Start Magazin Das iPhone-große Sony Xperia M im Test

Das iPhone-große Sony Xperia M im Test

© Sony

Während Sony beim Xperia Z1 nur auf das Größte, Schnellste und Beste setzt, folgt das Xperia M der Vernunft. Sonys Ziel war es, ein gutes Einsteigerhandy zu entwickeln, was dem Konzern durchaus gelungen ist. Wir werfen einen ausführlichen Blick auf den kompakten 4-Zöller.

Plusminus

+ Integriertes UKW-Radio

+ Speicher aufrüstbar

+ Separate Kamerataste

+ Stamina-Modus für lange Laufzeiten

– Kleiner interner Speicher

– Verfärbte HDR-Aufnahmen

– Schwammige Hardwaretasten

Sie mögen die aktuellen Monsterhandys mit 5 Zoll und mehr nicht? Das iPhone passt eigentlich ideal in Ihre Hand? Dann sollten Sie sich nach einem 4-Zoll-Handy umsehen, wie das Sony Xperia M eines ist. Für den günstigen Preis des Sony-Handys dürfen Sie natürlich nur in punkto Größe eine iPhone-Alternative erwarten, doch das kompakte Sony schlägt sich gar nicht so schlecht.

Verarbeitung und Performance

Die Verarbeitung des Xperia M ist für den Internetpreis von rund 180 Euro akzeptabel. Ein schickes und gegen Wasser abgedichtetes Gehäuse aus Glas oder Alu bietet das Gerät zwar nicht. Dafür lässt sich der leicht gewölbte Deckel komplett abnehmen, sodass man den Akku aus dem Gerät nehmen und austauschen kann. Neben der Batterie finden auch die Slots für die SIM- und eine MicroSD-Karte ihren Platz.

Abbildung 1: Die Performance des Xperia M ist für eine 1 GHz schnelle Dual-Core-CPU sehr gut.
Abbildung 1: Die Performance des Xperia M ist für eine 1 GHz schnelle Dual-Core-CPU sehr gut.

Abbildung 2: Im HTML5-Benchmark von Vellamo liegt das Xperia M nicht weit weg von Tophandys.
Abbildung 2: Im HTML5-Benchmark von Vellamo liegt das Xperia M nicht weit weg von Tophandys.

Der Touchscreen des Handys löst zwar nur mit 854 x 480 Pixeln auf, auf einem 4-Zoll-Display reicht diese Auflösung jedoch aus, um auch kleine Schriften noch knackig scharf darzustellen. Die Helligkeit des Displays überzeugt, auch in grellem Licht sind Kontraste noch ausreichend gut zu erkennen. Regelt die Automatik die Helligkeit des Displays, wirkt dieses jedoch deutlich zu dunkel.

Abbildung 3: Über den Lockscreen starten Sie die Kamera-App oder steuern die Musikwiedergabe.
Abbildung 3: Über den Lockscreen starten Sie die Kamera-App oder steuern die Musikwiedergabe.

Abbildung 4: Die Sony UI hält sich eng an das Original-Android und verbessert nur Details.
Abbildung 4: Die Sony UI hält sich eng an das Original-Android und verbessert nur Details.

Abbildung 5: Apps in der Anwendungsschublade lassen sich bei Sony individuell sortieren.
Abbildung 5: Apps in der Anwendungsschublade lassen sich bei Sony individuell sortieren.

Der Snapdragon S4 Plus mit zwei jeweils auf 1 GHz getakteten Kernen gewinnt kein Wettrennen um die schnellste Handy-CPU, doch Sony hat sein System gut auf die eingeschränkte Performance eingestellt. Als Benutzer haben Sie im Alltag nicht das Gefühl, einen langsamen Handyknochen in der Hand zu halten. Die Animationen auf der Oberfläche laufen flüssig, und auch größere Apps wie Facebook starten zügig.

Sony UI und HDR-Kamera

Auch beim Xperia M kommt wieder die Sony UI, die von Sony angepasste Android-Oberfläche, zum Einsatz. Gegenüber den Topmodellen Xperia Z und Xperia Z1 ist sie nicht abgespeckt. Auch auf dem Xperia M finden Sie die Walkman-App, den Musikerkenner TrackID (ähnlich wie Shazam) und die Sony-eigenen Shops bzw. Streaminglösungen Music und Video Unlimited.

Abbildung 6: Aus der App-Übersicht heraus rufen Sie bei Sony frei schwebende Mini-Apps auf.
Abbildung 6: Aus der App-Übersicht heraus rufen Sie bei Sony frei schwebende Mini-Apps auf.

Abbildung 7: Mini-Apps wie Taschenrechner oder Notizzettel schweben über allen anderen Apps.
Abbildung 7: Mini-Apps wie Taschenrechner oder Notizzettel schweben über allen anderen Apps.

Abbildung 8: Mit eingesteckten Kopfhörer können Sie mit der UKW-Radio-App Musik hören.
Abbildung 8: Mit eingesteckten Kopfhörer können Sie mit der UKW-Radio-App Musik hören.

In der Praxis viel wichtiger und praktischer sind jedoch die aus dem App-Switcher aufrufbaren Mini-Apps wie Taschenrechner, Audiorekorder oder Notizzettel, die Sie dauerhaft über das Display legen können. Oder aber der Stamina-Modus in den Akkueinstellungen, der im Standby die Datenverbindung unterbricht und damit die Akkulaufzeit deutlich verlängert. Inzwischen lassen sich Apps hiervon ausklammern, sodass Sie von diesen weiterhin auch im Standby Benachrichtigungen erhalten. In der Praxis konnte der 1700 mAh starke Akku aber auch ohne den Stamina-Modus unser Testgerät im Standby knapp drei Tage lang mit Strom versorgen.

Abbildung 9: Das Xperia M erreichte auch in der Praxis die geschätzte Laufzeit von drei Tagen.
Abbildung 9: Das Xperia M erreichte auch in der Praxis die geschätzte Laufzeit von drei Tagen.

Die 5-Megapixel-Kamera des Handys hat ihre Licht- und Schattenseiten. Positiv ist, dass sie sich dank der dedizierten Kamerataste gut bedienen lässt. Drücken Sie im Standby für einen etwas längeren Moment auf die Taste, wacht das Handy auf und startet umgehend die Kamera-App – so entgeht Ihnen auch dank des schnellen Autofokus kein Schnappschuss mehr.

Abbildung 10: Auf den HDR-Aufnahmen des Sony Xperia M stört ein deutlich sichtbarer Blaustich.
Abbildung 10: Auf den HDR-Aufnahmen des Sony Xperia M stört ein deutlich sichtbarer Blaustich.

Abbildung 11: Dieses Bild soll eigentlich eigentlich eine kontrastreiche HDR-Aufnahme zeigen.
Abbildung 11: Dieses Bild soll eigentlich eigentlich eine kontrastreiche HDR-Aufnahme zeigen.

Abbildung 12: Auf unterbelichteten Aufnahmen sind dunkle Bereiche des Bilds stark verrauscht.
Abbildung 12: Auf unterbelichteten Aufnahmen sind dunkle Bereiche des Bilds stark verrauscht.

Negativ fallen jedoch das deutliche Bildrauschen bei schlechtem Licht, der Blaustich bei hellen HDR-Aufnahmen und der schwammige Tastendruck beim "Durchdrücken" der Kamerataste auf – drücken Sie nur leicht, fokussiert die Kamera, erst wenn Sie fest drücken, lösen Sie die Aufnahme aus. Wer gerne mit dem Handy fotografiert, wird daher mit der Kamera des Xperia M nicht zufrieden sein.

Fazit

Für 180 Euro bietet das Xperia M in seiner Preisklasse eine sehr gute Leistung. Wer nicht viel Geld für ein Smartphone ausgeben mag, bekommt ordentlich etwas geboten. Nette optische Details wie die mehrfarbige LED am unteren Gehäuserand, die je nach Benachrichtigungen und Bildinhalt (zum Beispiel bei der Galerie-App) unterschiedlich farbig leuchtet, runden die Ausstattung ab.

Allerdings sollten Sie beim Kauf des Geräts gleich eine MicroSD-Karte mitbestellen und diese in den Kaufpreis einrechnen. Von den schon von Haus aus äußerst knapp bemessenen 2 GByte Speicherplatz bleibt nach Inbetriebnahme nur 1 GByte für eigene Apps, Daten, Bilder und Videos übrig. Das ist für ein aktuelles Handy deutlich zu wenig, die SD-Karte daher Pflicht.

Sony Xperia M

Kerndaten
Hersteller Sony
Formfaktor 4,0-Zoll-Smartphone
Auflösung 854 x 480 Pixel
Prozessor 1,0 GHz Dual-Core, Snapdragon S4 Plus
Speicher 2 GByte, MicroSD-Slot vorhanden
Kameras 5,0 MP (hinten), 0,3 MP (vorne)
Android-Version Android 4.1.2
Akku 1700 mAh
Laufzeit (Standby/Gespräch) 552h/10h
Größe, Gewicht 124 x 62 x 9,3 mm, 115 g
Preis (Internet) 180 Euro
Technische Details und Preisvergleich
  http://android-user.de/lp/23166
Performance
AnTuTu-Benchmark 11601 Punkte
Vellamo (HTML5/Metal) 1768/435 Punkte
Android-User-Bewertung 3,2 Punkte
 

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