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Custom-ROMs für das neue Nexus 7

© Google

Mit dem neuen Nexus 7 bietet Google ein qualitativ hochwertiges Tablet zu einem sehr guten Preis an. Wie bei allen Nexus-Geräten erhalten Sie immer die neuste Software von Google. Es gibt aber auch gute Alternativen.

Wer sich das neue Nexus 7 schon geholt hat, ist sicherlich von den Funktionen und der Geschwindigkeit des Tablets begeistert. Trotzdem lohnt es sich, einen Blick auf die sogenannten Custom-ROMs zu werfen. Dies sind alternative Firmware-Dateien, die frei erhältlich und von unabhängigen Entwickler(teams) um viele Features erweitert wurden. Wir stellen Ihnen in diesem Artikel einige Custom-ROMs für das neue Nexus 7 vorstellen, wobei wir gleich an dieser Stelle erwähnen möchten, dass die neuen Custom-ROMs für das Tablet fast wie Pilze aus dem Boden sprießen.

Warnhinweis

Um eine alternative Firmware installieren zu können, muss der Bootloader Ihres Nexus 7 entsperrt sein. Das ist nicht weiter schwierig (siehe Anleitung in diesem Artikel), führt aber dazu, dass sämtliche Dateien auf dem Nexus 7 gelöscht werden. Diese Anleitung bezieht sich nur auf das neue Nexus 7 (2013). Die verlinkten Firmware-Dateien sind nicht mit dem alten Nexus 7 kompatibel.

Voraussetzung, um sich mit dem Thema Custom-ROMs auseinander zu setzen ist das aktuelle Nexus 7 (2013) mit entsperrtem Bootloader und einem Custom Recovery. Die Vorbereitungen dazu haben wir in Android User 02/2013 für das alte Nexus 7 detailliert veröffentlicht. Der Artikel ist online frei verfügbar [1]. Die Installation eines Custom-ROMs ist immer mit einem gewissen Risiko verbunden. Befolgen Sie die Anleitung also nur, wenn Sie sich bei jedem Schritt sicher sind. Bei Fragen erreichen Sie die Redaktion via E-Mail oder über unsere Social-Media-Kanäle auf Google+ und Facebook.

Carbon ROM

Das Carbon ROM ist ein eher unbekannter Kandidat in der ROM-Szene. Dennoch ist das ROM sehr interessant, da es einen Mix aus verschiedenen anderen ROMs darstellt. Viele Funktionen aus Cyanogen Mod, AOKP oder Paranoid haben die Entwickler übernommen und ein sehr schnelles, flüssiges ROM geschaffen, das trotzdem reich an Funktionen ist.

Alle Einstellungen und neue Features, die das ROM mit sich bringt, rufen Sie über die normalen Android-Systemeinstellungen auf. Hierzu klicken Sie auf Carbon Fibres. Es öffnet sich eine eigenständige App, in der Sie nun alle Konfigurationsmöglichkeiten vorfinden. Durch einen Wisch vom linken Displayrand nach rechts, können Sie in den verschiedenen Kategorien navigieren. Die Einstellungsapp ist vorbildlich programmiert, alles ist ordentlich sortiert und man findet das, was man sucht, genau da, wo man es vermutet.

Zu den interessanten Features zählt auf jeden Fall HALO. Dies ist ein kleiner Kreis, der vom Paranoid ROM übernommen wurde und eine vollkommen neue Art der Nutzung von Benachrichtigungen ermöglicht. Wenn Sie Halo aktiviert haben, poppt bei einer Notification der Kreis auf und Sie können die entsprechende App in einem Pop Up aufrufen. Das ganze ist in dieser Art vom Facebook Messenger bekannt, Halo ermöglicht das allerdings für jede beliebige App auf Ihrem Tablet. Bei Bedarf können Sie auch unter Statusbar toggles die Umschalter in der Benachrichtigungsleiste anpassen, Kacheln hinzufügen, entfernen, oder umsortieren. Auch das Anpassen von im System verwendeten Farben wie in der Benachrichtigungsleiste oder der Navigationsleiste ist mit der Carbon Fibres App möglich. Einfach in der entsprechenden Kategorie nachsehen und den Farbewert Ihren Wünschen nach ändern.

Die Installation eines ROMs auf dem Nexus 7 funktioniert relativ einfach. Sie brauchen lediglich die ROM Datei sowie die neusten Google Apps. Das Carbon ROM können Sie unter [2] für das neue Nexus 7 (Gerätename flo) herunterladen. Zusätzlich benötigen Sie die eben angesprochenen Google Apps, welche Google Play etc. beinhalten. Die entsprechende Datei können Sie sich unter [3] herunterladen. Bei jeder Installation eines Custom ROMs, auch beim Installieren einer neueren Version, empfehlen wir die Durchführung eines sogenannten "Full Wipes". Dieser Wipe sorgt dafür, dass all Ihre persönlichen Daten, wie Apps und Systemeinstellungen, gelöscht werden und Ihr Nexus 7 in den Auslieferungszustand zurückversetzt wird. Diese Prozedur ist wichtig, damit bei der Installation des neuen ROMs keine Fehler auftreten und das ROM ein komplett reines, frisches System vorfindet.

Erstellen Sie deshalb vor der Installation eines Custom ROMs ein Backup. Den Wipe erreichen Sie zum Beispiel im Team Win Recovery unter den Menüpunkt Wipe. Nach dem erfolgreichen Wipen sind Sie nun bereit das Custom-ROM sowie die Google-Apps zu flashen. Wählen Sie im Flash Menü Ihres Custom Recovery System zunächst das ROM aus und erst danach die Google Apps. Diese Reihenfolge ist wichtig, andernfalls werden die Google Apps vom ROM wieder entfernt und sind somit dann im System nicht vorhanden. Abschließend starten Sie Ihr Nexus 7 einfach neu: Schon beim Starten begrüßt Sie Ihr Nexus 7 mit der neuen Carbon-ROM-Bootanimation. Nun richten Sie Ihr Tablet einfach erneut ein, wie Sie es nach dem Kauf taten, und spielen eventuell gemachte App-Backups zurück. Fertig!

Abbildung 1: In Carbon Fibres können Sie alle relevanten Einstellungen treffen.
Abbildung 1: In Carbon Fibres können Sie alle relevanten Einstellungen treffen.

Abbildung 2: Der vorinstallierte Launcher kann hervorragend angepasst werden.
Abbildung 2: Der vorinstallierte Launcher kann hervorragend angepasst werden.

Abbildung 3: Selbst den Lockscreen können Sie an Ihren Bedürfnissen nach gestalten.
Abbildung 3: Selbst den Lockscreen können Sie an Ihren Bedürfnissen nach gestalten.

Illusion ROM

Basierend auf CyanogenMod kommt das optisch ansprechende Illusion ROM daher. Aktuell sind noch nicht sonderliche viele Funktionen integriert, dafür kann das Custom-ROM mit hübschen Animationen und Tweaks aufwarten. Jede Eingabe wird von einer schönen Animation begleitet, so macht das ROM die Bedienung des Nexus 7 zu einem völlig neuen Erlebnis. Die Funktionen die bisher an Bord sind haben sich in die Android-Systemeinstellungen integriert und können von dort aus nach Kategorien sortiert aufgerufen werden. Standardmäßig sind in Android alle Hintergründe von Systemdialogen und Systemapps mit einem schwarzen Verlauf versehen. Möchten Sie lieber ein Schwarz ohne Verlauf, müssen Sie lediglich in den Einstellungen den Switch bei DarkUI umlegen. Unter dem Switch gibt es die drei relevanten Menüpunkte General, Interface, sowie Navigation. General bezieht sich auf Optionen wie vordefinierte Profile zur Automatisierung Ihres Tablets oder auf Themes. Vielleicht fällt es Ihnen gar nicht auf, das ROM hat standardmäßig RoundR aktiviert, dies ist eine App, die alle Ecken im Android Interface abrundet. Auch hierzu können Sie unter General die Konfiguration festlegen. Ansonsten besteht unter Interface die Möglichkeit zur Konfiguration von Elementen wie der RAM-Bar der Multitaskingliste oder der Benachrichtigungsleiste.

Selbstverständlich können Sie wie fast in jedem ROM auch die Navigationsleiste anpassen, hierzu einfach auf den letzten der drei Menüpunkte klicken . Dort finden Sie die entsprechenden Einstellungen. Illusion ROM unterstützt zum Beispiel auch die Nutzung via PIE-Steuerung. Falls Sie sich schon besser mit dem Android-System und Custom-ROMs auskennen, können Sie in den Advanced Options auch Dinge wie die CPU Frequenz oder den Scheduler festlegen.

Genau wie beim Carbon ROM benötigen Sie zur Installation die passende ROM Datei und die Google Apps. Erstere laden Sie von [4] herunter, die Google Apps sind die selben wie beim Carbon ROM. Der Installationsweg ist ebenso gleich.

Abbildung 4: Das Illusion ROM kommt zwar nicht mit extrem vielen Features daher, kann aber durch die Optik punkten.
Abbildung 4: Das Illusion ROM kommt zwar nicht mit extrem vielen Features daher, kann aber durch die Optik punkten.

Abbildung 5: Die RAM-Bar des Illusion ROMs hilft den Überblick über den freien Arbeitsspeicher zu behalten.
Abbildung 5: Die RAM-Bar des Illusion ROMs hilft den Überblick über den freien Arbeitsspeicher zu behalten.

Paranoid ROM

Durch das Paranoid ROM gelangen Sie zu echtem Tablet-Feeling auf Ihrem Nexus 7. Das ROM ermöglicht es die grafische Oberfläche so zu verändern, als ob Sie auf einem 10 Zoll Tablet arbeiten würden. In den sogenannten Hybrid properties können Sie entweder für Ihr komplettes System, oder für jede einzelne App die Konfiguration zum Layout vornehmen. Dabei ist auch ein Mittelweg zwischen dem Telefon-Modus mit 360p und dem Tablet-Modus mit 1000p möglich. Der Phablet-Modus vereint mit 600p die Vorteile des Tablet-Modus, mit den großen Schaltflächen des Telefon-Modus.

Der Vorteil des Tablet-Modus besteht darin, dass das 7 Zoll große Display bestmöglich Verwendung findet und der zur Verfügung stehende Platz komplett ausgenutzt wird. Zudem besitzt das Paranoid ROM eine sehr aktive und ideenreiche Entwickler-Community. In letzter Zeit sind immer wieder innovative und interessante neue Funktionen zum ROM hinzugekommen. Wie auch bei den anderen vorgestellten ROMs haben Sie durch die Android-Systemeinstellungen Zugriff auf die zusätzlichen ROM-Einstellungen. Diese sind über die Android-Einstellungen verteilt und in Kategorien unterteilt. Das in Zusammenhang mit dem Carbon ROM vorgestellte HALO Feature ist auch im Paranoid ROM verfügbar. HALO macht es zum Beispiel möglich, während eines Spiels auf eine eingehenden Benachrichtigung über ein Pop-Up zu reagieren, ohne das Spiel verlassen zu müssen! Von diesem coolen Feature machen Sie sich am Besten ein eigenes Bild auf YouTube [5].

Mit Version 4.3 hat Google in Android die Möglichkeit integriert, Berechtigungen von Apps einzuschränken und deren Nutzung zu überwachen. Dieses Feature ist zwar in allen Android Versionen mit 4.3 vorhanden, lässt sich aber nicht direkt aufrufen, weil noch nicht final Das Paranoid ROM schafft hier Abhilfe und gibt Zugriff durch den Reiter App privacy in den Einstellungen. Dort können Sie sehen, welche Apps in letzter Zeit welche Berechtigungen benutzt haben und diesen Apps den erneuten Zugriff auf die Berechtigung verbieten.

Im Vergleich zu den anderen beiden vorgestellten ROMs verwenden Sie nicht die normalen Google Apps, sondern eine spezielle für das Paranoid ROM angepasste Version. Diese können Sie sich unter [6] herunterladen, die passenden ROM Versionen bekommen Sie unter [7].

Abbildung 6: Die eigene Einstellungsapp kann das System bis ins kleinste Detail konfigurieren.
Abbildung 6: Die eigene Einstellungsapp kann das System bis ins kleinste Detail konfigurieren.

Abbildung 7: Das Paranoid ROM erkennen Sie daran, dass sich die Benachrichtigungsleiste unten befindet.
Abbildung 7: Das Paranoid ROM erkennen Sie daran, dass sich die Benachrichtigungsleiste unten befindet.

Fazit

Schon kurze Zeit nach dem Verkaufsstart des neuen Nexus 7 gibt es viele Custom-ROMs. Alle erweitern das Stock Android System um nützliche Funktionen und Features. Die ROMs setzen dabei auch verschiedene Prioritäten: optische oder funktionelle. Zu Stabilitätsproblemen kam es in den Tests bei keiner einzigen Firmware-Datei. In zukünftigen Versionen werden immer mehr interessante und innovative Möglichkeiten in die ROMs einprogrammiert werden. Willkommen in der freien Nexus-Welt!

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