Start Aktuell Cyanogen: Neue Finanzierungsrunde über 80 Millionen Dollar abgeschlossen

Cyanogen: Neue Finanzierungsrunde über 80 Millionen Dollar abgeschlossen

Neues Logo, neue Webseite, neues Geld. Wer aktuell einen Blick auf die neue Cyanogen-Webseite cyngn.com wirft, erkennt auf den ersten Blick vermutlich nicht, worum es sich beim Internetauftritt handelt. Die Firma hinter CyanogenMod hat soeben eine neue Finanzierungsrunde abgeschlossen und gibt sich nun professioneller denn je.

„Eine offene Zukunft“. Den Titel für das Announcement hätte man nicht besser wählen können, denn schließlich basiert die CyanogenMod-Software auf dem Android Open Source Projekt von Google und der Open Handset Alliance. Dass man damit Geld verdienen kann, daran glauben nun neben den bereits vorhandenen Investoren Benchmark, Andreessen Horowitz, Redpoint Ventures und Tencent auch die neuen Geldgeber: Premji Invest, Twitter Ventures, Qualcomm Incorporated, Telefónica Ventures, Smartfren Telecom, Index Ventures, Access Industries, Rupert Murdoch, Vivi Nevo und noch einige mehr, die später angekündigt werden sollen.

Doch womit will Cyanogen Inc. Geld verdienen? Das wird sich schon bald zeigen, denn Investoren sind nun mal Investoren und daran interessiert, dass aus dem ausgegebenen Geld mehr Geld wird. Die Chancen für Cyanogen stehen dabei nicht schlecht, schließlich kann man auf eine Nutzerbasis von über 50 Millionen CyanogenMod-Anwendern bauen. Deutlich wichtiger dürften vorerst aber neue Partnerschaften mit den Hardware-Herstellern sein. Hier will man 2015 mehr Smartphones mit vorinstalliertem Cyanogen OS ausliefern. Die Investoren sehen Cyanogen OS denn auch teilweise bereits auf gleicher Ebene zu Android und iOS, zumindest, wenn man Zitaten wie diesem glaubt:

„Were big proponents of what theyre doing in opening up Android. Cyanogen is well positioned to become the 3rd leading mobile operating system, and were excited to support them in growing their business on a global scale.
– Sandesh Patnam, Technology Lead of Premji Invest

Android User meint…

Zunächst mal wünschen wir Cyanogen alles Gute für die Zukunft und wir hoffen, dass CyanogenMod das bleibt, was es ist: die beste und am weitesten verbreitete freie Android-Version. CyanogenMod würde nicht existieren, wenn Android nicht freie Software wäre und wie auch Google mit der Konkurrenz zu kämpfen hat, wird auch Cyanogen OS mit freier Konkurrenz zu kämpfen haben. Mit freier Software lässt sich aber nicht auf die gleiche Art und Weise Geld verdienen wie mit einem geschlossenen System, und deshalb dürften die kommenden 12 Monate kritisch für Cyanogen sein: Springen die Nutzer ab, weil man zu sehr in Richtung geschlossenes System driftet, dann nimmt dait auch der Wert der Firma ab. Gelingt es den Machern hingegen, eine gesunde Balance zwischen der freien CyanogenMod-Software und dem kommerziellen Cyanogen OS herzustellen, dann dürften die 80 Millionen gut investiert sein. Wir verlassen uns deshalb auf den aktuellen Claim „An Open OS Built by the Users for the Users.“ Mit einem Betriebssystem über längere Zeit Geld zu verdienen, ist außer Microsoft eigentlich niemandem gelungen. Bei den Open-Source-Betriebssystemen sieht das genauso aus, auch hier hat sich ein System von freiem OS für alle und Business-OS für Business-Kunden mit Support und weiteren Dienstleistungen durchgesetzt. Das weiß auch Cyanogen und deshalb wird man sich wohl schon bald darauf konzentrieren, das Ökosystem um CyanogenMod und Cyanogen OS auszubauen, mehr Dienstleistungen anzubieten und die Business-to-Business-Schiene zu fahren.

Cyanogen als drittes führendes mobiles Betriebssystem zu bezeichnen, wie es Sandesh Patnam von Premji Invest tut, ist aber einfach nur daneben. Denn dann müsste man auch Fire OS von Amazon, Touchwiz von Samsung oder MIUI von Xiaomi als eigenes mobiles Betriebssystem bezeichnen, was Cyanogen OS im besten Fall einen Platz unter den ersten 10 bescheren dürfte. So lange unter der Haube Android werkelt, führt vorerst kein Weg an den Google-Apps vorbei, da kann CyanogenMod noch so tolle Pressemeldungen verfassen.

Quelle: Cyanogen WebseiteAufmacherfoto: (c) Cyanogen Inc.

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