Start Magazin Das HTC Velocity mit LTE im Test

Das HTC Velocity mit LTE im Test

Das HTC Velocity 4G ist das erste LTE-Smartphone im Vodafone-Netz. Wer unterwegs viel Speed braucht, der kommt in Zukunft kaum an Vodafone und dem Velocity vorbei. Taugt das Gerät aber auch im Alltag etwas?

Plusminus

+ LTE, HSPA & WLAN-n

+ Großes Display mit qHD-Auflösung

+ Gute Kamera mit hellem Doppelblitz

– LTE-Verträge teuer

– Klobig

Als erstes LTE-Gerät in Deutschland wird das HTC Velocity 4G exklusiv bei Vodafone angeboten. Es kann das LTE-Netz Vodafones mit bis zu 100 MBit/s Downstream und 50 MBit/s Up vollständig ausnutzen und somit mehr als DSL-Speed aufs Handy bringen. In unseren Tests ließen sich am Düsseldorfer Hafengelände im Schnitt etwa 20 Mbit (Down) bzw. 3 Mbit(Up) erzielen. In Spitzen waren sogar Download-Raten von bis zu 35MBit/s möglich. Wie viel allerdings von den beeindruckenden Datenraten in der Praxis mit vielen Nutzern in einer Funkzelle übrig bleibt, müssen Tests unter realen Bedingungen zeigen. Schließlich erreicht auch UMTS im Alltag fast nie das maximale Tempo von 21,5 Mbit.

Abbildung 1: LTE verleiht dem Velocity ordentlich Dampf. Mit bis zu 50 MBit/s mobil surfen macht viel Spaß, allerdings schränken zu klein geratene Datentarife das Surfvergnügen deutlich ein.
Abbildung 1: LTE verleiht dem Velocity ordentlich Dampf. Mit bis zu 50 MBit/s mobil surfen macht viel Spaß, allerdings schränken zu klein geratene Datentarife das Surfvergnügen deutlich ein.

Vodafone gibt an, derzeit in Deutschland rund 9 Millionen Haushalte auf rund 30% der Fläche Deutschlands mit LTE versorgen zu können. Aufgrund der Forderungen der Bundesnetzagentur kommen auch ländliche Gebiete in den Genuss von LTE. Wöchentlich werden bundesweit neue Standorte mit LTE ausgerüstet, entsprechend soll die Zahl der mit LTE versorgten Regionen kontinuierlich steigen. Vodafone möchte bis Ende des Jahres 90% aller Bundesbürger mit mobilen Breitband (LTE und UMTS zusammengenommen) erreichen können.

Der Start von LTE erfolgte daher auch zögernd. Vodafone bot zuerst nur LTE-Surfsticks mit entsprechenden Tarifen ein, erst jetzt folgt das Velocity 4G als erstes LTE-Handy. Es wurde seit März ausschließlich in Vodofone-Shops in Düsseldorf und Umgebung vertrieben und ist erst seit Anfang April auch bundesweit zu haben. Zusammen mit einem passenden LTE-Vertrag müssen Sie beim Velocity 4G mit einer Zuzahlung von rund 300 Euro rechnen.

Ausgehend von den Preisen, richtet sich LTE zunächst erst einmal an Power-User, die ohne einen Blick auf die Kosten, die höchstmögliche Bandbreite wünschen. Wer aktuell einen UMTS-Tarif mit einer Bandbreite von 3,6 MBit/s und 5 GByte Datenvolumen für 29,99 Euro besitzt, wird die LTE-Option ab 10 Euro pro Monat dazubuchen können. Mit ihr erhält man 7,2 MBit/s und 10 GByte Inklusiv-Volumen. Für zusätzlich 69,99 Euro monatlich gibt es 50 MBit/s und 30 GByte Datenvolumen. Bei Überschreiten des Volumenvertrags wird auf GPRS gedrosselt.

HTC Velocity 4G mit LTE

LTE funktioniert nur mit einem passenden Smartphone, herkömmliche Geräte können mit der neuen Technik leider nicht umgehen. Hier kommt HTC mit dem Velocity 4G ins Spiel. Mit einer Dicke von 11,3 mm gehört das Velocity zwar nicht zu den grazilen Vertretern seiner Art, allerdings steckt in ihm dank LTE zusätzliche Technik, die ihren Tribut an eine kompakte Bauform fordert. Zusammen mit einer 1,5 GHz schnellen Qualcomm QPQ 8060 Dual-Core-CPU, 1 GByte RAM und 16 GByte internem Speicher liefert HTC einen kräftigen Power-Riegel ab.

Das 4,5-Zoll Display mit einer Auflösung von 960 x 540 Pixeln ist sehr scharf und leuchtstark, allerdings spiegelt die Oberfläche deutlich, so dass es bei Sonneneinstrahlung zu starken Reflexionen kommt. Das Gehäuse ist aus Plastik, macht aber einen stabilen Eindruck. Insgesamt hat das Smartphone eine Größe von 129x67x11,27 mm und ist damit fast genauso groß wie das HTC Sensation oder das Galaxy Nexus von Samsung.

Abbildung 2: Wie immer kommt bei HTC die eigens entwickelte Oberfläche Sense zum Einsatz. Das Velocity hat genügend Power, um die Animationen und Extras flüssig darzustellen.
Abbildung 2: Wie immer kommt bei HTC die eigens entwickelte Oberfläche Sense zum Einsatz. Das Velocity hat genügend Power, um die Animationen und Extras flüssig darzustellen.

Zu den weiteren technischen Daten des Velocity 4G gehören eine 8-MP-Kamera mit Weitwinkellinse, eine Bi-Color Benachrichtigungs-LED, Bluetooth 3.0 und ein 1620 mAh starker Akku. In unseren ersten Benchmarks erreichte das Velocity beim Antutu-Benchmark 6149 Punkte, beim Vellamo-Test sogar 1112 Punkte. Beeindruckende Leistungswerte, die sich auch in der Oberfläche wiederfinden, dort ruckelt nichts. Einzig Android 2.3.7 trübt etwas das positive Bild, allerdings ist ein Upgrade auf Ice Cream Sandwich für "kurz nach dem Verkaufsstart" versprochen.

Die Akkulaufzeit des Velocitys unterscheidet sich nicht groß von der anderer Smartphones. Die LTE-Technik schluckt zwar zusätzlich Strom, doch der Mehrverbrauch wird weitestgehend durch den mit 1620 mAh großzügig bemessenen Akku wieder ausgeglichen. Im Alltag kommt man bei normaler Nutzung etwa einen Arbeitstag mit dem Gerät aus, sorft man allerdings permanent mit LTE und überträgt viele Daten, dann geht dem Velocity relativ schnell die Puste aus.

Großen Wert wurde auf die Cloud-Fähigkeiten von HTCs Touchoberfläche Sense gelegt. Der eigene Cloudspeicherdienst HTC Watch bietet die Möglichkeit Bilder und Videos in die Cloud zu laden, wie auch die Option Filme in HD zu kaufen bzw. auch zu leihen. In Kooperation mit Dropbox gibt es zudem 5 GByte kostenfreien Speicherplatz (allerdings nur für 2 Jahre) in der Datencloud.

Fazit

LTE und das Velocity machen zusammen viel Spaß, aber nur dann, wenn man auch LTE empfängt. Aber gerade da liegt der Hase im Pfeffer: Noch ist das LTE-Netz zu dünn. Wer Interesse an der Technik hat und nicht gerade in oder um Düsseldorf herum lebt, der sollte vor dem Kauf dringend über die Netzabdeckungs-Karte von Vodafone [1] prüfen, ob in der gewünschten Gegend auch LTE empfangbar ist. Vodafone verspricht das Netz zügig auszubauen, doch was nützt das schnellste Handy und der dickste Tarif, wenn man dann doch nur per UMTS oder HSDPA im Netz hängt.

Das Velocity selber ist ein solides und schnelles Handy. Es ist stabil verarbeitet, es hat eine schnelle CPU, ebenso eine gute Kamera mit einem leistungsfähigen Doppelblitz, dennoch fehlt dem Gerät das gewisse Etwas. Es überzeugt eher mit den inneren Werten, als mit seinem Äußeren.

HTC Velocity 4G

Hersteller HTC
Formfaktor 4,5-Zoll-Smartphone
Auflösung 960 x 540 Pixel
Prozessor Snapdragon S3, 1,5 GHz (Dual-Core)
Android-Version 2.3.7
Akku 1620 mAh
Laufzeit (Standby/Gespräch) 293 h / 7,66 h
Gewicht 164g
Preis (Internet) Noch nicht im freien Handel
Technische Details und Preisvergleich
http://www.android-user.de/lp/5902
Performance
AnTuTu-Benchmark 6149 Punkte
Vellamo-Benchmark 1112 Punkte
Android-User-Bewertung 4,2Punkte
 

Infos

  1. Netzabdeckung Vodafone: http://netmap.vodafone.de/CoKart/index.html

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