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Coole Tipps, um alte Android-Smartphones zu nutzen

In vielen Fällen verstaubt das alte Handy einfach in einer Schublade, wenn ein neues gekauft wurde. Wir geben Ihnen 10 Tipps, wie Sie das alte Handy sinnvoll weiternutzen können.

Egal ob der Akku nicht mehr der beste ist oder das Display in die Brüche ging, es gibt in den meisten Fällen noch zahlreiche praktische Einsatzzwecke für ein ausrangiertes Android-Handy.

Der Auto-Finder


Es gibt Autos, die werden immer gestohlen, egal in welchem Zustand sie sich befinden. Besitzen Sie eines dieser beliebten Fahrzeuge, die meistens als Ersatzteillager auseinandergebaut werden, dann versehen Sie es doch mit einem GPS-Sender. Den Diebstahl können Sie dadurch (vermutlich) nicht verhindern, aber immerhin wissen Sie dann, auf welchem Weg sich ihr PKW gerade befindet. Für den technischen Teil sollten Sie idealerweise über etwas Bastelerfahrung verfügen. Zunächst gilt es einen passenden Ort zu finden, der nicht zu heiß wird und von einem Dieb nicht gleich gefunden wird. Das Handschuhfach scheidet da schon einmal aus, aber vielleich dahinter oder in einem nicht genutzten Schacht für das Autoradio. Als Energiequelle können Sie direkt die Autobatterie anzapfen. Entsprechende Spannungswechsler, an die man dann das Ladegerät des Smartphones anschließen kann, kosten rund 30 Euro. Alternativ suchen Sie nach einer passenden Stromquelle im Kofferraum und verstecken das Handy dort. Wenn sie das Auto täglich brauchen, dann sollte der Akku immer genügend Strom haben, lassen Sie es hingegen einmal länger stehen, dann sollten Sie darauf achten, dass es die Autobatterie nicht tiefentlädt.

Haben Sie das Handy gelöscht (siehe Kasten "Sicheres Löschen"), dann legen Sie am besten einen neuen Google-Account an und setzen ein Foto Ihres Autos als Profilbild dafür ein. So wissen Sie sofort, dass dieser Account zum PKW gehört. Nun schalten Sie den Androiden in den 2G-Modus, damit es so wenig Strom wie möglich benötigt und aktivieren in den Einstellungen den Standort via GPS und in Google Maps die Standortfreigabe via Google Latitude. Hier fügen Sie nun ihren Haupt-Account bei Google als Freund hinzu und geben den Standort frei. Mit diesem Setup rufen Sie einfach Google Latitude von jedem beliebigen Rechner aus auf und sehen dann sofort, wo sich Ihr Auto befindet. Alternativ installieren Sie eine Antivirenlösung, zum Beispiel AVG. Hier müssen Sie sich dann aber ganz genau merken, welche App es nun war und über welches Web-Frontend Sie den aktuellen Standort abfragen können. Im Falle der Fälle ist deshalb die Lösung mit Google Maps und Latitude vermutlich besser. Vergessen Sie nicht, die Lösung auf einen guten GPS-Empfang zu testen, bevor Sie das Handy wirklich fest einbauen. Latitude hat den großen Vorteil, dass die App auch den Standort-Verlauf speichert. Sie können damit also alle Ihre Fahrten protokollieren und Sie finden Ihr Auto auch wieder, wenn Sie nicht mehr wissen, wo Sie damit geparkt haben.

Abbildung 1: Wäre dies Ihr PKW, dann wüssten Sie jetzt, wo Sie ihn suchen müssen.
Abbildung 1: Wäre dies Ihr PKW, dann wüssten Sie jetzt, wo Sie ihn suchen müssen.

Sicheres Löschen

Egal, was Sie mit Ihrem alten Handy noch anstellen möchten, die Daten darauf, sollten Sie löschen und das Gerät auf die Werkseinstellungen zurücksetzen. Der "Factory Reset" sollte alle Daten sowie vom Anwender installierten Apps vom Gerät entfernen. Tatsächlich darf beim nächsten Geräte-Start alles neu eingerichtet werden. Ist aber auch wirklich alles weg – oder verbergen sich noch irgendwo kleinere Reste? Da wäre zunächst einmal die SD-Karte. Sowohl die austauschbare, als auch (bei einigen Geräten) die fest integrierte. Diese werden beim Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen oft nicht angefasst, und müssen gesondert bereinigt werden. Oft muss man dazu ledliglich noch eine weitere Checkbox markieren. Findige Tüftler sind aber in der Lage, selbst gelöschte Daten wieder herzustellen – werden diese doch oftmals lediglich als gelöscht markiert, aber nicht mit Nullen überschrieben. Wer ganz sicher gehen möchte, dass keine Daten-Rückstände verbleiben, greift deshalb am besten zu einer App wie Nuke My Phone [1] oder Nuke My Tablet [2], die für 75 Cent eine sichere Löschung des Speichers (einschließlich der internen SD-Karte) durchführen, bei der keine wiederherstellbaren Reste verbleiben.

Das DECT-Telefon


Diese Möglichkeit bietet sich in erster Linie Besitzern einer Fritz!Box. Je nach Modell und Firmware-Version, ist ohne die Verwendung von Zusatz-Software ein direktes Anmelden als SIP-Telefon möglich. Android unterstützt dies von Haus aus ab Version 2.3 "Gingerbread". Alles, was Sie dazu benötigen, ist die App Fritz!App Fon [3], die es gratis bei Google Play gibt. Nach der Installation wird beim Start lediglich das Fritz!Box Passwort abgefragt, und schon steht alles zur Verfügung. Einschließlich der Anrufliste sowie dem internen Telefonbuch der Box. Darüber hinaus lassen sich auch einige Daten der Box selbst anzeigen – beispielsweise Modell und Firmware-Version, verwendetes WLAN und dessen Signalstärke. Ferner können der zu verwendende Klingelton bei eingehenden Gesprächen über die Fritz!Box, sowie diverse Wahlregeln in der App konfiguriert werden (etwa alle Anrufe bei Mobilfunknummern auch über das Mobilnetz tätigen). Das Unterdrücken der eigenen Rufnummer bei ausgehenden Gesprächen ist ebenfalls möglich.

Abbildung 2: Mit der App Fritz!App Fon wird jeder Androide zum Schnurlostelefon.
Abbildung 2: Mit der App Fritz!App Fon wird jeder Androide zum Schnurlostelefon.

Tipp

Auch wenn via Smartphone schaltbare Steckdosen bzw. Lampen aktuell noch nicht ganz billig sind, tut sich im Bereich der Hausautomatisierung einiges. Es lohnt sich deshalb, das alte Smartphone als Fernsteuerung oder zur festen Montage noch ein paar Monate aufzuheben.

Der Multimedia-Server


Das Handy eignet sich ideal, um an eine Stereonalage oder ein TV-Gerät angeschlossen den Multimedia-Server zu übernehmen (falls Sie auf Filme in 1080p verzichten können). Optimalerweise verfügt Ihr Oldtimer dazu über einen HDMI-Ausgang oder eine MHL-Schnittstelle (HTC Sensation, SGS2). Noch besser sind ältere Geräte von Motorola, die über HDMI und USB-Anschluss verfügen. So können Sie via USB-OTG auch noch einen USB-Stick oder eine Festplatte anschließen und den HDMI-Ausgang nutzen. Nun benötigen Sie nur noch eine App, die sich mit dem neuen Android-Smartphone fernsteuern lässt. Dazu empfehlen wir BubbleUPnP für 3,50 Euro. Unseren detaillierten Artikel zur App finden Sie in der Fokus-Strecke dieser Ausgabe ab Seite 24.

Abbildung 3: Mit BubbleUPnP verwandeln Sie Ihr altes Smartphone in ein Mediacenter.
Abbildung 3: Mit BubbleUPnP verwandeln Sie Ihr altes Smartphone in ein Mediacenter.

Das Babyphone


Beim Thema Smartphone als Babyphone scheiden sich die Geister, da es angeblich nicht gesund ist, das Handy mit aktiviertem 3G in der Nähe eines Babys zu betreiben. Doch wenn Sie eh ein drahtloses Babyphone einsetzen würden, dann müssen Sie sich darüber nicht den Kopf zerbrechen. In den meisten Fällen sollte das Smartphone sowieso in gewisser Entfernung vom Baby liegen, damit der Lärmpegel akkurat ist. Als App empfehlen wir BabyMonitor von SmartDyne [4]. Die App ist zwar schon etwas älter, bringt keine Videoüberwachung und anderen Schnickschnack mit, und sie sieht auch nicht so toll aus wie viele andere, aber sie funktioniert zuverlässig. Und das ist bei einem Babyphone in der Regel die Hauptsache. Zudem benötigen Sie kein zweites Android-Handy als Gegenstelle, sondern können einfach eine beliebige Handynummer angeben. Diese wird dann so oft angeklingelt, wie das Micro des Androiden einen gewissen Lärmpegel übersteigt.

Abbildung 4: Mit der Babymonitor-App verwandeln Sie Ihr Smarpthone in ein Babyphone.
Abbildung 4: Mit der Babymonitor-App verwandeln Sie Ihr Smarpthone in ein Babyphone.

Als Alternative ohne 3G-Modul gibt es noch einen Bluetooth-Babymonitor für etwas mehr als 7 Euro bei Google Play [5]. Hier liegt die maximale Reichweite bei den üblichen 10m für Bluetooth-Geräte, dafür brauchen Sie kein WiFi.

Der Home-Server


Sie haben zu Hause einen alten Rechner herumstehen, nur um auf einen eigenen FTP-Server zugreifen zu können? Oder Sie möchten Ihr Android-Handy als Samba-Server einsetzen? Kein Problem mit einem (gerooteten) Android-Smartphone ist praktisch alles möglich, was Sie auch mit einem vollen Linux-Rechner anstellen können. Es gibt dabei nur zwei wichtige Unterschiede: Der Stromverbrauch des Handys liegt bei maximal 5 Watt während ein alter PC gerne mal über 60 Watt verbraucht. Läuft dieser also 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr, dann lässt sich damit auch noch Strom sparen. Je nach Aufgabe ist die geringere Leistung dabei egal. Als All-in-One-Serverlösung bietet sich die App Servers Ultimate Pro [6] an. Zum Preis von rund 7 Euro bietet sie fast 40 Serverdienste unter einer einheitlichen Oberfläche. Einige der Dienste (aber bei weitem nicht alle) benötigen allerdings Root-Rechte. Zum Ausprobieren gibt es eine Lite-Version mit 14 Tagen Laufzeit und einer Beschränkung auf zwei Serverdienste.

Abbildung 5: Die grafische Oberfläche von Servers Ultimate lässt sich einfach bedienen.
Abbildung 5: Die grafische Oberfläche von Servers Ultimate lässt sich einfach bedienen.

Abbildung 6: Aktuell stehen 36 Serverdienste zur Auswahl, für Profis und Hobby-Nutzer.
Abbildung 6: Aktuell stehen 36 Serverdienste zur Auswahl, für Profis und Hobby-Nutzer.

Die Überwachungskamera


Irgendjemand klaut immer Ihre Zeitung aus dem Briefkasten oder Sie möchten ein Ferienhaus oder eine Zweitwohnung im Blick haben? Dann nutzen Sie ein altes Handy als IP-Kamera. Mit der App IP Webcam funktioniert das recht einfach, zudem bietet die App in Kombination mit anderen Diensten noch zahlreiche Erweiterungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel Motion Detection. IP Webcam [7] ist eine von sehr vielen App zu diesem Zweck bei Google Play. Die App ist gratis und hat die besten Bewertungen.

Fazit

Keine sinnvolle Anwendung gefunden? Dann können Sie das Handy natürlich auch einfach verkaufen oder recyclen lassen. Doch in den meisten Fällen bekommen Sie dafür nur ein paar Euro. Eigentlich schade, um den tollen Taschencomputer.

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