Start Magazin Das LG G Flex im Test: Dieses Handy macht sich krumm

Das LG G Flex im Test: Dieses Handy macht sich krumm

© LG

Das erste gekrümmte Android-Smartphone von LG bietet ein riesiges Display, eine extrem schnelle CPU, lange Akkulaufzeiten und eine sich von Kratzern heilende Rückseite. Doch nicht jedes Detail des Bananen-Handys überzeugt.

Plusminus

+ Flexibles Display

+ Selbstheilende Rückseite

+ Kamera-Performance

+ Infrarotsender

+ Gute Akkulaufzeit

– Preis

– Nur Android 4.2

– Durchschnittliche Displayauflösung

Warum? Warum ist die Banane nur so krumm? Auf diese Frage probiert Android User keine Antwort zu geben, wir erklären Ihnen aber gerne, warum das LG G Flex krumm wie eine Banane auf dem Tisch liegt! Doch die ungewöhnliche Bauform ist nicht das einzige Highlight des Handys. Der Prozessor geht mit Höchstgeschwindigkeit zur Sache und mit seinem 6 Zoll großen Display gehört es zu der Geräteklasse, die ein Tablet durchaus vergessen macht.

LG tauft sein neustes Smartphone aus zwei Gründen "Flex": Zum einen ist das Handy deutlich gekrümmt. Dadurch schmiegt es sich beim Telefonieren besser ans Ohr, zudem lässt es sich durch die Krümmung einfacher bedienen, da das Display beim Wischen nach oben oder unten dem Finger entgegenkommt. Zum anderen ist das Handy flexibel. Es lässt sich trotz seiner Krümmung komplett flach auf den Tisch drücken. So sollte es das Missgeschick überleben, wenn Sie sich einmal unachtsam auf das auf der Couch liegende Handy setzen.

Krumm wie eine Banane

Beim Gehäuse verzichtet LG – abseits der Krümmung – auf den ersten Blick auf Spektakuläres. Wie auch schon beim LG G2 dominieren Kunststoff und Polycarbonat das solide verarbeitete Gerät. Ebenso müssen Sie auch beim G Flex mit der Lautstärkewippe und dem An/Aus-Button auf der Rückseite vorliebnehmen. Gut, dass sich das G Flex per Doppeltipp auf das Display wecken lässt. Auf Anhieb blind den An/Aus-Taster auf der Rückseite des riesigen Handys zu treffen, ist praktisch unmöglich. Dank des kleinen Rahmens rund um das Display, ist das Handy aber nicht größer als es sein müsste. Nutzer mit kleineren Händen können dennoch das Handy kaum mit einer Hand bedienen.

Abbildung 1: Zwei Kratzer verunstalten die Oberfläche des von uns getesteten LG G Flex.
Abbildung 1: Zwei Kratzer verunstalten die Oberfläche des von uns getesteten LG G Flex.

Abbildung 2: Die selbstheilende Beschichtung schafft es, den oberen Kratzer zu glätten.
Abbildung 2: Die selbstheilende Beschichtung schafft es, den oberen Kratzer zu glätten.

Bei der Rückseite hat sich LG jedoch etwas Besonderes einfallen lassen. Sie ist mit einem speziellen Lack versehen, der kleine Kratzer innerhalb von wenigen Minuten wieder glättet, sodass sich ruhig einmal ein Kieselstein in die Tasche verirren und die Rückseite verkratzen darf. In unserem Test verschwanden feine Kratzer in der Tat wie von Geisterhand, größere blieben jedoch auch noch nach Tagen sichtbar.

Schneller geht es nicht

Der im LG G Flex verbaute Qualcomm Snapdragon 800 ist zwar nicht neu und entspricht von seinen technischen Daten her exakt dem im LG G2 verbauten Typ, eine schnellere CPU für Handys lässt sich bisher jedoch noch nicht auftreiben. Das zeigen auch die Benchmark-Ergebnisse: Mit über 36.000 Punkten im AnTuTu-Leistungstest toppt das Flex die gesamte Konkurrenz.

Abbildung 3: In den Benchmarkergebnissen kann dem LG G Flex kein anderes Gerät das Wasser reichen.
Abbildung 3: In den Benchmarkergebnissen kann dem LG G Flex kein anderes Gerät das Wasser reichen.

Abbildung 4: Trotz baugleicher CPU schlägt das G Flex das technisch gleich ausgestattete LG G2.
Abbildung 4: Trotz baugleicher CPU schlägt das G Flex das technisch gleich ausgestattete LG G2.

Abbildung 5: Dank LTE surfen Sie mit dem LG G Flex mit bis zu 20 Mbit/s durchs Internet.
Abbildung 5: Dank LTE surfen Sie mit dem LG G Flex mit bis zu 20 Mbit/s durchs Internet.

Auch beim Datenfunk gibt sich das LG G Flex keine Blöße. Mit einem entsprechenden Tarif ausgestattet, surfen Sie mit dem Gerät im LTE-Netz mit über 20 Mbit/s. Dank des großen Akkus mit einer Kapazität von 3500 mAh müssen Sie sich dabei nicht beeilen. Laut LG übersteht das Gerät bis zu 43 Tage Standby und 20,5 Stunden Telefonate. In unserem Akkutest wies das Handy nach Abspielen eines 2,5 Stunden langen Blockbusters in Full-HD-Qualität noch eine Akkuladung von knapp 75 Prozent auf – ein sehr guter Wert.

Bei der Auflösung gespart

Trotz seiner Dimensionen ist das Display des LG G Flex kein Auflösungswunder. Bei 6 Zoll würden wir uns mehr als 1280 x 720 Pixel erwarten, besonders weil die Konkurrenz von Samsung mit dem Round bereits gezeigt hat, dass sich Full-HD, OLED und ein gekrümmtes Display durchaus nicht widersprechen müssen.

Die geringe Auflösung merken Sie weniger bei Apps oder beim Betrachten von Bildern und Filmen, sondern am ehesten beim Öffnen von Webseiten im Browser, wenn man etwas aus der Seite herauszoomt. Kleine Schriften sind deutlich schneller nicht mehr lesbar als auf hochauflösenden Displays.

Abbildung 6: Aufgrund der geringen Auflösung lassen sich kleine Schriften schnell nicht mehr entziffern.
Abbildung 6: Aufgrund der geringen Auflösung lassen sich kleine Schriften schnell nicht mehr entziffern.

Bei Helligkeit und Blickwinkelstabilität weiß das LG-Gerät jedoch wieder zu überzeugen. Aufgrund der Biegsamkeit des Geräts musste LG jedoch auf ein besonders gehärtetes Displayglas verzichten. Während die Rückseite Kratzer verzeiht, ist beim LG G Flex die Front dafür umso empfindlicher.

Abbildung 7: Für Foto-Fans bietet die Kamerasoftware von LG zahlreiche interessante Funktionen.
Abbildung 7: Für Foto-Fans bietet die Kamerasoftware von LG zahlreiche interessante Funktionen.

Auch bei der Kamera greift LG in die Bauteilekiste des LG G2. Wie auch beim "kleinen" Bruder arbeitet die Hauptkamera mit 13 Megapixeln und bietet per Software interessante Features wie eine Bild-in-Bild-Funktion für Einzelaufnahmen und Videos oder einen Time-Catch-Modus, in dem Sie ein sich bewegendes Objekt in einer Aufnahme verewigen können. Die Bildqualität ist so, wie man sie von einem Top-Gerät erwartet, Aufnahmen bei schlechtem Licht führen aber auch die Kamera des G Flex an ihre Grenzen.

Android 4.2 mit Anpassungen

Beim System setzt LG auf ein nur sachte angepasstes, aber etwas ins Alter gekommenes Android 4.2. LG integriert vor allen Dingen Anpassungen, die besonders auf einem großen Display Sinn machen. So können Sie die Tastatur und/oder die virtuellen Buttons zur Seite schieben, sodass das Gerät auch einhändig bedienbar ist. Auch die schon von anderen LG-Geräten bekannten Q-Slide-Apps, die sich über allen Apps im Vordergrund halten, finden Sie auch beim Flex wieder.

Abbildung 8: LG hält sich mit tiefgreifenden Anpassungen der Android-Oberfläche zurück.
Abbildung 8: LG hält sich mit tiefgreifenden Anpassungen der Android-Oberfläche zurück.

Abbildung 9: Der App-Launcher von LG erlaubt das Sortierung und Durchsuchen der Apps.
Abbildung 9: Der App-Launcher von LG erlaubt das Sortierung und Durchsuchen der Apps.

Abbildung 10: Mit Q-Slide legen Sie eine Reihe von Mini-Apps über das Bild des Systems.
Abbildung 10: Mit Q-Slide legen Sie eine Reihe von Mini-Apps über das Bild des Systems.

Abbildung 11: Tastatur und Buttons lassen sich zur Einhandbedienung an die Seite schieben.
Abbildung 11: Tastatur und Buttons lassen sich zur Einhandbedienung an die Seite schieben.

Auch bei vorinstallierten Apps hält sich LG angenehm zurück. Neben dem obligatorischen Browser, E-Mail-Client, Kalender, den Google-Apps und einer Reihe von eigenständigen LG-Beigaben ergänzt LG die Auswahl nur mit wenigen "Bloatware"-Apps, die sich jedoch deinstallieren lassen. Von den 32 GByte Speicher unseres Testgeräts bleiben direkt nach der Inbetriebnahme 24 GByte frei für die Daten des Users.

Fazit

Scheuen Sie vor der Größe nicht zurück, dann bekommen Sie als Käufer des LG G Flex ein schnelles und hochwertiges Gerät – zu einem stolzen Preis. Der aktuelle Kaufpreis des LG G Flex beträgt mehr als das Doppelte der 16-GByte-Version, des bis auf das Display ebenbürtig ausgestatteten LG G2. Im Vergleich zum 32-GByte-LG-G2 müssen Sie immerhin noch mehr als 250 Euro drauflegen.

Unser Tipp lautet daher: Es darf auch mal ein bisschen weniger sein. Die 0,8 Zoll mehr Bildschirmdiagonale des LG G Flex rechtfertigen nicht den saftigen Aufpreis gegenüber einem "nur" 5,2 Zoll großen LG G2 mit deutlich besserem Full-HD-Display. Für das gesparte Geld bekommen Sie ein "richtiges" Tablet, auf dem das Filme schauen gleich doppelt so viel Spaß macht.

LG G Flex

Kerndaten
Hersteller LG
Formfaktor 6-Zoll-Smartphone
Auflösung 1280 x 720 Pixel
Prozessor 2,23 GHz, Quad-Core, Qualcomm Snapdragon 800
Speicher 32 GByte
Kamera (Front/Haupt) 2,1 MP / 13 MP
Android-Version Android 4.2.2
Akku 3500 mAh
Laufzeit (Standby/Gespräch) 43d (UMTS) bzw. 28d (LTE)/20,5h
Gewicht 177 Gramm
Preis (Internet) 738 Euro
Technische Details
http://android-user.de/lp/33686
Performance
AnTuTu-Benchmark 36612 Punkte
Vellamo (HTML5/Metal) 2963/1238 Punkte
Android-User-Bewertung 4,3 Punkte

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