30. Juli 2021
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Das sind die wichtigsten Neuerungen in Android 4.2

Hurrikan Sandy hat zwar Googles aufwändig geplante Präsentation weggeblasen, doch Google lies es sich nicht nehmen heute seine neue Android-Version zu präsentieren. Android 4.2 ist weiterhin Jelly Bean – auf Key Lime Pie müssen wir also noch ein bisschen warten – bringt aber diverse Neuerungen mit. Und auch das Android-Umfeld wächst endlich international, in Deutschland wird man in Zukunft Filme kaufen und auch Google Music nutzen können.

Viele Android-User (und auch wir) hatten im Vorfeld schon über Android 4.2 orakelt, dass es sich bei dieser Version um Googles nächstes "großes" Update – namentlich Key Lime Pie – handeln müsste. Doch die heute vorgestellte Version nennt sich weiterhin Jelly Bean. Google zeigt uns daher ein aufpoliertes Android 4.1, das einige interessante neue Features hinzugelernt, aber auch Verbesserungen verpasst bekommen hat.

Kugel-Panoramen

Bei Android "Ice Cream Sandwich" 4.0 hatte Google erstmals den in die Kamera-App integrierten Panorama-Modus gezeigt. Er setzt die während eines Schwenks aufgenommenen Bilder zu einem großen Panorama-Bild zusammen. Neu bei 4.2 ist nun eine "Photo Sphere" genannte Photo-App, die den Betrachter des Bildes in das Zentrum der Aufnahme stellt.

Android 4.2 lässt sie 360-Grad-Panoramas aufnehmen.
Android 4.2 lässt sie 360-Grad-Panoramas aufnehmen.

Wie Sie es vielleicht schon aus Google Maps kennen, können Sie innerhalb der Aufnahme beliebig drehen und die virtuellen Augen des Betrachters zum Himmel oder gen Boden richten. Sie sehen das Szenario fast genauso wie der Ersteller der Aufnahme. Dabei können Sie auch in das Bild zommen um weitere Details zu erkennen. Ganz uneigennützig packt Google die neue Photo-App nicht mit auf die 4.2-Androiden. Die Aufnahmen lassen sich direkt zu Google Maps hochladen und ergänzen so über die Android-Community das Angebot an Kugel-Panoramen.

Keyboard mit Gestenerkennung

Dass man am virtuellen Keyboard von Android-Smartphones oder -Tablets viel optimieren kann, zeigen die zahlreichen Ersatz-Klaviaturen im Android Play Store. Ob Switftkey, Swype oder das Hacker’s Keyboard, jede Tastatur-App hat ihre eigenen Stärken. Der aktuelle Trend geht derzeit dahin, dass man nicht tippt sondern Wörter wischt. Swype hatte diese Art der Eingabe als erster vorgestellt, demnächst wird sie auch bei SwitftKey zu haben sein.

Wörter werden nicht mehr getippt sondern gewischt.
Wörter werden nicht mehr getippt sondern gewischt.

Das neue 4.2er Keyboard wird nun optional ebenfalls Wisch-Gesten erkennen. Ohne Absetzen fahren Sie über die Buchstaben des gewünschten Wortes, Android ergänzt die erkannten Buchstaben dann automatisch zu einem vollständigen Wort. Leerzeichen werden automatisch nach Abheben des Fingers in den Text eingefügt. Google gibt auch an die Wörterbücher zur Korrektur von Tippfehlern und Erkennung von Spracheingaben verbessert zu haben.

Account-Verwaltung (nur für Tablets)

Während das Smartphone ein sehr persönlicher Gebrauchsgegenstand ist, wandert ein Android-Tablet oft durch mehrere Hände. Die Kinder spielen ihre Games, die Eltern nutzen es als E-Book-Reader und Gäste möchten schnell mal etwas im Internet nachschlagen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Google die Nutzerverwaltung – deren Spuren sich schon bei Android 4.1 versteckt im System fanden – erst einmal nur für Tablets bringt.

Jeder User kann sich das Tablet nach seinen Wünschen einrichten.
Jeder User kann sich das Tablet nach seinen Wünschen einrichten.

Google spricht davon, dass jeder User seine Bildschirmhintergründe, Homescreens und Widgets individuell anordnen kann. Doch die Trennung hört nicht bei den optischen Details auf. Die Daten und Stände von Apps und Spielen werden nun pro User separat abgespeichert, so das jeder User mit seinen persönlichen Daten und Einstellungen arbeiten kann. Zwischen den Accounts wird man On-the-fly wechseln können, ohne dass der "abgemeldete" User seine gerade laufenden Apps beenden muss.

Auf die große Leinwand

In vielen Haushalten befinden sich mittlerweile große Flachbild-TVs, die mit Inhalten bespielt werden möchten. Die Inhalte liegen jedoch meist auf dem Handy, dem Tablet oder in der großen Internet-Cloud (YouTube und Co.). Android 4.2 führt daher jetzt auch Unterstützung für Miracast-Wireless-Displays ein. So spielen Sie Filme, YouTube-Clips oder aber auch Spiele drahtlos auf einen Fernseher ab. Dieser benötigt allerdings einen Wireless-Display-Adapter, den Sie eventuell noch hinzukaufen müssen.

Eine Überarbeitung bekam auch die in Android integrierte Google-Suche. Sie lässt Sie nun via Spracheingabe im Web suchen, die Ergebnisse werden Ihnen dann auch gleich über die Sprachausgabe vorgelesen. Der Knowledge Graph soll dabei möglichst passende Antworten generieren. Neu ist auch die Möglichkeit gelöschte Benachrichtungen mit einem Wisch von oben in das Display wieder einzublenden, so sehen Sie auf was Sie reagieren sollten, selbst wenn Sie die Nachrichten aus Versehen weggedrückt hatten.

Google Now mit mehr Karten

Auch der persönliche Assistent Google Now bekommt eine Modellpflege. Das Update zeigt Ihnen nun passende Karten zu Filmen und Events ihrer Lieblingskünstler, informiert Sie über die Auslieferung von Paketen oder zeigt Ihnen auch bessere Photo-Spots in der Umgebung, wenn Sie die Kamera aktivieren. Wie die Features in Deutschland funktionieren bleibt jedoch abzuwarten, Google Now ist hierzulande deutlich in seinem Funktionsumfang eingeschränkt.

Google Now hilft bei der Suche nach interessanten Photo-Locations.
Google Now hilft bei der Suche nach interessanten Photo-Locations.

Neuerungen finden sich auch für sehbehinderte Android-User. In den Accessibility-Einstellungen lässt sich ein Zoom über den gesamten Bildschirminhalt aktivieren. Ein Triple-Click auf das Display vergrößert einen verschiebbaren Ausschnitt. Blinde können jetzt mit Touch-Gesten durch die Android-Oberfläche steuern und bekommen Feedback über die Sprachausgabe.

Filme zum Kaufen und Google Music

Mal wieder Google, Android und der Rest der Welt. Wo es in den USA eine riesige Sammlung an Filmen über Google Movies herrschte in Deutschland eher Stille. Filme lassen sich bislang über Google Play in Deutschland nur ausleihen, nicht aber permanent kaufen. So bleiben Ihnen nach dem Bezahlen der Leihgebühr nur 30 Tage zum Starten des Films, einmal angespielt muss der Film dann innerhalb von 48 durchgeschaut werden. Nun endlich wird man auch Filme kaufen können, das Angebot an Titeln soll auch weiter wachsen.

Google Music startet nun auch endlich in Deutschland.

Ein großer Schritt ist auch der Start von Google Music in Europa ab dem 13. November. Damit ist dann auch endlich in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien Musik im Play Store erhältlich. Sie werden für Google Music nicht zwingend einen brandneuen Androiden benötigen, der Dienst wird auch auf älteren Android-Geräten laufen.

Wie bisher werden Sie bis zu 20.000 Titel auf Google Music speichern können, allerdings müssen Sie diese nicht mehr mühsam hochladen. Google gleicht die lokale Musik mit seinem eigenen Bestand ab, so dass nur noch wirklich individuelle Titel über den eigenen Internet-Anschluss hochgeladenen werden müssen. Apple und Amazon bieten ähnliche Dienste an, Googles Angebot ist allerdings kostenlos.

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