Start Magazin Das JVC KD-X50BT Bluetooth-Autoradio im Test

Das JVC KD-X50BT Bluetooth-Autoradio im Test

Bei modernen Autos ist eine Bluetooth-Schnittstelle kein teurer Luxus mehr, doch was machen Sie mit einem älteren Fahrzeug? Diverse Hersteller bieten inzwischen Mechless-Radios ohne CD-Teil an, dafür aber mit USB- und Bluetooth-Schnittstelle, wir schauen uns das JVC KD-X50BT genauer an.

Das Smartphone ist mit Navi-App und KFZ-Halterung für viele Autofahrer zu einem wichtigen Teil einer jeden Fahrt geworden. Moderne Fahrzeuge integrieren das Handy jedoch deutlich weiter, als ihm nur einen sicheren Platz und Strom zu bieten. Dank Bluetooth ist das Audio-System des Autos Freisprechanlage und Stereoanlage zugleich.

Allerdings hat nicht jeder Autobesitzer ein modernes Fahrzeug mit allem erdenklichen Schnickschnack. Wer noch ein herkömmliches Autoradio besitzt, der muss mit dem Handy als heiseres Navi leben und weiterhin dem Radio lauschen, obwohl doch eigentlich mehrere GByte Musik auf dem Android-Handy schlummern.

Mechless-Radios

Verschiedene Hersteller haben den Bedarf bereits erkannt und verkaufen Autoradio ohne CD-Laufwerk, dafür aber mit USB-Ports und Bluetooth-Adapter. JVC führt aktuell zwei laufwerkslose Autoradios im Programm: Das kleine KD-X30E kostet im Versandhandel etwa um die 50 Euro, der große Bruder KD-X50BT wird im Internet um die 90 Euro gehandelt.

Das KD-X30E bietet mit zwei Line-In-Eingängen (je einer auf der Vorder- und Rückseite) die Möglichkeit, der Musik aus dem Handy per Kopfhörerstecker eine große Bühne zu bieten, allerdings macht erst das JVC KD-X50BT dank Bluetooth-Adapter aus dem Handy einen integrierten Bestandteil des Autos, daher konzentriert sich dieser Test auf das teurere Modell.

JVC KD-X50BT

Das JVC KD-X50BT bauen Sie wie ein herkömmliches Radio in den 1-DIN-Schacht Ihres Fahrzeugs ein. Etwas handwerkliches Geschick ist dafür natürlich von Nöten, allerdings sollte das Radio dank genormter Anschlüsse ohne eine größere Operation einen Platz in Ihrem Auto finden.

Auf der Rückseite leitet JVC über ein langes Kabel den zweiten USB-Anschluss aus dem Gerät. Es ist lang genug um es bis ins Handschuhfach zu verlegen. Ein Mikrofon liegt dem Gerät bei, der entsprechende Anschluss befindet sich ebenfalls auf der Rückseite des Radios. Sie sollten es am besten an der A-Säule oberhalb des Fensters befestigen, die Länge des Kabels ist dafür ausreichend bemessen.

Dual-USB, Line-In

Auch ohne ein CD-Laufwerk kommt das KD-X50BT gut mit digitaler Musik zurecht. Über die zwei USB-Ports schließen Sie beliebige Datenträger wie USB-Sticks oder Festplatten an das Radio an. Allerdings erkennt das Autoradio lediglich FAT-formatierte Laufwerke. Mit dem moderneren Dateisystem wie NTFS oder Datenträgern mit mehreren Partitionen kommt das Radio nicht zurecht. Bei einer größeren Musiksammlung ist auch das Navigieren durch die Ordner mühsam, ein Drehrad und ein kleines Display sind eben kein Handy-Touchscreen.

Geschickter ist es da, das Handy oder einen MP3-Spieler direkt an den Line-In-Eingang des Radios zu hängen. So spielen Sie Musik komfortabel über Ihr gewohntes Gerät ab, und das Radio dient lediglich als Verstärker. Damit dem Handy nicht während des Spielens der Strom ausgeht, laden Sie Ihr Handy über den USB-Port des Autoradios, er liefert bis zu einem Ampere Ladestrom, was selbst für größere Tablets ausreicht.

Bluetooth

Der eigentliche Clou des KD-X50BT ist allerdings der mitgelieferte, äußerst kompakte Bluetooth-Adapter. Sie stecken ihn in einen der beiden USB-Ports des Radios, für den besten Empfang eignet sich der Anschluss auf der Vorderseite. Allerdings machte es unserer Testinstallation auch nichts aus, ihn im Handschuhfach zu verstecken. Der Bluetooth-Adapter macht aus einem Mechless-Radio die ideale Ergänzung zu einem Android-Handy.

Abbildung 1: Damit Radio und Handy miteinander sprechen können, müssen Sie die Geräte über Bluetooth miteinander bekannt machen.
Abbildung 1: Damit Radio und Handy miteinander sprechen können, müssen Sie die Geräte über Bluetooth miteinander bekannt machen.

Damit das Radio mit Ihrem Smartphone kommunizieren kann, müssen Sie es via Bluetooth verbinden. Die entsprechende Funktion finden Sie in den Einstellungen des Telefons im Bluetooth-Menü. Den beim Pairing erzeugten Schlüssel müssen Sie auf dem Handy beim Verbinden bestätigen, in Zukunft connectet sich Ihr Handy bei aktiviertem Bluetooth automatisch mit dem Radio. Wenn Sie zudem öfters zu zweit unterwegs sind, dann müssen Sie nicht streiten, wer sein Handy im Radio einbuchen darf, das KD-X50BT hält gleichzeitig Kontakt zu zwei Bluetooth-Handys.

Abbildung 2: Das Radio erfragt den Zugriff auf Kontakte und Ruflisten, so können Sie das Adressbuch vom Radio aus benutzen.
Abbildung 2: Das Radio erfragt den Zugriff auf Kontakte und Ruflisten, so können Sie das Adressbuch vom Radio aus benutzen.

Anrufe landen von nun an automatisch auf der Freisprechanlage des Radios, die Gesprächsqualität ist dank Echo- und Rauschunterdrückung gut. Da das Radio Zugriff auf das Adressbuch erhält, sehen Sie die Namen der Anrufer auf dem Display des Radios. Alternativ greifen Sie über das Drehrad und die Telefon-Taste des Radios auch auf das Telefonbuch oder die Anruflisten zu, und starten direkt einen Anruf, ohne das Handy in die Hand zu nehmen. Störend ist nur, dass man nach einem eingehenden Anruf wieder von Hand auf die Navigation umschalten muss, da sich die Telefon-App in der Vordergrund drängt.

Als äußerst praktisch erweisen sich im fließenden Verkehr die Steuertasten für die Musik-Wiedergabe neben dem Jog-Shuttle und auch die mitgelieferte Infrarot-Fernbedienung. Sie ersparen Ihnen den Wechsel aus der Navi-App zum Musik-Player, wenn das gerade abgespielte Lied doch etwas zu einschläfernd wirkt. So haben sie das Navi immer im Blick und dennoch immer volle Kontrolle über die Musikwiedergabe.

Schwächen

Im Auto-Alltag zeigen sich allerdings auch ein paar Schwächen des Konzepts. Wenn Sie während der Fahrt lieber Radio als MP3s hören, dann müssen Sie sich zwischen Radio-Musik und Navi-Ansagen entscheiden. Während das Handy den Bluetooth-Ton und somit die Ansagen der Navi-App ausgibt, bleibt das konventionelle Radio stumm. Hier müssten Sie auf Radio-Apps für Android wie TuneIn Radio [1] zurückgreifen. Allerdings würden diese App die Musik während der Fahrt über die UMTS-Anbindung streamen, günstige Datentarife dürften so schnell aufgebraucht werden.

Wer allerdings ohne Navi unterwegs ist, für den ergänzen sich Radio und Smartphone vollständig. Hören Sie während der Fahrt Radio und ein Anruf geht ein, dann dimmt das KD-X50BTE die Musik aus und ein Klingeln ein, über die Telefontaste nehmen Sie dann das Gespräch an. Sobald Ihr Gegenüber auflegt, springt das Radio wieder automatisch an und die Fahrt geht mit guter Musik weiter.

JVC-App

Völlig unbrauchbar ist allerdings die von JVC angebotene Smart-Remote-App [4] zur Steuerung des Radios über das Handy. Sie dient dazu, die vom Radio von einem USB-Stick abgespielte Musik über Gestern auf dem Touchscreen zu bedienen. Ein Fingerzeig auf das Display pausiert die Medienwiederhabe, ein Wisch nach oben/unten navigiert einen Ordner nach oben oder unten. Wischt man nach rechts oder links, springt man zum nächsten Song oder kehrt zum Vorherigen zurück. Zudem zeigt Smart Remote Songtitel und Künstler auf dem Display des Handys an.

Abbildung 3: Mit der Android-App JVC Smart Remote steuern Sie die Musikwiedergabe des Radios von einem USB-Stick über das Handy.
Abbildung 3: Mit der Android-App JVC Smart Remote steuern Sie die Musikwiedergabe des Radios von einem USB-Stick über das Handy.

Abbildung 4: Die App macht die Steuerung der Wiedergabe jedoch komplizierter, liegen doch die Bedienknöpfe des Radios viel günstiger.
Abbildung 4: Die App macht die Steuerung der Wiedergabe jedoch komplizierter, liegen doch die Bedienknöpfe des Radios viel günstiger.

Steckt das Handy allerdings in einer KFZ-Halterung – wo es während der Fahrt eigentlich auch hingehört – dann sind die gebotenen Funktionen über die Bedienelemente des Radios selber viel einfacher und vor allen Dingen auch sicherer zu erreichen. Es ist viel umständlicher in Richtung Handy über das Armaturenbrett hinwegzugreifen, als einfach nur einen Knopf auf dem Radio zu drücken.

Fazit

Über den Klang eines günstigen Autoradios muss ein Android-Magazin nicht philosophieren, wir können jedoch guten Gewissens sagen, dass der Klang mit Serienboxen in einem Alltags-Fahrzeug absolut in Ordnung geht. Wessen Ohr sich nach mehr Bass-Druck sehnt, der bietet das KD-X50BT Anschlüsse für einen zusätzlichen Subwoofer an.

Die Bluetooth-Verknüpfung zwischen Ihrem Android-Handy und dem Radio ist nahezu ideal. Im Auto-Alltag mutiert Ihr Handy mit einem Bluetooth-Radio wie dem JVC KD-X50BTE zur Multimedia-Zentrale Ihres Fahrzeugs. Das fehlen eines CD-Laufwerks fällt kaum auf, schließlich hat man auf dem Handy deutlich bessere Möglichkeiten Musik abzuspielen, als über die silbernen Scheibchen.

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