notwendig, was Linux-Usern entgegen kommt, da Sonos bislang noch keine Linux-kompatible Software anbietet. Anfangs muss mindestens eines der Sonos-Geräte an das LAN per Kabel angeschlossen werden, weitere Boxen können dann per WLAN in Ihr Netz eingebunden werden.

Boxen einrichten

Unser Test-Setup aus zwei Play:3, einem Connect:Amp und der Sonos-WLAN-Bridge lässt sich vollständig über ein Android-Handy einrichten. Dazu wird am besten die Bridge (oder eines der anderen Geräte) an das Netzwerk per LAN-Kabel angeschlossen und durch Drücken der Connect-Taste in den Verbindungsmodus gesetzt. Die Sonos-App für Android [5] auf dem Handy entdeckt daraufhin das Gerät und führt den Einrichtungs-Assistent aus. Nach Eingeben der Zugangsdaten zum WLAN und der Angabe der Netzwerkfreigabe mit dem Pfad zur eigenen Musiksammlung auf dem NAS-Speicher im Netzwerk, ist die Bridge einsatzbereit.

Abbildung 1: Weitere Sonos-Geräte müssen Sie über die App in Ihr Netzwerk einbinden.
Abbildung 1: Weitere Sonos-Geräte müssen Sie über die App in Ihr Netzwerk einbinden.

Die weiteren Player fügen Sie anschließend über Menü | Einstellungen | Sonos-Komponente hinzufügen Ihrem Setup nach und nach hinzu. Einmal eingerichtet behalten die Player ihre Konfiguration, so dass Sie sie an einem beliebigen Ort innerhalb der Reichweite Ihres WLANs aufbauen können, ein Netzwerkanschluss ist nicht zwingend nötig. Ganz im Gegenteil, in den Playen sind Ethernet-Ports integriert, über die sich Computer ohne WLAN in Ihr Heimnetz einbinden lassen. Um weiteren Android-Geräten den Zugriff auf Ihre Sonos-Installation zu erlauben, müssen Sie die Kopplung einmalig für jedes Gerät wiederholen.

Sonos-Android-App

Die Android-App dient neben der PC-Software als Controller des Sonos-System. Mit ihr steuern Sie welche Musik auf welchem Player wie laut wiedergegeben werden soll. Die Player können Sie entweder individuell ansteuern oder zu Gruppen zusammenfügen, so dass Sie zum Beispiel in der Küche und im Wohnzimmer synchron laute Party-Musik abspielen können, während im Bad leichte Hintergrundmusik läuft.

Abbildung 2: Die Sonos-App unterscheidet sich nur in wenigen Details von einem herkömmlichen Audio-Player für Android.
Abbildung 2: Die Sonos-App unterscheidet sich nur in wenigen Details von einem herkömmlichen Audio-Player für Android.

Abbildung 3: Neben der im Netzwerk gespeicherten Musik lassen sich auch Anbieter wie rdio oder Spotify nutzen.
Abbildung 3: Neben der im Netzwerk gespeicherten Musik lassen sich auch Anbieter wie rdio oder Spotify nutzen.

Neben ihrer lokal im Netzwerk gespeicherten Musik, streamt Sonos von zahlreichen Diensten wie AUPEO!, Last.fm, Napster, Rdio, simfy, Spotify, 7digital oder dem Amazon Cloud Player (bislang nur in den USA) Musik in ihr Wohnzimmer, alternativ hören Sie mit tunein Radiosendern aus aller Welt zu. Der für viele Android-User wichtige Dienst Google Music wird jedoch bislang noch nicht von Sonos unterstützt. Eine Anfrage von Sonos-Usern im Forum des Unternehmens [6] betitelt den Stand der Einbindung als "Under consideration", ob und wann Google Music unterstützt wird, ist daher noch unbekannt.

Abbildung 4: Ordnen Sie mehrere Player zu Gruppen zusammen oder regeln Sie die Lautstärke individuell pro Player.
Abbildung 4: Ordnen Sie mehrere Player zu Gruppen zusammen oder regeln Sie die Lautstärke individuell pro Player.

Während auf Android-Handys die Darstellung der Sonos-App aufgrund des geringen Platzes auf dem Display immer nur einen Auswahl der Oberfläche zeigen kann, sehen Sie auf einem Android-Tablet Ihre zu Gruppen zusammengefassten Sonos-Player, den aktuellen Titel und die Playliste, sowie Ihre Quellen auf einer übersichtlich gegliederten Tablet-GUI.

Abbildung 5: Auf Android-Tablets haben Sie das gesamte Sonos-System inklusiver ihrer Musiksammlung immer im Blick.
Abbildung 5: Auf Android-Tablets haben Sie das gesamte Sonos-System inklusiver ihrer Musiksammlung immer im Blick.

WLAN erweitern

Um eine störungsfreie Übertragung der Musik zwischen den einzelnen Sonos-Playern garantieren zu können, spannen Sonos-Geräte ein eigenes WLAN, das so genannte SonosNet, auf [7]. Das WLAN ist von Sonos so konfiguriert worden, dass die SSID – also der Name des WLANs – nicht übertragen wird. Somit wird es von Rechnern üblicherweise nicht als verfügbares WLAN aufgeführt, zudem lässt sich der Zugangsschlüssel nicht ohne weiteres aus den Playern auslesen.

Android-Geräten erlaubt Sonos allerdings die Nutzung des SonosNets, wodurch Sie die Reichweite Ihres WLANs unabhängig vom Standort Ihres WLAN-Routers deutlich ausbauen können, da jeder Player wieder als Repeater fungiert. Im Menü der Sonos-App finden Sie unter Einstellungen | Erweiterte Einstellungen | Mit SonosNet verbinden die Option Verbindungen zulassen. Sie überträgt die Zugangsdaten zum WLAN automatisch in die Netzwerkeinstellungen des Handys, so dass Sie umgehend Zugang zum mit dem Namen "Sonos_Zufallszahl" erhalten.

Power-User mit einem gerootenen Androiden können die Zugangsdaten zum SonosNet aus der Datei /data/misc/wifi/wpa_supplicant.conf auslesen und dann auch Nicht-Android-Geräte wie PCs oder iOS-Handys in das SonosNet einbuchen. Sonos weist allerdings klar darauf hin, dass dadurch der störungsfreie Betrieb des Sonos-Setups nicht mehr gewährleistet werden kann.

Abbildung 6: Übertragen Sie die Zugangsdaten zum SonosNet aus der Sonos-App in die Netzwerkeinstellungen Ihres Androiden.
Abbildung 6: Übertragen Sie die Zugangsdaten zum SonosNet aus der Sonos-App in die Netzwerkeinstellungen Ihres Androiden.

Abbildung 7: Jeder Sonos-Player fungiert als WLAN-Repeater, so dass die Reichweite Ihres WLANs beträchtlich erweiter wird.
Abbildung 7: Jeder Sonos-Player fungiert als WLAN-Repeater, so dass die Reichweite Ihres WLANs beträchtlich erweiter wird.

Widget für den Homescreen

Vom Android-Musikplayer Play Music und auch von den vielen verschiedenen Audioplayern aus dem Play Store kennen Sie Widgets, mit denen Sie die Wiedergabe vom Homescreen Ihres Androiden steuern können. Leider liefert Sonos selber keine Widgets in seiner Controller-App mit. Abhilfe schafft hier ein externer Entwickler mit den Apps Sonos Widget [8] und Sonos Widget Pro [9].

Abbildung 8: Der offiziellen Sonos-App fehlen bislang leider eigene Widgets, im Play Store finden Sie jedoch Abhilfe.
Abbildung 8: Der offiziellen Sonos-App fehlen bislang leider eigene Widgets, im Play Store finden Sie jedoch Abhilfe.

Die kostenlose Version bietet ein 4×1-Felder großes Widget für Ihr System, von dem aus Sie ihr Sonos-System bedienen. In der kostenpflichtigen Variante finden Sie zudem ein Widget für den Lockscreen (ab Android 4.2) und ein 4×4-Felder großes Widget mit umfassenden Funktionen zu Steuerung Ihrer Sonos-Player. Zudem bietet die Pro-Version die Möglichkeit mehrere Sonos-Systeme (bspw. Zuhause und im Büro) zu managen.

Musik vom Handy abspielen

Die Sonos-Android-App ist vom Funktionsumfang im Großen und Ganzen identisch mit der iOS-Variante, allerdings fehlt ihr ein durchaus interessantes Detail. Von iPhones oder iPads lassen sich über die Sonos-App lokal gespeicherte Titel auf die Sonos-Geräte streamen, sie müssen daher nicht mehr zwingend alle Ihre MP3s auf ihrem zentralen Netzwerkspeicher abspeichern.

Abbildung 9: Mittels DLNA-Clients wie BubbleUPnP streamen Sie Musik von Ihrem Handy direkt auf das Sonos-System.
Abbildung 9: Mittels DLNA-Clients wie BubbleUPnP streamen Sie Musik von Ihrem Handy direkt auf das Sonos-System.

Abbildung 10: Über diesen Weg lässt sich auch Googles Musik-Lösung Google Music in Ihr Sonos-Setup einbinden.
Abbildung 10: Über diesen Weg lässt sich auch Googles Musik-Lösung Google Music in Ihr Sonos-Setup einbinden.

Der Android-Variante fehlt diese Funktion bislang, allerdings müssen Sie nicht gänzlich darauf verzichten Musik vom Handy ohne den Umweg über Ihren NAS auf den Sonos-Playern abzuspielen, schließlich nutzt Sonos mit DLNA [10] eine standardisierte Technik.

Google Music über Umwege

Über BubbleUPnP spielen Sie auch Ihre in der Google-Cloud abgespeicherte Musik über die Sonos-Boxen ab. Als Quelle des Local Media Servers wählen Sie dazu in BubbleUPnP Google Music aus. Sie müssen dem Player dazu den Zugriff auf Google Music gestatten, woraufhin er die Datenbank ihrer Google-Musik ausliest und diese nach Album, Künstler, Genre und Playlist sortiert zum Abspielen anbietet.

BubbleUPnP [11] etwa entdeckt unter Devices die Sonos-Player in Ihrem Netzwerk, so dass Sie diese als Media-Renderer auswählen können. Als Bibliothek belassen Sie es bei der Voreinstellung Local Media Server, so dass Ihr Handy als Datenquelle dient. Unter Library finden Sie unter Music die auf Ihrem Handy abgespeicherte Musik, ein Klick auf ein Album oder einzelnes Lied beamt dieses dann auf das ausgewählte Sonos-Gerät.

Wer nicht auf UPnP als Workaround setzen möchte, der findet jedoch auch bei den Playern Play:5 und Connect einen Eingang für 3,5mm-Klinkenstecker (Play:5) bzw. einen Cinch-Eingang (Connect), an den Sie beliebige Geräte als Quelle anschließen können, der Sound lässt sich dann auf alle Sonos-Geräte im Netz weiterleiten. So können dann auch Freunde ihre Musik vom MP3-Player oder dem Smartphone über Sonos abspielen.

Fazit

Die Sonos-Player hinterlassen einen durchweg positiven Eindruck. Die Audio-Qualität der Player Play:3 und Play:5 reicht zum Beschallen eines Raums mit Musik locker aus, selbst der kleine Play:3 besitzt für seine kompakten Abmaße einen erstaunlichen Bass. Wer Stereo-Sound und noch mehr Bass wünscht, der kann den Subwoofer hinzukombinieren und einen weiteren Player im Raum aufstellen, oder auch auf den Vollverstärker Connect:Amp zurückgreifen. Allerdings müssen Sie für ein größeres Sonos-Setup recht tief in die Taschen greifen.

Die Sonos-App für Android-Handys und -Tablets ist gelungen, sie macht den Einsatz der PC-Software komplett überflüssig. Sonos täte allerdings gut daran ihr einen zeitgemäßen Android-Look und auch eigene Widgets zu verpassen, solch ein grundlegendes Feature sollte nicht kostenpflichtig von externen App-Entwicklern nachgerüstet werden müssen.

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